Kinder und Computer

Internet-Sucht - welches Kind ist gefährdet?

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Kinder und Computer: Internet-Sucht - welches Kind ist gefährdet?
 © Bärbel Büchner
Stundenlang am Computer sitzen - ist das schon der Anfang von Sucht?

Frau Christina Schadt: Nicht unbedingt. Computer und Internet sind ja sehr hilfreich und sinnvoll. Wir unterscheiden drei Arten im Umgang mit dem Computer: die kompetente Nutzung, die problematische Nutzung und die Sucht. Kompetent heißt: Der Computer ist nur EIN Teil der Freizeitaktivitäten, der Jugendliche beschäftigt sich von selbst auch mit anderen Dingen. Problematisch wird es, wenn der Betroffene Mahlzeiten, Termine und sogar Freunde vernachlässigt.

Das klingt schon fast nach Sucht!

Der Übergang ist fließend. Bei Sucht müssen mehr als zwei der folgenden Kriterien über längere Zeit erfüllt sein:

  • Kontrollverlust: Der Betroffene kann nicht mehr aufhören.
  • Toleranzentwicklung: Er muss immer länger am Computer bleiben, um die gleiche Befriedigung zu erlangen.
  • Entzugserscheinungen: Er wird unruhig oder sogar aggressiv, wenn er nicht mehr an den Computer darf.
  • Verarmung des Alltags: Schule, Freunde, Sport und andere soziale Aktivitäten werden vernachlässigt.
Was können Eltern tun, wenn sie Sorge haben, dass ihr Kind zu den "problematischen" Nutzern gehört?

Unbedingt versuchen, mit dem Jugendlichen im Kontakt zu bleiben. Also nicht ab und zu mahnen "Nun mach doch mal den Kasten aus!", sondern sich mit ihm hinsetzen und die Befürchtungen konkret benennen: "Ich bin besorgt, dass du deine Freunde verlierst."

Und so ein Gespräch genügt schon?

Nein. Wichtig ist ein ständiger Austausch, bei dem das Kind sich ernst genommen fühlt und deshalb Regeln eher akzeptiert. Diese Regeln müssen natürlich durchgesetzt werden!

Kann auch ein komplettes Computerverbot sinnvoll sein?

Nein. Ziel ist es ja, dass das Kind lernt, kompetent und verantwortungsvoll mit dem Medium umzugehen. Das kann es nicht, wenn man ihm dem Computer wegnimmt.

Was tun, wenn man gar nicht mehr an das Kind herankommt?

Unbedingt professionelle Hilfe suchen, also den Kinderarzt nach Adressen fragen oder zu einer Erziehungs- oder Suchtberatungsstelle gehen! Es gibt übrigens in jedem Bundesland auch Fachstellen zur Suchtprävention, die kompetent weiterhelfen. Weitere Informationen unter www.berlin-suchtpraevention.de. Den Info-Flyer "Computerwelten - Können Internet & Co süchtig machen?" kann man bestellen unter der Rufnummer 0 30/29 35 26 15 oder per Mail unter fachstelle.suchtpraevention@padev.de. Bitte gewünschte Menge angeben und frankierten Rückumschlag beilegen.

Autor

Christine Brasch


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