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  1. #1
    RalfL ist offline Stranger
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    Unglücklich Meine Frau sehnt sich verzweifelt nach zweitem Kind

    Hallo!

    Meine Frau und ich, beide knapp über 40, haben eine süße Tochter, gerade 3 Jahre alt geworden.

    Kinder waren eigentlich nie ein Thema in unserer langen Beziehung, bis meine Frau mit ca. 36 ihren Wunsch nach einem Kind äußerte.

    Nun leide ich seit langem unter einer chronischen Krankheit und seit einiger Zeit auch an Depressionen. (In dieser Hinsicht hat meine Frau auch schon einiges mit mir "mitgemacht", aber immer zu mir gehalten!)

    Selbst hatte ich damals keinen Wunsch nach einem Kind, habe aber ihr zuliebe "mitgemacht" und dieses sowie das "Ergebnis" auch nicht bereut

    Als die Kleine ca. 6 Monate alt war, hatte ich eine schlimme depressive Episode nebst Klinikaufenthalt. Hatte in der Zeit furchtbare Angst, daß ich der Kleinen kein richtiger Vater sein könnte.

    Mittlerweile geht es mir aber (mit Medikamenten) schon längere Zeit recht gut, ich kann arbeiten (halbtags) und mich auch mit um Haushalt und Kind kümmern.

    Nun aber möchte meine Frau unbedingt noch ein zweites Kind (im Prinzip schon seitdem die Kleine ein Baby war). Ich hab das am Anfang wohl nicht richtig ernst genommen (hatte mit mir selbst auch genug zu tun), aber mittlerweile ist sie deswegen schon ganz verzweifelt.

    Es ist aber eben so, daß ich glücklich bin, so wie es mittlerweile läuft mit unserer kleinen Familie und dieses nicht aufs Spiel setzen will.
    Davon abgesehen, daß ich selbst keinerlei Wunsch nach einem Zweiten habe, spüre ich in mir, daß ich dazu auch nicht die Kraft hätte.

    Ich hab mich zwar meistens "verweigert", es dennoch ein, zwei mal "darauf ankommen lassen", weil ich gehofft habe, dass es ihr hilft, es zumindest einmal versucht zu haben. Leider wurde es dadurch nur noch schlimmer.

    Mittlerweile muss sie schon weinen, wenn sie nur eine Familie mit zwei Kindern sieht. Dazu kommen hin und wieder Wutausbrüche mir gegenüber.

    Nun versteht sie mich ja durchaus, (wie auch einige "pragmatische" Argumente wie das Finanzielle, fehlende Großeltern usw., die aber für uns eher nebensächlich sind).

    Ihr Wunsch ist aber so stark, daß sie sehr darunter leidet und wohl mit uns beiden wie es jetzt ist für lange Zeit nicht glücklich sein könnte. (Am schlimmsten ist es um "die Tage" herum.)

    Das macht mich mitunter traurig und ein bisschen wütend. Dass ich das aber verstehen und auch sehr ernst nehmen muss, merke ich z.B. an den Berichten hier von Frauen mit ähnlichem Problem, und nicht zuletzt daher daß ich selbst sehr gut weiss, was die Psyche mit einem anstellen kann.

    Daraus resultieren wiederum leichte Schuldgefühle gegenüber ihr und auch ein bisschen der Kleinen (wenn sie kein Geschwisterchen bekommt..)

    Gleichzeitig kann und will ich aber auch nicht gegen meine Überzeugung und innere Stimme handeln, von der Verantwortung der Familie gegenüber ganz zu schweigen.

    Wir reden zwar recht oft darüber drehen uns dabei aber meistens im Kreis.

    Leider gibt es in dieser sache naturgemäß keinen Kompromiss, und langsam bröckelt auch die Beziehung..


