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  1. #1
    Kami78 ist offline Stranger
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    Standard Wie kann ich ihr helfen?

    Hallo an alle,

    ich schreibe mal bei euch, obwohl mein Thema eigentlich nichts mit Hochbegabung zu tun hat.
    Hier ist aber oft von einer Diskrepanz zwischen kognitiver und sozialer Begabung die Rede, wenn ich das jetzt beim Querlesen richtig gesehen habe.

    Also ich komme jetzt mal von der anderen Seite: Meine Jüngste scheint sozial-emotional leider deutlich weiter zu sein als kognitiv.......

    Aktuell ist sie 8 Jahre alt, in der 3. Klasse und dort auch kognitiv gut aufgehoben, also eine ganz normale 3.-klässlerin. Leider sind alle Freundinnen aber schon ein Jahr weiter. Ihre allerbeste Freundin gerade 11 geworden (spät eingeschult), die 2. beste Freundin aktuell 10 sind beide in der 4.Klasse. Alle anderen Kinder mit denen sie ihre Zeit verbringt sind ebenfalls in der 4. Klasse.

    Tochter sagte schon in der 2. Klasse, dass sie nicht in die 4. Klasse gehen möchte, weil sie da keine Freundinnen mehr hat und weinte schon damals häufig bei dem Gedanken daran. Jetzt will sie kaum mehr in die Schule gehen. Sie sieht nur noch Abschied und eine schreckliche Zeit im nächsten Jahr.

    Sie verbringt ihre Tageszeit mit den Freundinnen im Hort (bis 17:00 Uhr), oft nehmen wir ihre Freundinnen danach mit zu uns oder sie geht mit ihren Freundinnen.

    Leider wohnen wir hier weit weg von der Schule genau so wie ihre beste Freundin- aber in der falschen Richtung, so dass es von Tür zu Tür ca. 40 km sind, man kann sich also nicht einfach nach der Schule zum Spielen treffen.

    Jetzt hat leider eine Freundin ihr noch den Floh ins Ohr gesetzt sie könne ja in die 5. Klasse springen. Leider wird das ganze auch noch von dem Vater der Freundin mitgetragen, der vor meiner Tochter sagt, das sei doch toll und was denn dagegen spräche. Hilfe! Sie ist keine 5.-klässlerin auch wenn sie es noch so gern wäre. Ich würde sie wirklich gerne mit ihren Freundinnen auf die weiterführende Schule schicken, aber dort sehe ich sie einfach nicht.

    Wie kann ich ihr nur helfen? Ihr wisst es auch nicht, oder? Sie tut mir so leid.

    Liebe Grüße

    Kami
    Geändert von Kami78 (08.06.2012 um 02:07 Uhr)

  2. #2
    Gast

    Standard Re: Wie kann ich ihr helfen?

    Zitat Zitat von Kami78 Beitrag anzeigen
    Wie kann ich ihr nur helfen? Ihr wisst es auch nicht, oder? Sie tut mir so leid.
    Hallo Kami,

    ich gebe dir zwei Beispiele (bin heute einfach zu lange wach):

    Das eine ist ein Junge, bald zehn Jahre alt, in der 3. Klasse und sehr leistungsschwach. Er wechselte von einer Privatschule auf die staatliche, weil die Eltern sahen, dass er nichts lernte. Sein Ziel war es nun, sich zu verweigern, bis seine Eltern ihn zurückschulen würden, denn an der alten Schule hatte er seine Freunde. Die Rückversetzung in die 2. Klasse konnte mit Mühe und Not verhindert werden, und es wurde eine klare Ansagen getroffen: Er bleibt, wo er ist! Der Kontakt mit den alten Freunden wurde eingeschränkt! Bitter, aber wirkungsvoll. Der Junge hat seine Verweigerung aufgegeben und bemüht sich um gute Noten, die für ihn nicht einfach zu bekommen sind. Er will auf jeden Fall wieder mit seinen Freunden auf der weiterführenden Schule zusammenkommen, aber er bleibt weit leistungsschwächer als sie und die Entscheidung, ob er wirklich aufs Gymnasium soll, steht noch aus. Im Moment lernt er jedenfalls viel. Die klaren Ansagen haben ihm den Weg gewiesen.

