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  1. #1
    Avatar von putzipoo
    putzipoo ist offline Veteran
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    Standard Einstellung zu Schule - Mentalitaetsfrage?

    Ich komme auf die Frage, weil ich in den Schulforen hier so oft davon lese, dass gute Schueler als Streber bezeichnet werden, gemieden oder sogar gemobbt werden. Wenn ich an meine eigene Schulzeit (in D) zurueckdenke, war es eigentlich auch so, dass wir die Einserkandidaten eher uncool und langweilig fanden.

    Hier bei uns ist es genau umgekehrt. Die guten Schueler werden bewundert und sind sehr beliebt. Die schlechten Schueler sind eher im Abseits.

    Meint ihr, dass dieser Unterschied, was die Einstellung zum Lernen betrifft, etwas mit der Mentalitaet des jeweiligen Landes zu tun haben koennte? Den Asiaten sagt man ja z.B. immer nach, dass sie besonders strebsam seien, was sich auch mit meinen eigenen Beobachtungen deckt.

    Natuerlich koennten auch noch andere Faktoren dazu beitragen, ob man gute Noten fuer wichtig befindet oder nicht. Wie z.B. das Einzugsgebiet der Schule (gute Wohngegend vs. schlechte Wohngegend, qualifizierte Eltern vs. bildungsferne Eltern).

    Was meint ihr dazu?
    "Mieux vaut se perdre que de ne jamais partir"

  2. #2
    Avatar von Babette267
    Babette267 ist offline Legende
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    Standard Re: Einstellung zu Schule - Mentalitaetsfrage?

    Zitat Zitat von putzipoo Beitrag anzeigen
    Ich komme auf die Frage, weil ich in den Schulforen hier so oft davon lese, dass gute Schueler als Streber bezeichnet werden, gemieden oder sogar gemobbt werden. Wenn ich an meine eigene Schulzeit (in D) zurueckdenke, war es eigentlich auch so, dass wir die Einserkandidaten eher uncool und langweilig fanden.

    Hier bei uns ist es genau umgekehrt. Die guten Schueler werden bewundert und sind sehr beliebt. Die schlechten Schueler sind eher im Abseits.

    Meint ihr, dass dieser Unterschied, was die Einstellung zum Lernen betrifft, etwas mit der Mentalitaet des jeweiligen Landes zu tun haben koennte? Den Asiaten sagt man ja z.B. immer nach, dass sie besonders strebsam seien, was sich auch mit meinen eigenen Beobachtungen deckt.

    Natuerlich koennten auch noch andere Faktoren dazu beitragen, ob man gute Noten fuer wichtig befindet oder nicht. Wie z.B. das Einzugsgebiet der Schule (gute Wohngegend vs. schlechte Wohngegend, qualifizierte Eltern vs. bildungsferne Eltern).

    Was meint ihr dazu?
    Hm, gute Frage! Meine persönliche Erfahrung in Deutschland war, dass es aufs Fach ankommt. Am Anfang des Gymnasiums war ich in der ungeschickten Lage, in allen "wichtigen" Fächern gut zu sein, aber in Sport schlecht. Dann ist man natürlich der Depp. Wer aber in Sport gut und in anderen Fächern schlecht war, war der Held. Man konnte sich als guter Schüler allerdings beliebt machen, wenn man sich hilfsbereit zeigte und andere z.B. abschreiben ließ
    In den Niederlanden herrscht da, glaube ich, keine wesentlich andere Mentalität als in Deutschland. Wobei es sicher auch auf die soziale Zusammenstellung der Schüler ankommt. Übrigens finde ich "gute Wohngegend" und "schlechte Wohngegend" genauso relativ wie "gute und schlechte Schule". Gerade Kinder aus "guten" Wohngegenden mit entsprechendem sozial-ökonomischen Status sind ja oft zumindest in der weiterführenden Schule gar nicht so fantastisch und halten es auch nicht für nötig. Die strebsamsten Schüler (und Eltern!) kommen wohl meistens aus der Mittelschicht.
    "Kinder und Uhren dürfen nicht beständig aufgezogen werden, man muss sie auch gehen lassen." Jean Paul

  3. #3
    Gast

    Standard Re: Einstellung zu Schule - Mentalitaetsfrage?

    ich gebe babette insoweit recht, als dass dies hier die entscheidenden kriterien fuer schulischen erfolg und university admission sind (= Canada, BC)

    im sport ein ass sein, und das in moeglichst vielen disziplinen - nicht nur einer sportart plus GP 4.0 plus soziales engagement ....und die karriere ist geritzt ;-)
    regardless social background
    und das ist wieder sympathisch *find*

    Zitat Zitat von putzipoo Beitrag anzeigen
    Ich komme auf die Frage, weil ich in den Schulforen hier so oft davon lese, dass gute Schueler als Streber bezeichnet werden, gemieden oder sogar gemobbt werden. Wenn ich an meine eigene Schulzeit (in D) zurueckdenke, war es eigentlich auch so, dass wir die Einserkandidaten eher uncool und langweilig fanden.

