Seite 1 von 3 123 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 22
  1. #1
    Christina1975 ist offline enthusiast
    Registriert seit
    27.01.2005
    Beiträge
    201

    Standard Habt ihr Wünsche für Intensivstation?

    Hallo liebe Mamis,

    ich werde als Psychologin ab November in einer Kinderklinik arbeiten und dort auch die Mütter der Kinderintensivstation/Neonatologie betreuen. Jetzt bin ich zwar selber Mama, aber meine Kids waren keine Frühchen.
    Ich möchte aber gerne die Ängste und auch die Wünsche der Mütter verstehen, deren Kinder zu früh geboren werden.
    Also, was hat (oder hätte) euch in den ersten Wochen oder Monaten nach der zu frühen Geburt eures Kindes geholfen? Worüber habt ihr euch geärgert und was war völlig nutzlos?

    Und welches Buch (Fachbuch oder Elternratgeber) hat euch geholfen?

    Vielen herzlichen Dank für eure Hilfe!
    Christina

  2. #2
    dolphin100 ist offline Pooh-Bah
    Registriert seit
    31.03.2007
    Beiträge
    2.110

    Standard Re: Habt ihr Wünsche für Intensivstation?

    Schlimm war dieses Gefühl, nicht die Mutter zu sein. Weil man ja nicht immer beim Baby sein konnte. Man mußte immer warten und fragen, wenn man sein Baby aus dem Inkubator nehmen wollte. Ist ja auch richtig und wichtig, aber man fühlt sich so hilflos, wenn man nur daneben sitzt. Obwohl wir schon sehr früh auch die Pflege übernehmen durften.
    Von den Ärzten hätte ich mir mehr erwartet. Die kommen nämlich immer gerne, wenn man nicht da war.

    Dieses Buch von dem Jorch ist sehr aufschlußreich, kann allerdings auch angst machen.

  3. #3
    Registriert seit
    20.06.2007
    Beiträge
    671

    Standard Re: Habt ihr Wünsche für Intensivstation?

    Also bei mir war es so das eigentlich gar keine Psychologin erst einmal da war erst nach mehrmaligem Nachfragen kam die allgemeine P. der Frauenabteilung.
    Ich habe mich überhaupt nicht ernst genommen gefühlt. Mit so Sprüchen, "Sie werden sich noch sooo viel Sorgen machen um ihr Kind, wenn es sich das Knie aufhaut und hinfällt und später und überhaupt" wo ich echt dachte Hallo, mein Kind ist noch nicht übern Berg, jeden Tag neue Horrormeldungen über Hirnblutungen, Lungenentzündungen und Blutungen Infektionen, beatmungen etc. und dann sowas. Ich habe mich einfach nicht Ernst genommen gefühlt mit meinen Ängsten und Sorgen.

    Einfach zuhören, die Ängste der Eltern/Müttern wirklich ernst nehmen und nicht abtun. Sich Zeit nehmen, Rat geben für später auch nach der KH Zeit. Tipps geben können welche Gruppen es gibt für später, wo es Frühförderung gibt, wo man Frühchen Kleidung herbekommt und aber auch die Ängste um den Tod des Kindes ernst nehmen und nicht abtun. Ich habe Kinder sterben sehen dort auf Station und habe daran immer noch zu knabbern und das verfolgt mich immer noch. Diese Panik der Mütter, in den Augen das blanke Entsetzen die hektischen Ärzte etc... und am nächsten Morgen ist der Inkubator nebenan leer. Ja xy hat es leider nicht geschafft. Für Ärzte/Schwestern ist es leichter mit soetwas umzugehen, das ist ihr Beruf, sie erleben öfters soetwas, für die Eltern die das mitbekommen und gerade in etwas hineingeworfen wurden mit dem sie eh nicht klarkommen können ist das das pure Grauen.... und niemand redet mit ihnen darüber.

