Städtereisen

Mit der Familie zur Basler Fasnacht

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Ein Familienfest der besonderen Art: Die Basler Fasnacht


Foto: Fotolia

Montagmorgen, 3.59 Uhr: Die Glocke der St.-Martin-Kirche in der Altstadt von Basel schlägt zum vierten Mal - und gleichzeitig gehen alle Lichter in der Stadt aus. "Morgestraich marsch!" Nun beginnt ein Trommeln und Pfeifen, dass einem ganz anders wird. Das "Schreiholz", die Basler Piccoloflöte, gellt in den Ohren, Tausende Trommeln bringen das Kopfsteinpflaster zum Vibrieren. Überall in den mittelalterlichen Gassen setzen sich maskierte und kostümierte Gruppen in Bewegung, die sogenannten Cliquen. Sie tragen bemalte Laternen, auf denen groteske Szenen zu sehen sind, meist Anspielungen auf die Lokalpolitik, die Kulturszene und das Stadtleben. Rädäbäng! Es ist ohrenbetäubend laut, gleichzeitig aber ist die Stimmung poetisch und hochromantisch. Willkommen zur Basler Fasnacht!

Grölende und schunkelnde Narren, geschminkte Clowns, Pappnasen und Alkoholexzesse - all das ist bei der Basler Fasnacht verpönt. Es geht fast ernsthaft zu, Außenstehende können das traditionelle Fest bestaunen und genießen, aber nicht mitmachen. Um in einer Clique mitmarschieren zu dürfen, muss man Basler sein und jahrelang die komplizierten Rhythmen und Melodien üben.

Besucher kaufen eine "Blagedde" (Plakette), lassen sich von den "Binggis" (Kindern) die "Zeedel" (Zettel) aushändigen, auf denen das "Sujet" (Thema) erklärt ist - und halten sich ansonsten raus. Trotzdem ist der Morgenstreich ein einzigartiges Erlebnis, vergleichbar vielleicht mit dem Karneval in Venedig.

Die Basler Fasnacht dauert nur 72 Stunden, von Montag nach Aschermittwoch bis zum darauf folgenden Donnerstag. Es gibt Menschen, die das ganze Jahr auf diese drei Tage hinfiebern. Das heißt aber nicht, dass die Stadt außerhalb der drei schönsten Tage im Jahr unschön wäre. Basel ist nach Zürich und Genf die drittgrößte Stadt der Schweiz - und außerhalb der Fasnacht auch nicht gerade langweilig.

Im Dreiländereck Schweiz-Frankreich-Deutschland geht es multikulturell und weltoffen zu. Die reichen Basler Mäzene sorgen dafür, dass das Kulturleben der 190 000-Einwohner-Stadt sich mit München und Wien messen kann. 20 hervorragend ausgestattete Museen gibt es in Basel, vom Kunstmuseum über das Naturhistorische Museum bis zum Cartoon-Museum.

Die kuriosen Maschinen des Schweizer Künstlers Jean Tinguely sind in einem eigenen Museum ausgestellt. Die wunderlichen Konstruktionen sind gerade für Kinder ein großer Spaß, zum Teil kann man auf den riesigen Objekten, die manchmal mehrere Stockwerke hoch sind, herumlaufen und auf ihnen herumklettern. Zu einem neuen Wahrzeichen der Stadt ist der Tinguely- Brunnen am Stadttheater geworden, rund um die Wasserschöpf-Schöpfungen aus Metall bilden sich im Winter bizarre Eisskulpturen.

Basel ist uralt und gleichzeitig hochmodern: In der Nähe des Münsterplatzes sind Reste des Keltenwalls, einer Stadtbefestigung aus der Asterix-Zeit vor Christi Geburt, zu besichtigen. Am Messeplatz steht ein ultramoderner Wolkenkratzer, die Architekten Herzog und de Meuron haben einen spektakulären Anbau für das Historische Museum entworfen, der sich nahtlos in die verschachtelten Dächer der Altstadt einfügt.

