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  1. #1
    Avatar von HeddaGabler
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    Standard Ab wann ist ein Minderleister ein Minderleister?

    Und wer entscheidet das?
    Wenn ein Minderleister jemand ist, der mit seiner Leistung hinter seinem Potential zurückbleibt, wäre dann nicht schon ein Zweierschüler ein Minderleister, wenn er eigentlich hochbegabt ist?

    Ist man nur ein Minderleister, wenn man 4en und 5en schreibt? Oder wenn man immer 3en schreibt?

    Und ab wann ist ein Hochleister ein Hochleister?

    Wie definiert ihr das?
    Gruß
    Hedda

  2. #2
    Gast

    Standard Re: Ab wann ist ein Minderleister ein Minderleister?

    Zitat Zitat von HeddaGabler Beitrag anzeigen
    Und wer entscheidet das?
    Wenn ein Minderleister jemand ist, der mit seiner Leistung hinter seinem Potential zurückbleibt, wäre dann nicht schon ein Zweierschüler ein Minderleister, wenn er eigentlich hochbegabt ist?

    Ist man nur ein Minderleister, wenn man 4en und 5en schreibt? Oder wenn man immer 3en schreibt?

    Und ab wann ist ein Hochleister ein Hochleister?

    Wie definiert ihr das?
    Gruß
    Hedda

    Och, Hedda, definieren?

    Ich habe mal ein paar Definitionen dazu gelesen, aber ... Natürlich gibt es die Überlegung, das ein Kind, dessen Leistungen weit hinter seinem Potential zurückbleiben, ein Minderleister sein könnte, und diese Überlegung gibt es nicht nur bei Hochbegabung, sondern z.B. auch bei Legasthenie. Dennoch wird bei einem hochbegabten Kind trotz eindeutiger Hinweise auf eine Legasthenie keine Legasthenie diagnostiziert, wenn seine Rechtschreibleistung durchschnittlich ist. Es braucht den Schutz nicht.

    Sofern ich richtig informiert bin, ist das bei der Feststellung von Underachievment ähnlich. Solange die schulischen Leistungen eines hochbegabtes Kindes nicht unterdurchschnittlich sind, wird nicht von Minderleistung ausgegangen. - Mit immer 3, na ja, würde ich da aufmerksam werden, denn das kann schnell abrutschen.

  3. #3
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    Standard Re: Ab wann ist ein Minderleister ein Minderleister?

    Zitat Zitat von Epilog Beitrag anzeigen
    Och, Hedda, definieren?

    Ich habe mal ein paar Definitionen dazu gelesen, aber ... Natürlich gibt es die Überlegung, das ein Kind, dessen Leistungen weit hinter seinem Potential zurückbleiben, ein Minderleister sein könnte, und diese Überlegung gibt es nicht nur bei Hochbegabung, sondern z.B. auch bei Legasthenie. Dennoch wird bei einem hochbegabten Kind trotz eindeutiger Hinweise auf eine Legasthenie keine Legasthenie diagnostiziert, wenn seine Rechtschreibleistung durchschnittlich ist. Es braucht den Schutz nicht.

    Sofern ich richtig informiert bin, ist das bei der Feststellung von Underachievment ähnlich. Solange die schulischen Leistungen eines hochbegabtes Kindes nicht unterdurchschnittlich sind, wird nicht von Minderleistung ausgegangen. - Mit immer 3, na ja, würde ich da aufmerksam werden, denn das kann schnell abrutschen.
    Siehste, schon kommen wir in den Definitionswald :D
    Mich interessieren solche Definitionen und Abgrenzungen.
    Aber immer 3 ist doch nicht unterdurchschnittlich?

    Wieso wird einem hochbegabten Legastheniker keine Legasthenie diagnostiziert? Das wäre doch Quatsch Was hat das eine mit dem anderen zu tun und warum braucht ein HB-Kind weniger "Schutz"?

  4. #4
    Gast

    Standard Re: Ab wann ist ein Minderleister ein Minderleister?

