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  1. #1
    Avatar von Andrea
    Andrea ist offline I feel good
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    69.005

    Standard A propos -"mit ins Grab nehmen"

    Als die eine Uroma meiner Kinder starb, konnten wir nicht zur Beerdigung kommen. Meine Schwiegermutter weigerte sich, statt nach drei nach fünf Tagen beerdigen zu lassen. Dann wäre das kein Thema gewesen.
    Aber sie ist so der Typ "Gleich weg und vergessen."

    Nun haben die Kinder zwei Blumenschalen selber bemalt und mit Kunstprimeln bepflanzt und einen Brief reingesteckt und die nahm mein Mann zur Beerdigung mit, damit die ins Grab kommen. (Das wäre laut Friedhofsordnung auch gegangen, ich habe extra angerufen.)

    Ein paar Wochen später besuchen wir meine SM und was sehe ich als erstes, als wir ins Gästezimmer kommen: Die zwei Blumenschalen.
    Gott sei Dank war ich die erste im Zimmer, meine Kinder noch in den "Fängen" ihrer Großeltern und ich habe die schnell versteckt.

    Dann frage ich später meine SM, warum die nicht im Grab sind: (Meinen Mann habe ich auch noch rund gemacht, keine Sorge.)
    "Ich dachte, die sind so schön, sie sollen sicher nicht ins Grab."
    "Das hat dein Sohn doch gesagt."
    "Ja schon, aber ich dachte ..."



    Ohne dass ich irgendwas sagte, wollten meine Kinder dann das Grab besuchen (was meine SM schon sehr merkwürdig fand, aber bei der Schwiegertochter ja kein Wunder), SM mußte mit, da ich ja nicht wußte, wo das Grab ist. Und da sagte meine dreijährige dann getröstet:
    "Gell Mama, jetzt freut sich Uroma G. an meinen Blumen, die sie da unten ja mit hat."
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    verschwurbelter Gutmensch im Reihenhaus

  2. #2
    Avatar von kati1966
    kati1966 ist offline In guter Hoffnung
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    Standard Re: A propos -"mit ins Grab nehmen"

    Zitat Zitat von Andrea Beitrag anzeigen



    "Gell Mama, jetzt freut sich Uroma G. an meinen Blumen, die sie da unten ja mit hat
    ."
    Tja was sagt man da ?

  3. #3
    Gast

    Standard Re: A propos -"mit ins Grab nehmen"

    Zitat Zitat von Andrea Beitrag anzeigen
    Als die eine Uroma meiner Kinder starb, konnten wir nicht zur Beerdigung kommen. Meine Schwiegermutter weigerte sich, statt nach drei nach fünf Tagen beerdigen zu lassen. Dann wäre das kein Thema gewesen.
    Aber sie ist so der Typ "Gleich weg und vergessen."

    Nun haben die Kinder zwei Blumenschalen selber bemalt und mit Kunstprimeln bepflanzt und einen Brief reingesteckt und die nahm mein Mann zur Beerdigung mit, damit die ins Grab kommen. (Das wäre laut Friedhofsordnung auch gegangen, ich habe extra angerufen.)

    Ein paar Wochen später besuchen wir meine SM und was sehe ich als erstes, als wir ins Gästezimmer kommen: Die zwei Blumenschalen.
    Gott sei Dank war ich die erste im Zimmer, meine Kinder noch in den "Fängen" ihrer Großeltern und ich habe die schnell versteckt.

    Dann frage ich später meine SM, warum die nicht im Grab sind: (Meinen Mann habe ich auch noch rund gemacht, keine Sorge.)
    "Ich dachte, die sind so schön, sie sollen sicher nicht ins Grab."
    "Das hat dein Sohn doch gesagt."
    "Ja schon, aber ich dachte ..."



    Ohne dass ich irgendwas sagte, wollten meine Kinder dann das Grab besuchen (was meine SM schon sehr merkwürdig fand, aber bei der Schwiegertochter ja kein Wunder), SM mußte mit, da ich ja nicht wußte, wo das Grab ist. Und da sagte meine dreijährige dann getröstet:
    "Gell Mama, jetzt freut sich Uroma G. an meinen Blumen, die sie da unten ja mit hat."
    Wissen es deine Kinder mittlerweile?
    Meine Oma hätte das so gebracht wie Deine Schwiegermutter....

