Ergebnis 1 bis 9 von 9
  1. #1
    Schmatts ist offline Stranger
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    Standard Kita-Integrationskind mit Nachteilen bei Schulwahl?

    Hi,
    hab da mal ne Frage: Mein Sohn (5) wurde auf ADHS getestet und nun steht die Vermutung, dass er es hat (laut Ärztin gibt es unter 6 noch keine offizielle Diagnose).

    Die Erzieherin in der Kita möchte nun gerne, dass er ein Integrationskind wird, weil sie dann weniger Kinder in der Gruppe und mehr Zeit für ihn hat. Muss sagen, sie steht dem Thema ADHS sehr aufgeschlossen gegenüber und hat sich auf dem Gebiet fortgebildet.

    Mein eigentlichtliches Problem ist aber, dass ich meinen Sohn in den letzten zwei Monaten als komplett normal wahrnehme, weil sich die Probleme, die er noch während der Diagnose und vorher hatte, in Luft aufgelöst haben.

    Muss dazu sagen, er nimmt keine großartigen Medikamente, nur das homöopathische Zappelin, was Wunder zu bewirken scheint.

    Also finde ich einen Integrationsplatz in der Kita irgendwie unangemessen und befürchte, dass ihm das bei der nun anstehenden Schulwahl zum Verhängnis werden könnte, weil ich ihn gern an einer nichtstaatlichen Schule anmelden möchte. Bekanntlich suchen die sich dort ihre Schüler unter den vielen Anmeldungen aus. "Integrationskind" ist da sicherlich keine sehr förderliche Eigenwerbung, erst recht irreführend, wenn ich einen speziellen Förderbedarf bei ihm einfach nicht erkennen kann und wenn eine offizielle Diagnos auch noch gar nicht existiert.

    Sogar die Ergotherapeutin (wir waren erst 6x dort) weiß nicht so recht, wie sie mit meinem Sohn arbeiten soll, weil er in allem eigentlich "ganz normal" ist

    Nun macht die Kindergärtnerin aber eine bisschen Druck, weil der Integrationsplatz jetzt (nach Schulanfang der Großen) beantragt werden müsse.

    Was ratet ihr mir? Wisst ihr, ob die Kita solche privaten Infos (Integrationskind, ADHS etc.) überhaupt an die Schule weiterleitet / weiterleiten darf/muss? Wenn die Schule davon nichts erfährt, dann ist ein Integrationsplatz ja zumindestens nichts Schlechtes - weniger Kinder in der Gruppe heißt: mehr Zeit der Erziehering für meinen Sohn ...

  2. #2
    zauberfrau ist offline Carpal Tunnel
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    Standard Re: Kita-Integrationskind mit Nachteilen bei Schulwahl?

    Zitat Zitat von Schmatts Beitrag anzeigen
    Hi,
    hab da mal ne Frage: Mein Sohn (5) wurde auf ADHS getestet und nun steht die Vermutung, dass er es hat (laut Ärztin gibt es unter 6 noch keine offizielle Diagnose).

    Die Erzieherin in der Kita möchte nun gerne, dass er ein Integrationskind wird, weil sie dann weniger Kinder in der Gruppe und mehr Zeit für ihn hat. Muss sagen, sie steht dem Thema ADHS sehr aufgeschlossen gegenüber und hat sich auf dem Gebiet fortgebildet.

    Mein eigentlichtliches Problem ist aber, dass ich meinen Sohn in den letzten zwei Monaten als komplett normal wahrnehme, weil sich die Probleme, die er noch während der Diagnose und vorher hatte, in Luft aufgelöst haben.

    Muss dazu sagen, er nimmt keine großartigen Medikamente, nur das homöopathische Zappelin, was Wunder zu bewirken scheint.

    Also finde ich einen Integrationsplatz in der Kita irgendwie unangemessen und befürchte, dass ihm das bei der nun anstehenden Schulwahl zum Verhängnis werden könnte, weil ich ihn gern an einer nichtstaatlichen Schule anmelden möchte. Bekanntlich suchen die sich dort ihre Schüler unter den vielen Anmeldungen aus. "Integrationskind" ist da sicherlich keine sehr förderliche Eigenwerbung, erst recht irreführend, wenn ich einen speziellen Förderbedarf bei ihm einfach nicht erkennen kann und wenn eine offizielle Diagnos auch noch gar nicht existiert.