    Oje, das ist jetzt ganz schön lang geraten und bei mir auch ganz schön spät geworden.. Musste ich mir wohl mal von der Seele schreiben

    Wäre jedenfalls für jede Hilfe / Kommentar sehr dankbar!!

    Servus,


    Ralf
    Geändert von RalfL (06.05.2010 um 03:27 Uhr)

  2. #2
    bienchen2404 ist offline Member
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    Standard Re: Meine Frau sehnt sich verzweifelt nach zweitem Kind

    Hallo Ralf,

    das ist ja echt eine sehr komplizierte Situation. Ich finde es aber sehr gut, dass du dir ja wirklich Gedanken machst und durchaus die Situation deiner Frau verstehst.

    Ein Kompromiss ist in diesem Fall sehr schwer zu finden und aufgrund deiner Situation kann ich dich sehr gut verstehen (meine beste Freundin leidet auch unter Depressionen).

    Vielleicht würde es euch helfen einen Paartherapeuten aufzusuchen oder euch anderweitig externe Hilfe zu suchen. Machmal braucht man einfach einen Vermittler, der die Sichtweisen nochmal anders darlegt und/oder evtl. tiefer liegende Probleme mit euch aufarbeiten kann.

    Eure Beziehung ist euch beiden ja offensichtlich sehr wichtig. Ich würde da auf jeden Fall weiter an einer Lösung arbeiten. Vielleicht findet ihr noch einen Weg, wie du doch noch die Kraft für ein zweites Kind sammeln kannst oder eben deine Frau auch mit nur einem Kind glücklich werden kann.

    Ich kann dir nur einen Tipp geben: Gehe nicht zum Schein auf ihren Wunsch ein, wenn du nicht wirklich dahinter stehst. Wenn man einen Wunsch so sehr hegt, dass ja scheinbar ihr Alltag schon beeinträchtigt ist, hält man sich an jedem Strohhalm fest. Es ist dann umso schwerer loszulassen und neue Wege zu finden.

    Ich wünsche euch alles Gute und viel Kraft
    bienchen2404

  3. #3
    RalfL ist offline Stranger
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    Standard Re: Meine Frau sehnt sich verzweifelt nach zweitem Kind

    Danke, Bienchen, für die nette Antwort!

    Einen Therapeuten haben wir schon mal besucht, das hat leider nichts gebracht, war vielleicht auch nicht der Richtige.

    Er hatte versucht, tieferliegende Probleme zu finden, aber die gibt es bei uns eigentlich nicht :)

    Das mit dem Strohhalm trifft es sehr gut; wenn ich irgendwann mal andeute, das ich mir es vielleicht noch mal überlege, hält sie sich so stark daran fest, daß sie enttäuscht und (sehr) wütend ist, wenn ich dann doch nicht mitmache. Und sie macht immer wieder detaillierte Pläne für das Leben mit zwei Kindern ..


    Dieses "Hinhalten" ist von mir natürlich auch doof, aber ich habe sowohl Angst als auch gewisse Restzweifel, um ihr klipp und klar zu sagen jetzt ist Schluss mit dem Thema.

    Vielleicht versuchen wir es nochmal mit einem anderen therapeuten.

    Dir jedenfalls nochmal Danke!


    Ralf






    Zitat Zitat von bienchen2404 Beitrag anzeigen
    Hallo Ralf,

    das ist ja echt eine sehr komplizierte Situation. Ich finde es aber sehr gut, dass du dir ja wirklich Gedanken machst und durchaus die Situation deiner Frau verstehst.

    Ein Kompromiss ist in diesem Fall sehr schwer zu finden und aufgrund deiner Situation kann ich dich sehr gut verstehen (meine beste Freundin leidet auch unter Depressionen).

    Vielleicht würde es euch helfen einen Paartherapeuten aufzusuchen oder euch anderweitig externe Hilfe zu suchen. Machmal braucht man einfach einen Vermittler, der die Sichtweisen nochmal anders darlegt und/oder evtl. tiefer liegende Probleme mit euch aufarbeiten kann.