  4. #4
    Avatar von Andrea
    Andrea ist offline I feel good
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    Standard Re: A propos -"mit ins Grab nehmen"

    Zitat Zitat von kati1966 Beitrag anzeigen
    Tja was sagt man da ?
    Ich habe so was wie "Ja, die Uroma weiß, dass du an sie denkst und ihr eine Freude gemacht hast."

    Ich bin heute noch am Schwanken zwischen "Wahrheit sagen" und "Im guten Glauben lassen".

    Und am meisten hasse ich daran, dass ich bzw. meine Kinder von anderen in diese Situation gebracht wurde. Diese ohnmächtige Hilflosigkeit, dieses Sich-über-die-Wünsche-anderer-hinwegsetzen (und es war ja nichts, was einen anderen irgendwie eingeschränkt hätte oder Arbeit gemacht hätte) - mit so was kann ich keinen Frieden machen.
    ___________________________________
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  5. #5
    Avatar von Andrea
    Andrea ist offline I feel good
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    Standard Re: A propos -"mit ins Grab nehmen"

    Zitat Zitat von chilanga Beitrag anzeigen
    Wissen es deine Kinder mittlerweile?
    Meine Oma hätte das so gebracht wie Deine Schwiegermutter....
    Nein. Ich bringe das nicht über das Herz.

    Die Schalen habe ich auch in den Schredder gegeben. Aber wir haben sie fotografiert, als wir sie hier fertig gemacht hatten.
    Und auf der Fotoalbumseite von Uri "eingebaut".
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  6. #6
    Avatar von Nat
    Nat
    Nat ist offline Legende
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    Standard Re: A propos -"mit ins Grab nehmen"

    Zitat Zitat von Andrea Beitrag anzeigen
    Nein. Ich bringe das nicht über das Herz.

    Die Schalen habe ich auch in den Schredder gegeben. Aber wir haben sie fotografiert, als wir sie hier fertig gemacht hatten.
    Und auf der Fotoalbumseite von Uri "eingebaut".
    oh wei - das brächte ich auch nicht übers Herz. Und ich wäre genauso wütend wie du.
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  7. #7
    Avatar von Foxlady
    Foxlady ist offline Frauengold intravenös
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    Standard Re: A propos -"mit ins Grab nehmen"

    Zitat Zitat von Andrea Beitrag anzeigen
    Als die eine Uroma meiner Kinder starb, konnten wir nicht zur Beerdigung kommen. Meine Schwiegermutter weigerte sich, statt nach drei nach fünf Tagen beerdigen zu lassen. Dann wäre das kein Thema gewesen.
    Aber sie ist so der Typ "Gleich weg und vergessen."

    Nun haben die Kinder zwei Blumenschalen selber bemalt und mit Kunstprimeln bepflanzt und einen Brief reingesteckt und die nahm mein Mann zur Beerdigung mit, damit die ins Grab kommen. (Das wäre laut Friedhofsordnung auch gegangen, ich habe extra angerufen.)

    Ein paar Wochen später besuchen wir meine SM und was sehe ich als erstes, als wir ins Gästezimmer kommen: Die zwei Blumenschalen.
    Gott sei Dank war ich die erste im Zimmer, meine Kinder noch in den "Fängen" ihrer Großeltern und ich habe die schnell versteckt.

    Dann frage ich später meine SM, warum die nicht im Grab sind: (Meinen Mann habe ich auch noch rund gemacht, keine Sorge.)
    "Ich dachte, die sind so schön, sie sollen sicher nicht ins Grab."
    "Das hat dein Sohn doch gesagt."
    "Ja schon, aber ich dachte ..."



    Ohne dass ich irgendwas sagte, wollten meine Kinder dann das Grab besuchen (was meine SM schon sehr merkwürdig fand, aber bei der Schwiegertochter ja kein Wunder), SM mußte mit, da ich ja nicht wußte, wo das Grab ist. Und da sagte meine dreijährige dann getröstet:
    "Gell Mama, jetzt freut sich Uroma G. an meinen Blumen, die sie da unten ja mit hat."

    Füpr mich fällt das unter "was der Bauer nicht kennt..". Deine SM konnte mit dem nichts anfangen. Hat aber die Arbeit deiner Kinder wert geschätzt indem sie sie als zu schade zu vergraben fand.

    Für mich ist eigentlich dein Mann der. den man an den Ohren nehmen müsste. ER hat seinen Auftrag nicht erfüllt, nicht der SM klar gemacht was Wunsch war.