    Hier bei uns ist es genau umgekehrt. Die guten Schueler werden bewundert und sind sehr beliebt. Die schlechten Schueler sind eher im Abseits.

    Meint ihr, dass dieser Unterschied, was die Einstellung zum Lernen betrifft, etwas mit der Mentalitaet des jeweiligen Landes zu tun haben koennte? Den Asiaten sagt man ja z.B. immer nach, dass sie besonders strebsam seien, was sich auch mit meinen eigenen Beobachtungen deckt.

    Natuerlich koennten auch noch andere Faktoren dazu beitragen, ob man gute Noten fuer wichtig befindet oder nicht. Wie z.B. das Einzugsgebiet der Schule (gute Wohngegend vs. schlechte Wohngegend, qualifizierte Eltern vs. bildungsferne Eltern).

    Was meint ihr dazu?

  4. #4
    Avatar von rodakino
    rodakino ist offline Legende
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    Standard Re: Einstellung zu Schule - Mentalitaetsfrage?

    Zitat Zitat von putzipoo Beitrag anzeigen
    Ich komme auf die Frage, weil ich in den Schulforen hier so oft davon lese, dass gute Schueler als Streber bezeichnet werden, gemieden oder sogar gemobbt werden. Wenn ich an meine eigene Schulzeit (in D) zurueckdenke, war es eigentlich auch so, dass wir die Einserkandidaten eher uncool und langweilig fanden.

    Hier bei uns ist es genau umgekehrt. Die guten Schueler werden bewundert und sind sehr beliebt. Die schlechten Schueler sind eher im Abseits.

    Meint ihr, dass dieser Unterschied, was die Einstellung zum Lernen betrifft, etwas mit der Mentalitaet des jeweiligen Landes zu tun haben koennte? Den Asiaten sagt man ja z.B. immer nach, dass sie besonders strebsam seien, was sich auch mit meinen eigenen Beobachtungen deckt.

    Natuerlich koennten auch noch andere Faktoren dazu beitragen, ob man gute Noten fuer wichtig befindet oder nicht. Wie z.B. das Einzugsgebiet der Schule (gute Wohngegend vs. schlechte Wohngegend, qualifizierte Eltern vs. bildungsferne Eltern).

    Was meint ihr dazu?
    Ich glaube schon, dass das je nach Land unterschiedlich ist. Ein Bekannter ist Halbdaene und ging zum Studium nach Daenemark. Er fand es dort komisch, dass die Mitstudenten gute Leistungen nicht positiv bewerteten, weil er es von hier gewoehnt war, dass man als guter Schueler auch bei den Mitschuelern Ansehen hatte. Dort war man bei herausragender Leistung Aussenseiter.

    Ich weiss aber noch nicht, wie es heute in Griechenland ist. Meine Kinder gehen noch nicht zur Schule. Wenn ich dran denke, frag ich morgen aber mal eine Nichte.
    Με αγάπη από το νησί...

    Mit lieben Gruessen von der Insel :)

    Miss X. (06); Kore (10)

  5. #5
    DK-Ursel ist offline Pooh-Bah
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    Standard Re: Einstellung zu Schule - Mentalitaetsfrage?

    Hej allesammen!

    Was gibt es doch für Fragen, wenn alle wissen,wovon man redet - versucht sowas mal jemandem zu vermitteln, der seinen Horizont nur bis zum Tellerrand pflegt. (Ach ja, merkt man, daß ich gerade in so einigen Tiefpunkten stecke??)
    Da merkt man doch erst, wieviel Kultur mehr ist als nur andere Sprache und/oderwelche Feste man (nicht) feiert...

    Schule.

    In DK ist Bildung auf allen Bereichen großgeschrieben.
    Daher ist jemand, der sich /(fort-)bildet, nie schief angesehen.
    Meine Töchter sind/waren beides gute Schülerinnen, nie war das bei Kameraden/ Freundinnen ein Problem, im Gegenteil hatte gerade meine Große sehr lange eine eher schwache Schülerin als beste Freundin.