    Eure Beziehung ist euch beiden ja offensichtlich sehr wichtig. Ich würde da auf jeden Fall weiter an einer Lösung arbeiten. Vielleicht findet ihr noch einen Weg, wie du doch noch die Kraft für ein zweites Kind sammeln kannst oder eben deine Frau auch mit nur einem Kind glücklich werden kann.

    Ich kann dir nur einen Tipp geben: Gehe nicht zum Schein auf ihren Wunsch ein, wenn du nicht wirklich dahinter stehst. Wenn man einen Wunsch so sehr hegt, dass ja scheinbar ihr Alltag schon beeinträchtigt ist, hält man sich an jedem Strohhalm fest. Es ist dann umso schwerer loszulassen und neue Wege zu finden.

    Ich wünsche euch alles Gute und viel Kraft
    bienchen2404

  4. #4
    Gast

    Standard Re: Meine Frau sehnt sich verzweifelt nach zweitem Kind

    Zitat Zitat von RalfL Beitrag anzeigen
    Hallo!

    Meine Frau und ich, beide knapp über 40, haben eine süße Tochter, gerade 3 Jahre alt geworden.

    Kinder waren eigentlich nie ein Thema in unserer langen Beziehung, bis meine Frau mit ca. 36 ihren Wunsch nach einem Kind äußerte.

    Nun leide ich seit langem unter einer chronischen Krankheit und seit einiger Zeit auch an Depressionen. (In dieser Hinsicht hat meine Frau auch schon einiges mit mir "mitgemacht", aber immer zu mir gehalten!)

    Selbst hatte ich damals keinen Wunsch nach einem Kind, habe aber ihr zuliebe "mitgemacht" und dieses sowie das "Ergebnis" auch nicht bereut

    Als die Kleine ca. 6 Monate alt war, hatte ich eine schlimme depressive Episode nebst Klinikaufenthalt. Hatte in der Zeit furchtbare Angst, daß ich der Kleinen kein richtiger Vater sein könnte.

    Mittlerweile geht es mir aber (mit Medikamenten) schon längere Zeit recht gut, ich kann arbeiten (halbtags) und mich auch mit um Haushalt und Kind kümmern.

    Nun aber möchte meine Frau unbedingt noch ein zweites Kind (im Prinzip schon seitdem die Kleine ein Baby war). Ich hab das am Anfang wohl nicht richtig ernst genommen (hatte mit mir selbst auch genug zu tun), aber mittlerweile ist sie deswegen schon ganz verzweifelt.

    Es ist aber eben so, daß ich glücklich bin, so wie es mittlerweile läuft mit unserer kleinen Familie und dieses nicht aufs Spiel setzen will.
    Davon abgesehen, daß ich selbst keinerlei Wunsch nach einem Zweiten habe, spüre ich in mir, daß ich dazu auch nicht die Kraft hätte.

    Ich hab mich zwar meistens "verweigert", es dennoch ein, zwei mal "darauf ankommen lassen", weil ich gehofft habe, dass es ihr hilft, es zumindest einmal versucht zu haben. Leider wurde es dadurch nur noch schlimmer.

    Mittlerweile muss sie schon weinen, wenn sie nur eine Familie mit zwei Kindern sieht. Dazu kommen hin und wieder Wutausbrüche mir gegenüber.

    Nun versteht sie mich ja durchaus, (wie auch einige "pragmatische" Argumente wie das Finanzielle, fehlende Großeltern usw., die aber für uns eher nebensächlich sind).

    Ihr Wunsch ist aber so stark, daß sie sehr darunter leidet und wohl mit uns beiden wie es jetzt ist für lange Zeit nicht glücklich sein könnte. (Am schlimmsten ist es um "die Tage" herum.)