    Zitat Zitat von HeddaGabler Beitrag anzeigen
    Und ab wann ist ein Hochleister ein Hochleister?
    Jedes hochbegabte Kind ist ein potentieller Hochleister, denn es ist grundsätzlich zu herausragender Leistung fähig. Wer jedoch möchte, dass ein Kind eine herausragende Leistung erbringt, muss die Begabung fördern.

    Boris Becker oder Hambüchen wurden bereits mit drei Jahren von ihren Vätern professionell geschult. Sie haben Talent, zweifelsohne, aber es ist auch mehr als früh gefördert worden. Die meisten Eltern sind zu einer solchen Förderung jedoch nicht bereit, und das halte ich auch für richtig so.

    Allerdings ist kaum davon auszugehen, dass ein Schüler einmal einen "Jugend forscht"- Wettbewerb gewinnt, wenn es gar nicht in der Richtung gefördert wird. Nein, meine Kinder sollen keinen "Jugend-forscht"-Wettbewerb gewinnen, nicht dass da ein Missverständnis entsteht, aber natürlich fördern wir unsere Kinder auch. Wenn man ihre Gesamtleistung zusammenfasst, wird klar, dass sie Hochleister sind, doch in gewissen Grenzen, die wir für richtig halten.

  5. #5
    Gast

    Standard Re: Ab wann ist ein Minderleister ein Minderleister?

    Zitat Zitat von HeddaGabler Beitrag anzeigen
    Siehste, schon kommen wir in den Definitionswald :D
    Mich interessieren solche Definitionen und Abgrenzungen.
    Aber immer 3 ist doch nicht unterdurchschnittlich?

    Wieso wird einem hochbegabten Legastheniker keine Legasthenie diagnostiziert? Das wäre doch Quatsch Was hat das eine mit dem anderen zu tun und warum braucht ein HB-Kind weniger "Schutz"?
    Nö, bei uns definiert Prof. Rost. Habe ihn heute zufällig wieder gehört und finde ihn immer wieder erfrischend unkompliziert.

    Hochbegabte Kinder, so meinte er, sind zunächst einmal Kinder. Hochbegabte Kinder sind genau so wie alle anderen Kinder auch. Nur mit einem wichtigen Unterschied: Sie sind intelligenter.

    Eine Drei ist nicht unterdurchschnittlich, also liegt keine Minderleitung vor. Immer eine Drei ist jedoch eine Leistung weit unter dem Potential eines hochbegabten Kindes und es lässt sich nicht ausschließen, dass sich der Schüler zum Minderleister entwickelt. Wie geschrieben, ich würde aufmerksam sein. Nicht mehr, nicht weniger.

  6. #6
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    Standard Re: Ab wann ist ein Minderleister ein Minderleister?

    Zitat Zitat von Epilog Beitrag anzeigen
    Jedes hochbegabte Kind ist ein potentieller Hochleister, denn es ist grundsätzlich zu herausragender Leistung fähig. Wer jedoch möchte, dass ein Kind eine herausragende Leistung erbringt, muss die Begabung fördern.

    Boris Becker oder Hambüchen wurden bereits mit drei Jahren von ihren Vätern professionell geschult. Sie haben Talent, zweifelsohne, aber es ist auch mehr als früh gefördert worden. Die meisten Eltern sind zu einer solchen Förderung jedoch nicht bereit, und das halte ich auch für richtig so.

    Allerdings ist kaum davon auszugehen, dass ein Schüler einmal einen "Jugend forscht"- Wettbewerb gewinnt, wenn es gar nicht in der Richtung gefördert wird. Nein, meine Kinder sollen keinen "Jugend-forscht"-Wettbewerb gewinnen, nicht dass da ein Missverständnis entsteht, aber natürlich fördern wir unsere Kinder auch. Wenn man ihre Gesamtleistung zusammenfasst, wird klar, dass sie Hochleister sind, doch in gewissen Grenzen, die wir für richtig halten.
    Warum gibt es dann Kinder, die das nicht aufs Papier bekommen? Falsches Schulsystem? Falsche Förderung, dadu das erwähnst?
    Und: ist ein Kind mit mittelmäßigen Noten dann gleich ein Minderleister oder nennt man das nur so, wenn es sich über Jahre hinzieht?

