Ich muss es aufschreiben, es tut so weh und hier ist man wenigstens etwas anonym. ich bin 32 Jahre alt und dachte ich könnte dasThema Tod noch das ein oder andere Jahrzehnt noch ausblenden. nein, nichts kommt plötzlicher und unerwarteter als der Tod.

Es tut mir leid, dass ich die vorweihnachtliche STimmung, die ich bis heute ca. 14 Uhr auch noch hatte durchbreche.

Denn da erhielt ich den bisher schlimmsten Anruf meines Lebens von meinem Bruder: Setz Dich, sagte er, ich rufe Dich an, weil ich Dein Bruder bin und ich muss Dir sagen, dass etwas passiert ist´: Papa ist tod .... stille, schweigen, entsetzen.

Mein Papa hat sich heute morgen entschieden seinen weg zu beenden. meine Mama hat ihn gefunden.....

Ich kann es nicht fassen, ich kann es nicht begreifen und es macht mich so unendlich traurig, dass ich keinen Papa mehr habe und mein Kind seinen Herzgeliebten Opa verloren hat, den sie doch in ein paar wochen wieder besuchen wollte.

Klar, es gab eine Vorgeschichte: Burnout, Depression, Psychatrie, Reha......ein auf und ab aber in den letzten 1,5 bis 2 Jahren war alles wieder soweit ok. Vor 2 Wochen ging es wieder los....er wollte nicht mehr...aber mich macht es nur....sprachlos, einfach sprachlos.

Was soll ich jetzt machen?? Ich bin über 500 km entfernt, mein Mann steckt mitten in einer extrem wichtigen Aus- und Fortbildung. meine Mutter verlangt nicht von mir sofort zu kommen, sie hat sich gefasst (sagt sie, sie wurde vom Psychologen meines Vaters schon mal auf eine solche Situation vorbereitet). Sie will mir nur nichts vorenthalten, wenn ich Trauerarbeit machen will, kann ich kommen, ich kann aber auch erst zur Beerdigung kommen. Sehen kann und will ich ihn ohnhin nicht mehr. Mag mein Kind aber auch nicht unnötig ein oder zwei wochen diesem traurigen Umfeld aussetzen. Sie war heute schon etwas verstört, weil ich soviel geweint habe (obwohl ich mich schon zusammengerissen habe). Was würdet ihr machen??? Mein Bruder ist zu meiner Mutter gefahren.

Oh mann.....Danke für´s zuhören.