    Das macht mich mitunter traurig und ein bisschen wütend. Dass ich das aber verstehen und auch sehr ernst nehmen muss, merke ich z.B. an den Berichten hier von Frauen mit ähnlichem Problem, und nicht zuletzt daher daß ich selbst sehr gut weiss, was die Psyche mit einem anstellen kann.

    Daraus resultieren wiederum leichte Schuldgefühle gegenüber ihr und auch ein bisschen der Kleinen (wenn sie kein Geschwisterchen bekommt..)

    Gleichzeitig kann und will ich aber auch nicht gegen meine Überzeugung und innere Stimme handeln, von der Verantwortung der Familie gegenüber ganz zu schweigen.

    Wir reden zwar recht oft darüber drehen uns dabei aber meistens im Kreis.

    Leider gibt es in dieser sache naturgemäß keinen Kompromiss, und langsam bröckelt auch die Beziehung..


    Oje, das ist jetzt ganz schön lang geraten und bei mir auch ganz schön spät geworden.. Musste ich mir wohl mal von der Seele schreiben

    Wäre jedenfalls für jede Hilfe / Kommentar sehr dankbar!!

    Servus,


    Ralf
    Das ist natürlich eine ganz besonders besch***ene Situation. Ihr könnt das nicht gegeneinander lösen, meine ich. Auf der Paarebene hätte ich da ganz große Schwierigkeiten, wenn da so eine unterschwellige emotionale Erpressung läuft.

    Oft merkt man das ja nicht, dass man erpresserisch auf das Gegenüber wirkt, aber du scheinst dir den Schuh ja bereits anzuziehen. Und wenn man sich immer im Kreis dreht bei den "Gesprächen", dann frustrieren sie mehr, als dass sie nützen. Das Unglück auf beiden Seiten steigt, der emotionale Druck steigt... ich denke, du weißt, worauf ich hinaus möchte.

    Habt Ihr denn schon "alternative Kommunikationsformen" ausprobiert? Briefe etc.? Wo man versuchen kann, auf der Sachebene zu bleiben? Und Zeit hat, sich genau eine Antwort zu überlegen? Auch wenn Ihr mit dem ersten Therapeuten schlechte Erfahrungen gemacht habt, ein Profi kann sicher noch Tricks und Perspektiven aufzeigen, auf die man selbst nicht kommt. Gibt es einen Pfarrer, zu dem Ihr Vertrauen habt? Oder einfach gemeinsame, sehr gute Freunde?
    Machst du eine VT? Kannst du für dich das Thema dort sortieren?

    Wenn Ihr nicht lernt, das Problem zusammen zu lösen (was glaube ich nur durch Kommunikation machbar ist), steht Euch dreien eine harte Zeit bevor. Viel Glück!

  5. #5
    Avatar von DaBaer
    DaBaer ist gerade online Glück mal zwei
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    Standard Re: Meine Frau sehnt sich verzweifelt nach zweitem Kind

    Hmmm, Ihr habt einerseits Themen auf der Sachebene (Geld...), die könntet Ihr theoretisch auch auf dieser ausdiskutieren (Zahlen sind nun einmal Zahlen). Das wird nur dann schwierig, wenn in der Diskussion gleichzeitig die emotionale Ebene geklärt werden soll. Das müßte also "per Spielregel" ausgeschlossen werden (wenn das man gut geht...). So könnte man diese Punkte wenigstens herausbekommen.

    Die emotionale Komponente müßtet Ihr separat zu klären versuchen.
    Schlechtes SG (OAT III), natürliche FG, 3. IUI mit Clomi ->
    Großbär, Minibär einfach so hinterher - wunderbar!
    (eigentlich waren wir schon auf dem Weg zur ICSI)






    Bilder und Texte, die ich hier einstelle, dürfen ohne mein ausdrückliches Einverständnis in keiner Weise vervielfältigt oder weitergegeben werden.

  6. #6
    RalfL ist offline Stranger
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    Standard Re: Meine Frau sehnt sich verzweifelt nach zweitem Kind

    Danke für die Antwort!

