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  1. #1
    Avatar von Kerry
    Kerry ist offline Poweruser
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    Standard Berufsanfänger und Burnout???

    Gestern habe ich eine Oberärztin kennengelernt, die über ihre Assistenzärzte klagte.

    Diese kommen frisch von der Uni und erwarten nun, dass ihr Job immer interessant ist, immer Spaß macht, aber nie anstrengend ist.

    Aber da dies nun so überhaupt nicht mit der Lebenswirklichkeit zu vereinbaren ist, haben viele schon vor dem 30. Geburtstag einen Burnout.

    Leider konnten wir dieses Thema überhaupt nicht vertiefen, deshalb frage ich einfach mal das werte ErE nach Erfahrungen und Meinungen! :)

    Gibt es wirklich junge Erwachsenen, die glauben, es gäbe tatsächlich Jobs, die immer interessant sind, immer Spaß machen, aber nie anstrengen? Gerade, wenn dieser Job "Assistenzarzt am Uniklinikum" heißt???

    Oder hat der Burnout eher andere Gründe als enttäuschte Erwartungen?

    Interessant finde ich in diesem Zusammenhang auch die Aussage eines anderen Arztes, der über seine Studenten klagte. Genaugenommen über die Studentinnen: Diese stellen 70% der Medizinstudenten, wollen später aber keinen Vollzeitjob, keinen anstrengenden Job, keinen Schichtdienst, Nachtdienst schon gleich gar nicht, auch keine eigene Praxis ... ach ja, und auch möglichst wenig Patientenkontakt bitte .... HÄ???

    Liebe Grüße - Ky ... äh ... Kerry

  2. #2
    Mumpitz ist offline Legende
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    Standard Re: Berufsanfänger und Burnout???

    Zitat Zitat von Kerry Beitrag anzeigen
    Gestern habe ich eine Oberärztin kennengelernt, die über ihre Assistenzärzte klagte.

    Diese kommen frisch von der Uni und erwarten nun, dass ihr Job immer interessant ist, immer Spaß macht, aber nie anstrengend ist.

    Aber da dies nun so überhaupt nicht mit der Lebenswirklichkeit zu vereinbaren ist, haben viele schon vor dem 30. Geburtstag einen Burnout.

    Leider konnten wir dieses Thema überhaupt nicht vertiefen, deshalb frage ich einfach mal das werte ErE nach Erfahrungen und Meinungen! :)

    Gibt es wirklich junge Erwachsenen, die glauben, es gäbe tatsächlich Jobs, die immer interessant sind, immer Spaß machen, aber nie anstrengen? Gerade, wenn dieser Job "Assistenzarzt am Uniklinikum" heißt???

    Oder hat der Burnout eher andere Gründe als enttäuschte Erwartungen?

    Interessant finde ich in diesem Zusammenhang auch die Aussage eines anderen Arztes, der über seine Studenten klagte. Genaugenommen über die Studentinnen: Diese stellen 70% der Medizinstudenten, wollen später aber keinen Vollzeitjob, keinen anstrengenden Job, keinen Schichtdienst, Nachtdienst schon gleich gar nicht, auch keine eigene Praxis ... ach ja, und auch möglichst wenig Patientenkontakt bitte .... HÄ???

    Liebe Grüße - Ky ... äh ... Kerry
    Gut, möglichst wenig Patientenkontakt kann ich jetzt nicht verstehen und wenn man im Krankenhaus arbeitet, ist ja auch klar, dass man da Schichtdienst und Nachtdienst machen muss. Aber das Frauen irgendwann mal nicht mehr Vollzeit arbeiten wollen, kann ich auch bei Ärztinnen verstehen und so, wie die Assistenten früher ausgebeutet wurden mit 48 Stunden Schichten und wirklich kaum Freizeit, das muss ja echt nicht sein.

  3. #3
    Avatar von Andrea
    Andrea ist offline I feel good
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    Standard Re: Berufsanfänger und Burnout???