    Ich finde, dieser Ausdruck wird immer recht schnell verwendet, nur weil ein Kind mal keine Einser hat und sie doch "potentiell" haben könnte.
    Wenn es nur am Potential läge, müsste man ja schnell die Motivationsvoraussetzungen ändern können und das Kind könnte wieder bessere Leistungen erzielen (was ja auch für das Kind schöner wäre).
    Das spricht also wieder für die "Förderung", die du ansprichst. Was also sollen Eltern tun, deren Kinder in den Noten absacken und als "Minderleister" gelten. Und, wie schon gefragt, ab wann verwendet man diesen Ausdruck überhaupt?

    Ich habe mal gelesen, dass das überhaupt kein "Grundschulausdruck" ist, sondern dass er eher für ältere Schüler verwendet wird, die aus irgendeinem Grund hinter ihrem Potential zurückbleiben.

    Wenn man die Idee hat, ein Zweitklässler sei ein "Minderleister", dann ist das doch wie ein Freibrief zum "nicht lernen", denn man ist ja "Minderleister" und kann dafür nichts. Aber das ist ja keine Krankheit, sondern ein Zustand. Und der sollte nicht statisch sein, sondern dynamisch. Hm.
    Mit dem letzten Satz wiederhole ich mich, ich weiß. Dieses Thema ist für mich noch nicht zufriedenstellend abgehandelt :D

  7. #7
    Gast

    Standard Re: Ab wann ist ein Minderleister ein Minderleister?

    Für mich ist ein Minderleister jemand, der unterdurchschnittliche Schulleistungen bringt, obwohl er das Potential für mehr hat. In Noten: schlechter als "nur 3".

    Denn es ist ja kein begabtes oder hochbegabtes Kind verpflichtet, sein Potential so auszunutzen, dass es hochleistend sehr gute Noten schreibt. Aber durchschnittliche Leistungen sollten normalerweise drin sein - sonst stimmt was nicht.

    Unabhängig von der Notendefinition ist ein Minderleister für mich nicht ein Pubi, der absichtlich - weil Null bock - nichts lernt und deswegen gerade so am Durchfallen vorbeischrammt (aber zB genau weiß, in welchem Fach er jetzt auf die Schnelle noch welche Note bringen muss, um nicht durchzufallen. ).

    Sondern jemand, der durch welche Umstände auch immer den Zugang zu seinem Potential verloren hat, d.h. selbst wenn er will, nicht plötzlich "leisten" kann. Und der das erst wieder "lernen" muss - zB Selbstvertrauen gewinnen, Lerntechniken, Ängste besiegen, Motivation wiederfinden etc. etc.

  8. #8
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    Standard Re: Ab wann ist ein Minderleister ein Minderleister?

    Zitat Zitat von zwei-und-eins Beitrag anzeigen

    Sondern jemand, der durch welche Umstände auch immer den Zugang zu seinem Potential verloren hat, d.h. selbst wenn er will, nicht plötzlich "leisten" kann. Und der das erst wieder "lernen" muss - zB Selbstvertrauen gewinnen, Lerntechniken, Ängste besiegen, Motivation wiederfinden etc. etc.
    DAS ist mal eine Definition, mit der ich mich anfreunden kann, ich glaube, sheera hat auch mal was in dieser Richtung geschrieben.
    Wie stellt man die Motivationsherstellung an, wenn ein hochbegabtes Kind nicht lernen und wissen will? :(

  9. #9
    Gast

    Standard Re: Ab wann ist ein Minderleister ein Minderleister?

    Zitat Zitat von HeddaGabler Beitrag anzeigen
    Warum gibt es dann Kinder, die das nicht aufs Papier bekommen? Falsches Schulsystem? Falsche Förderung, dadu das erwähnst?
    Und: ist ein Kind mit mittelmäßigen Noten dann gleich ein Minderleister oder nennt man das nur so, wenn es sich über Jahre hinzieht?

