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Thema: Druck

  1. #1
    Gast

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    Wieso tut man das seinem Kind an?
    In der Klasse unserer Tochter ist eine Mutter, die schon zu Kindergartenzeiten ihre Tochter zum Lesen/Schreiben und Rechnenlernen getriezt hat.
    Unsere Klassenleherin hat ihr schon beim Elternabend VOR der Einschulung klar gemacht, dass sie absolut nix davon hält, wie manche Eltern ihre Kinder schon dermaßen unter Druck setzen, da war nämlich von der Mutter schon die Rede von Hausaufgaben, die sie ihrer Tochter aufgegeben hatte
    Vor den Weihnachtsferien war die Situation so, dass unsere Tochter und deren Tochter schon auf Zweitklässlerniveau waren. Unsere Tochter darf springen, weil sie neben den schulischen Dingen auch alters/sozial- und größenmäßig ziemlich weit ist (1,34 m). Das andere Mädel darf nicht springen, weil sie laut der Lehrerin und auch des Schulpsychologen noch lange nicht soweit ist, mal vom Alter des Mädels abgesehen, das wird im Mai erst 7.
    Zu der Mutter muss ich sagen, dass die schon mit "Hausaufgaben" zur Kindergartenzeit angefangen hat. Das wissen wir sowohl aus dem ersten Elternabend vor der Einschulung, als auch von anderen Eltern. Jetzt tut diese Mutter bei den Hausaufgaben ihrer Tochter in deren Heften mit Tippex rumschmieren und das Mädel muss das so lange wiederholen, bis die Aufgaben richtig sind. Bei denen wurde sogar der Schulpsychologe mit ins Boot geholt.
    Ich finde das soooo schlimm für das Mädel.
    Auf dem gestrigen Elternabend wurden wir von der Mutter blöd angemacht, da unsere Tochter eine Klasse springen darf und ihre nicht. Ich denke, die braucht ja mal ganz dringend einen Psychologen. Die kapiert nicht den Unterschied: unsere Tochter macht das alles FREIWILLIG, ihre Tochter wird regelrecht unter Druck gesetzt, um gewisse Ziele zu erreichen.

  2. #2
    Gast

    Standard Re: Druck

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  3. #3
    Alberta_Zweistein ist offline Carpal Tunnel
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    Standard Re: Druck

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  4. #4
    Avatar von Sonnennebel
    Sonnennebel ist offline Legende
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    Standard Re: Druck

    Ja, solche Eltern gibt es immer wieder - und in anderen Variationen.

    In der Klasse meiner Tochter ist ein Mädchen, das laut Angaben der Mutter unbedingt nach der 4. Klasse in eine Leistungs- und Begabungsklasse möchte. Eigentlich beginnt die weiterführende Schule hier erst nach der 6. Klasse, aber für LuBK-Kinder gibt es die Möglichkeit das Gymnasium oder eine Gesamtschule schon ab der 5. Klasse zu besuchen und dort zusammen mit anderen leistungsstarken Kindern zu lernen.

    So weit so gut. Das Mädchen war schon immer sehr fleißig, hatte bisher noch nie eine 2 auf dem Zeugnis, obwohl sie keine Muttersprachlerin ist. Nun hatte sie eine 2 im Lesen auf dem Zeugnis und die Mutter begann sofort zu zweifeln, ob das Kind dann überhaupt auf eine LuBK kann. Andererseits muss das Kind zu Hause total viel üben. Es hat angeblich keine Zeit zum Lesen oder für Verabredungen, hat viele Kurse am Nachmittag und geht dann samstags auch noch in die Russischschule, wofür es freitags Hausaufgaben machen muss, z.B. wenn sie mit meinem Kind auf dem Spielplatz verabredet war, musste sie dort auf dem Spielplatz erst einmal die Hausaufgaben machen, bevor sie mit meiner Tochter spielen durfte.

    Nun ist das Mädchen auch von sich aus ehrgeizig und fleißig, aber sicherlich zum Teil auch, weil es einfach von ihr erwartet wird. Vor einiger Zeit begann sie wieder einzunässen, konnte abends nicht einschlafen - und alles nur wegen der Angst, dass sie nicht die Noten für eine LuBK-Empfehlung bekommt (für die auch ein Zweierzeugnis völlig in Ordnung ist).

