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  1. #1
    madlena78 ist offline Stranger
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    Standard Unterstützung im Alltag nach Schlaganfall.

    Hallo zusammen,

    ich brauch mal ein paar neutrale Meinungen. Mit meinem Partner habe ich schon ausgiebig diskutiert und die Entscheidung steht schon fast, allerdings eben nur FAST.

    Situation ist folgende:

    Der beste Freund von meinem Partner hatte vor 1,5 Monaten mit 26 einen Schlaganfall. Momentan ist er noch in der Reha, wo er auch sehr gute Fortschritte gemacht hat, die Sprache ist zwar noch etwas verwaschen, aber fast wieder komplett da. Seine Beweglichkeit ist bis auf den Arm, den er nach wie vor nicht bewegen kann auch viel besser geworden, er kann auch wieder alleine laufen, allerdings keine riesen Strecken.

    Nun, stellt sich die Frage, wohin nach der Reha. Alleine in seine Wohnung geht gar nicht, da 4. Stock ohne Aufzug, das wird er noch längere Zeit nicht schaffen. Zu seiner Mutter würde gehen, aber die Mutter pflegt seine jüngere Schwester, die nach einem Unfall schwerst körperlich und geistig behindert ist.

    Wir sind vor 4 Monaten in unser Eigenheim gezogen, in dem wir unten eine kleine Einliegerwohnung haben, die ebenerdig zu erreichen ist. Er hat sich schon vor dem Schlaganfall überlegt da einzuziehen, weil er sowieso sehr oft bei uns ist. Nun haben wir uns überlegt, ob wir ihn aus der Reha direkt in diese Wohnung holen (was er auch wollen würde). Ich arbeite von zuhause aus und es wäre also so gut wie immer jemand daheim, um ihm die Unterstützung im Alltag zu geben, die er braucht.

    Kann sowas klappen und auf was muß man vielleicht noch achten? Gebt mir mal noch etwas Input, vielleicht haben wir nicht alles bedacht.

    Vielen Dank.

    Madlena.

  2. #2
    Avatar von Alex1961
    Alex1961 ist offline Urgestein
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    Standard Re: Unterstützung im Alltag nach Schlaganfall.

    Zitat Zitat von madlena78 Beitrag anzeigen
    Kann sowas klappen und auf was muß man vielleicht noch achten? Gebt mir mal noch etwas Input, vielleicht haben wir nicht alles bedacht.

    Vielen Dank.

    Madlena.

    Kann klappen, ICH wollte sowas allerdings nicht.

    Wenn ihr das tatsächlich durchziehen wollt, dann besucht den Mann in der REHA und redet mit den dortigen Ärzten

    ANsonsten gibt es Hilfe vor Ort bei euch, Physio u. ähnliches kommt ins Haus, Hilfsmittel werden gestellt

    Zuviel Hilfe ist auch nicht gut, aber das kann man von aussen nicht beurteilen
    Nettsein ist auch keine Lösung

  3. #3
    madlena78 ist offline Stranger
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    Standard Re: Unterstützung im Alltag nach Schlaganfall.

    Zitat Zitat von Alex1961 Beitrag anzeigen
    Kann klappen, ICH wollte sowas allerdings nicht.

    Wenn ihr das tatsächlich durchziehen wollt, dann besucht den Mann in der REHA und redet mit den dortigen Ärzten

    ANsonsten gibt es Hilfe vor Ort bei euch, Physio u. ähnliches kommt ins Haus, Hilfsmittel werden gestellt

    Zuviel Hilfe ist auch nicht gut, aber das kann man von aussen nicht beurteilen
    Wir sind fast jedes WE bei ihm in der Reha und werden auch später wieder fahren, ist zum Glück nicht so weit weg von uns.

    Er hat Angst, dass es mir zuviel werden könnte, wenn ich ihn "an der Backe" hab (wie er das ausdrückt).

    Mit der Physiotherapeutin und der Logopädin haben wir schon gesprochen und beide denken, dass sich durch weitere Therapie noch einiges tun wird, weil er eben noch jung ist und einen starken Willen hat.

