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  1. #1
    Avatar von Angstfrei
    Angstfrei ist offline meistens entspannt
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    Standard Perfektionistische Eltern nicht perfektionistischer Kinder

    Hallo zusammen,

    ich wollte mal einen anderen Blickwinkel auf das Thema Perfektionismus in die Runde werfen, der bei uns in der Familie eher ein Thema, wenn nicht gar ein Problem ist:
    Ich bin perfektionistisch, meine Kinder und mein Mann hingegen nicht.

    Ich bin - wohlgemerkt! - "nur" mit mir selbst so anspruchsvoll, aber wenn ich im (selbstgemachten) Stress bin, schwappt meine Gereiztheit natürlich ähnlich über meine Umwelt wie ein Türen schlagendes Kind, das sich verschrieben oder am Klavier verspielt hat. :rolleyes:

    Kennt das hier jemand?

    Grüße!
    Cordula
    Krise kann ein produktiver Zustand sein. Man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen. (Max Frisch)
    (keine Bino, kein Ticker, kein Foto, kein Garten)

  2. #2
    Avatar von aiti72
    aiti72 ist offline Gelegentlicher Besucher
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    Standard Re: Perfektionistische Eltern nicht perfektionistischer Kinder

    ... soll ich dir jetzt was dazu sagen oder denkst du dir schon was??? :D
    LG, Äiti72

  3. #3
    Avatar von Spoink
    Spoink ist offline ich bin alle Nicks
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    Standard Re: Perfektionistische Eltern nicht perfektionistischer Kinder

    Zitat Zitat von Angstfrei Beitrag anzeigen
    Hallo zusammen,

    ich wollte mal einen anderen Blickwinkel auf das Thema Perfektionismus in die Runde werfen, der bei uns in der Familie eher ein Thema, wenn nicht gar ein Problem ist:
    Ich bin perfektionistisch, meine Kinder und mein Mann hingegen nicht.

    Ich bin - wohlgemerkt! - "nur" mit mir selbst so anspruchsvoll, aber wenn ich im (selbstgemachten) Stress bin, schwappt meine Gereiztheit natürlich ähnlich über meine Umwelt wie ein Türen schlagendes Kind, das sich verschrieben oder am Klavier verspielt hat. :rolleyes:

    Kennt das hier jemand?

    Grüße!
    Cordula
    ja, kenne ich.
    Allerdings ist mein Sohn auch ein Perfektionist .... aber eben auch nur mit sich selbst, genauso wie ich nur mit mir perfektionistisch bin.
    Klappt es nicht, wie ich will (und kommt dann noch PMS dazu ) muss ich immer sehr aufpassen, um nicht ungerecht zu werden
    Schakkeline, tu ma die Omma winken!

  4. #4
    Christiane3011 ist offline Emotionsvariabel
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    Standard Re: Perfektionistische Eltern nicht perfektionistischer Kinder

    Hallo ,

    mich auch mal meld *Finger heb*
    Ich bin auch einer der perfektionistischen Sorte ( aber eben auch nur mit mir selber ) und habe das Glück zwei völlig UNPERFEKTIONISTISCHE Mitmenschen hier bei mir zu haben.
    Einen Großen Chaoten von 33, der in seinen besten Zeiten auch für jeden normalen Menschen eine Zumutung im Hinblick auf seine chaotische Art ist :D und einen kleinen Mini Chaoten von 7 :D
    Tja die Beiden hat wohl der liebe Gott zu mir geschickt um meine Geduld und meine Ruhe zu fördern alles andere kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.
    Tja kommt dann noch Stress oder "die besonderen Tage" dazu kann kann es schonmal Strom in den Tapeten geben :D
    aber ich lerne immer mehr mich zu beherrschen und eben NICHT ungerecht zu werden ....
    liebe Grüße Christiane


    Den Hintern meines Mannes nachtragen gehört nicht in meine Stellenbeschreibung als liebende Ehefrau

    Egal wie tief die Messlatte für Niveau liegt, es gibt immer noch Menschen die bequem drunter her passen


    "Urteile nie über einen anderen, bevor Du nicht einen Mond lang in seinen Mokassins gegangen bist"

  5. #5
    Avatar von mercury
    mercury ist offline Legende
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    Standard Re: Perfektionistische Eltern nicht perfektionistischer Kinder

    Perfektionismus ist zwar einerseits eine charakterliche Neigung, aber andererseits auch eine schlechte Angewohnheit (vergleichbar mit notorischem Grübelzwang etc.).

    Ich war früher sehr perfektionistisch - inzwischen bin ich es nur noch in Ausnahmefällen und nur bei Dingen, die mir wichtig sind. Allerdings hat es Jahre gebraucht, um diesen (eigentlich selbstschädigenden) Drang ausreichend zu kanalisieren.

    Ich hatte allerdings recht gute Voraussetzungen (eine zehnjährige Beziehung/Ehe mit einem Psychologen/Therapeuten und einige Therapiestunden wegen eines anderen Problems, bei dem auch der Perfektionismus eine negative Nebenrolle spielte) und eine hohe Motivation, wieder glücklicher zu leben und meine Mitmenschen mit meinen hohen Ansprüchen nicht permanent zu quälen.