    Was hat er eigentlich zu seiner Verteidigung gesagt? :D

  8. #8
    Gast

    Standard Re: A propos -"mit ins Grab nehmen"

    Zitat Zitat von Andrea Beitrag anzeigen
    Ich habe so was wie "Ja, die Uroma weiß, dass du an sie denkst und ihr eine Freude gemacht hast."

    Ich bin heute noch am Schwanken zwischen "Wahrheit sagen" und "Im guten Glauben lassen".

    Und am meisten hasse ich daran, dass ich bzw. meine Kinder von anderen in diese Situation gebracht wurde. Diese ohnmächtige Hilflosigkeit, dieses Sich-über-die-Wünsche-anderer-hinwegsetzen (und es war ja nichts, was einen anderen irgendwie eingeschränkt hätte oder Arbeit gemacht hätte) - mit so was kann ich keinen Frieden machen.
    Das kann ich SEHR GUT verstehen. Würde mir auch so gehen.

  9. #9
    Gast

    Standard Re: A propos -"mit ins Grab nehmen"

    Zitat Zitat von Andrea Beitrag anzeigen
    Ich habe so was wie "Ja, die Uroma weiß, dass du an sie denkst und ihr eine Freude gemacht hast."

    Ich bin heute noch am Schwanken zwischen "Wahrheit sagen" und "Im guten Glauben lassen".

    Und am meisten hasse ich daran, dass ich bzw. meine Kinder von anderen in diese Situation gebracht wurde. Diese ohnmächtige Hilflosigkeit, dieses Sich-über-die-Wünsche-anderer-hinwegsetzen (und es war ja nichts, was einen anderen irgendwie eingeschränkt hätte oder Arbeit gemacht hätte) - mit so was kann ich keinen Frieden machen.
    Kleinere Kinder hätte ich wohl "im guten Glauben" gelassen.

    Aber es hätte hier genauso passieren können. Für meine Schwiegermutter zählten/zählen auch nur die eigenen Wünsche und Vorstellungen und mein Mann hätte sich in dem Fall auch nicht dagegen gewehrt/wehren können.

  10. #10
    Avatar von Andrea
    Andrea ist offline I feel good
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    Standard Re: A propos -"mit ins Grab nehmen"

    Zitat Zitat von Foxlady Beitrag anzeigen
    Füpr mich fällt das unter "was der Bauer nicht kennt..". Deine SM konnte mit dem nichts anfangen. Hat aber die Arbeit deiner Kinder wert geschätzt indem sie sie als zu schade zu vergraben fand.
    Ja, weiß ich. Aber das ist das, was ich nicht leiden kann: Weil man selber etwas anders sieht, das so durchziehen und die Wünsche der anderen übergehen, weil man es so nicht kennt.
    Wahre Wertschätzung wäre gewesen, die Wünsche ihrer Enkel ernst zu nehmen.
    Die haben ja auch noch vorher angerufen ...

    Für mich ist eigentlich dein Mann der. den man an den Ohren nehmen müsste. ER hat seinen Auftrag nicht erfüllt, nicht der SM klar gemacht was Wunsch war.

    Was hat er eigentlich zu seiner Verteidigung gesagt? :D
    Dass er nicht dachte, dass seine Mutter sich so darüber hinwegsetzt.
    Und dass er nicht wußte, wie wichtig das ist.
    Sprich: Er hat es zwar gesagt, aber nicht mit Nachdruck.
    Gut, letzteres haben wir geklärt *grrr*
    außerdem flog er runter und gleich wieder hoch. Der war froh, überhaupt an der Beerdigung teilnehmen zu können.
    Seine Eltern haben ihn ja schon wegen des baldigen Todes angelogen, so dass er zu spät ins KH kam.

    Außerdem hat sie ihn in Bezug auf "Sorgst du bitte dafür, dass ..." angelogen.
    Und das hat sie mir auch so bestätigt.
    Sie hat die Schalen wieder rausnehmen lassen.
    (Die Schalen waren Teil des Blumenschmuckes auf dem Sarg. Der wird zwar mit ins Grab gelassen, aber die Friedhofsgärtner holen den wieder hoch, schaufeln das Grab zu, und setzen den Sargschmuck dann auf das Grab. Wußte meine SM. Und hat den Gärtner extra noch gesagt, dass sie die Schalen heil mit hoch nehmen sollen. Anstatt genau umgekehrt.)
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