    Mir ging es auch ganz extrem so, dass ich das Gefühl hatte das das da nicht mein Kind ist, man wacht aus der Narkose auf, nach dem Not KS und der Bauch und das Kind ist weg. Erst nach 24h schafft man es auf die Intensiv und da liegt irgendwie erst einmal "etwas fremdes". Ich weiß das klingt krass, aber so war es bei mir.
    Was ich mir auch gewünscht hätte von einer Psychologin, einfach auch etwas zu vermitteln zwischen den "abgestumpften, ich muss meine Arbeit machen" Schwestern und den Eltern.

    Als Buch hat mir auch ganz extrem das "Frühgeborene" von Prof. Jorch geholfen. Man klammert sich an Prozentzahlen und kann nachlesen was alles noch kommen kann. Es wird einem nix verheimlicht in dem Buch sondern klar gesagt was ist. Teilweise macht es auch Angst, aber ich fand es sehr hilfreich dieses Buch. Was ich gar überhaupt nicht empfehlen kann ist das Buch "Frühgeborene brauchen Liebe. Was Eltern für ihr 'Frühchen' tun können" von Kornelia Strobel. Absolute Thema Verfehlung. Da stehen dann so tolle Sachen drinnen wie "ja, für das Kind ist es das Beste wenn es 9 Monate im Bauch ist (ach, das wär mir jetzt nicht in den Sinn gekommen...) und es ja sooo wichtig ist das das Baby die erste Zeit bei der Mutter ist und und und. Das ist ein Schlag ins Gesicht eher aber keine Hilfe.

    Gerade für Eltern von extremen Frühchen ist es auch einfach eine Extreme Belastung dieses nicht absehen können wie lange das ganze geht. Wir waren 3 Monate auf Station, 3 Monate jeden Tag 2x ins KH gehen, nicht mehr U-Bahn fahren weil man Angst hat das Handy geht nicht. Bei jedem Telefon Klingeln hochzuschrecken weil man denkt die Klinik ruft an... Das schlechte Gewissen das Kind Abends dort lassen zu müssen etc.

    Ich weiß ich verlange wahrscheinlich zuviel :D aber irgendwie hätte mir eine Psychologin die einen Ernst nimmt und sich etwas kümmert viel meiner Panik nehmen können.

    Wenn Du noch Fragen hast, einfach her damit. Ich finde es Super das Du nachfragst.

    LG
    Geändert von sonnenschein1977 (05.10.2009 um 21:06 Uhr)
    Krümel mit 830g, SSW 26+0






    Denken ist allen erlaubt,
    vielen bleibt es erspart.

    Curt Goetz

  4. #4
    SweetA22 ist offline Carpal Tunnel
    Registriert seit
    05.01.2009
    Beiträge
    4.048

    Standard Re: Habt ihr Wünsche für Intensivstation?

    Du sprichst mir aus der Seele Sonnenschein. Ich lag ja 2 Monate vor entbindung auf der Entbindungsstation und musste soviel mit ansehen und dann noch einen Monat jeden Tag auf die schreckliche Neo. Hab soviel mitbekommen und viele Eltern dann draußen weinen gesehen. Ich hab oft geweint als ich heim bin. Keinen dort interessiert das wirklich.

    Bei mir wars mit dem Not-KS auch so. Eingeschlafen auf diesem schrecklich Tisch und Riesenbauch und aufgewacht ohne meine beiden Mäuse bei mir. Ich hab mich sooo leer gefühlt. Ich war einfach nicht mehr schwanger und irgendwie auch nicht Mutter, hab meine Babys ja nicht gesehen. Hab immer noch damit zu kämpfen, dass ich meine Babys nicht als erstes sehen konnte und bei ihnen sein durfte.

    Hätte mir mehr Mitgefühl gewünscht. Ein Psychologe war nie da und wurde auch nie angeboten. Mir hat nie jemand was richtig erklärt, nur so nebenbei. Die ganze Situation war sehr seltsam und grausam für mich. Wollte meine zwei jeden abend einfach mitnehmen. Hab leider immer noch ziemlich dran zu knabbern.