    Hm, ich kann nur von mir sprechen.
    Den durch nichts zu ersetzenden Vorteil des dualen Studiums sehe ich darin, dass man sofort Theorie und Praxis hat und verbinden kann.
    Zum einen bekommt man sofort den Praxisschock.
    Zum anderen aber beurteilt man das, was die Professoren einem als der Weisheit letzten Schluss auftischen, auch anders. :D

    Die Erwartungshaltung der jungen Menschen kommt ja nicht von ungefähr.
    Da müssen sich die Generationen davor an die eigene Nase fassen.
    ___________________________________
    verschwurbelter Gutmensch im Reihenhaus

  4. #4
    Avatar von Pistazia
    Pistazia ist offline Legende
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    Standard Re: Berufsanfänger und Burnout???

    Zitat Zitat von Kerry Beitrag anzeigen
    Gestern habe ich eine Oberärztin kennengelernt, die über ihre Assistenzärzte klagte.

    Diese kommen frisch von der Uni und erwarten nun, dass ihr Job immer interessant ist, immer Spaß macht, aber nie anstrengend ist.

    Aber da dies nun so überhaupt nicht mit der Lebenswirklichkeit zu vereinbaren ist, haben viele schon vor dem 30. Geburtstag einen Burnout.

    Leider konnten wir dieses Thema überhaupt nicht vertiefen, deshalb frage ich einfach mal das werte ErE nach Erfahrungen und Meinungen! :)

    Gibt es wirklich junge Erwachsenen, die glauben, es gäbe tatsächlich Jobs, die immer interessant sind, immer Spaß machen, aber nie anstrengen? Gerade, wenn dieser Job "Assistenzarzt am Uniklinikum" heißt???

    Oder hat der Burnout eher andere Gründe als enttäuschte Erwartungen?

    Interessant finde ich in diesem Zusammenhang auch die Aussage eines anderen Arztes, der über seine Studenten klagte. Genaugenommen über die Studentinnen: Diese stellen 70% der Medizinstudenten, wollen später aber keinen Vollzeitjob, keinen anstrengenden Job, keinen Schichtdienst, Nachtdienst schon gleich gar nicht, auch keine eigene Praxis ... ach ja, und auch möglichst wenig Patientenkontakt bitte .... HÄ???

    Liebe Grüße - Ky ... äh ... Kerry


    Unlust hat erstmal nüscht mit Burnout zu tun. :)
    Pistazia





    Nach Diktat verreist

  5. #5
    Gast

    Standard Re: Berufsanfänger und Burnout???

    Zitat Zitat von Kerry Beitrag anzeigen
    Gestern habe ich eine Oberärztin kennengelernt, die über ihre Assistenzärzte klagte.

    Diese kommen frisch von der Uni und erwarten nun, dass ihr Job immer interessant ist, immer Spaß macht, aber nie anstrengend ist.

    Aber da dies nun so überhaupt nicht mit der Lebenswirklichkeit zu vereinbaren ist, haben viele schon vor dem 30. Geburtstag einen Burnout.

    Leider konnten wir dieses Thema überhaupt nicht vertiefen, deshalb frage ich einfach mal das werte ErE nach Erfahrungen und Meinungen! :)

    Gibt es wirklich junge Erwachsenen, die glauben, es gäbe tatsächlich Jobs, die immer interessant sind, immer Spaß machen, aber nie anstrengen? Gerade, wenn dieser Job "Assistenzarzt am Uniklinikum" heißt???

    Oder hat der Burnout eher andere Gründe als enttäuschte Erwartungen?

    Interessant finde ich in diesem Zusammenhang auch die Aussage eines anderen Arztes, der über seine Studenten klagte. Genaugenommen über die Studentinnen: Diese stellen 70% der Medizinstudenten, wollen später aber keinen Vollzeitjob, keinen anstrengenden Job, keinen Schichtdienst, Nachtdienst schon gleich gar nicht, auch keine eigene Praxis ... ach ja, und auch möglichst wenig Patientenkontakt bitte .... HÄ???