    Die Mutter erzählt, das Mädchen würde sich ständig beschweren, dass es in der Schule so langweilig sei und sie deshalb dringend eine Herausforderung brauche. Bietet ihr die Lehrerin in Mathematik aber Knobelaufgaben an, lehnt sie diese ab. Dafür löst sie dann lieber noch mehr schöne Packchen.

    Schon in der 3. Klasse hat die Mutter das Kind getriezt zu Hause einen Vortrag vorzubereiten, den sie dann in der Schule halten sollte. Dabei war das gar nicht gefordert oder mit der Lehrerin verabredet - und die Mutter beschwerte sich, dass das Kind das nicht möchte und faul sei.

    Die Lehrerin selbst sieht das Kind nicht in einer LuBK, weil sie zwar fleißig ist, aber (anders als die Mutter behauptet) eigentlich überhaupt nicht an mehr interessiert ist - eher an weniger - zumindest in der Schule. Was das Kind zu Hause alles macht - davon berichtet die Mutter sehr viel - kann man ja nicht wirklich nachvollziehen - und es ist auch nicht klar, ob sie das macht, weil sie das einfordert oder ob es ihr von den Eltern aus einfach mal angeboten wird, ist nicht wirklich klar. Nach außen hin wirkt das Kind absolut satt und freut sich, wenn es endlich mal bei uns einfach nur spielen darf, was leider viel zu selten vorkommt.
    Geändert von Sonnennebel (16.02.2014 um 08:51 Uhr)

  5. #5
    Alberta_Zweistein ist offline Carpal Tunnel
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    Standard Re: Druck

    Zitat Zitat von Sonnennebel Beitrag anzeigen
    und geht dann samstags auch noch in die Russischschule, wofür es freitags Hausaufgaben machen muss, z.B. wenn sie mit meinem Kind auf dem Spielplatz verabredet war, musste sie dort auf dem Spielplatz erst einmal die Hausaufgaben machen, bevor sie mit meiner Tochter spielen durfte.
    Der Leistungsgedanke bei den Menschen russischer Herkunft ist oft ein anderer als unser. Mir persönlich ist er nicht unsympathisch...

  6. #6
    Gast

    Standard Re: Druck

    Zitat Zitat von Sonnennebel Beitrag anzeigen
    Ja, solche Eltern gibt es immer wieder - und in anderen Variationen.

    In der Klasse meiner Tochter ist ein Mädchen, das laut Angaben der Mutter unbedingt nach der 4. Klasse in eine Leistungs- und Begabungsklasse möchte. Eigentlich beginnt die weiterführende Schule hier erst nach der 6. Klasse, aber für LuBK-Kinder gibt es die Möglichkeit das Gymnasium oder eine Gesamtschule schon ab der 5. Klasse zu besuchen und dort zusammen mit anderen leistungsstarken Kindern zu lernen.

    So weit so gut. Das Mädchen war schon immer sehr fleißig, hatte bisher noch nie eine 2 auf dem Zeugnis, obwohl sie keine Muttersprachlerin ist. Nun hatte sie eine 2 im Lesen auf dem Zeugnis und die Mutter begann sofort zu zweifeln, ob das Kind dann überhaupt auf eine LuBK kann. Andererseits muss das Kind zu Hause total viel üben. Es hat angeblich keine Zeit zum Lesen oder für Verabredungen, hat viele Kurse am Nachmittag und geht dann samstags auch noch in die Russischschule, wofür es freitags Hausaufgaben machen muss, z.B. wenn sie mit meinem Kind auf dem Spielplatz verabredet war, musste sie dort auf dem Spielplatz erst einmal die Hausaufgaben machen, bevor sie mit meiner Tochter spielen durfte.

    Nun ist das Mädchen auch von sich aus ehrgeizig und fleißig, aber sicherlich zum Teil auch, weil es einfach von ihr erwartet wird. Vor einiger Zeit begann sie wieder einzunässen, konnte abends nicht einschlafen - und alles nur wegen der Angst, dass sie nicht die Noten für eine LuBK-Empfehlung bekommt (für die auch ein Zweierzeugnis völlig in Ordnung ist).

