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  1. #1
    Avatar von mumismama
    mumismama ist offline Veteran
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    Standard frage zur blutuntersuchung bei zöliakie verdacht

    hallo
    da mein mann sprue hat sollen unsere beiden mäuse demnächst den bluttest machen um festzustellen ob auch sie glutenfrei ernährt werden müssen.

    die große bekommt ja bereits seit gut 2 jahren glutenfreie nahrung, da dürfte der test also aussagekräftig sein aber der kleine wird bislang glutenfrei ernährt. ist es ratsam ihm nun auch (erstmal) glutenhaltige kost zu geben um ein aussagekräftiges ergebniss zu kriegen? mein doc erzählte nämlich von einem zöli kind das in der diätzeit ein unauffälliges blutbild hatte und das auch erst wieder angezeigt hat nachdem das kind einige monate wieder glutenhaltige nahrung bekommen hatte.

    wie sicher ist der test? steht dann zweifelsohne fest "ja die kinder sind betroffen bzw. sie haben glück gehabt und dürfen normal essen" oder ist dadurch nur eine erhöhte wahrscheinlichkeit festzustellen???

    vielen dank
    carola haskamp
    lg mumismama

    Mumi *7.11.01* und Knöppi *21.10.04 :D

  2. #2
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    Standard Re: frage zur blutuntersuchung bei zöliakie verdacht

    Liebe Carola Haskamp,

    Die Zöliakie, die bei Erwachsenen auch Sprue genannt wird, ist eine Unverträglichkeit gegenüber dem Klebereiweiß Gluten, das in Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Dinkel und Grünkern und allen daraus hergestellten Produkten enthalten ist. Bei Zöliakie/Spruepatienten ruft die Zufuhr von Gluten Schäden am Dünndarm hervor. Bei einer ständigen Glutenzufuhr können die Schäden so groß werden, dass die Aufnahme von Nahrungsbestandteilen über den Darm nicht mehr möglich ist. Dann kann es zu einem Mangel an Eisen, Folsäure, Calcium, Zink, Kalium, Eiweiß und Vitaminen kommen.
    Ca. 10% der Verwandten ersten Grades von Zöliakie-/Sprue-Patienten haben mikroskopisch sichtbare Veränderungen der Dünndarmschleimhaut. Damit ist das Vorkommen höher als bei der Normalbevölkerung. Der Vererbungsmodus ist jedoch unklar.
    Symptome sind bei Kindern:
    · Wachstumsstörungen
    · Erbrechen
    · Vorgewölbter Bauch
    · Sehr niedriges Körpergewicht
    · Schlaffe Muskulatur
    · Übelriechender Stuhl
    · Appetitlosigkeit
    · Missmutigkeit
    · Blässe
    Typischerweise beginnen die Symptome 3-6 Monate nach der ersten Getreidemahlzeit. Denn das Gluten zerstört die Zotten des Darms, welche für die Nahrungsaufnahme wichtig sind. Dies geschieht aber nicht innerhalb eines Tages. Auch die Besserung der Symptome dauert eine gewisse Zeit. Dafür müssen die Zotten erst wieder nachwachsen.

    Wenn der Verdacht auf Zöliakie/Sprue besteht, wird normalerweise mindestens ein Bluttest gemacht. Dabei wird das Serum auf Gliadin- sowie Endomysium- bzw. Retikulinantikörper untersucht.
    Sie schreiben, dass sowohl die Große als auch die Kleine glutenfreie Nahrung bekommen. In diesem Fall sind alle Tests ohne Aussagekraft. Sie müssen Ihren Kindern mindestens 6 Monate glutenhaltige Nahrung geben, damit der Test einen Sinn macht.
    Endgültige Sicherheit kann allerdings nur eine Dünndarmbiopsie bieten. Die Dünndarmbiopsie wird ebenfalls vor dem Beginn einer glutenfreien Diät durchgeführt. Dabei wird mit einer Sonde ein winziges Gewebsstück aus dem Dünndarm entnommen und unter dem Mikroskop untersucht.

    Ich würde Ihnen auf jeden Fall empfehlen Ihr Kind in einer Kinderklinik, die auf Magen-Darm Krankheiten spezialisiert ist (Kindergastroenterologie) vorzustellen. Dort kann dann der Stuhl und das Blut untersucht werden und ev. weitere Schritte mit Ihnen besprochen werden.

    Mit besten Grüßen.

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