    Sogar die Ergotherapeutin (wir waren erst 6x dort) weiß nicht so recht, wie sie mit meinem Sohn arbeiten soll, weil er in allem eigentlich "ganz normal" ist

    Nun macht die Kindergärtnerin aber eine bisschen Druck, weil der Integrationsplatz jetzt (nach Schulanfang der Großen) beantragt werden müsse.

    Was ratet ihr mir? Wisst ihr, ob die Kita solche privaten Infos (Integrationskind, ADHS etc.) überhaupt an die Schule weiterleitet / weiterleiten darf/muss? Wenn die Schule davon nichts erfährt, dann ist ein Integrationsplatz ja zumindestens nichts Schlechtes - weniger Kinder in der Gruppe heißt: mehr Zeit der Erziehering für meinen Sohn ...
    Mein Sohn war als Integrativkind im Kindergarten. Er hat die zusätzliche Zeit mit der Integrativkraft genossen und sie hat ihm sehr gut getan.

    Ganz ehrlich, es waren mind. 2 Kinder im Kiga, bei denen die Integration notwendiger gewesen wäre, wo aber die Eltern das nicht wollten, weil ihr Kind ja sonst einen Stempel hätte. Eins der Kinder ist mittlerweile auf einer Förderschule. Klar, ich weiß nicht, ob das sonst verhindert worden wäre.

    Der Kindergarten kann (sofern von den Eltern gewünscht), die Information an die Schule weitergeben, muss es aber nicht. Ich habe das damals extra gewünscht, damit die Lehrer gleich Bescheid wissen. Auch jetzt bei der Anmeldung an der Realschule habe ich da gleich mit offenen Karten gespielt, weil es einfach die Zusammenarbeit mit den Lehrern vereinfacht.

  3. #3
    Mimi5 ist offline Veteran
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    Standard Re: Kita-Integrationskind mit Nachteilen bei Schulwahl?

    Hallo,

    das sit ganz einfach: Wegen ADHS allein darf ein ind gar nicht zum Integrationskind werden.

    Es gibt aber die Möglichkeit,dass eine Fachkraft regelmäßig (aber nicht täglich) mit dem Kind allein oder in einer kleinen gruppe arbeitet. Das hat keine Auswirkungen.

    Bei einem "richtigen" Integratiosnkind wird vor der Einschulung automatisch eine Überprüfung auf sonderpäd. Förderbedarf gemacht wie bei einem Kind auf einem Förderkindergarten auch.

    Wegen ADHS allein darf ein Kind aber weder einen Integrationshelfer bekommen noch eine Förderschule besuchen.

    Es wäre gar nicht schlecht, wenn sich das ändern würde. Zumindest in RLP ist es aber noch so - und soweit ich weiß auch in allen anderen Ländern.

    Und noch etwas: Zappelin ist teurer Quatsch - auch aus homöopathsicher Sicht. Dann findest du günstigere Möglichkeiten.

    Mimi

  4. #4
    Gast

    Standard Re: Kita-Integrationskind mit Nachteilen bei Schulwahl?

    Zitat Zitat von Schmatts Beitrag anzeigen
    Hi,
    hab da mal ne Frage: Mein Sohn (5) wurde auf ADHS getestet und nun steht die Vermutung, dass er es hat (laut Ärztin gibt es unter 6 noch keine offizielle Diagnose).

    Die Erzieherin in der Kita möchte nun gerne, dass er ein Integrationskind wird, weil sie dann weniger Kinder in der Gruppe und mehr Zeit für ihn hat. Muss sagen, sie steht dem Thema ADHS sehr aufgeschlossen gegenüber und hat sich auf dem Gebiet fortgebildet.

    Mein eigentlichtliches Problem ist aber, dass ich meinen Sohn in den letzten zwei Monaten als komplett normal wahrnehme, weil sich die Probleme, die er noch während der Diagnose und vorher hatte, in Luft aufgelöst haben.

    Muss dazu sagen, er nimmt keine großartigen Medikamente, nur das homöopathische Zappelin, was Wunder zu bewirken scheint.