    Heute kann ich perfektionistische Neigungen gut nachvollziehen, habe aber wenig Verständnis für Personen, die diesem Drang ungebremst nachgeben und damit anderen das Leben vergällen.

    LG
    mercury



    „Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“

    Albert Einstein

  6. #6
    Gast

    Standard Re: Perfektionistische Eltern nicht perfektionistischer Kinder

    Ich neige auch zum Perfektionismus, weshalb ich viele Dinge gar nicht erst beginne oder dran arbeite. Wenn ich etwas nicht *perfekt* kann, lass ichs eben bleiben.
    Von meinem Mann erwarte ich keinen Perfektionismus, im Haushalt ist sogar eher er der Penible. Von meinen Mitmenschen erwarte ich schon öfters Perfektionismus, vor allem im Berufsleben.
    Meine Kinder sind ja noch eher klein, ich neige dort aber schon ein wenig dazu, viel von ihnen zu erwarten (Benehmen z.B.) und muss mich öfters dran erinnern, dass es eben Kinder sind :-)

  7. #7
    Avatar von Angstfrei
    Angstfrei ist offline meistens entspannt
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    Standard Schaut mal ...

    Mir ist aufgefallen, dass auf diese Fragestellung innerhalb sehr kurzer Zeit eine Reihe bemerkenswert abgeklärter Antworten kamen. Das könnte doch ermutigend sein für die Eltern, die sich mit dem Perfektionismus ihrer hb Kinder plagen? Genauer gesagt: die dabei zuschauen müssen, wie ihre Kinder sich damit plagen.

    Was wäre die Botschaft an diese Eltern?
    Was hat Euch geholfen, mit Eurem Perfektionismus ins Reine zu kommen? Okay, die 10jährige Beziehung mit einem Therapeuten wird sich so leicht nicht wiederholen lassen. Was hat dazu beigetragen, diese Wut oder dieses Getriebensein dahinter dazu lösen?

    Und was ist gut daran? Perfektionismus in Dingen, die einem wirklich wichtig sind, finde ich persönlich klasse. Und ich arbeite sehr gerne mit Leuten zusammen, die genauso sind.

    Ihr seht schon, ich versuche hier ein kleines Beratungsmodell für Eltern mit perfektionistischen Kindern zu erstellen.
    Krise kann ein produktiver Zustand sein. Man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen. (Max Frisch)
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  8. #8
    miezchen ist offline Veteran
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    Standard Re: Perfektionistische Eltern nicht perfektionistischer Kinder

    Kurz und knapp: Ja
    Liebe Grüße

    miezchen

  9. #9
    Avatar von mercury
    mercury ist offline Legende
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    Standard Re: Schaut mal ...

    Mir hat geholfen, daß in vielen therapeutischen Ansätzen der Begriff 'selbstschädigendes Verhalten' vorkommt - alles, was zwar prinzipiell in Ordnung ist, aber im Übermaß dem Individuum schadet (zuviel Verwöhnen, zuviel Taschengeld, zuviel Freiraum, zuviel Faulenzen, zuviel Arbeiten, zuviel in der Vergangenheit leben, zu viel auf die Zukunft verschieben etc.).

    Die Lernaufgaben heißt bei diesen Themen: wieviel ist gut für MICH - wo liegt die ideale Balance, damit mein Leben glücklich ist. Diese Erkenntnisse versuche ich meiner Tochter zu vermitteln - wo ist das richtige Maß; wie fühlt es sich an, wenn man zuviel/zuwenig/genau richtig viel gegessen, getrunken, geschlafen etc. hat?

    Ich demonstriere ihr auch bei vielen Gelegenheiten, daß der Grad der Perfektion vom Anlaß abhängt: z. B. wenn ich mir schnell ein paar Notizen mache (Einkaufsliste etc.), schreibe ich recht unleserlich, wenn ich dagegen ein Geburtstagsbillet beschreibe, versuche ich es möglichst schön zu machen. Oder: wenn ich Haare föhne und dann noch zum Sport gehe, ist die Frisur recht bescheiden, wenn ich dann noch arbeiten oder zu einem Termin gehe, gebe ich mir Mühe.

    Bisher haben wir zwar auch die hier geschilderten Szenarien, aber oft kommen auch Dinge vor wie: Mama, das Bild habe ich ganz besonders genau und schön gemalt, weil ich es Dir schenken wollte; oder: das Bild ist leider nur Kritzikratzi geworden, weil ich nicht genug Geduld/Zeit gehabt habe.

    Ich habe mich noch nie so explizit mit dieser Frage auseinandergesetzt - ich hoffe, meine Überlegungen so aus dem Stegreif sind irgendwie nachvollziehbar (ich bin kein Therapeut und in dem Bereich fehlt mir der theoretische Überbau).

    LG
    mercury



    „Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“

    Albert Einstein

  10. #10
    Avatar von muschelschubserin
    muschelschubserin ist offline Hobbyonomastikerin
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    Standard Re: Schaut mal ...

    Zitat Zitat von Angstfrei Beitrag anzeigen
    Was wäre die Botschaft an diese Eltern?
    Was hat Euch geholfen, mit Eurem Perfektionismus ins Reine zu kommen?
    Da wäre ich nun neugierig. Bei uns ist nämlich eher der Sohn der Perfektionist - ich bin da nicht so...

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