    Physio hier zuhause ist schon abgeklärt, die wird hier her, oder auch zu seiner Mutter kommen. Zur Logotherapie müsste ich ihn eventuell fahren, aber das wär auch nicht das Problem.

    Meine Sorge ist eher, dass ich bei der Hilfe an sich was falsch machen kann. Ich bin bisher recht unbedarft, was die Pflege angeht.

    Momentan benötigt er Hilfe beim An- und Ausziehen, Hilfe beim Essen in Form von klein schneiden und unter die Dusche geht er auch nicht alleine.

    Grundsätzlich sollte das auch für einen Laien zu bewältigen sein, oder?

  4. #4
    Avatar von Alex1961
    Alex1961 ist offline Urgestein
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    Standard Re: Unterstützung im Alltag nach Schlaganfall.

    Zitat Zitat von madlena78 Beitrag anzeigen
    Grundsätzlich sollte das auch für einen Laien zu bewältigen sein, oder?

    Klar, aber auch das würde ich mir zeigen lassen, wie gesagt, ZUViel Hilfe ist schlecht
    Nettsein ist auch keine Lösung

  5. #5
    Gast

    Standard Re: Unterstützung im Alltag nach Schlaganfall.

    Zitat Zitat von Alex1961 Beitrag anzeigen
    Klar, aber auch das würde ich mir zeigen lassen, wie gesagt, ZUViel Hilfe ist schlecht
    außerdem würde ich die Gefahr sehen, dass das die Freundschaft sehr belastet ...

    Was ist, wenn man sich fürchterlich in die Haare kriegt? Macht man das dann immer noch - ohne Vertrag, ohne Bezahlung usw.??

  6. #6
    Andrea B ist offline Legende
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    Standard Re: Unterstützung im Alltag nach Schlaganfall.

    Zitat Zitat von madlena78 Beitrag anzeigen
    Wir sind fast jedes WE bei ihm in der Reha und werden auch später wieder fahren, ist zum Glück nicht so weit weg von uns.

    Er hat Angst, dass es mir zuviel werden könnte, wenn ich ihn "an der Backe" hab (wie er das ausdrückt).

    Mit der Physiotherapeutin und der Logopädin haben wir schon gesprochen und beide denken, dass sich durch weitere Therapie noch einiges tun wird, weil er eben noch jung ist und einen starken Willen hat.

    Physio hier zuhause ist schon abgeklärt, die wird hier her, oder auch zu seiner Mutter kommen. Zur Logotherapie müsste ich ihn eventuell fahren, aber das wär auch nicht das Problem.

    Meine Sorge ist eher, dass ich bei der Hilfe an sich was falsch machen kann. Ich bin bisher recht unbedarft, was die Pflege angeht.

    Momentan benötigt er Hilfe beim An- und Ausziehen, Hilfe beim Essen in Form von klein schneiden und unter die Dusche geht er auch nicht alleine.

    Grundsätzlich sollte das auch für einen Laien zu bewältigen sein, oder?

    Hallo,
    die Angst, daß es dir/euch zuviel werden könnte ist nicht unbegründet. Deshalb solltet ihr schritlich festlegen was du/ihr an Pflege übernehmt. Es kann auch zusätzlich ein Pfelgedienst oder Zivi in Anspruch genommen werden.
    Ihr werdet evtl. einige Umbaumaßmahmen bzw. Ergänzungen vornehmen müssen. Vorallem im Bad/WC. Wie z.B. das Anbringen von Haltegriffen am WC. Ohne die geht es kaum.
    Das DRK z.B. bietet Kuse für pflegende Angehörige an. Da werden die wichtigsten Grundlagen und Pfelgegriffe vermittelt. Wenn möglilch, solltet ihr beide (du und dein Partner) diesen Kurs besuchen. Idealerweise noch bevor euer Freund aus der Rehya kommt.
    Habt ih einen Pfelgestützpunkt in eurer Nähe? Wenn ja geht da mal hin. Die können euch auch noch offene Fragen von eurer Seite aus beantworten.
    Andrea

  7. #7
    Avatar von Andrea
    Andrea ist offline I feel good
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    Standard Re: Unterstützung im Alltag nach Schlaganfall.

    Wieviel Ahnung habt ihr von Schlaganfall-Patienten?

