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  1. #1
    Tany ist offline old hand
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    Standard mikrobiologische Stuhluntersuchung

    Meine jüngste Tochter hat seit Geburt an eine Kuhmilcheiweißunverträglichkeit.
    Anfang des Jahres habe ich einen netten und sicher auch guten Arzt gefunden, der endlich mal Informationen hatte und es nicht als "Spinnerei" abgetan hat.

    Er verordnete ihr Symbiolfor 1 und Omniflora, um den Darm zu regulieren.
    Jetzt stünde schon lange eine Stuhluntersuchung an, um Bakterien und Co. im Darm festzustellen usw.
    Allerdings hab ich erst später erfahren, daß die Untersuchung 80 euro kostet.
    Es ist eine mikrobiologische Untersuchung und die muß man selber zahlen.
    Danach wird entschieden, wie weiter behandelt wird.

    Da wir momentan das Geld auch für andere Sachen brauchen (ich habe schon viel Geld in Osteopathen, Homöopathen und Spezialnahrung investiert), bin ich unschlüssig,ob sich diese Stuhluntersuchung lohnt.

    Heilen kann sie unser Kind auch nicht und eine 2. wäre wohl abschließend nochmals erforderlich.

    Andererseits möchte ich mir hinterher nicht vorwerfen, nichts getan zu haben.

    Was halten Sie von der ganzen Sache?

    Viele Grüße

  2. #2
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    Standard Re: mikrobiologische Stuhluntersuchung

    Liebe Tany,

    zuerst ein paar Worte zur Kuhmilcheiweißunverträglichkeit:

    Die echte Kuhmilchproteinallergie ist insgesamt selten. 80 bis 90% überwinden diese Allergie vor dem 3. Lebensjahr. Diese Allergie zeigt sich häufig als chronische Verstopfung, seltener (blutige) Durchfälle, an der Haut (Neurodermitis, Nesselfieber, Quincke-Ödem) und mit Asthma.
    Der sog. Rast-Test im Blut gegen Kuhmilcheiweiß ist hochpositiv (Anti-Beta-Lactoglobulin) und es besteht eine Vermehrung gewisser weißer Blutkörperchen (Eosinophilie). Ein Besuch bei einem Kinderallergologen mit einer Blutentnahme kann die Allergie ausschließen.
    Die Therapie besteht im weglassen aller Kuhmilchprodukte. Es hat auch keinen Zweck, auf Ziegen- oder Schafsmilch auszuweichen. Die in allen Sorten enthaltenen Alpha-Kaseine, die als Haupt-Allergen gelten, sind zu 85% identisch und rufen ähnliche Reaktionen hervor.
    Bei einer diagnostizierten Kuhmilchprotein-Allergie wird heute nicht mehr empfohlen auf eine Säuglingsmilch auf Sojabasis auszuweichen, da auch Soja hochallergene Proteine aufweist. Vorbeugend wird das Kind im ersten Lebensjahr mit einer semi-elementaren Säuglingsmilch ernährt. (mit ärztlichem Rezept in Apotheken erhältlich).
    Falls eine Mutter stillen kann und weiterhin auch stillen will, braucht sie nicht abzustillen. Damit die Muttermilch keine Kuhmilchallergene mehr enthalten kann, sollte sich die Mutter jedoch kuhmilchfrei ernähren. Um einem Calciumdefizit vorzubeugen ist es wichtig, dass sie zusätzlich mindestens 1g Calcium pro Tag in Form eines Calcium-Präparates zu sich nimmt. Muttermilch ist nach wie vor in der Zusammensetzung die idealste Ernährung für einen Säugling.
    Auf eine zusätzliche allergergenarme Beikost sollte dann geachtet werden.
    Innerhalb 3 Tagen nach Absetzen der Kuhmilch sollte eine Besserung erfolgen und erst 6 bis 9 Monate später soll wieder versucht werden, ob nun Kuhmilch akzeptiert wird.

    Häufiger ist eine Intoleranz (Unverträglichkeit) gegen Bestandteile der Milch (Kasein, Laktoglobulin, Laktalbumin). Auch sollten für eine gewisse Zeit die Nahrungsmittel gemieden werden. Allerdings verliert sich die Intoleranz häufig mit dem Wachstum.

    Ich empfehlen dringen einen Besuch beim Kinderallergologen.

    Mit besten Grüßen.

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