Frieda Friedlich
 
Wenn der Spagat Dich zerreißt

Montag war ein Scheißtag. So ziemlich durch und durch. Die ganze Geschichte des Montags begann aber schon an dem Montag davor.

Frieda Friedlich: Wenn der Spagat Dich zerreißt
Frieda Friedlich

An jenem Montag ging es unserem kleinen Mini-Menschen-Mädchen nämlich ziemlich miserabel. Sie wollte ausschließlich getragen werden, jammerte und weinte immer wieder und schlief gegen 9 Uhr morgens nochmal ein. In der Trage wohlgemerkt. Da ich montags unterrichtsfrei habe und „nur“ mittags für drei Stündchen zum Team und für die Lehrerkonferenz in die Schule fahre, rief ich dort an und entschuldigte mich. Unsere Frieda brauchte mich einfach. Klare Sache! Wir verbrachten einen gemischten Tag mit einigen wunderschönen Hochphasen und zahlreichen Phasen, die auch gerne gestrichen werden können in unseren vier Wänden. Natürlich fühlte es sich für mich nur mittelprächtig an, mich (mal wieder) für mein Fehlen auf der Arbeit zu entschuldigen. Alle Workingmums, die ihre Zeit nicht selbst einteilen können, kennen das. Das Wohlergehen unseres Kindes geht aber natürlich immer vor. Trotzdem bleibt ein schlechter Beigeschmack, das einem schlechten Gewissen sehr ähnelt. Wenn es nicht so oft vorkommt, geht’s ja auch noch… In der restlichen Woche war bei uns dann auch alles wie immer…

Am vergangenen Sonntag dann bahnte sich aber leider wieder schlechte Laune an. So richtig konnte man Frieda nichts recht machen. Sie wollte nicht spielen, kaum Essen, nicht schlafen, nicht rausgehen, aber auch nicht drin bleiben. Sie weinte und jammerte zwischendurch. Es schien Frieda einfach nicht gut zu gehen. Sie fühlte sich nicht wohl in ihrer Haut. Gegen Abend machte sich dann auch noch eine leicht erhöhte Temperatur breit. Guido und ich verabredeten bereits dann, dass er am nächsten Tag zu Hause bleiben wollte, wenn es unserer Tochter noch nicht besser gehen würde. Ich wollte, sollte, durfte ja eigentlich nicht schon wieder in der Schule fehlen. Nicht schon wieder der Konferenz-Montag.

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