    Für ein Gegenbeispiel hierzu halte ich Eltern, die die Begabung ihres Kindes nicht sehen wollen. Und das berührt mich sehr, denn es war eine Freundin meiner kleinen Tochter und eine ganz besondere und innige Freundschaft. Das erste, das uns auffiel, war, dass diese Freundschaft über Jahre, beginnend im frühen Kindergartenalter und über die verschiedensten Trennungen hinaus hielt. Meine kleine Tochter ist getestet hochbegabt, sogar ziemlich hoch, und dieses Kind konnte oft vieles, was meine Kinder im vergleichbaren Alter noch nicht konnten. Die Freundin war ein Jahr jünger, wir kennen sie, seit sie zwei Jahre alt war, und ihr weit älterer Bruder ist ebenfalls - mittlerweile getestet - hochbegabt. Doch dieses Kind sollte normal sein! Der Vater wünscht es so. Natürlich hätte ich eine Früheinschulung der Freundin gerne gesehen, denn diese Freundschaft war etwas Besonderes und die Fähigkeiten der kleinen Freundin auch. Aber nein, keine Früheinschulung. Während der Zeit, die das eine Kind im Kindergarten und das andere Kind in der Schule war, trafen sich die Mädchen bald täglich im Sport, wobei das für meine Tochter genau richtig und anstrengend war, während die Freundin die sportliche Leistungsfähigkeit meines Sohnes hatte und den täglichen Kindersport als "Lockerungsübung" nahm. (Äh, "Kindersport" heißt u.a. Leistungsturnen.) Als das Kind endlich eingeschult wurde, waren die beiden Freundinen unzertrennlich. Der Mutter misshagte, dass ihrer Tochter die ganzen netten Mitschülerinnen, mit denen sie sie verabredete, gleichgültig waren, und sie hat bis heute nicht begriffen, wieso.

    Das nächste, das ich zu hören bekam, war, dass die Freundin eine Rechenschwäche hätte. Ich habe das Kind mit drei und vier Jahren arbeiten gesehen, war damals höchst beeindruckt gewesen, und "lachte" die Mutter aus. Das Kind hatte dann auch keine Rechenschwäche! Es lief alles bestens, aber die Mutter verglich ihre Tochter mit meinen ein Jahr älteren Zwillingen. Die sind nun nicht die Blödesten und natürlich konnten meine Kinder besser lesen, schreiben, rechnen und auch turnen. Durch die "Konkurrenz" mit meinen Kindern hat die Mutter allen Maßstab verloren und gar nicht mehr registriert, wie leistungsfähig ihr eigenes Kind ist, dass es mit meinen Kindern überhaupt konkurrieren konnte. Das nächste, was ich erfuhr, war, dass die Freundin nicht auf die anspruchsvolle Schule wechseln wird, auf die meine Kinder wechseln werden. Damals war die Freundin in der 1. Klasse und die Mutter traute ihrer Tochter das für meine Kinder anstehene Gymnasium nicht zu!

    Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass die kleine Freundin hochbegabt ist, denn sie ist das einzige Kind, dass sich, sogar über meinen Sohn, in eine Zwillingsbeziehung drängen konnte, die damals aufgrund schlimmer Ereignisse nicht enger hätte sein können. Das Kind hat alles, Sozialkompetenz, Verständnisschnelligkeit, Anpassungsfähigkeit, Eigensinn. Ich kenne sie soo lange, mir galt sie immer als der fehlende Drilling, denn sie war in unserem Hause mit drei hochbegabten Kindern, das einzige Kind, das für mich so unproblematisch war wie meine eigenen Kinder selbst. Aber für ihre Eltern ist sie ein problematisches Kind, das durch die Freundschaft zu meiner Tochter immer problematischer zu werden schien, sodass die Eltern die Freundschaft sehr unschön gekappt haben. Meine kleine Tochter ist ihnen zu selbständig und schien ihnen - sie kennen meine kleine Tochter ja nun ebenso lange wie ich ihre Tochter kenne - gar nicht so brav, wie es den Anschein hat. Smile. Die Eltern wünschen jedoch keine Selbständigkeit ihres Kindes und auch nicht den Einfluss meiner Tochter. Und ich wünsche keine Vorwürfe fremder Eltern an meine kleine Tochter, denn sie ist eines der bravesten Kinder überhaupt. Wir "arbeiten" intensiv an ihrem Selbstbewusstsein.

    Entscheide du selbst, was dein Kind ist: ein Kind, dass eine klare Ansage braucht, oder ein Kind, das du vielleicht mal testen lassen solltest.

    Wie kommt dein Kind darauf, in der 5. Klasse bestehen zu können? Ich halte eine solche Überlegung für entweder besonders "dumm", womit ich meine, dass das Kind sich und seine Fähigkeiten nicht im mindesten einschätzen kann, oder für folgerichtig.

    Wie kommt ein Vater darauf, deiner Tochter einen solchen Floh ins Ohr zu setzen? Meinst du nicht auch, der Vater weiß, dass Springen etwas Besonderes ist, und dass deine Tochter nach einem halben Jahr "weg vom Fenster wäre", wenn sie keine besonderen intellektuellen Fähigkeiten hätte? Was würde das seiner Tochter nützen?

