Ehegattensplitting
Achtung vor Steuerklasse V

Üblich bei Verheirateten: Er hat Steuerklasse III, sie hat Steuerklasse V. Doch das kann die Frau teuer zu stehen kommen. Warum das so ist und welche Möglichkeiten Sie in der Ehe noch haben, Ihr Geld zu versteuern, erfahren Sie hier.

Ehegattensplitting
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Inhalt: 
Ehegattensplitting - ist das gerecht?Die klassische Variante: Steuerklasse III für ihn, Steuerklasse V für sieFrauen können bares Geld verlierenSteuerklasse V - womöglich gefährdet sie den Job!Steuerklasse IV – ein prima Argument für die Rückkehr in den Job!Bald in den Mutterschutz? Rechtzeitig die Steuerklasse wechseln!Wie und wo wechselt man die Steuerklassen?Das Familiensplitting - eine gerechte Alternative?Das neue Faktorverfahren

Ehegattensplitting - ist das gerecht?

Ehegattensplitting - ist das gerecht?

Naja. In barer Münze zahlt es sich in Deutschland jedenfalls kaum aus, wenn die Frau stundenweise arbeiten geht. Wenn man von diesem Verdienst dann noch Betreuungskosten abrechnet, steigt ein durchschnittliches Familieneinkommen in so einem Fall lediglich um etwa fünf Prozent.

Grund dafür ist das so genannte Ehegattensplitting. Dabei wird das Gesamt-Einkommen der beiden Ehegatten ermittelt und halbiert, aus diesem halben Einkommen wird die Höhe der Steuer berechnet - und die sich daraus ergebende Einkommensteuer verdoppelt.

Das Splittingverfahren bewirkt, dass das zu versteuernde Einkommen zu gleichen Teilen auf beide Ehepartner verteilt wird. Dahinter steht der Grundsatz, dass die Ehe eine Wirtschaftsgemeinschaft ist - und dass es egal ist, wer von beiden wie viel zum Gesamteinkommen beigetragen hat. Von Vorteil ist das allerdings nur für Paare, bei denen lediglich einer verdient - oder der zweite ein niedriges Einkommen hat. Im Klartext: In unserem Steuerrecht wird eine Ehefrau, die zu Hause bleibt, dafür vom Staat belohnt.

Die klassische Variante: Steuerklasse III für ihn, Steuerklasse V für sie

Die klassische Variante: Steuerklasse III für ihn, Steuerklasse V für sie

Derzeit lassen sich daher in Deutschland vier Millionen Ehepaare, bei denen ein Partner ein erheblich höheres Einkommen hat als der andere, in Steuerklasse III und V veranlagen. Der bessere Verdienst wird dann in Klasse III relativ günstig besteuert: Der Besserverdienende zahlt in etwa so viel Lohnsteuer wie ein Alleinverdiener - der Partner mit dem kleineren Einkommen hingegen in Steuerklasse V überproportional viel.

Beispiel: Verdient der Ehemann zum Beispiel 35.000 Euro pro Jahr, zahlt er bei Steuerklasse III 2.952 Euro ans Finanzamt. Die Ehefrau in Steuerklasse V, die lediglich auf 15.000 Euro jährlich kommt, muss dafür 3.400 Euro abgeben.

Zwar gleicht sich das bei der Einkommensteuererklärung am Jahresende wieder aus - aber für viele Frauen ist es frustrierend, das ganze Jahr zu arbeiten, ohne das entsprechende Geld dafür zu bekommen. Außerdem gewährt man dem Finanzamt durch die mehr bezahlten Steuern praktisch einen Kredit, den man erst am Jahresende zurück bekommt.