    Also finde ich einen Integrationsplatz in der Kita irgendwie unangemessen und befürchte, dass ihm das bei der nun anstehenden Schulwahl zum Verhängnis werden könnte, weil ich ihn gern an einer nichtstaatlichen Schule anmelden möchte. Bekanntlich suchen die sich dort ihre Schüler unter den vielen Anmeldungen aus. "Integrationskind" ist da sicherlich keine sehr förderliche Eigenwerbung, erst recht irreführend, wenn ich einen speziellen Förderbedarf bei ihm einfach nicht erkennen kann und wenn eine offizielle Diagnos auch noch gar nicht existiert.

    Sogar die Ergotherapeutin (wir waren erst 6x dort) weiß nicht so recht, wie sie mit meinem Sohn arbeiten soll, weil er in allem eigentlich "ganz normal" ist

    Nun macht die Kindergärtnerin aber eine bisschen Druck, weil der Integrationsplatz jetzt (nach Schulanfang der Großen) beantragt werden müsse.

    Was ratet ihr mir? Wisst ihr, ob die Kita solche privaten Infos (Integrationskind, ADHS etc.) überhaupt an die Schule weiterleitet / weiterleiten darf/muss? Wenn die Schule davon nichts erfährt, dann ist ein Integrationsplatz ja zumindestens nichts Schlechtes - weniger Kinder in der Gruppe heißt: mehr Zeit der Erziehering für meinen Sohn ...
    Ich würde mein Kind nicht als Integrationskind einordnen lassen, solange es keine offizielle Diagnose hat und solange die Auffälligkeiten verschwunden sind.
    Nein, der Kindergarten darf solche Infos nur mit Erlaubnis der Eltern weiterleiten. Realität ist aber: sie tun es trotzdem, bei diversen Themen, habe ich schon oft gehört!

    Ich bin mal neugierig: welche Auffälligkeiten hat dein Kind gezeigt, dass zur Vermutung des ADS führte? Wer hat wie die Diagnose durchgeführt? Wurden verschiedene Tests durchgeführt (inklusive IQ-Test) und auch medizinisch alles abgeklärt?
    Was ist passiert, dass dein Kind plötzlich die Auffälligkeiten ablegte? Kannst du irgendein Ereignis zuordnen?
    Vielleicht magst du mal was dazu schreiben?
    Deadia

  5. #5
    Marcie12 ist offline Carpal Tunnel
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    Standard Re: Kita-Integrationskind mit Nachteilen bei Schulwahl?

    Kannst Du entscheiden ob Dein Kind diese I- Platz braucht? Oder der KIGA?
    Ist das nicht Aufgabe der Ärzte sowas zu entscheiden???

    Das kostet ja Geld, und wenn was in D Geld kostet wird es doch sonst auch durch einen Bürokratiedschungel geschickt?

    Oder bin ich da falsch? Darfst Du einfach sagen- es besteht die Möglichkeit und jetzt will ich den I-Platz? Das muß doch jemand bewilligen.

    M

  6. #6
    Schmatts ist offline Stranger
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    Standard Re: Kita-Integrationskind mit Nachteilen bei Schulwahl?

    Hi, danke für die Antworten schon mal ...

    ... also, Zappelin bekommt er von der Kinderärztin verschrieben, das muss ich nicht kaufen. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass er bei Absetzen des Zappelin nach ein paar Wochen unerträglich wird, nach Wiedereinnahme alles wieder in Butter ist ... So eine Zeit haben wir zur Diagnose durchgemacht - also, es war so:

    (schwieriges) Kind mit Verdacht auf ADHS zur Diagnose geschickt (da war er knapp 4,5 Jahre) --> auf eigene Faust mit Zappelin begonnen --> nach Erstverschlimmerung sichtbare Verbesserung --> da Kind in allem plötzlich ganz normal scheint, Gefährdung einer korrekten Diagnose --> nach Absprache mit KiÄ Absetzen von Zappelin --> Kind wird wieder extrem schwierig --> nach allen drei Tests (IQ, Emot, EEG) Verdacht auf ADHS bestätigt (aber keine offizielle Diagnose) (da war er knapp 5 Jahre) --> Wiedereinnahme Zappelin --> Kind wieder gut selbstgesteuert, hat sich unter Kontrolle, eben "normal" --> Ergotherapeutin weiß nicht, woran sie mit ihm arbeiten soll

    Ja, also ihr seht, bei uns wirken diese Kügelchen offenbar. Jetzt erwägen wir ein erneutes Absetzen von Zappelin wegen der Ergo, damit ihr klar wird, wo genau die Schwierigkeiten liegen

    ----------------------------------------------------

    Bei ADHS kann man einen Antrag auf einen I-Platz stellen. Die Bewilligung steht dann noch einmal auf einem ganz anderen Blatt, denn dann werden wohl noch mal Tests durchgeführt. Aber die Ärztin, die ihn wg ADHS behandelt, schreibt ohne Murren einen Attest für den Antrag.