    Übrigens sieht keine "Grundschulmama" ihr Kind in der 5. Klasse! Das kommt erst nach der Entscheidung, zumindest bei uns, denn meine Kinder sind gerade erst von der 3. in die 4. Klasse gesprungen und werden wechseln! Und plötzlich habe ich da "andere Kinder" stehen. Ganz objektiv sind sie "kleiner", unsicherer geworden, aber ich persönlich habe keinen Zweifel mehr an ihre "Reife".

    Sag ihr klar "Nein" oder sprich mit den Lehrern, aber lass die Entscheidung oder die Ideen der anderen nicht in der Luft hängen; das wäre nicht gut für dein Kind.
    Geändert von Epilog (08.06.2012 um 04:23 Uhr)

  3. #3
    Gast

    Standard Re: Wie kann ich ihr helfen?

    Es kommt darauf an was du möchtest.

    Soll die Freundschaft erhalten bleiben kannst du versuchen sehr flexibel zu sein damit die Mädels sich auch in Zukunft regelmässig sehen können. Bei den Wechslern dürfte die Freizeit etwas knapper werden.

    Bist du gegen diese Verbindung, dann setz klare Grenzen damit sich dein Kind neu orientieren muss. Ob das aber Sinn macht musst du entscheiden.

    Hast du das Kind schon mal objektiv einschätzen lassen? Als Eltern neigt man gern dazu etwas nicht zu sehen, vor allen bei Mädchen. Ein Wechsel für dein Kind würde für dich wahrscheinlich die größere Umstellung bedeuten. Du musst es dann zulassen das sie bereits größer ist, könnest du es?
    Geändert von suche1 (08.06.2012 um 08:34 Uhr)

  4. #4
    Gast

    Standard Re: Wie kann ich ihr helfen?

    @Epilog ist ja echt der Hammer, was ihr da erlebt habt. Das klingt traurig für das Mädl und es ist schade, dass Eure Kinder eine Freundin verloren haben.

    @Kami Es gibt viele hochbegabte oder deutlich intelligentere Kinder, die sich mit Kindern abgeben, die deutlich älter sind als sie. Wenn Deine Tochter von den Großen so akzeptiert wird, spricht das schon eine deutliche Sprache, würde ich sagen.

    Nimm sie ernst. Lass sie testen und entscheide dann.

  5. #5
    Avatar von peacelike
    peacelike ist offline Legende
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    Standard Re: Wie kann ich ihr helfen?

    Zitat Zitat von Wickiemum Beitrag anzeigen
    @Epilog ist ja echt der Hammer, was ihr da erlebt habt. Das klingt traurig für das Mädl und es ist schade, dass Eure Kinder eine Freundin verloren haben.

    @Kami Es gibt viele hochbegabte oder deutlich intelligentere Kinder, die sich mit Kindern abgeben, die deutlich älter sind als sie. Wenn Deine Tochter von den Großen so akzeptiert wird, spricht das schon eine deutliche Sprache, würde ich sagen.

    Nimm sie ernst. Lass sie testen und entscheide dann.
    ich finde, es gibt in dem Ausgangspost nicht einmal den Hauch einer Andeutung, dass das Mädchen hochbegabt sein könnte. Es ist "emotional weiter", etwa ein gutes Jahr, das ist im Rahmen einer ungleichmäßigen Entwicklung aber nun nicht völlig ungewöhnlich.

    oder habe ich irgendetwas überlesen?
    Lieben Gruß

    peacelike mit Oktoberzwerg 06

  6. #6
    Gast

    Standard Re: Wie kann ich ihr helfen?

    Zitat Zitat von Kami78 Beitrag anzeigen
    Wie kann ich ihr nur helfen? Ihr wisst es auch nicht, oder? Sie tut mir so leid.

    Liebe Grüße

    Kami
    Hallo Kami,

    Wie wäre es mit Aktivitäten am späteren Nachmittag oder am Wochenende, wo sie etwas ältere Kinder treffen kann?
    Da gibt es ja diverse Möglichkeiten, z.B. Vereinssport, Kinderchor, Naturschutzjugend, Pfadfinder...

    Abgesehen davon finde ich, dass es auch durchaus Vorteile hat, mal in die Rolle der "Größten" an der Schule schlüpfen zu dürfen... (und beispielsweise die Patenschaft für einen Erstklässler zu übernehmen, falls es diese Einrichtung bei euch an der Schule gibt :)).

  7. #7
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    40.572

    Standard Re: Wie kann ich ihr helfen?