    Uploaded with ImageShack.us

  5. #5
    Jazzy82 ist offline addict
    Registriert seit
    22.11.2007
    Beiträge
    400

    Standard Re: Habt ihr Wünsche für Intensivstation?

    Also wir hatten auf der Neo damals sehr nette Schwestern, die sich um einen gekümmert haben.
    Ich denke es ist immer so eine liegt mehr, eine andere weniger. Es hieß dort Elternberatung.
    Was ich nicht leiden konnte bei der einen, war dieses aktive Zuhören (heißt das so?).
    Was mir nicht gefiel, ging mehr von den Stationen aus. Da unsere Maus ziemlich stabil war, kam sie auf die normale Neo und lag dort zwischen 4 kg Kindern mit Gelbsucht usw. und wurde teilweise "begafft".
    Außerdem stand zwar die Verlegung von der Intensiv auf die normale an, aber die intensiv hat uns nicht bescheid gesagt und unser Kind war einfach "weg".
    Es wurde kein Abschlussgespräch auf der einen Station geführt usw.
    Zufällig erfuhren, wir dann auf der neo, dass unsere Tochter doch noch Coffein bekommen hatte.
    Ich habe zu dieser Zeit viel verdrängt, was später alles noch mal hoch kam, bei "kleinen" Wehwehchen bei ihr.
    Ich hatte keine Vollnarkose, da es den Ärzten zu riskant war für die KLeine und konnte sie sogar eine Sekunden sehen und sie hat geschrien. Aber ich habe manchmal das Gefühl, dass mir die letzten zehn Wochen einfach "geklaut" wurden.
    Wünsche allen Frühchen-Eltern alles Gute und hoffe für alle, dass sie nie welche werden.


    *23.05.2008 / 1050g / 35 cm (ET 1.8.) :liebe:

  6. #6
    Jazzy82 ist offline addict
    Registriert seit
    22.11.2007
    Beiträge
    400

    Standard Re: Habt ihr Wünsche für Intensivstation?

    Ich habe mir gar kein Buch geholt.
    Und ich wurde nach der OP direkt auf die Neo geschoben. (Worum ich scheinbar wirklich dankbar seinen kann.)
    Die Schwestern haben mein Bett hochgepumpt und den Inkubator runter. Vorher hat mein Mann mir noch Fotos in den "Aufwachraum" gebracht.


    *23.05.2008 / 1050g / 35 cm (ET 1.8.) :liebe:

  7. #7
    Gast

    Standard Re: Habt ihr Wünsche für Intensivstation?

    Als ich ins Krankenhaus musste "nur zur Medikamenteneinstellung" habe ich dort nur geheult... Ich lag alleine in einem Zimmer, konnte mich nur bei meinem Mann und meiner Hebamme ausheulen - beim Personal war ich eine "Patientin".

    als unser Sohn zur Welt kam, machte ich mir die schlimmsten Vorwürfe. Er kam zwar "nur" 5 Wochen zu früh und war kerngesund, aber für mich brach dennoch eine Welt zusammen! Ich machte MIR Vorwürfe eine schlechte Mutter zu sein, konnte ich doch mein Ungeborenes nicht bis zum Ende behalten! Viele Kleinigkeiten seitens des Personals machte den Aufenthalt im Krankenhaus ganz und gar nicht leichter für mich. Obwohl ich ausdrücklich gesagt hatte, dass ich stillen wollte, hörte ich keine 8 Stunden nach der Geburt: "Und er hat sooo schön aus der Flasche getrunken!" Anlegen... Fehlanzeige! Eine Psychologin wegen der Schuldgefühle... Fehlanzeige! Ich wurde bevormundet, MUSSTE mein Kind nachts abgeben und litt wie ein Hund!!! Und als mein Baby auch noch die Gelbsucht bekam - ich bin durchgedreht...
    habe Draussen im Garten geheult, mich verflucht und war der festen Überzeugung die schlechteste Mutter der Welt zu sein!!! Ich hatte ein Frühchen (MEINE Schuld, durch MEINE Gestose) und es musste auch noch unter die Lampe (in dem Augenblick auch MEINE Schuld)... Und die Schwestern taten auch noch ihr Bestes: "Legen Sie mal das Kind wieder unter die Lampe, sonst wird es nicht gesund."

