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Baum-Darstellung
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31.01.2010, 04:41 #1
der letzte Tagebucheintrag (Geburtsbericht) - seeeeeeeeeehr lang
Ich habe heute den letzten Tagebucheintrag an meine Tochter fertig gestellt und stell ihn hier als den Geburtsbericht rein. Also wer sich durchkämpfen möchte, er ist verdamt lang und sehr detailliert...
18.01.2010:
Nach der heutigen Vorsorgeuntersuchung steht es nun fest, ich muss ins Krankenhaus. Tante Ivonne ist so lieb und bringt mich hin. Der Papa weiß zwar Bescheid, aber er kann mir eh nicht helfen, also kommt er nicht ins Krankenhaus. Ich bin ja auch nur zur Beobachtung hier. Nach ewiger Zeit am CTG und ständiger Blutdruckkontrolle steht fest: Es wird eingeleitet. 17Uhr, es ist soweit und sie legen mir das Wehengel... Es passiert nichts.
19.01.2010
Die Nacht hab ich am CTG und einer Blutdruckmanschette verbracht und keine Minute geschlafen. Um 8 Uhr wird nochmal Wehengel gelegt, mal schauen, ob es dieses Mal was bringt. Laut der Ärztin kann das bis zu 4 Tagen dauern... Wenn dem so ist, dann dreh ich durch. Ich mag eh keine Krankenhäuser, aber wenn man mir dann noch den Schlaf entzieht und mir eine Geburt bevorsteht...
Nachdem nun immernoch nichts passiert, bin ich grad dabei den Papa heim zu schicken, damit der sich ein bisschen ausruhen kann. Ich hab eh nur CTG und Blutdrucküberwachung anzubieten. Eigentlich möchte er mich nicht alleine lassen, sieht es aber dann doch ein und macht sich fertig. In diesem Moment merke ich einen sehr schmerzhaften Stich, als würdest du mich mit all deiner Kraft treten. Ich stehe vom Bett auf und laufe in diesem Moment aus. Meine Fruchtblase ist geplatzt, da bin ich mir sicher.
Mit Tränchen in den Augen schau ich den Papa an und sage: "Ich glaube, du kannst hier bleiben!"
14 Uhr: Wir gehen beide in den Kreissaal und ich werde wieder an mein geliebtes CTG angeschlossen. Nach kurzer Zeit geht's los, die Wehen setzen ein und mich zerreißt es fast. So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Ich dachte, die Schmerzen steigern sich langsam, aber wenn es zu dem, was ich grad fühle noch eine Steigerung gibt, dann will ich nicht mehr weitermachen.
Die Hebamme kommt um nachzuschauen, wie weit mein Muttermund schon offen ist. Er ist natürlich noch zu und laut Hebamme sind meine Wehen auch noch nicht stark und gleichmäßig genug, um sich auf den Muttermund auszuwirken. Wenn das dann mal soweit sein sollte, würde es im Schnitt nochmal 1h pro cm dauern. Soweit kann selbst ich unter Schmerzen noch rechnen, dass das noch locker 12h werden können... Ich dreh durch, das halt ich nicht aus!! Der Papa weiß auch nicht, wie er mir das Leben einfacher machen kann und ich steigere mich immer mehr in meinen Schmerzen und in dem Wunsch, alles möge JETZT vorbei sein.
Ca. 2h später ist mir alles egal, ich kann nicht mehr. Sollen mich doch Alle für schwach halten, ich will etwas gegen die Schmerzen. Die Hebamme hält mich ziemlich hin aber nach einer erneuten Kontrolle des Muttermunds (Jippi, 3-4cm haben wir schon... von wegen nicht effektiv) erwähnt sie das erste Mal die PDA. Das klingt wie Musik in meinen Ohren... Hoffentlich bald!
Irgendwie komme ich mir veräppelt vor. Es kommt niemand, schon gar kein Anestäsist. Ich will doch aber meine PDA! Mal schmerzfrei sein, durchatmen, Kraft sammeln für die eigentliche Geburt. Mittlerweile ist es schon nach 17 Uhr und ich bin es Leid zu warten. Endlich kommt der Narkosearzt, geht meinen Fragebogen zur PDA durch und will mich belehren... GIB MIR EINEN KULI, ICH UNTERSCHREIBE ALLES!!!!
Kurz vor 18 Uhr: Ich hänge seit fast einer Stunde sitzend am Bettrand, mit der Narkoseschwester auf meinen Schultern, Wehen im Minutentakt veratmend da und der Arzt kommt nicht zwischen meine Wirbel. Was kann denn noch alles schief gehen??? Ich könnte heulen. Ich schwöre dem Papa mehrmals, dass du ein Einzelkind bleiben wirst. Sowas macht man doch nicht zweimal mit.
Als die PDA endlich sitzt und anfängt zu wirken, könnte ich die Welt umarmen. Entpannen ist nun angesagt, ich reiße Witze und der Papa versteht die Welt nicht mehr. Wie kann ein Mensch sich innerhalb von Minuten so ändern.
Es ist mir wahrscheinlich nicht gegönnt, denn eine Stunde später (ca. 20 Uhr) merkte ich die Wehen wieder. Die ganzen Strapazen für nur eine Stunde ohne Schmerzen? Ich klingel wieder nach der Hebamme, verlange eine Nachdosis, aber sie möchte das mit der Ärztin abklären und schon warten wir wieder. Ich habe das Gefühl, die wollen uns hinhalten. Der Papa wird langsam nervös. Selbst das Sandwich, was er sich gerade geholt hatte, hilft nicht wirklich. Endlich kommt die Ärztin, kontrolliert den Muttermund zum gefühlten 100. Mal... Ob die wissen, wie sich das anfühlt??? Wir haben mittlerweile 9cm und ich hab die Hoffnung, das Ganze dauert nicht mehr so lange. Dieses Druckgefühl kann man nicht wirklich beschreiben, wenn man es nicht selbst erlebt hat. Ich verlange eine Nachdosis der PDA, denn ich merke wieder jede einzelne Wehe. Ich muss förmlich darum betteln bis die Hebamme Erbarmen mit mir hat. Sie sagt, wenn ich das Bedürfnis hätte zu Pressen, dann sollte ich das ruhig tun. Du würdest noch so weit oben liegen, das dauert.
Die nächste Wehe nutze ich gleich aus, ich will nämlich dass du raus kommst und zwar jetzt. Ich presse, was meine Kraft hergibt. Ich spüre richtig, wie du immer tiefer rutscht und wundere mich selbst über die Kraft, die ich aufbringen kann. Der Papa ist großartig. Er hält mit der linken Hand meine Hand, drück mit dem linken Arm mein Bein (kann es wegen der PDA nicht mehr halten) und mit der rechten Hand hilft er mir bei jeder Presswehe, mich vorzubeugen.
Die nächste Presswehe kommt und ich will jetzt, dass du raus kommst. Der Papa kommt mit deinem Kopf ganz nah an meinen und ich fühle, wie er mit mir leidet. Ich schreie das erste Mal! Mir fallen Tante Ivonnes Worte ein: "Es fühlt sich an, als müsstest du eine Wassermelone scheißen!" Und sie hat Recht, das beschreibt das Gefühl gut.
Die dritte Presswehe treibt dich richtig voran und die Hebamme sieht schon dein Köpfchen, sie ruft die Ärztin. Bei der nächsten Wehe nehme ich mir innerlich vor, mit dieser werde ich mein Baby raus bringen und wenn es das Letzte ist, was ich tue.
Also mobilisier ich all meine Kräfte und presse. Plötzlich sagt die Hebamme: "Stopp! Jetzt nicht mehr pressen, der Kopf ist halb draußen! Wir dehnen erstmal den Damm!" Was machen wir? Ich wollte dich raus bringen und darf nicht?
Nun steck ich im schlimmsten Moment der gesamten Geburt. Wie dein Köpfchen so halb draußen ist und dieses höllische Druckgefühl sind kaum zu ertagen. Meine Gedanken kreisen nur um einen Satz... Einmal noch, dann ist sie draußen. Ich kann es kaum erwarten. Ich will dich sehen, wie du aussiehst, will dich spüren, dich hören. Da kommt sie, die letzte Wehe, ich presse nochmal so stark ich kann. Der Papa kommt wieder ganz nah an mich ran und drückt mir einen Kuss auf die Stirn, das werde ich nie vergessen. Und dann bist du da. Die Hebamme legt dich auf meinen Bauch und du bist so hübsch. Ich schau den Papa an und als ich sehe, dass er seinen Gefühlen freien Lauf lässt, muss auch ich weinen.
Wir haben es geschafft! Um 21:30 Uhr wurden wir an diesem Tag zu einer Familie. Wir sind überglücklich!
So, das war's. Kompliment an die, die sich durchgekämpft haben.Geändert von lucky7 (31.01.2010 um 04:50 Uhr)





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