    Das ist nicht mehr der Mann, der er vor dem Schlaganfall war. Ich meine das nicht nur körperlich.
    Da ist auch psychisch einiges passiert. Manches an der Oberfläche, manches unsichtbar.

    Ich würde auf jeden Fall erst mal einen Zeitmietvertrag machen.

    Die Überlegung, dass du von zu Hause aus arbeitest, würde ich da komplett außen vor lassen.
    Es muss in meinen Augen so geplant und gelebt werden, dass das nicht "nötig" ist.
    So, als ob du aushäusig arbeitest.
    ___________________________________
    Das Böse sind falsche Entscheidungen.

  8. #8
    Avatar von Änne
    Änne ist offline Legende
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    Standard Re: Unterstützung im Alltag nach Schlaganfall.

    Zitat Zitat von _Rosenrot Beitrag anzeigen
    außerdem würde ich die Gefahr sehen, dass das die Freundschaft sehr belastet ...

    Was ist, wenn man sich fürchterlich in die Haare kriegt? Macht man das dann immer noch - ohne Vertrag, ohne Bezahlung usw.??
    Das kann auch genau andersrum passieren. Was ist, wenn aus Hilfe Liebe wird? Nach dem 11.09. sind in New York jede Menge Feuerwehrehen zerbrochen, weil die Männer sich um die Witwen ihrer Kameraden gekümmert haben. Und diese wichtiger wurden als ihre eigenen Familien.
    Das Kümmern geht ja auch hier sehr weit - bis hin zur Hilfe beim Duschen.

  9. #9
    Gast

    Standard Re: Unterstützung im Alltag nach Schlaganfall.

    Zitat Zitat von madlena78 Beitrag anzeigen
    Hallo zusammen,

    ich brauch mal ein paar neutrale Meinungen. Mit meinem Partner habe ich schon ausgiebig diskutiert und die Entscheidung steht schon fast, allerdings eben nur FAST.


    Vielen Dank.

    Madlena.
    Hm, prinzipiell ist euere Idee natürlich sehr schön für den Freund.

    Fragen die mir spontan dazu einfallen:

    Was hast du neben Arbeit und dem Freund noch zu tun (Kinder, wie alt ...)?

    Wer würde DICH unterstützen und entlasten? 24/7 KANN man sowas nicht machen, auch wenn es vielleicht auf absehbare Zeit ist, weil der Freund durchaus wieder selbständig werden kann.

    Wie würdet ihr das finanziell regeln?

    Wie sieht überhaupt die fernere Zukunft aus? Bliebe er dann in der Einliegerwohnung, oder ist geplant, dass er irgendwann wieder alleine wohnen soll?

    Was passiert, wenn eure Freundschaft daran zerbricht, weil Missverständnisse, Überforderung, ... im Alltag aufreiben?

    Der Freund scheint sich zumindest auch Gedanken um euch zu machen. Das finde ich schon mal positiv.
    Wie geht es ihm ansonsten psychisch? Ist er stabil? Oder müsstet ihr auch da noch einiges abfangen?

    Schwierige Entscheidung, bloß: wer nix riskiert, der gewinnt auch nix
    Es KANN ja auch gut gehen.

    Und mit 26 sind die Chancen auf collkommene Regeneration ja doch sehr groß, besonders, wenn er selber gut mitmacht. Ich kannte eine 19-jährige, die war nach etwa einem Jahr wieder ziemlich "wiederhergestellt".

  10. #10
    Avatar von Maumau
    Maumau ist offline *wichtiger Chefwichtel*
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    Standard Re: Unterstützung im Alltag nach Schlaganfall.

    Die Wohnung vermieten ja, aber für die "Hilfe" sollte er einen Pflegedienst in Anspruch nehmen.
    Sonst kann das ganz schnell zu Grenzüberschreitungen und dazugehörige Streitigkeiten kommen.

    Ein Schlaganfall passiert im Kopf, meistens hast du hinterher einen anderen Menschen als vorher.

    Ich weiss wovon ich spreche, mit meinem Bruder haben wir das auch durch und inzwischen kenne ich viele Betroffene - Angehörige wie auch die Schlaganfallopfer.

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