    Leider ist die Sache jetzt wirklich eskaliert.
    Meine Frau ist nur noch wütend auf mich, und sagt jetzt auch, dass unsere Ehe wohl scheitern wird, wenn das nichts wird mit dem Kind :-(

    Ich halte das nicht mehr aus. Würde ja mal 'ne Weile ausziehen, will aber mein Kind auch nicht im Stich lassen.

    Weiss grade nicht weiter :(







    Zitat Zitat von DaBaer Beitrag anzeigen
    Hmmm, Ihr habt einerseits Themen auf der Sachebene (Geld...), die könntet Ihr theoretisch auch auf dieser ausdiskutieren (Zahlen sind nun einmal Zahlen). Das wird nur dann schwierig, wenn in der Diskussion gleichzeitig die emotionale Ebene geklärt werden soll. Das müßte also "per Spielregel" ausgeschlossen werden (wenn das man gut geht...). So könnte man diese Punkte wenigstens herausbekommen.

    Die emotionale Komponente müßtet Ihr separat zu klären versuchen.
    Geändert von RalfL (16.05.2010 um 02:28 Uhr)

  7. #7
    Anwe2010 ist offline humorige Gurke
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    Standard Re: Meine Frau sehnt sich verzweifelt nach zweitem Kind

    Zitat Zitat von RalfL Beitrag anzeigen
    Danke für die Antwort!

    Leider ist die Sache jetzt wirklich eskaliert.
    Meine Frau ist nur noch wütend auf mich, und sagt jetzt auch, dass unsere Ehe wohl scheitern wird, wenn das nichts wird mit dem Kind :-(

    Ich halte das nicht mehr aus. Würde ja mal 'ne Weile ausziehen, will aber mein Kind auch nicht im Stich lassen.

    Weiss grade nicht weiter :(
    Oje, was für eine schwierige Situation... Ich kann beide Seiten verstehen: Dich mit deinen Ängsten, deine Frau mit ihrem Wunsch... Die Reaktion, die du hier beschreibst, ist meiner Meinung nach sehr emotional und evtl. wenig durchdacht. So hab ich auch erstmal reagiert. Gib ihr etwas Zeit. In der ersten Wut und Enttäuschung sagt man vielleicht Dinge, die man nicht so meint... Hast du denn mit ihr mal über deine Ängste gesprochen und ihr gesagt, was du hier geschrieben hast? Ich finde die Idee mit dem Brief gar nciht so schlecht. Schreib ihr, welche Gedanken du dir machst, welche Ängste du hast... Schreiben hat auch den Vorteil, dass sie sich ihre Gedanken machen kann, bevor sie darauf reagiert... Jetzt auszuziehen wäre eine Fehler, denke ich. Das könnte einen Bruch geben, den man nicht mehr kitten kann. Und wenn der Stein erstmal rollt... Ich wünsche euch, dass ihr das in den Griff bekommt...
    M.(01/2001) und M.(09/2011)


    Unser 3. Wunder



  8. #8
    Avatar von timada
    timada ist offline *seltsam*
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    Standard Re: Meine Frau sehnt sich verzweifelt nach zweitem Kind

    Zitat Zitat von RalfL Beitrag anzeigen
    Hallo!

    Meine Frau und ich, beide knapp über 40, haben eine süße Tochter, gerade 3 Jahre alt geworden.

    Kinder waren eigentlich nie ein Thema in unserer langen Beziehung, bis meine Frau mit ca. 36 ihren Wunsch nach einem Kind äußerte.

    Nun leide ich seit langem unter einer chronischen Krankheit und seit einiger Zeit auch an Depressionen. (In dieser Hinsicht hat meine Frau auch schon einiges mit mir "mitgemacht", aber immer zu mir gehalten!)

    Das tut mir leid mit deiner Krankheit

    Selbst hatte ich damals keinen Wunsch nach einem Kind, habe aber ihr zuliebe "mitgemacht" und dieses sowie das "Ergebnis" auch nicht bereut

    Du hast es ihr zuliebe getan und das Ergebnis nicht bereut, davor war aber eigentlich die gleiche Situation wie jetzt. Oder sehe ich das ganz falsch?

    Als die Kleine ca. 6 Monate alt war, hatte ich eine schlimme depressive Episode nebst Klinikaufenthalt. Hatte in der Zeit furchtbare Angst, daß ich der Kleinen kein richtiger Vater sein könnte.

    Mittlerweile geht es mir aber (mit Medikamenten) schon längere Zeit recht gut, ich kann arbeiten (halbtags) und mich auch mit um Haushalt und Kind kümmern.

    Dass die Krankheit heimtückisch ist, weißt du. Und dass es eine Krankheit ist. Wer sich ein Bein bricht und deswegen eine Zeit lang nicht voll für die Familie da sein kann ist deswegen auch kein schlechter Vater.

    Nun aber möchte meine Frau unbedingt noch ein zweites Kind (im Prinzip schon seitdem die Kleine ein Baby war). Ich hab das am Anfang wohl nicht richtig ernst genommen (hatte mit mir selbst auch genug zu tun), aber mittlerweile ist sie deswegen schon ganz verzweifelt.

    Also hast du jetzt den Ernst der Lage erkannt und nimmst ihr Leid jetzt auch ernst.

    Es ist aber eben so, daß ich glücklich bin, so wie es mittlerweile läuft mit unserer kleinen Familie und dieses nicht aufs Spiel setzen will. Dir ist aber gleichzeitig bewusst, dass deine Frau unglücklich ist
    Davon abgesehen, daß ich selbst keinerlei Wunsch nach einem Zweiten habe, spüre ich in mir, daß ich dazu auch nicht die Kraft hätte.

    Du hattest auch nicht den Wunsch nach dem Ersten, bist jetzt aber glücklich mit dem Kind. Wobei du davor keines haben wolltest

    Ich hab mich zwar meistens "verweigert", es dennoch ein, zwei mal "darauf ankommen lassen", weil ich gehofft habe, dass es ihr hilft, es zumindest einmal versucht zu haben. Leider wurde es dadurch nur noch schlimmer.

    Also ist die nix ganzes und nix halbes Taktik von dir wohl nicht aufgegangen

    Mittlerweile muss sie schon weinen, wenn sie nur eine Familie mit zwei Kindern sieht. Dazu kommen hin und wieder Wutausbrüche mir gegenüber.

    Also ist ihr psychischer Zustand nun auch nicht mehr stabil.

    Nun versteht sie mich ja durchaus, (wie auch einige "pragmatische" Argumente wie das Finanzielle, fehlende Großeltern usw., die aber für uns eher nebensächlich sind).

    Ihr Kopf versteht dich, ihr Herz nicht

    Ihr Wunsch ist aber so stark, daß sie sehr darunter leidet und wohl mit uns beiden wie es jetzt ist für lange Zeit nicht glücklich sein könnte. (Am schlimmsten ist es um "die Tage" herum.)

    ...

    Das macht mich mitunter traurig und ein bisschen wütend. Wütend auf wen? Auf sie, weil sie einfach nicht auf ihren Herzenswunsch verzichten will?Dass ich das aber verstehen und auch sehr ernst nehmen muss, merke ich z.B. an den Berichten hier von Frauen mit ähnlichem Problem, und nicht zuletzt daher daß ich selbst sehr gut weiss, was die Psyche mit einem anstellen kann.

    Daraus resultieren wiederum leichte Schuldgefühle gegenüber ihr und auch ein bisschen der Kleinen (wenn sie kein Geschwisterchen bekommt..)

    Gleichzeitig kann und will ich aber auch nicht gegen meine Überzeugung und innere Stimme handeln, von der Verantwortung der Familie gegenüber ganz zu schweigen.

    Wir reden zwar recht oft darüber drehen uns dabei aber meistens im Kreis.

    Leider gibt es in dieser sache naturgemäß keinen Kompromiss, und langsam bröckelt auch die Beziehung..


    Oje, das ist jetzt ganz schön lang geraten und bei mir auch ganz schön spät geworden.. Musste ich mir wohl mal von der Seele schreiben

    Wäre jedenfalls für jede Hilfe / Kommentar sehr dankbar!!

    Servus,


    Ralf
    Sorry Ralf, ich muss vorweg nehmen, dass ich mir auch sehnlichst ein Kind wünsche... aber eben deshalb kann ich mich in die Lage deiner Frau hineinversetzen.

    Gerade diese Hinhaltetaktik, die du oben beschrieben hast, ist Gift. Ebenso die Annahme, dass sich das "irgendwie wieder einrenken wird". Gerade diese Einstellung wird sie wütend machen - aus Verzweiflung darüber, dass du sie nicht verstehst. Wenn es der sehnlichste Wunsch ist, ein Kind zu bekommen, und es aus welchen Gründen auch immer nicht geht, wird deine Frau nicht glücklich werden.

    Wie stellst du dir die Zukunft vor?

    Sie verzichtet auf ein 2. Kind. Und wird dir ein Leben lang unterschwellig nicht verzeihen, verbittern oder sich irgendwann von dir trennen. Dann dürftest du Unterhalt bezahlen, was finanziell gesehen bestimmt nicht schwierig ist und wärst alleine. Oder du würdest die Kleine bekommen und wärst eigentlich alleinig für ihr Wohl verantwortlich.

    Oder meinst du, es ist wirklich nur eine Phase von ihr, wo es darum geht, dass sie ihren Willen bekommt? Dann würde sie nach ein paar Jahren wieder ganz "die Alte" sein und endlich wieder FUNKTIONIEREN wie es sich für sie gehört.


    Also noch einmal sorry dass ich hier unverblümt meine Meinung geschrieben habe ohne Rücksicht.

    KiWu seit Nov. 08.

    *


  9. #9
    Gast

    Standard Re: Meine Frau sehnt sich verzweifelt nach zweitem Kind

    Zitat Zitat von timada Beitrag anzeigen
    Sorry Ralf, ich muss vorweg nehmen, dass ich mir auch sehnlichst ein Kind wünsche... aber eben deshalb kann ich mich in die Lage deiner Frau hineinversetzen.

    Gerade diese Hinhaltetaktik, die du oben beschrieben hast, ist Gift. Ebenso die Annahme, dass sich das "irgendwie wieder einrenken wird". Gerade diese Einstellung wird sie wütend machen - aus Verzweiflung darüber, dass du sie nicht verstehst. Wenn es der sehnlichste Wunsch ist, ein Kind zu bekommen, und es aus welchen Gründen auch immer nicht geht, wird deine Frau nicht glücklich werden.

    Wie stellst du dir die Zukunft vor?

    Sie verzichtet auf ein 2. Kind. Und wird dir ein Leben lang unterschwellig nicht verzeihen, verbittern oder sich irgendwann von dir trennen. Dann dürftest du Unterhalt bezahlen, was finanziell gesehen bestimmt nicht schwierig ist und wärst alleine. Oder du würdest die Kleine bekommen und wärst eigentlich alleinig für ihr Wohl verantwortlich.

    Oder meinst du, es ist wirklich nur eine Phase von ihr, wo es darum geht, dass sie ihren Willen bekommt? Dann würde sie nach ein paar Jahren wieder ganz "die Alte" sein und endlich wieder FUNKTIONIEREN wie es sich für sie gehört.
    Im ersten Teil stimme ich dir zu. Keine klaren Ansagen zu machen in einer Partnerschaft ist unfair und führt zu nichts.

    Aber ich verstehe nicht, warum seine Frau - mit Verlaub - ihren Wunsch über die Gesundheit ihres Mannes stellt. Wie du schon geschrieben hast, Depressionen sind heimtückisch und die Belastung eines zweiten Kindes für einen Vater, der nicht voll einsatzfähig ist (er kann gerade mal wieder eine halbe Stelle arbeiten!) und evtl. nicht zuhause mithelfen kann... warum seht Ihr das nicht? So eine Situation - mit all dem Druck und Drohpotential, dass seine Frau aufbaut - hat alle Kennzeichen von Eskalation. Soll er stationär behandelt werden müssen? Soll die Depression chronisch werden? Ihr Mann ist krank. Fakt. Da muss man in einer Partnerschaft auch mal zurückstecken. Wenn sie mit seiner Krankheit nicht klar kommt, ist das ein anderes Problem. Ein ebenso großes, aber ein anderes.

    Ich möchte mit diesem Post niemanden zu Nahe treten, sondern nur eine andere Perspektive anbieten. Und ja, auch meine Meinung ist gefärbt: Ich komme von der Seite, die auf das hypothetische Kind immer zugunsten des realen und kranken Partners verzichten würde.

  10. #10
    bienchen2404 ist offline Member
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    Standard Re: Meine Frau sehnt sich verzweifelt nach zweitem Kind

    Hallo Timada,

    du hast ja schon angedeutet dass deine Sicht der Dinge durch deinen eigene Situation schon etwas gefärbt ist, aber eine Depression mit einem gebrochenen Bein zu vergleichen finde ich einfach nur fahrlässig.

    Ein gebrochenes Bein heilt normalerweise innerhalb von 4-8 Wochen aus. Ralf ist schon seit Jahren stark eingeschränkt. Ich finde es eher verantwortungsbewusst von ihm, sich mit seinen eigenen Grenzen auseinander zu sezten. Sicher es löst das Problem seiner Frau nicht sonder verursacht es eher noch, aber da kann ich mich dann nur meiner Vorrednerin anschließen ich wäre dann eher von der Franktion die auf ein Kinder verzichten würde als alles andere evtl. zu zerstören. Das Leben besteht aus mehr als nur einem Puzzleteil. Auch wenn das manchmal schwer zu sehen ist.

    Genauso schlimm finde ich, dass ja fast so getan wird als ob er ja schon einmal mit seiner (nicht wirklich) getroffenen Entscheidung gegen seinen eigentlichen Willen ein Kind in die Welt zu setzten ja jetzt glücklich ist und sich gefälligst mal nicht so anstellen soll. Diese Einstellung wird die Beziehung aber keinen Schritt weiter bringen.

    @Ralf
    Bitte gib die Beziehung nicht so schnell auf. Sucht euch jemanden der beide Seiten offen anspricht und darlegen lässt. Wenn ihr keine tiefer liegenden Probleme habt, was ja durchaus sein kan und wünschenswert ist, ist vielleicht wirklich eine ausführliche wenn möglich auf sachlicher Ebene geführte Diskussion der richtige Weg. Vielleicht ist deine Frau viel stärker als du denkst und kann mit deiner Krankheit und zwei Kindern viel besser und glücklicher leben als jetzt. Vielleicht sind einiger deiner Sorgen und Bedenken ganz unbegründet. Vielleicht musst du gewisse Ängste gar nicht haben weil du deine Frau gar nicht vor irgendwelchen zukünftigen Problemen beschützen musst....Die Idee mit den Briefen finde ich auch gut, wobei du dir wirklich sehr gut überlegen solltest was du wie schreibst, da man ein geschriebenes Wort auch falsch verstehen kann.

    Ich wünsche euch wirklich alles Gute und viel Kraft um eure Beziehung und euer Glück zu retten.

    Lieben Gruß
    bienchen2404

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