Frieda Friedlich
 
Das Andersmachen akzeptieren?! Nicht.

Mein ganz persönliches Geständnis vorweg: Zu akzeptieren, dass andere Menschen ein bißchen anders mit Frieda umgehen, ist eine meiner ziemlich großen Baustellen.

Ich lese sehr viel, sauge viele Informationen und Meinungen über den bindungs- und bedürfnisorientierten Erziehungsansatz auf, hinterfrage, überlege und versuche Gelesenes und für gut befundenes dann auch umsetzen. Es gelingt mir natürlich nicht immer, aber auf jeden Fall zunehmend. Da Guido jetzt nicht so die Leseratte ist und leider nicht so die größte Lust hat sich theoretisch mit Bindungs- und Erziehungsansätzen auseinanderzusetzen, füttere ich ihn oftmals mit meinen neusten „Erkenntnissen“ oder lese ihm Passagen aus interessanten Artikeln vor. Diese leuchten ihm dann auch vollkommen ein, er findet sie ebenso absolut sinnvoll. Er versucht es dann ganz bestimmt auch umzusetzen, aber in der nächsten Situation dann…  und ich muss mich echt ziemlich zusammenreißen, um nicht immer nur die schimpfende Frau an seiner Seite zu sein.
Das ist nämlich nicht nur für ihn absolut ätzend und vollkommen unattraktiv. Ich fühle mich dabei auch furchtbar un-lässig, aber ich wünsche es mir doch so sehr für unser Mini-Menschen-Mädchen. Ganz konkret, damit ihr euch etwas darunter vorstellen könnt, gehen Guido und ich mit Friedas Wünschen und Gefühlen etwas unterschiedlich um.

Ja, das muss per se ja jetzt auch erstmal nichts Schlechtes oder Schlimmes sein, denkt ihr zu recht, denn ein Mini-Menschen-Kind kann ja durchaus zwischen Personen und ihren Vorgehensweisen unterscheiden. Es geht bei uns aber eben nicht in erster Linie darum, dass ich andere Dinge erlaube oder umgekehrt, sondern um den grundsätzlichen Umgang, den Ansatz, die Ideen, die Vorstellungen im Kopf und das Leben und Fühlen mit unserem kleinen Wesen.

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