    ---------------------------------------------------

    Was war schwierig an meinem Sohn?
    - zwischen 1-3 extremst schwierige Trotzphase, auffällige motorische Unruhe

    Mein Sohn ist neugierig, kreativ, intelligent, aufgeweckt, lebhaft, kann gut beobachten, verständig, freundlich, hilfsbereit und mitteilsam – Routineaufgaben ohne Probleme (Hände waschen, Zähne putzen, sich umziehen)

    ABER AUCH SEHR:

    - UNSICHER: macht häufig bei Dingen, wie z.B. Gruppenspielen, nicht mit (wirkt unsicher/ verloren/ wie mental woanders, traut sich nicht > eigene Aussagen: „das ist zu schwer“, „das kann ich noch nicht“, „ich möchte nicht“, schnell verzweifelt, empfindsam, gelegentlich etwas ängstlich, weinerlich, jammert schnell, gibt schnell auf, leicht beeinflussbar, Distanzlosigkeit ggü. quasi Fremden, dramatische Trennungsschwierigkeiten mit Tränen / Klammern, starke Orientierung an anderen (auch viel jüngeren) Kindern (Nachahmung, Annahme deren Meinung)

    -UNAUFMERKSAM: unkonzentriert, leicht ablenkbar, wirkt manchmal wie mental woanders, manchmal schwer zu ihm „durchzudringen“ (scheint nicht zuzuhören, wenn angesprochen)

    - UNRUHIG: oft laut, unangemessene Laute, wild, übermäßiger Bewegungsdrang (rennt rum/ wirft sich auf Boden/ klettert überall rum, auch wenn völlig unangemessen, z.B. auf Auto) --> oft als „Aussteigen“ aus Situation bei Über- oder Unterforderung zu beobachten, hält verlangte Ruhe schwer aus (still sitzen, leise sein, sitzen bleiben, warten – z.B. Abendbrot, Theater, Warten in Schlange an Kasse): nach kurzer Zeit unaufmerksam, steht einfach auf, verbreitet oft ein Gefühl ständiger Unruhe (Geräusche, Bewegung), schlägt schnell über die Stränge, kennt kein Ende – übermäßiger Bewegungsdrang bes. auch nach Verzehr von Zuckerhaltigem oder aufregenden Erlebnissen (auch TV) --> dann ist es schwer zu ihm "durchzudringen" (scheint nicht zuzuhören, wenn angesprochen), schläft wenig (spätes Einschlafen, Durchschlafprobleme)

    - LEICHT ERREGBAR: niedrige Frustrationstoleranz, schnelle Wutausbrüche mit Aggression (schubst/ haut/ boxt)

    - AUFMÜPFIG/ OPPOSITIONELL: hört oft nicht, bockig, nimmt Anweisungen/ Einschränkungen nicht an ohne zu diskutieren/ zu verhandeln (Reaktionen, falls nicht verhandelbar: wegrennen, Aggression, laute oder unpassende Geräusche, trödeln), „Autoritätsproblem“ > gezielte Motivation notwendig (Belohnung, Wettkampf, Token), boykottiert Situation (z.B. Gruppenspiel), wo er nicht mitmachen will und versucht, andere mit hineinzuziehen, schließt sich gern größeren, ungezogenen Kindern an

    - IMPULSIV: u.a. will sich bei teilweise halsbrecherische Aktivitäten beweisen (angstfrei): z.B. klettert auf Bäumen sehr hoch, springt von sehr hoch, springt in tiefes Wasser (ohne schwimmen zu können), turnt beim reiten lieber auf Pferd --> steht im Gegensatz zur manchmal übermäßigen Ängstlichkeit bei anderen Dingen