    Ich finde, dieser Ausdruck wird immer recht schnell verwendet, nur weil ein Kind mal keine Einser hat und sie doch "potentiell" haben könnte.
    Wenn es nur am Potential läge, müsste man ja schnell die Motivationsvoraussetzungen ändern können und das Kind könnte wieder bessere Leistungen erzielen (was ja auch für das Kind schöner wäre).
    Das spricht also wieder für die "Förderung", die du ansprichst. Was also sollen Eltern tun, deren Kinder in den Noten absacken und als "Minderleister" gelten. Und, wie schon gefragt, ab wann verwendet man diesen Ausdruck überhaupt?

    Ich habe mal gelesen, dass das überhaupt kein "Grundschulausdruck" ist, sondern dass er eher für ältere Schüler verwendet wird, die aus irgendeinem Grund hinter ihrem Potential zurückbleiben.

    Wenn man die Idee hat, ein Zweitklässler sei ein "Minderleister", dann ist das doch wie ein Freibrief zum "nicht lernen", denn man ist ja "Minderleister" und kann dafür nichts. Aber das ist ja keine Krankheit, sondern ein Zustand. Und der sollte nicht statisch sein, sondern dynamisch. Hm.
    Mit dem letzten Satz wiederhole ich mich, ich weiß. Dieses Thema ist für mich noch nicht zufriedenstellend abgehandelt :D
    Wenn du ein eigenes Problem hast, solltest du das formulieren, denn so ist es zu weit gefasst, finde ich.

    Erstens, ich kenne den Ausdruck Underachiever auch nur bei älteren Schülern. Zweitens, eine dauerhafte Drei bei einem hochbegabten Kind ist kein Underachievment, aber eine Leistung, die auf ein Problem hinweist.

    Wenn ein Schüler sein Wissen und Können nicht schriftlich nachweisen kann, vermag das tausend Gründe zu haben, beginnend bei mangelnder Schulung, insbesondere bei jüngeren Kinder, die noch in der Schreiberwerbsphase sind, bis hin zu Prüfungsangst, Leistungsdruck, Legasthenie oder auch Unkonzentriertheit aufgrund von Unterforderung. Meistens gibt es nicht nur einen Grund und das Selbstbild des Schülers, seine Anpassungsbemühungen oder womöglich seine innere Abwehr spielen bei allem eine Rolle. - Äh, und der Lehrer natürlich!

  10. #10
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    Standard Re: Ab wann ist ein Minderleister ein Minderleister?

    Zitat Zitat von Epilog Beitrag anzeigen
    Wenn du ein eigenes Problem hast, solltest du das formulieren, denn so ist es zu weit gefasst, finde ich.

    Erstens, ich kenne den Ausdruck Underachiever auch nur bei älteren Schülern. Zweitens, eine dauerhafte Drei bei einem hochbegabten Kind ist kein Underachievment, aber eine Leistung, die auf ein Problem hinweist.

    Wenn ein Schüler sein Wissen und Können nicht schriftlich nachweisen kann, vermag das tausend Gründe zu haben, beginnend bei mangelnder Schulung, insbesondere bei jüngeren Kinder, die noch in der Schreiberwerbsphase sind, bis hin zu Prüfungsangst, Leistungsdruck, Legasthenie oder auch Unkonzentriertheit aufgrund von Unterforderung. Meistens gibt es nicht nur einen Grund und das Selbstbild des Schülers, seine Anpassungsbemühungen oder womöglich seine innere Abwehr spielen bei allem eine Rolle. - Äh, und der Lehrer natürlich!
    Ich stimme dir zu, wobei es in der weiterführenden Schule immer so viele Lehrer gibt, dass man ja nicht wegen EINEM Underachiever werden kann....................

    Da aber die Minderleistung offener Ausdruck eines wohl tiefer liegenden Problems ist, sollte man das ja nicht einfach so hinnehmen ("ist halt Minderleister"), sondern aktiv etwas tun (Schulsituation prüfen, Psychologen hinzuziehen o.ä.). Oder ?

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