    Die Mutter erzählt, das Mädchen würde sich ständig beschweren, dass es in der Schule so langweilig sei und sie deshalb dringend eine Herausforderung brauche. Bietet ihr die Lehrerin in Mathematik aber Knobelaufgaben an, lehnt sie diese ab. Dafür löst sie dann lieber noch mehr schöne Packchen.

    Schon in der 3. Klasse hat die Mutter das Kind getriezt zu Hause einen Vortrag vorzubereiten, den sie dann in der Schule halten sollte. Dabei war das gar nicht gefordert oder mit der Lehrerin verabredet - und die Mutter beschwerte sich, dass das Kind das nicht möchte und faul sei.

    Die Lehrerin selbst sieht das Kind nicht in einer LuBK, weil sie zwar fleißig ist, aber (anders als die Mutter behauptet) eigentlich überhaupt nicht an mehr interessiert ist - eher an weniger - zumindest in der Schule. Was das Kind zu Hause alles macht - davon berichtet die Mutter sehr viel - kann man ja nicht wirklich nachvollziehen - und es ist auch nicht klar, ob sie das macht, weil sie das einfordert oder ob es ihr von den Eltern aus einfach mal angeboten wird, ist nicht wirklich klar. Nach außen hin wirkt das Kind absolut satt und freut sich, wenn es endlich mal bei uns einfach nur spielen darf, was leider viel zu selten vorkommt.
    Kurz eine Zwischenfrage - sagt man das so bei Euch, "auf dem Zeugnis"? Welche Region ist das denn? Die niederländischen Schulbuchautoren, deren "Werk" ich korrigiere, schreiben das nämlich des Öfteren und ich korrigiere immer in "im Zeugnis", weil ich "auf dem" für falsch halte ...

  7. #7
    rhianna ist offline Nachteule
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    Standard Re: Druck

    Zitat Zitat von Babette267 Beitrag anzeigen
    Kurz eine Zwischenfrage - sagt man das so bei Euch, "auf dem Zeugnis"? Welche Region ist das denn? Die niederländischen Schulbuchautoren, deren "Werk" ich korrigiere, schreiben das nämlich des Öfteren und ich korrigiere immer in "im Zeugnis", weil ich "auf dem" für falsch halte ...
    Ich bin zwar nicht Sonnennebel und komme auch ganz woanders her, hier (Rheinland) sagt man aber auch "auf dem Zeugnis".
    Die Formulierung "im Zeugnis" finde ich seltsam und ist mir nicht geläufig.
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    LG
    Rhianna

    mit dem Floh (06), dem Zweitzwerg (08) und dem Krümelchen (10)

  8. #8
    Avatar von SofieAmundsen
    SofieAmundsen ist offline Urgestein
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    Standard Re: Druck

    Zitat Zitat von Babette267 Beitrag anzeigen
    Kurz eine Zwischenfrage - sagt man das so bei Euch, "auf dem Zeugnis"? Welche Region ist das denn? Die niederländischen Schulbuchautoren, deren "Werk" ich korrigiere, schreiben das nämlich des Öfteren und ich korrigiere immer in "im Zeugnis", weil ich "auf dem" für falsch halte ...
    Hier (NRW) sagt man auch "auf dem Zeugnis". "Was hast du in Mathe auf dem Zeugnis?" Bezieht sich vermutlich auf das Blatt Papier, das man in Händen hat. "Was steht denn im Arbeitszeugnis?" Hm, da gehts dann um den Inhalt.
    Liebe Grüße

    Sofie


  9. #9
    Gast

    Standard Re: Druck

    Zitat Zitat von SofieAmundsen Beitrag anzeigen
    Hier (NRW) sagt man auch "auf dem Zeugnis". "Was hast du in Mathe auf dem Zeugnis?" Bezieht sich vermutlich auf das Blatt Papier, das man in Händen hat. "Was steht denn im Arbeitszeugnis?" Hm, da gehts dann um den Inhalt.
    Also, du meinst, Noten stehen er auf und Texte im Zeugnis, hm ...

  10. #10
    Avatar von SofieAmundsen
    SofieAmundsen ist offline Urgestein
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    Standard Re: Druck

    Naja, wer hätte nicht gern ein Kind, das FREIWILLIG alle Unterrichtsinhalte vor- und nachbereitet und dabei auch noch erfolgreich ist?
    marmot gefällt dies
    Liebe Grüße

    Sofie


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