Hallo ihr Lieben,

erst mal vielen, vielen Dank für eure Glückwünsche zur Geburt unserer Süßen, wir haben uns sehr darüber gefreut!
Da meine "Großen" mit dem Papa gerade auf einer Geburtstagsfeier sind, dachte ich, ich mache mich mal an den Geburtsbericht...

Also, zuerst muss ich sagen, dass es ja schon zwei "Fehlalarme" gab - das heißt, ich/wir dachte(n) jedes Mal, es geht los, haben Oma/Opa angerufen und sind mit gepackter Tasche in die Klinik...nur, um einige Stunden später sozusagen "unverrichteter Dinge" und ziemlich gefrustet zurückzukehren, denn erstens ist der Aufwand, wenn man schon zwei Kinder hat, ja nicht unbeträchtlich (so nah wohnen die Großeltern dann auch wieder nicht, außerdem war es natürlich immer nachts!), und zweitens dachte ich langsam, ich spinne - da hab ich schon 2 Kinder und weiß TROTZDEM nicht, ob das jetzt "the real thing" ist oder nicht! Bei beiden Malen hatte ich Wehen, aber der Muttermund war immer nur 2 cm offen und mit diesem Befund bin ich dann natürlich wieder heim, denn prophylaktisch auf Station gehen wollte ich nun auch nicht.

Nach dem 2. Mal war ich dann allerdings so fertig, dass ich nur noch geheult habe und schon überlegte (nicht ernst gemeint), die Geburt einleiten zu lassen - ich hatte dieses Mal ja schon extrem früh für meine Begriffe Vorwehen, Senkwehen, Probewehen oder was auch immer (bei den anderen KEINE einzige!) und konnte kaum noch laufen vor Schmerzen im Rücken, Bauch und sonstwo, also ich hatte echt keine Lust mehr.

Naja, und dann am Abend des 25. (nach einem Tag voller "Probewehen", aber die kannte ich ja nun schon und gab gar nichts mehr darauf) habe ich noch mit meinem Mann Sherlock Holmes geguckt, bin dann baden gegangen (was ich hasse und nur zur "Wehenförderung" tat) und hab mich dann ins Bett gelegt im Nebenraum, weil mein Sohn die totale Erkältung hatte und unbedingt auf mir schlafen wollte und ich das wirklich nicht vertragen konnte in dem Moment (zum Glück hat er dann auch mit dem Papa vorlieb genommen).

Ich konnte irgendwie nicht einschlafen, aber richtige Wehen hatte ich da noch nicht - und dann ging es ganz plötzlich los! Von einer Minute auf die andere hatte ich auf einmal Wehen, die ich definitiv nicht mehr als "Probewehen" einstufen konnte.

Bin dann meinen Gatten wecken gegangen, schnell den Opa angerufen und los ging's.
Im KH dann - wieder einmal - die Enttäuschung: Der Muttermund war glorreiche 2cm offen wie auch schon die Woche zuvor! Allerdings hab ich mich davon dieses Mal nicht entmutigen lassen, ich spürte irgendwie, dass dieses Mal etwas anders war.

Dann wurde noch eine halbe Stunde CTG geschrieben, und da hab ich es dann schon echt nicht mehr ausgehalten, da zu liegen - letzten Endes durfte ich dann knien, das war die einzig erträgliche Position. Nur leider konnte so das CTG nicht aufzeichnen - zum Glück hatte ich eine sehr nette Hebamme, die sagte, das sei egal, das CTG vorher war super und es werde ohnehin überbewertet (in dem Sinne von, Dauerüberwachung eigtl unnötig).

Nach der halben Stunde untersuchte sie mich dann noch mal - da war dann der Muttermund auf 6cm offen und ich sooo glücklich! Endlich ging es los und ich durfte in den Kreißsaal...und ab da ist "die Sache" schnell erzählt, wir waren ca. um 4.00 im Kreißsaal und um 5.06 war unsere Süße da - ohne alles, nicht einmal Schmerztropf (PDA darf ich sowieso nicht).

Und was ich am tollsten fand, sie trank sofort - meine anderen beiden waren da zögerlicher, aber sie hatte den Bogen gleich raus.

Leider folgte dann ein sehr unschöner Teil, ich mag das gar nicht so gern schreiben, denn ich habe noch ein wenig dran zu knabbern, aber es stellte sich heraus, dass ich 2 Plazentas hatte - eine kam nach längerer Zeit von selbst heraus, die andere aber nicht. Deswegen musste ich dann noch über eine Stunde ausgeschabt werden, was ich als extrem schmerzhaft empfand und mich nun bemühe, zu vergessen, denn ich möchte nicht, dass diese Laune der Natur die ansonsten schöne Geburt überschattet.

Ach ja, ihre Maße sind "Durchschnitt" - 51 cm Länge, 3670 Gramm, 36 cm Kopfumfang.

Uns beiden geht es sehr gut, ich habe durch die Ausschabung und natürlich die Geburt zwar viel Blut verloren und meine Eisenwerte sind im Keller, aber ansonsten bin ich erstaunlich fit. Und die kleine Maus ist einfach nur ein süßer Goldschatz, ein echtes Geschenk! Ich bin so so froh, dass diese belastete Schwangerschaft so ein gutes und wunderschönes Ende gefunden hat.

So, wer bis hierher durchgehalten hat, bekommt einen Keks und ein vorträgliches Osterei!

Alles Liebe an alle und noch einen geruhsamen Sonntag,
Julia