    Ansonsten:
    - interessiert sich sehr für Zahlen & Buchstaben
    - ausdauernd, wenn Sache interessant (Malen, Puzzles, Lego, Bücher anschauen)

    Mit Zappelin hat er die allermeisten der oben aufgeführten eher negativen Eigenschaften abgelegt. Ein spezielles Ereignis sehe ich jetzt nicht, außer dass er sich, seit er bei Oma&Opa war, jetzt plötzlich "groß" und "männlich" fühlt, sprich: nicht mehr weint, nix mehr wehtut, er sich von seinen Emotionen einfach nicht mehr so beherrschen lässt. Er hört usw. Lediglich die motorische Unruhe schlägt phasenweise noch durch.

    ----------------------------------------------------

    Ach, eins noch: Mein Sohn wurde in den Tests als überdurchschnittlich intelligent befunden (nicht hochbegabt) und er beginnt bereits mit dem Lesen.Er ist jetzt 5 Jahre und 1 Monat alt. Dies ist ein weiterer Grund, weshalb ich die Einschulung in der Freien Schule nicht mit einem I-Kind-Status gefährden will, sofern halt irgendetwas davon überhaupt zur Schule durchdringt... Aber wahrscheinlich klappt es nächstes Jahr sowieso noch nicht an dieser Schule, weil er als Kann-Kind erst hinter den dann schulpflichtigen Kindern berücksichtigt wird - tja, und Anmeldungen haben die genug !

    So, genug geschrieben ...
    Geändert von Schmatts (26.08.2011 um 10:37 Uhr)

  7. #7
    Gast

    Standard Re: Kita-Integrationskind mit Nachteilen bei Schulwahl?

    Zitat Zitat von Schmatts Beitrag anzeigen
    Hi, danke für die Antworten schon mal ...

    ... also, Zappelin bekommt er von der Kinderärztin verschrieben, das muss ich nicht kaufen. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass er bei Absetzen des Zappelin nach ein paar Wochen unerträglich wird, nach Wiedereinnahme alles wieder in Butter ist ... So eine Zeit haben wir zur Diagnose durchgemacht - also, es war so:

    (schwieriges) Kind mit Verdacht auf ADHS zur Diagnose geschickt (da war er knapp 4,5 Jahre) --> auf eigene Faust mit Zappelin begonnen --> nach Erstverschlimmerung sichtbare Verbesserung --> da Kind in allem plötzlich ganz normal scheint, Gefährdung einer korrekten Diagnose --> nach Absprache mit KiÄ Absetzen von Zappelin --> Kind wird wieder extrem schwierig --> nach allen drei Tests (IQ, Emot, EEG) Verdacht auf ADHS bestätigt (aber keine offizielle Diagnose) (da war er knapp 5 Jahre) --> Wiedereinnahme Zappelin --> Kind wieder gut selbstgesteuert, hat sich unter Kontrolle, eben "normal" --> Ergotherapeutin weiß nicht, woran sie mit ihm arbeiten soll

    Ja, also ihr seht, bei uns wirken diese Kügelchen offenbar. Jetzt erwägen wir ein erneutes Absetzen von Zappelin wegen der Ergo, damit ihr klar wird, wo genau die Schwierigkeiten liegen

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    Bei ADHS kann man einen Antrag auf einen I-Platz stellen. Die Bewilligung steht dann noch einmal auf einem ganz anderen Blatt, denn dann werden wohl noch mal Tests durchgeführt. Aber die Ärztin, die ihn wg ADHS behandelt, schreibt ohne Murren einen Attest für den Antrag.

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    Was war schwierig an meinem Sohn?
    - zwischen 1-3 extremst schwierige Trotzphase, auffällige motorische Unruhe

    Mein Sohn ist neugierig, kreativ, intelligent, aufgeweckt, lebhaft, kann gut beobachten, verständig, freundlich, hilfsbereit und mitteilsam – Routineaufgaben ohne Probleme (Hände waschen, Zähne putzen, sich umziehen)

    ABER AUCH SEHR:

    - UNSICHER: macht häufig bei Dingen, wie z.B. Gruppenspielen, nicht mit (wirkt unsicher/ verloren/ wie mental woanders, traut sich nicht > eigene Aussagen: „das ist zu schwer“, „das kann ich noch nicht“, „ich möchte nicht“, schnell verzweifelt, empfindsam, gelegentlich etwas ängstlich, weinerlich, jammert schnell, gibt schnell auf, leicht beeinflussbar, Distanzlosigkeit ggü. quasi Fremden, dramatische Trennungsschwierigkeiten mit Tränen / Klammern, starke Orientierung an anderen (auch viel jüngeren) Kindern (Nachahmung, Annahme deren Meinung)

    -UNAUFMERKSAM: unkonzentriert, leicht ablenkbar, wirkt manchmal wie mental woanders, manchmal schwer zu ihm „durchzudringen“ (scheint nicht zuzuhören, wenn angesprochen)

    - UNRUHIG: oft laut, unangemessene Laute, wild, übermäßiger Bewegungsdrang (rennt rum/ wirft sich auf Boden/ klettert überall rum, auch wenn völlig unangemessen, z.B. auf Auto) --> oft als „Aussteigen“ aus Situation bei Über- oder Unterforderung zu beobachten, hält verlangte Ruhe schwer aus (still sitzen, leise sein, sitzen bleiben, warten – z.B. Abendbrot, Theater, Warten in Schlange an Kasse): nach kurzer Zeit unaufmerksam, steht einfach auf, verbreitet oft ein Gefühl ständiger Unruhe (Geräusche, Bewegung), schlägt schnell über die Stränge, kennt kein Ende – übermäßiger Bewegungsdrang bes. auch nach Verzehr von Zuckerhaltigem oder aufregenden Erlebnissen (auch TV) --> dann ist es schwer zu ihm "durchzudringen" (scheint nicht zuzuhören, wenn angesprochen), schläft wenig (spätes Einschlafen, Durchschlafprobleme)

    - LEICHT ERREGBAR: niedrige Frustrationstoleranz, schnelle Wutausbrüche mit Aggression (schubst/ haut/ boxt)

    - AUFMÜPFIG/ OPPOSITIONELL: hört oft nicht, bockig, nimmt Anweisungen/ Einschränkungen nicht an ohne zu diskutieren/ zu verhandeln (Reaktionen, falls nicht verhandelbar: wegrennen, Aggression, laute oder unpassende Geräusche, trödeln), „Autoritätsproblem“ > gezielte Motivation notwendig (Belohnung, Wettkampf, Token), boykottiert Situation (z.B. Gruppenspiel), wo er nicht mitmachen will und versucht, andere mit hineinzuziehen, schließt sich gern größeren, ungezogenen Kindern an

    - IMPULSIV: u.a. will sich bei teilweise halsbrecherische Aktivitäten beweisen (angstfrei): z.B. klettert auf Bäumen sehr hoch, springt von sehr hoch, springt in tiefes Wasser (ohne schwimmen zu können), turnt beim reiten lieber auf Pferd --> steht im Gegensatz zur manchmal übermäßigen Ängstlichkeit bei anderen Dingen

    Ansonsten:
    - interessiert sich sehr für Zahlen & Buchstaben
    - ausdauernd, wenn Sache interessant (Malen, Puzzles, Lego, Bücher anschauen)

    Mit Zappelin hat er die allermeisten der oben aufgeführten eher negativen Eigenschaften abgelegt. Ein spezielles Ereignis sehe ich jetzt nicht, außer dass er sich, seit er bei Oma&Opa war, jetzt plötzlich "groß" und "männlich" fühlt, sprich: nicht mehr weint, nix mehr wehtut, er sich von seinen Emotionen einfach nicht mehr so beherrschen lässt. Er hört usw. Lediglich die motorische Unruhe schlägt phasenweise noch durch.

    ----------------------------------------------------

    Ach, eins noch: Mein Sohn wurde in den Tests als überdurchschnittlich intelligent befunden (nicht hochbegabt) und er beginnt bereits mit dem Lesen.Er ist jetzt 5 Jahre und 1 Monat alt. Dies ist ein weiterer Grund, weshalb ich die Einschulung in der Freien Schule nicht mit einem I-Kind-Status gefährden will, sofern halt irgendetwas davon überhaupt zur Schule durchdringt... Aber wahrscheinlich klappt es nächstes Jahr sowieso noch nicht an dieser Schule, weil er als Kann-Kind erst hinter den dann schulpflichtigen Kindern berücksichtigt wird - tja, und Anmeldungen haben die genug !

