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  1. #1
    Gast

    Standard Gestern im Dienst

    entwickelte sich ein Gespräch mit Angehörigen eines Patienten, aus dem hervorging, dass die wirklich NULL Ahnung hatten, wie unsere Arbeit finanziert wird.

    Die gingen allen Ernstes davon aus, dass WIR - respektive mein Chef - die Preise selber festlegen und aus eigenem Antrieb immer mehr Arbeit in immer kleineren Zeitfenstern erledigen, um unseren Gewinn zu maximieren... und waren entsprechend entsetzt über meine Erklärung, wie es tatsächlich abläuft.

    Was mich daran entsetzt hat: es handelt sich bei diesen Angehörigen um Menschen meines Alters, die voll im Berufsleben stehen und von denen man irgendwie erwartet, dass sie sich mit dem Thema auseinandergesetzt haben - immerhin sind sie ja unmittelbar betroffen.

    Deswegen frage ich einfach mal in die Runde: habt ihr eine Vorstellung davon, wie viele Minuten wir bezahlt bekommen

    a) von der Krankenkasse für eine Medi-Gabe
    (einschließlich Richten des Tages- oder Wochendispensers, sofern vorhanden)

    b) von der Pflegekasse für eine 'kleine Toilette' (Gesicht, Hände, Arme, Rücken, Intimbereich waschen, Inkontinenzversorgung, Hautpflege und Umkleiden) im Bett oder am Waschbecken?

    Die Zeit zählt vom Verlassen bis zum Erreichen des Autos und umfasst neben der eigentlichen Arbeit auch die komplette Dokumentation. Besonderheiten wie der 300 m lange Fußweg zum Hauseingang oder die Wohnung im 6. Stock mit dauerkaputtem Aufzug werden nicht berücksichtigt, sie gehören zu unserem Fitness-Programm

  2. #2
    Avatar von defredo
    defredo ist offline Legende
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    Standard Re: Gestern im Dienst

    Zitat Zitat von Gewitterhexle Beitrag anzeigen
    entwickelte sich ein Gespräch mit Angehörigen eines Patienten, aus dem hervorging, dass die wirklich NULL Ahnung hatten, wie unsere Arbeit finanziert wird.

    Die gingen allen Ernstes davon aus, dass WIR - respektive mein Chef - die Preise selber festlegen und aus eigenem Antrieb immer mehr Arbeit in immer kleineren Zeitfenstern erledigen, um unseren Gewinn zu maximieren... und waren entsprechend entsetzt über meine Erklärung, wie es tatsächlich abläuft.

    Was mich daran entsetzt hat: es handelt sich bei diesen Angehörigen um Menschen meines Alters, die voll im Berufsleben stehen und von denen man irgendwie erwartet, dass sie sich mit dem Thema auseinandergesetzt haben - immerhin sind sie ja unmittelbar betroffen.

    Deswegen frage ich einfach mal in die Runde: habt ihr eine Vorstellung davon, wie viele Minuten wir bezahlt bekommen

    a) von der Krankenkasse für eine Medi-Gabe
    (einschließlich Richten des Tages- oder Wochendispensers, sofern vorhanden)

    b) von der Pflegekasse für eine 'kleine Toilette' (Gesicht, Hände, Arme, Rücken, Intimbereich waschen, Inkontinenzversorgung, Hautpflege und Umkleiden) im Bett oder am Waschbecken?

    Die Zeit zählt vom Verlassen bis zum Erreichen des Autos und umfasst neben der eigentlichen Arbeit auch die komplette Dokumentation. Besonderheiten wie der 300 m lange Fußweg zum Hauseingang oder die Wohnung im 6. Stock mit dauerkaputtem Aufzug werden nicht berücksichtigt, sie gehören zu unserem Fitness-Programm

    Jep hab ich.
    Zwei exam. Altenpfleger in der Familie davon eine ehem. Heimleitung und einer jahrelang in der Ambulanz tätig. Dazu dann noch 3 Kinder die seit Beginn der Pflegeversicherung dabei sind, also entsprechend viele Beratungseinsätze - viele Gespräche mit Altenpflegern *g*

  3. #3
    Avatar von nanny_ogg
    nanny_ogg ist offline DoesYourSpoonWorryYou?
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    Standard Re: Gestern im Dienst

    Zitat Zitat von Gewitterhexle Beitrag anzeigen
    entwickelte sich ein Gespräch mit Angehörigen eines Patienten, aus dem hervorging, dass die wirklich NULL Ahnung hatten, wie unsere Arbeit finanziert wird.

    Die gingen allen Ernstes davon aus, dass WIR - respektive mein Chef - die Preise selber festlegen und aus eigenem Antrieb immer mehr Arbeit in immer kleineren Zeitfenstern erledigen, um unseren Gewinn zu maximieren... und waren entsprechend entsetzt über meine Erklärung, wie es tatsächlich abläuft.

    Was mich daran entsetzt hat: es handelt sich bei diesen Angehörigen um Menschen meines Alters, die voll im Berufsleben stehen und von denen man irgendwie erwartet, dass sie sich mit dem Thema auseinandergesetzt haben - immerhin sind sie ja unmittelbar betroffen.

