Städtereisen

Amsterdam: Action in der Grachtenstadt

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Städtereisen: Amsterdam: Action in der Grachtenstadt

Amsterdam mit Kindern - immer anders als man denkt

Musste es ausgerechnet ein Tretboot sein? So eine unförmige weiße Schale, mit der wir jetzt durch die Kaisergracht manövrieren? Zuvor waren wir an ihren Ufern entlang flaniert, an den Zuckerbäckerhäusern mit den eingekringelten Dachfirsten und den Braunen Cafés vorbei, wo hinter holzgetäfelten Wänden die Menschen sich der holländischen Gemütlichkeit hingeben.

Aber so ist das mit Kind in der Stadt. Es bekam vor dem Tretbootverleih einen herzzerreißenden Quengelanfall, dem wir, natürlich nur ausnahmsweise, nachgaben. Und nun sitzen wir im Tretboot. Im Stau. Denn was die nette Dame, die unser Boot in den Kanal schubste, nicht verriet: Alle Schiffe haben Vorfahrt, nur Tretboote nicht. Was dazu führt, dass wir nach 20 Minuten das Geld in den Wind schießen, das Boot abgeben und doch lieber zu Fuß durch die Straßen gehen. Dass das in Amsterdam gar nicht die schlechteste Wahl ist, sieht jetzt sogar unser Kind ein. Zumal der Bezirk südlich des Rembrandplein zwischen Utrechtsstraat und Leidsestraat so schmuck ist wie ein Freilichtmuseum.

Sogar noch schöner, weil dort viel Leben ist. Wir gehen zum Schifffahrtsmuseum - schon wegen des Ostindienfahrers "Amsterdam", der davor im Wasser liegt. Es ist ein Nachbau von 1749 mit Kanonendecks, Porzellanladung und Hängematten, die laut "Auauau" jammern, wenn man die Lichtschranke zum Quartier des Schiffsarztes durchschreitet. Wir besichtigen das "Nemo"-Wissenschaftsmuseum, das wie ein gestrandeter Containerfrachter über dem Eingang des Ijsseltunnels thront: Auf vier Stockwerken können Kinder ausprobieren, wie die Welt funktioniert und Vorführungen von so genannten Professoren bestaunen, die es knallen und scheppern lassen.

Anschließend nehmen wir den Bus und fahren zum Osthafen, einem nagelneuen Stadtteil in der Nähe des Zentrums, wo preisgekrönte Architekten billig bauten und sich zumindest einige wenige Familien das Leben in Amsterdam jetzt leisten können. Die Kirchen-Skyline der Innenstadt in Sichtweite, lehnen sich moderne Reihenhäuser mit Balkonen, Erkern und großen Fenstern aneinander, wölben sich Brücken wie Skulpturen über das Wasser, und enden fast alle Wege in kommunalen Grünanlagen mit Wiesen, Bänken und Spielplätzen. Hier verbringen wir den Nachmittag. Und auch den Sonnenuntergang. Statt stundenlang Pflaster zu treten, bis die Füße qualmen, was wir sonst in fremden Metropolen tun, kommen wir ausgeruht und völlig entspannt abends im Hotel an. So ist das eben, wenn man mit Kindern Städte bereist. Immer anders als man denkt. Aber auch schön.

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