    Rodakino, was Du ansrichst, sind sicher noch Reste des "Jantelov", das - sehr verkürzt, ausdrückt: Denk ja nicht, du seist was Besseres!

    Also:
    Lauf mit der Masse, sei sozial eingebunden, steck den Kopp nicht zu hoch und die Nase erst recht nicht - alles schön homogen.

    Auch wenn sch das unter jüngeren Leuten langsam ändert, sitzt das tief.

    Das ist positiv, denn man ist wirklich sehr sozial, Standesunterschiede gibt es kaum und daher sind eben auchgute Schüler mit schlechten befreundet --- es wird ja auch darauf geachtet,daß möglichst jeder auch seine Ralente entdeckt und fördert.
    Das könnte immer noch besser sein, aber es wird in Ansätzen praktiziert, so daß auch ein schlechter Schüler immer eine gute Seite hat - von er die anderen tunlichst auch wissen.

    Das ist negativ, wenn jemand dan nwirklich mal überragend besser ist - da ist die luft da oben manchmal arg dünn.

    Bildung als solche, schrieb ich, ist wichtig.
    trotzdem ist man längst nicht so auf Noten fokusiert wie in Dtld.
    Die gibt es ja auch erst sehr spät - und man macht sich amit eben nicht verrückt (denn Sitzenbleiben gibt es ja auch nicht).

    Letztendlich wird man irgendwann aufgrund von leistung und Lebenserfahrung iengestellt, weniger nach den Noten, so daß man eben auch oft Unverständnis stoßen kann, wenn jemand einen großen Hermann darum macht, eine gute Note zu erarbeiten.
    Da wird eben weitaus weniger gebüffelt als in Dtld., glaube ich.

    Aber wer einfach gut ist und dann was dafür tut, angemessen gute Arbeiten abzugeben, der findet auch (neidlose) Anerkennung, das sind zumindest die Erfahrungen der Töchter.

    Gruß Ursel, DK
    Gruß Ursel, DK

    „Du hast so viele Leben, wie du Sprachen sprichst.”
    Aus Tschechien

  6. #6
    matangi ist offline Pooh-Bah
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    Standard Re: Einstellung zu Schule - Mentalitaetsfrage?

    Zitat Zitat von putzipoo Beitrag anzeigen
    Ich komme auf die Frage, weil ich in den Schulforen hier so oft davon lese, dass gute Schueler als Streber bezeichnet werden, gemieden oder sogar gemobbt werden. Wenn ich an meine eigene Schulzeit (in D) zurueckdenke, war es eigentlich auch so, dass wir die Einserkandidaten eher uncool und langweilig fanden.
    War bei uns in der Schule in Deutschland nicht - ich kann mich nicht erinnern, dass die
    Beliebtheit wirklich mit der schulischen Leitung zusammen hing. Weder im positiven noch
    negativen Sinn.


    Hier bei uns ist es genau umgekehrt. Die guten Schueler werden bewundert und sind sehr beliebt. Die schlechten Schueler sind eher im Abseits.

    Meint ihr, dass dieser Unterschied, was die Einstellung zum Lernen betrifft, etwas mit der Mentalitaet des jeweiligen Landes zu tun haben koennte? Den Asiaten sagt man ja z.B. immer nach, dass sie besonders strebsam seien, was sich auch mit meinen eigenen Beobachtungen deckt.

    Natuerlich koennten auch noch andere Faktoren dazu beitragen, ob man gute Noten fuer wichtig befindet oder nicht. Wie z.B. das Einzugsgebiet der Schule (gute Wohngegend vs. schlechte Wohngegend, qualifizierte Eltern vs. bildungsferne Eltern).

    Was meint ihr dazu?
    In Australien sind generell intellektuelle Leistungen nicht sonderlich hoch angesehen - sicher
    auch ein Hauptgrund, warum Schüler aus nicht englischsprachigen Familien in der Schule
    im Schnitt sehr viel besser sind. In der Schule unserer Kinder ist das aber nicht so - das hat
    aber wahrscheinlich schon mit der speziellen Schule zu tun. Die ist ziemlich untypisch, in
    mehreren Beziehungen - gerade deshalb haben wir sie gewählt.

  7. #7
    Avatar von PinkMagnolia
    PinkMagnolia ist offline gekommen um zu reisen
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    Standard Re: Einstellung zu Schule - Mentalitaetsfrage?

    okay, wir fangen mal an zu sparen, Kind ist nicht gerade sportlerisch begabt *g*.