    Zitat Zitat von peacelike Beitrag anzeigen
    ich finde, es gibt in dem Ausgangspost nicht einmal den Hauch einer Andeutung, dass das Mädchen hochbegabt sein könnte. Es ist "emotional weiter", etwa ein gutes Jahr, das ist im Rahmen einer ungleichmäßigen Entwicklung aber nun nicht völlig ungewöhnlich.

    oder habe ich irgendetwas überlesen?
    Ich sehe jetzt auch in der Tatsache, dass sie in ihrer Klasse keine Freunde hat und nicht mehr zur Schule gehen möchte auch nicht unbdedingt einen Hinweis auf soziale-emotioale Entwicklungsbeschleunigung.
    Liebe Grüße

    Sofie

  8. #8
    Gast

    Standard Re: Wie kann ich ihr helfen?

    Zitat Zitat von peacelike Beitrag anzeigen
    ich finde, es gibt in dem Ausgangspost nicht einmal den Hauch einer Andeutung, dass das Mädchen hochbegabt sein könnte. Es ist "emotional weiter", etwa ein gutes Jahr, das ist im Rahmen einer ungleichmäßigen Entwicklung aber nun nicht völlig ungewöhnlich.

    oder habe ich irgendetwas überlesen?
    Was "emotional" weiter ist, müsste mir mal einer erklären. Das ist ganz schön schwammig. Sie versteht sich halt mit den älteren Kids besser, aus welchem Grund auch immer.

    Ich habe nicht behauptet, eine HB könnte vorliegen, sondern nur verglichen dass manche begabte oder hochbegabte Kinder sich eben ältere Spielpartner aussuchen, weil sie mit den Gleichaltrigen nur wenig anfangen können.

    Ob das bei der Tochter von Kari78 so ist, kann man nur spekulieren. Eben deshalb schrieb ich, sie möge es überprüfen.

    Und JA! Ich erlebe hier auch Eltern, die ihre Kinder lieber deckeln, klein halten, ihnen die Enwicklung zu selbständigen Menschen verleiden, um sie besser behüten zu können (in Watte packen).
    Geändert von Wickiemum (08.06.2012 um 13:01 Uhr)

  9. #9
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    Standard Re: Wie kann ich ihr helfen?

    Zitat Zitat von Wickiemum Beitrag anzeigen
    Was "emotional" weiter ist, müsste mir mal einer erklären.
    Ich verstehe darunter unabhängig (kann allein bleiben, kommt gut in Kindergruppen zurecht auch wenn beste Freunde fehlen) und selbstständig (kann Wege allein zurücklegen, Dinge allein organisieren)...
    Liebe Grüße

    Sofie

  10. #10
    Avatar von HeddaGabler
    HeddaGabler ist offline Auf Ibsens Spuren
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    Standard Re: Wie kann ich ihr helfen?

    Zitat Zitat von Kami78 Beitrag anzeigen
    Jetzt hat leider eine Freundin ihr noch den Floh ins Ohr gesetzt sie könne ja in die 5. Klasse springen. Leider wird das ganze auch noch von dem Vater der Freundin mitgetragen, der vor meiner Tochter sagt, das sei doch toll und was denn dagegen spräche. Hilfe! Sie ist keine 5.-klässlerin auch wenn sie es noch so gern wäre. Ich würde sie wirklich gerne mit ihren Freundinnen auf die weiterführende Schule schicken, aber dort sehe ich sie einfach nicht.

    Wie kann ich ihr nur helfen? Ihr wisst es auch nicht, oder? Sie tut mir so leid.

    Liebe Grüße

    Kami
    Zunächst mal helfen natürlich solche Fremdaussagen gar nichts, weil es ja nicht Elternentscheidung ist, einfach so zu springen.
    Wenn du es ernsthaft in Erwägung ziehst, müsstest du jetzt losrennen, Kind testen lassen, mit Lehrern sprechen oder was weiß ich.
    Und dann mit dem zuständigen Gymnasium sprechen.
    Aber möchtest du das überhaupt?
    Ich kann dich verstehen und bei uns war das ein Grund, warum mein Sohn direkt in die zweite Klasse eingeschult wurde. Aber das ist meiner Meinung nach ein bisschen einfacher, als von der 3. in die 5. zu springen bzw. ich weiß es einfach nicht.
    Wenn du da Erfahrungen brauchst, hier gibt es ein paar, die diesen Sprung hinter sich haben.

    Was möchte sie denn?
    Ist sie eine gute Schülerin?
    Könnte sie die Lücken aufholen? Was sind die Alternativen? Mag sie wirklich niemanden aus ihrer Klasse?

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