In der Musikinstrumentensammlung, einem Teil des Historischen Museums, ist die älteste Basler Fasnachts-Trommel ausgestellt, sie stammt aus dem Jahr 1571. Früher waren die Trommeln ganz aus Holz, heute tragen die Trommler meistens Instrumente aus Aluminium, die sind leichter. Schließlich dauert allein der Morgenstreich vier bis fünf Stunden.

Nach dem Morgenstreich, wenn es langsam dämmert, wärmen sich die Menschen in den gemütlichen Basler Beizli auf. Im Teller dampft Mehlsuppe, es gibt Zwiebelwähe und Käsekuchen, der allerdings nicht süß schmeckt, sondern tatsächlich nach Käse. Am Montagund Mittwochnachmittag marschieren 12.000 Maskierte durch die Stadt und zeigen auf den "Cortèges" (Umzügen) nochmals ihre "Lampen" (Laternen).

Die Stimmung ist friedlich, die Kinder sammeln Orangen und "Guzzis" (Bonbons) ein, die von den Cliquen verteilt werden. Spätestens dann geht einem ein Licht auf: Die Basler Fasnacht ist ein riesengroßes Familienfest. Und Gäste sind dazu herzlich eingeladen.

Infos und Tipps für Ihre Städtereise nach Basel

Touristeninformationen rund um Basel

www.basel.com

http://fasnacht.ch

www.kinderinfo-basel.ch

www.myswitzerland.com

Rumkommen in Basel
Vorbildlich: Jeder Gast erhält beim Check-in ein Mobility-Ticket. Mit diesem kann er während seines gesamten Aufenthaltes (maximal 30 Tage) in Basel und Umgebung kostenlos die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen.

Wohnen in Basel

Das breite Hotel: Die Lage an einer Autobahnbrücke ist nicht gerade idyllisch, dafür aber ist die Atmosphäre einzigartig. Denn das moderne Hotel beschäftigt geistig und körperlich behinderte Menschen, die sich um jeden Gast herzlich bemühen. Und das Frühstücksbuffett ist besonders lecker! Zürcherstr. 149, Infos unter Tel.: 0041/(0) 61 3 15 65 65, www.dasbreitehotel.ch
Preisklasse: €€€

Brasserie au Violon : Wenn einem die Zimmer etwas eng vorkommen, ist das kein Wunder - das Hotel Brasserie au Violon war bis 1995 ein Untersuchungsgefängnis für Frauen. Nun sind dort 20 preiswerte, geschmackvoll eingerichtete Gästezimmer untergebracht. Im Vergleich zur Knast- Vergangenheit sind die Hotelzimmer riesig, denn jeweils zwei Zellen wurden zu einem Zimmer. Wer es etwas feudaler mag, kann auch im ehemaligen Polizeibüro übernachten, mit Blick über die Dächer der Altstadt auf das Münster. Im Lohnhof 4, Infos unter Tel. 0041/(0) 61 2 69 87 11, www.au-violon.com
Preisklasse: €€

Hotel Spalentor: Das Hotel Spalentor liegt gegenüber vom Spalentor, am Rand der Altstadt. Die Zimmer sind geräumig und freundlich eingerichtet. Schönbeinstr. 1, Infos unter Tel. 0041/(0) 61 2 62 26 26, www.hotelspalentor.ch
Preisklasse: €€€

Hotel D: Das Hotel D ist ein ganz neues Design-Hotel am Blumenrain mitten in der Altstadt. Die Zimmer sind elegant in hellen Beige- und Brauntönen ausgestattet. Das Design ist minimalistisch, ebenso das kulinarische Angebot, es gibt nur Frühstück. Dafür sind die schönsten Cafés und Restaurants der Stadt gleich in Laufnähe. (Blumenrain 19), Infos unter Tel. 0041/(0) 61 2 72 20 20, www.hoteld.ch
Preisklasse: €€€