    So, genug geschrieben ...
    Das Zappelin nicht bei echtem ADS wirkt, werden hier alle bestätigen, die ein ADS-Kind haben. So habe ich eher den Verdacht, dass hier etwas anderes die Ursache ist.
    Zum ADS werden sich noch andere äußern - da die überdurchschnittliche Begabung eher mein Feld ist, wäre ich jetzt neugierig, was du als "überdurchschnittlich,aber nicht hochbegabt" bezeichnest :)
    Und ist dir bekannt, welcher Test benutzt wurde?
    Wie verhält sich dein Kind, wenn es geistig ausgelastet ist - verringern sich dann die Auffälligkeiten?
    Ist das Verhalten besser in den Ferien?
    Wurde auch eine mögliche autistische Störung abgeklärt - die auch öfters mal mit einer überdurchschnittlichen Begabung einhergeht (Asperger)?
    Deadia

  8. #8
    Schmatts ist offline Stranger
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    Standard Re: Kita-Integrationskind mit Nachteilen bei Schulwahl?

    Zitat Zitat von Deadia Beitrag anzeigen
    Das Zappelin nicht bei echtem ADS wirkt, werden hier alle bestätigen, die ein ADS-Kind haben. So habe ich eher den Verdacht, dass hier etwas anderes die Ursache ist.
    Oh je, bisher wurde nur auf ADHS hin getestet - andere Dinge, wie Austismus etc. wurden meines Wissens nach nicht abgeklärt. Asperger ist aber nicht sehr wahrscheinlich, weil ich in der Beschreibung bei Wikipedia meinen Sohn überhaupt nicht wiedererkenne - er kommuniziert gut, ist vielfältig interessiert, hat Freunde.

    Zitat Zitat von Deadia Beitrag anzeigen
    da die überdurchschnittliche Begabung eher mein Feld ist, wäre ich jetzt neugierig, was du als "überdurchschnittlich,aber nicht hochbegabt" bezeichnest :)
    Und ist dir bekannt, welcher Test benutzt wurde?
    Also, die Begriffe Hochbegabung und überdurchschnittliche Intelligenz sind doch - dachte ich - standardisiert: HB ab IQ 130+ / IQ 115-130 überdurchschnittliche Intelligenz. Welcher Test? Keine Ahnung! Da sich die Ärztin aber bereits geärgert hat, dass mir die Psychologin den ermittelten IQ überhaupt genannt hat und mir Fragen diesbezüglich ausweicht, damit ich dem Ergebnis nicht allzu viel Bedeutung beimesse, kann ich sie nach dem verwendeten Test jetzt wohl auch nicht unbedingt fragen ...

    Zitat Zitat von Deadia Beitrag anzeigen
    Wie verhält sich dein Kind, wenn es geistig ausgelastet ist - verringern sich dann die Auffälligkeiten?
    Ist das Verhalten besser in den Ferien?
    Ich finde es momentan schwierig zu definieren, wo bei ihm eine geistige Auslastung erreicht ist, ohne zu überfordern. Wenn wir puzzeln, hat er neuerdings kein allzu großes Durchhaltevermögen. Das gleiche gilt für Lernspiele, wie miniLÜK usw. Dagegen schaut er sich stundenlang Bücher an - zur Zeit besonders über Vulkane und Kontinente. Er fragt sehr viel und hört gespannt bei weiter ausschweifenden Erklärungen zu - dann wirkt er irgendwie ruhig, fast in sich gekehrt und nachdenklich. Es dürstet ihn regelrecht nach Sachbüchern. Letztens auf dem Kinder-Flohmarkt zeigt ich ihm vier Bücher, von denen er sich EINES aussuchen durfte. Nein, er hat nicht eines der hübsch bebilderten Kinderbücher gewählt, sondern einen eher schäbigen Kinderatlas von 1976 mit VIELEN Sachbildern zu Erde, Meer und Kontinenten

    In die Schule geht er noch nicht und da er ein Kann-Kind ist, ist auch noch nicht klar, ob er nächstes Schuljahr überhaupt eingeschult wird. Er ist im Juli erst 5 geworden.

  9. #9
    Gast

    Standard Re: Kita-Integrationskind mit Nachteilen bei Schulwahl?

