Selbst ist die Frau

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: Selbst ist die Frau

Unterstützung durch die Eltern

Als ich mit 16 schwanger wurde, war ich mit meinem Freund gerade einmal vier Monate zusammen. Nicht gerade eine sichere Basis für eine Familie. Seine Eltern waren katholisch und wollten, dass wir heiraten, was zum Streit führte. Kurz nach der Geburt von Noah haben wir uns getrennt.

Ich habe mich dann entschlossen, mit dem Kleinen in eine eigene Wohnung zu ziehen und nicht mehr bei meinen Eltern zu bleiben. Ich wollte herausfinden, ob ich den Alltag mit einem Baby schaffen kann und es hat ja auch geklappt. Meine Eltern haben mir während der ganzen vergangenen Jahre immer den Rücken gestärkt, mich unterstützt und einfach auch nur zugehört. Das war sehr wichtig für mich, denn ich wusste, dass ich immer zu ihnen kommen konnte. Mit meinen Freunden aus der Schulzeit habe ich dagegen heute keinen Kontakt mehr. Während der Schwangerschaft haben alle noch versprochen, dass sie mir mit dem Kind helfen wollen. Nach der Geburt haben sie dann gemerkt, dass ein Kind viel Zeit und Aufmerksamkeit beansprucht und nach und nach sind daran alle Freundschaften zerbrochen.

Große Pläne für die Zukunft

Knapp ein Jahr nach Noahs Geburt habe ich dann wieder mit der Schule angefangen und nebenher noch gejobbt, um die Wohnung bezahlen zu können. Allein mit Kindergeld und Erziehungsgeld wäre das nicht möglich gewesen. Für Noah hatte ich kurzfristig einen Platz in einem Ganztageskindergarten gefunden, wo er mit Kindern von elf Monaten bis elf Jahren in einer Gruppe war. Dort ist er noch heute und fühlt sich pudelwohl. Momentan mache ich eine Ausbildung zur Bürokauffrau. Doch das ist mir noch nicht genug. Ich möchte später Personalverantwortung haben und vielleicht ins Management aufsteigen. Durch die Jahre mit Noah bin ich extrem selbstständig geworden und kann perfekt organisieren. Ich finde, das sind ideale Eigenschaften für einen verantwortungsvollen Job.

Tuscheleien auf der Straße

Zu Beginn war es natürlich nicht immer leicht. Als so junge Schwangere war ich ein Blickfang. Auf der Straße haben die Leute sich umgedreht und getuschelt. Aber irgendwann lernt man, darüber hinweg zu sehen und sagt sich selbst: "Ihr wisst doch gar nicht, wie ich bin." Manche Frauen haben mir auch vorgeworfen, verantwortungslos zu sein. Das waren aber bezeichnenderweise vor allem Übermütter mit Mitte 30, die ihre Kinder nicht mal auf einen Baum klettern lassen. Mein Sohn hat sich trotz und vielleicht gerade wegen seiner jungen Mama prima entwickelt und ist sehr schlau für sein Alter.

Seit einigen Monaten wohne ich mit meinem Freund Christian zusammen und das macht vieles einfacher und schöner. Es ist zwar immer noch oft stressig, Arbeit, Kind, Haushalt und Freunde unter einen Hut zu bringen und manchmal denke ich mir auch, warum kann ich heute nicht einfach in dieses tolle Konzert gehen? Aber das sind nur kurze Momente. Im Nachhinein kann ich sagen, dass es nichts hätte geben können, was mein Leben so bunt und schön gemacht hätte wie Noah. Ich würde nichts ändern wollen.

Autoren

Aufgezeichnet von Ellen Stickel

Foto: privat


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