YMCA Hoste Basel: Das YMCA Hostel Basel liegt nur etwa 300 Meter vom Bahnhof entfernt und hat moderne, schlichte Doppel- und Mehrbettzimmer, einige auch mit eigener Dusche/WC. Arrangements im Familienzimmer auf Anfrage. Gempenstr. 64, Infos unter Tel. 0041/(0) 61 3 61 73 09, www.ymcahostelbasel.ch
Preisklasse: €

Essen und Trinken in Basel

Der vierte König: "Der vierte König" ist eine Weinwirtschaft in wunderschöner Lage direkt am Rhein. Schöne Auswahl an Weinen aus aller Welt, frische Fischgerichte. Blumenrain 20, Infos unter Tel. 0041/(0) 61 2 61 54 42, www.weinwirtschaft.ch

Lily's Stomach Supply: "Lily's Stomach Supply" ist ein modernes, unkompliziertes Restaurant für Leute, die frisch zubereitete, gesunde Gerichte aus der panasiatischen Küche zu erschwinglichen Preisen essen möchten. Rebgasse 1, Infos unter www.lilys.ch

Gasthof zum Goldenen Sternen: Der "Gasthof zum Goldenen Sternen" ist der älteste in Basel, liegt idyllisch im St.-Alban-Tal am Rhein und bietet gehobene regionale Küche mit französischen Akzenten. St. Alban-Rheinweg 70, Infos unter Tel. 0041/(0) 61 2 72 16 66, www.sternen-basel.ch

Anschauen in Basel

Kunstmuseum Basel: In der permanenten Ausstellung sind bedeutende Werke Schweizer Künstler von 1400 bis 1600 sowie die Kunst des 19. bis 21. Jahrhunderts zu sehen. Der Hit im Winter: die Kunsteisbahn im Innenhof! Kinder kurven auf Kufen rund um Rodins "Bürger von Calais", dazu gibt es Glühwein und Würschtli. , St. Alban-Graben 16, Infos unter www.kunstmuseumbasel.ch

Museum Tinguely: Das Museum, ein Bauwerk des Tessiner Architekten Mario Botta, ist dem Leben und Werk des bedeutenden Schweizer Eisenplastikers Jean Tinguely (1925 -1991) gewidmet. Die permanente Ausstellung zeigt bewegliche Maschinenplastiken aus allen Schaffensperioden. Paul Sacher-Anlage 2, Infos unter www.tinguely.ch

Musikmuseum: Musikinstrumente im Knast? Das Museum war früher ein Gefängnis, ein paar Zellen sind noch erhalten. Darin ist ein Teil der Sammlung untergebracht, die aus 3.000 Objekten besteht, vor allem historische Musikinstrumente aus Europa. Im Lohnhof 9, Infos unter www.hmb.ch

Schönes für Kinder in Basel

Läckerli Huus: Das Läckerli ist die Basler Spezialität schlechthin. Es handelt sich um LebLebkuchen, die aussehen wie Mini-Ziegelsteine und auch so hart werden, wenn man sie zu lange liegen lässt. Also lieber schnell essen, denn die Dinger schmecken so, wie sie heißen. Gerbergasse 57, Infos unter www.laeckerli-huus.ch

Sweet Basel: Die schönsten handgemachten Süßigkeiten der Stadt gibt's hier. Die Bonbons sehen aus wie poppige Buttons, mit Smileys, Tieren und Schweizerkreuzen als Motiven. Mit der Herstellung von Rock-Bonbons wird die uralte Tradition des Basler Zuckerkunsthandwerks weiterentwickelt. Schnabelgasse 4, Infos unter www.sweetbasel.ch

Preiskategorien

€€€€ Luxusklasse €€€ Mittleres Preisniveau €€ Preiswert € Sehr günstig

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