    Zitat Zitat von sockeye Beitrag anzeigen
    ich gebe babette insoweit recht, als dass dies hier die entscheidenden kriterien fuer schulischen erfolg und university admission sind (= Canada, BC)

    im sport ein ass sein, und das in moeglichst vielen disziplinen - nicht nur einer sportart plus GP 4.0 plus soziales engagement ....und die karriere ist geritzt ;-)
    regardless social background
    und das ist wieder sympathisch *find*

  8. #8
    falaffel ist offline Pooh-Bah
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    Standard Re: Einstellung zu Schule - Mentalitaetsfrage?

    Ich weiss nicht, ob das Mentalitaetssache ist. Der Umgang mit Leistungen nach meinen Beobachtungen weniger, die Regelmaessigkeit, mit der Kinder in die Schule geschickt werden, schon eher.....
    Gute Leistungen werden aber eher als positiv bewertet, ein Wort fuer "Streber" ist mir bis heute nicht begegnet, es hat sich auch noch niemand dahingehend "ausgeweint". Das liegt an der sozialen Situation der Araber in Israel: Sie wissen, dass sie hier nur komfortabel "ueberleben" koennen, wenn sie eine gute Ausbildung haben oder, alternativ, auf dem Bau schwarz arbeiten. Unsere Kinder sind Kinder der ersten Generation, die es "zu etwas gebracht" hat, die trotz aller Widerstaende beruflich Karriere machen konnte. Das wird an die Kinder weitergegeben, wobei es in der Schule zwei Fraktionen gibt: entweder, es wird auf Bildung gebaut oder die Kinder werden statt in die Schule gleich auf den Bau geschickt.
    - Erstaunlichweise wissen meine KInder meistens gar nicht, wer in ihrer Klasse welche Noten hat und es interessiert auch niemanden. Die Jungs sind unter Jungs eher Aussenseiter da sie sich nicht fuer Fuss- oder Basketball interessieren, sondern unsportlich aber sehr musikalisch sind. Und Nummer eins spielt mit fast 13 noch immmer liebend gern mit Lego, was in dem Alter viele fuer "Kinderkrams" halten. Nummer drei ist auch so "gepolt", aber ein Maedchen. Das macht es wesentlich einfacher!

  9. #9
    Avatar von putzipoo
    putzipoo ist offline Veteran
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    Standard Re: Einstellung zu Schule - Mentalitaetsfrage?

    Zitat Zitat von sockeye Beitrag anzeigen
    ich gebe babette insoweit recht, als dass dies hier die entscheidenden kriterien fuer schulischen erfolg und university admission sind (= Canada, BC)

    im sport ein ass sein, und das in moeglichst vielen disziplinen - nicht nur einer sportart plus GP 4.0 plus soziales engagement ....und die karriere ist geritzt ;-)
    regardless social background
    und das ist wieder sympathisch *find*
    Sportlichkeit und soziales Engagement stehen hier im Osten auch hoch im Kurs.

    Und dass man es hier "regardless social background" weit bringen kann, ist einer der Hauptgruende, warum so viele Franzosen nach Québec auswandern. Dort wird viel mehr ausgesiebt als hier (falsche Adresse, falsche Schulen, etc...).
    "Mieux vaut se perdre que de ne jamais partir"

  10. #10
    Avatar von putzipoo
    putzipoo ist offline Veteran
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    Standard Re: Einstellung zu Schule - Mentalitaetsfrage?

    Zitat Zitat von Babette267 Beitrag anzeigen
    Hm, gute Frage! Meine persönliche Erfahrung in Deutschland war, dass es aufs Fach ankommt. Am Anfang des Gymnasiums war ich in der ungeschickten Lage, in allen "wichtigen" Fächern gut zu sein, aber in Sport schlecht. Dann ist man natürlich der Depp. Wer aber in Sport gut und in anderen Fächern schlecht war, war der Held. Man konnte sich als guter Schüler allerdings beliebt machen, wenn man sich hilfsbereit zeigte und andere z.B. abschreiben ließ
    Stimmt, so war es bei uns auch.

    Ich persoenlich war immer nur in den Faechern gut bis sehr gut, die mich interessiert haben. Das waren damals Deutsch, Fremdsprachen, Kunst, Sport und Geschichte. In den naturwissenschaftlichen Faechern war ich (aus reiner Faulheit) eher mittelmaessig. In der Oberstufe habe ich dann gemerkt, dass ich wohl doch etwas lernen musste, wenn ich ein einigermassen gutes Abi schaffen moechte :) Da gewannen auch ploetzlich die "Streber" an Ansehen, weil ploetzlich alle wussten, worauf es ankam.
    "Mieux vaut se perdre que de ne jamais partir"

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