Als die eine Uroma meiner Kinder starb, konnten wir nicht zur Beerdigung kommen. Meine Schwiegermutter weigerte sich, statt nach drei nach fünf Tagen beerdigen zu lassen. Dann wäre das kein Thema gewesen.
Aber sie ist so der Typ "Gleich weg und vergessen."

Nun haben die Kinder zwei Blumenschalen selber bemalt und mit Kunstprimeln bepflanzt und einen Brief reingesteckt und die nahm mein Mann zur Beerdigung mit, damit die ins Grab kommen. (Das wäre laut Friedhofsordnung auch gegangen, ich habe extra angerufen.)

Ein paar Wochen später besuchen wir meine SM und was sehe ich als erstes, als wir ins Gästezimmer kommen: Die zwei Blumenschalen.
Gott sei Dank war ich die erste im Zimmer, meine Kinder noch in den "Fängen" ihrer Großeltern und ich habe die schnell versteckt.

Dann frage ich später meine SM, warum die nicht im Grab sind: (Meinen Mann habe ich auch noch rund gemacht, keine Sorge.)
"Ich dachte, die sind so schön, sie sollen sicher nicht ins Grab."
"Das hat dein Sohn doch gesagt."
"Ja schon, aber ich dachte ..."



Ohne dass ich irgendwas sagte, wollten meine Kinder dann das Grab besuchen (was meine SM schon sehr merkwürdig fand, aber bei der Schwiegertochter ja kein Wunder), SM mußte mit, da ich ja nicht wußte, wo das Grab ist. Und da sagte meine dreijährige dann getröstet:
"Gell Mama, jetzt freut sich Uroma G. an meinen Blumen, die sie da unten ja mit hat."