    Zitat Zitat von Schmatts Beitrag anzeigen
    Oh je, bisher wurde nur auf ADHS hin getestet - andere Dinge, wie Austismus etc. wurden meines Wissens nach nicht abgeklärt. Asperger ist aber nicht sehr wahrscheinlich, weil ich in der Beschreibung bei Wikipedia meinen Sohn überhaupt nicht wiedererkenne - er kommuniziert gut, ist vielfältig interessiert, hat Freunde.


    Also, die Begriffe Hochbegabung und überdurchschnittliche Intelligenz sind doch - dachte ich - standardisiert: HB ab IQ 130+ / IQ 115-130 überdurchschnittliche Intelligenz. Welcher Test? Keine Ahnung! Da sich die Ärztin aber bereits geärgert hat, dass mir die Psychologin den ermittelten IQ überhaupt genannt hat und mir Fragen diesbezüglich ausweicht, damit ich dem Ergebnis nicht allzu viel Bedeutung beimesse, kann ich sie nach dem verwendeten Test jetzt wohl auch nicht unbedingt fragen ...



    Ich finde es momentan schwierig zu definieren, wo bei ihm eine geistige Auslastung erreicht ist, ohne zu überfordern. Wenn wir puzzeln, hat er neuerdings kein allzu großes Durchhaltevermögen. Das gleiche gilt für Lernspiele, wie miniLÜK usw. Dagegen schaut er sich stundenlang Bücher an - zur Zeit besonders über Vulkane und Kontinente. Er fragt sehr viel und hört gespannt bei weiter ausschweifenden Erklärungen zu - dann wirkt er irgendwie ruhig, fast in sich gekehrt und nachdenklich. Es dürstet ihn regelrecht nach Sachbüchern. Letztens auf dem Kinder-Flohmarkt zeigt ich ihm vier Bücher, von denen er sich EINES aussuchen durfte. Nein, er hat nicht eines der hübsch bebilderten Kinderbücher gewählt, sondern einen eher schäbigen Kinderatlas von 1976 mit VIELEN Sachbildern zu Erde, Meer und Kontinenten

    In die Schule geht er noch nicht und da er ein Kann-Kind ist, ist auch noch nicht klar, ob er nächstes Schuljahr überhaupt eingeschult wird. Er ist im Juli erst 5 geworden.
    Hallo,
    da du nun Autismus eher ausschliesst, würde ich doch eher auf Unterforderung tippen.
    Ja, der Wert, ab dem eine Hochbegabung wissenschaftlich definiert wird, ist 130 und aufwärts. Da dir die Psychologin aber nicht mitgeteilt hat, was der Test ergeben hat - woher weisst du, wo dein Kind steht?
    Ich rate dir, dringend eine Kopie des Testes einzufordern, das ist dein Recht und ich finde es schon fast eine Frechheit, dass dir die Psychologin noch nicht einmal den Wert nennt!
    Aber natürlich kannst du nach dem Test fragen!
    Möglicherweise hat der Test eine Zahl von 129 IQ ergeben - und dann kannst du den einen Punkt getrost vernachlässigen und dann weisst du, wo der "Haken" ist bei deinem Kind!

    Dass dein Kind momentan nicht gerne puzzelt, kann daran liegen, dass ihn einfach zur Zeit Bücher mehr interessieren, das ist alles. Nicht alle begabten Kinder puzzeln gerne :)
    Und dann kommt es auch noch auf das Puzzle an, ob es spannend ist oder nicht.
    Mein Rat ist, deinem Kind das Futter zu geben, was es braucht, egal was er sich aussucht. Das sind dann nun mal eher die Sachbücher als die Bilderbücher, möglicherweise.

    Dein Kind ist im Juli 5 geworden? Ich kenne nicht wenige Kinder, die sind mit 5 eingeschult worden :)
    Ich denke, nächstes Jahr ist dein Kind wohl "überreif" für die Schule.
    Vielleicht solltest du dich mal mit dem Thema Hochbegabung beschäftigen, hast du dazu schon Bücher gelesen?
    Deadia

    P.S.: Ansprechpartner in Leipzig findest du hier:
    http://www.dghk-ssa.de/
    Geändert von Deadia (28.08.2011 um 20:12 Uhr)

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