    Nach sechs Tagen wurde mein Kind in ein anderes Krankenhaus verlegt und ich bin nach Hause - ohne Baby... In diesem Krakenhaus kam unser Großer auf die FrühchenIntensiv und alles war soooo anders! Wir telefonierten mehrmals am Tag mit den Schwestern, ich wurde so oft ermuntert ihn anzulegen und obwohl er unter der Lampe lag, konnten wir ihn herausnehmen und mit ihm kuscheln. Niemand kam und sagte uns, unser Kind würde nicht gesund werden!

  8. #8
    dolphin100 ist offline Pooh-Bah
    Registriert seit
    31.03.2007
    Beiträge
    2.110

    Standard Re: Habt ihr Wünsche für Intensivstation?

    Stimmt eine Psychologin hab ich auch nicht gesehen. Da hätte man sich sicher informieren müssen, aber auf so eine Idee bin ich gar nicht gekommen. Die von der Elternhilfe waren sehr lieb und haben einen Mut gemacht.

    Mir fehlten halt auch diese 12 Wochen und wenn ich schwange Frauen sehe...bin ich teilweise "neidisch" auf die dicken Bäuche, weil ich das nicht erleben durfte. Ich mache mir auch immer noch Vorwürfe, ob ich schuld an der Frühgeburt bin.

    Wollte auch noch mal sagen, dass ich es toll finde, dass du fragst!!!!

  9. #9
    Mamastern ist offline Stranger
    Registriert seit
    04.07.2007
    Beiträge
    23

    Standard Re: Habt ihr Wünsche für Intensivstation?

    Ich muss sagen, dass wir damals nach der Geburt unseres Sohnes (33.+4 SSW) von den meisten Schwestern auf der Neo ganz lieb behandelt wurden. Das Einzige, was mich wirklich massiv gestört hat, war, dass es "Besuchszeiten" gab, d.h., man durfte nicht vor zwölf Uhr mittags und nicht nach acht Uhr abends bei seinem Kind bleiben, um den Ablauf auf der Station nicht zu stören. Das hatte bestimmt seine Gründe, aber gerade in den ersten Tagen nach der Geburt war das sehr schwer, zu warten, bis es einem "erlaubt" war, sein Kind zu besuchen.

  10. #10
    Avatar von Nicemama
    Nicemama ist offline old hand
    Registriert seit
    26.03.2009
    Beiträge
    836

    Standard Re: Habt ihr Wünsche für Intensivstation?

    also ich fand es auch doof auf besuchszeiten angewiesen zu sein.mittags durfte man nicht rein,wegen den schichtwechsel der schwestern,abends musste man ab 8 gehen...
    dann wurde mir der kleine erst nach ner woche auf die brust gelegt,da kam damals eine schwester und meinte ob sie ihn mir wiede rausnehmen soll,ich war ganz verwirrt...wusste ja nicht das man ihn schon rausnehmen darf sonst hätt ich ja schon längst was gesagt..die schwester verstand es auch nicht das ihn noch niemand raus nahm und mir auf die brust lag...,dann waren nie ärzte da mit denen man sich unterhalten konnte wie es ihm geht,nur die kurzen antworten der schwestern"alles ok",ich mein das ist ja schon gut aber ich hätte trotzdem gerne gewusst wie es ihm geht oder so....
    ansonsten waren sie schon nett da,bin aber froh das diese zeit vorbei ist..
    985g,35cm gross

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •