Muss man Lernen lernen, wirklich? Das ist eine Frage die mich schon des längeren umtreibt. Und die ich aus rein persönlichen Gründen eigentlich verneinen würde...

Also, mal so ganz objektiv:
Alle Kinder können lernen. Von Geburt an lernen sie: Laufen, sprechen, sich im sozialen Umfeld bewegen und noch vieles mehr. Glücklicherweise musste ihnen nie jemand beibringen wie man das tut. Das können sie alles ganz von allein. Warum sollten sie mit Eintritt in die Schule plötzlich verlernt haben wie man lernt?

Oder mal etwas persönlicher:
Wir alle waren in der Schule. Wir alle haben die Schule abgeschlossen. Früher, also ich kann da jetzt natürlich nur für mich sprechen, hat es niemand interessiert wie gelernt wurde. Warum auch? Manche Kinder waren besser andere schlechter in der Schule. Hm, das ist ja heute auch nicht anders. Als ich in der Grundschule war, war kein Elternteil irgendeines Schülers der Meinung die Kinder müssen zusätzlich zu Hause noch irgendetwas lernen (meinen Eltern war die Schule reichlich gleichgültig und ich komme aus einem sehr Bildungsaffinen Umfeld).
In der weiterführenden Schule wars dann ja auch nicht anders.
Als ich mit dem Studium angefangen habe, habe ich mir mal kurzfristig überlegt, ob ich nicht doch „anders“ lernen solle, so wie die Menschen in meinem Umfeld lernten...Dinge aufschreiben, Karteikarten benutzen, was weiss ich... Ich habe es sehr schnell wieder aufgegeben.
Ich lerne anders. Ich habe eine deutliche Affinität zum geschriebenen und gesprochenen Wort. Wenn ich lernen will, lese ich ein Buch oder höre in der Vorlesung zu. Das ist vielleicht nicht der Lernpädagokik letzter Schrei, aber für mich gut. Ich habe nie gelernt zu lernen, warum auch. Lernen kann jeder, denke ich.

Warum ist also dieses Lernen lernen so im Fokus? Nur weil manche Kinder Dinge schnell lernen heißt dass ja nicht, dass sie im Zweifelsfall nicht auch Anstrengungen in Kauf nehmen würden um sich Wissen anzueignen?

Was verstehe ich nicht? Wo liege ich falsch?

Liebe Grüße

Kami