    Deswegen frage ich einfach mal in die Runde: habt ihr eine Vorstellung davon, wie viele Minuten wir bezahlt bekommen

    a) von der Krankenkasse für eine Medi-Gabe
    (einschließlich Richten des Tages- oder Wochendispensers, sofern vorhanden)

    b) von der Pflegekasse für eine 'kleine Toilette' (Gesicht, Hände, Arme, Rücken, Intimbereich waschen, Inkontinenzversorgung, Hautpflege und Umkleiden) im Bett oder am Waschbecken?

    Die Zeit zählt vom Verlassen bis zum Erreichen des Autos und umfasst neben der eigentlichen Arbeit auch die komplette Dokumentation. Besonderheiten wie der 300 m lange Fußweg zum Hauseingang oder die Wohnung im 6. Stock mit dauerkaputtem Aufzug werden nicht berücksichtigt, sie gehören zu unserem Fitness-Programm

    habe ich aber das liegt auch daran, dass ich heilerziehungspflegerin bin und auf gruppe schon dokumentieren musste.

    ich erwarte das aber nicht von anderen es zu wissen.
    schliesslich hab ich auch keinen blassen schimmer, was ein steuermuggel macht, obwohl ich auch direkt davon betroffen bin


    Ihren Horizont möchte ich nicht mal geschenkt.


    Die Teilnehmer wollten »Methodenwechsel«.
    Ich dachte, womöglich soll ich meine Thesen als Tanz vortragen


  4. #4
    Gast

    Standard Re: Gestern im Dienst

    Genau weiß ich nicht, was ihr für welche Leitung bekommt, aber ich weiß, dass jede Leitung nach einem entsprechenden Schlüssel bezahlt wird und dass das nicht viel ist, aber immer noch für viele zu viel und es deshalb gerade bei der Rund-um-die-Uhr-Pflege so viele polnische Pflegekräfte gibt.

    Gruß Anna

  5. #5
    Gast

    Standard Re: Gestern im Dienst

    Zitat Zitat von defredo Beitrag anzeigen
    Jep hab ich.
    Zwei exam. Altenpfleger in der Familie davon eine ehem. Heimleitung und einer jahrelang in der Ambulanz tätig. Dazu dann noch 3 Kinder die seit Beginn der Pflegeversicherung dabei sind, also entsprechend viele Beratungseinsätze - viele Gespräche mit Altenpflegern *g*
    OK, hast gewonnen *g*

    Aber du wärst/bist auch ohne die pflegerische Verwandtschaft informiert - oder hab ich dich da falsch verstanden?

  6. #6
    Gast

    Standard Re: Gestern im Dienst

    Zitat Zitat von nanny_ogg Beitrag anzeigen
    habe ich aber das liegt auch daran, dass ich heilerziehungspflegerin bin und auf gruppe schon dokumentieren musste.

    ich erwarte das aber nicht von anderen es zu wissen.
    schliesslich hab ich auch keinen blassen schimmer, was ein steuermuggel macht, obwohl ich auch direkt davon betroffen bin
    Würde es dich immer noch nicht interessieren, wenn der Steuermuggel dir seine Rechnung für die von ihm geleistete Arbeit schickt?

  7. #7
    Avatar von defredo
    defredo ist offline Legende
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    Standard Re: Gestern im Dienst

    Zitat Zitat von Gewitterhexle Beitrag anzeigen
    OK, hast gewonnen *g*

    Aber du wärst/bist auch ohne die pflegerische Verwandtschaft informiert - oder hab ich dich da falsch verstanden?

    Ich denke schon, vielleicht nicht ganz so ausführlich, aber im Lauf von 15 Jahren lernt man ja so einiges dazu *g*

  8. #8
    Gast

    Standard Re: Gestern im Dienst

    Zitat Zitat von Anna21 Beitrag anzeigen
    Genau weiß ich nicht, was ihr für welche Leitung bekommt, aber ich weiß, dass jede Leitung nach einem entsprechenden Schlüssel bezahlt wird und dass das nicht viel ist, aber immer noch für viele zu viel und es deshalb gerade bei der Rund-um-die-Uhr-Pflege so viele polnische Pflegekräfte gibt.

    Gruß Anna
    Wenn man die Minuten und die Arbeit vergleicht, ist das in der Tat nicht viel. Aber sobald man ein Modul hinzu nimmt, z.B. das Einlegen von Vorlagen drei Mal am Tag im Rahmen der üblichen Pflege, dann wird das gleich so viel teurer, dass man es sich überlegt.

  9. #9
    Gast

    Standard Re: Gestern im Dienst

    Zitat Zitat von defredo Beitrag anzeigen
    Ich denke schon, vielleicht nicht ganz so ausführlich, aber im Lauf von 15 Jahren lernt man ja so einiges dazu *g*
    AUSFÜHRLICH erwartet ja niemand von uns... aber so gewisse Grundzüge hätte ich einfach vorausgesetzt, z.B. dass die Pflegesätze von den Kassen festgesetzt werden und nicht auf unserem Mist wachsen

  10. #10
    Avatar von defredo
    defredo ist offline Legende
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    Standard Re: Gestern im Dienst

    Zitat Zitat von Gewitterhexle Beitrag anzeigen
    AUSFÜHRLICH erwartet ja niemand von uns... aber so gewisse Grundzüge hätte ich einfach vorausgesetzt, z.B. dass die Pflegesätze von den Kassen festgesetzt werden und nicht auf unserem Mist wachsen

    Wenn man vorher nie damit konfrontiert war, glaub ich nicht, das man sich damit auseinandersetzt.

    Alter und Pflegebedürftigkeit ist wie Tod, das schieben die meisten doch eh weit von sich

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