    Liebe Grüße - Ky ... äh ... Kerry
    Hm, vor einiger Zeit gab es mal einen Artikel dazu in unserer Tageszeitung, War schon interessant.
    Jung, berufstätig, depressiv - Kölner Stadt-Anzeiger

  6. #6
    cosima ist offline Urgestein
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    Standard Re: Berufsanfänger und Burnout???

    Das dürfte nicht nur in der Medizin so sein.
    Ich kenne das aus meinem Bereich auch, kommt häufig vor bei Berufsanfänger mit Hochschulabschluss.
    Ich habe bisher nicht herausgefunden woran das liegt.

    Wir haben Hochschulabsolventen, die unbedingt Redakteur werden wollen, aber tief erschüttert sind, wenn in der Redaktion nicht täglich Brad Pitt zur Autogrammstunde vorbeischaut.
    Die fassungslos darüber sind dass in der Lokalredaktion eher selten Obama interviewt wird, und echt erstaunt sind, dass die Stadtratssitzung abends im Rathaus stattfindet und nicht vormittags im Verlag. Und man dafür tatsächlich abends ausser Haus muss.

    Man möchte den super interessanten Job, aber dafür bitte nicht den Hintern bewegen. Man möchte sofort Chefredakteur sein, ohne auch nur einen brauchbaren Bericht über die Kindergarteneröffnung abliefern zu können.

  7. #7
    Gast

    Standard Re: Berufsanfänger und Burnout???

    Zitat Zitat von Kerry Beitrag anzeigen

    Oder hat der Burnout eher andere Gründe als enttäuschte Erwartungen?
    Wenn du dir die Dienstpläne "junger Assistentzärzte an Unikliniken" ansiehst, wundert dich der Burnout vor 30 nicht mehr wirklich


    Liebe Grüße - Ky ... äh ... Kerry

  8. #8
    Mumpitz ist offline Legende
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    Standard Re: Berufsanfänger und Burnout???

    Zitat Zitat von WhippingWillow Beitrag anzeigen
    Wenn du dir die Dienstpläne "junger Assistentzärzte an Unikliniken" ansiehst, wundert dich der Burnout vor 30 nicht mehr wirklich




    Das habe ich auch gedacht. Gerade für Assistenten werden doch arbeitsrechtliche Regelungen (Arbeitszeiten....) immer wieder nicht eingehalten oder extra außer Kraft gesetzt. Ich finde, auch Ärzte haben ein Recht auf genügend Schlaf und Freizeit- bei Nacht und Wochenendarbeit, die ja selbstverständlich sein muss, sollte es eben genügend Ausgleich geben. Aber bei den älteren Ärzten herrscht halt immer noch die denkweise "da musste ich früher auch durch, wieso sollen die es jetzt besser haben"....

  9. #9
    hallmack ist offline Legente
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    Standard Re: Berufsanfänger und Burnout???

    naja, es gibt ja nicht nur die Unikliniken. Ich denke, da sollte man wissen, was einen erwartet, spätestens nach dem PJ.
    Kleine Häuser sind meist von der Atmosphäre angenehmer, aber gerade dort ist es mit der Einhaltung der Arbeitszeitgesetze schwierig. Mit acht Assistenten kann man halt kein vernünftiges Schichtmodell aufbauen. Zumal der Ärztemangel ja auch in Kliniken auf dem Land ausgeprägter ist.
    String Tanga:
    früher mußte man das Höschen auf die Seite schieben, um den Arsch zu sehen.
    Heute ist es umgekehrt!

  10. #10
    Avatar von Kerry
    Kerry ist offline Poweruser
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    Standard Re: Berufsanfänger und Burnout???

    Zitat Zitat von Andrea Beitrag anzeigen
    Die Erwartungshaltung der jungen Menschen kommt ja nicht von ungefähr.
    Da müssen sich die Generationen davor an die eigene Nase fassen.
    Ja, aber vorher kommt er denn? Das ist ja gerade die Frage, die mich umtreibt - ich selber kenne nämlich niemanden, der seinen Job als "immer spannend, nie anstrengend" beschreibt.

    Wie kommen die "jungen Leute" darauf, dass es sowas überhaupt geben könnte?

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