Hallo an alle,

unsere Tochter, 2;7 Jahre alt, geht seit 4 Wochen in den Kindergarten. Die Eingewöhnung hat der Papa mit ihr gemacht. Sie ging morgens voller Begeisterung aus dem Haus, hat ihn am 3. Tag problemlos gehen lassen und wollte beim Abholen gar nicht nach Hause. Die Zeit wurde schrittweise gesteigert von 1,5h auf jetzt 3h (9-12 Uhr).
Zur Vorerfahrung: Tochter war vor Kindergarteneintritt ein Jahr lang 3 Vormittage/Woche à 3h bei der Tagesmutter. Damals war die Eingewöhnung sehr zäh und mit viel Protest verbunden, danach war alles eitel Sonnenschein.
Wir waren schon sehr erleichtert, dass jetzt alles so glatt zu gehen schien. Anfang letzter Woche wurde uns aber immer wieder berichtet, dass sie im Kindergarten Weinphasen hat, und sie hat sich morgens auch schwerer getrennt. Da ließ sie sich aber noch gut trösten. Das ganze steigert sich gerade: "Ich will nicht in den Kindergarten gehen", "Ich will zur Tagesmutter", "Mama, wo musst du hingehen?" (also warum muss ich in den Kindergarten), beim Abschied Weinen und Festhalten an der Mama. Berichte, dass sie zum Teil nur schwer abzulenken ist, also nur mit Mühe wieder ins Spiel kommt. Spielen mit anderen gelingt punktuell - war vor zwei Wochen besser/länger möglich. Gegen Ende der Zeit fängt sie sich wohl wieder, freut sich aber sichtlich, wenn ich sie abholen komme. Da sitzt sie dann meist bei einer Erzieherin auf dem Schoß.
Wenn ich sie frage, wie es im Kindergarten war, dann sagt sie nach etwas Überlegungszeit "hm, ziemlich gut". Bei genauerem Nachfragen, was sie alles gemacht hat, erzählt sie auch von schönen Erlebnissen. Aber wenn man nachfragt, ob sie geweint hat, sagt sie das natürlich auch offen - dass sie traurig war, dass sie manchmal Angst hat. Und beim Abschied heute hat sie gesagt, dass Mama sie bald wieder abholt.

Ja, es ist wohl häufig der Fall, dass Kinder in den ersten Wochen (oder auch später) solche Schwierigkeiten haben.
Trotzdem wundere ich mich. Es ist wohl nicht die Dauer der Trennung, denn die ist identisch zur Tagesmutterbetreuung. Es ist auch wohl eher kein Problem der Beziehung zu den Erzieherinnen, denn dass klappte ja schon einige Zeit ganz gut, und sie bekommt auch Zuwendung, wenn sie Trost braucht.
Ja, Kindergarten ist anstrengender als Tagesmutter und natürlich weniger individuell. Und: es gibt kein Kind in der Gruppe, das Töchterlein schon vom Turnen oder aus der Krabbelgruppe besser kannte - die kommen alle erst in den nächsten Monaten.

Eine Weile kann man sich das sicher auch angucken. Momentan gehe ich vor allem so damit um, dass ich sie versuche zu motivieren (der xy wartet doch auf dich und ist traurig, wenn du nicht kommst). Ich sage aber auch, dass ich weiß, dass sie manchmal traurig ist, dass sie aber bestimmt auch Spaß haben wird. Ich hab ihr einen kleinen Engel in ihre Tasche gepackt, der auf sie aufpasst. Wie kann ich die Maus sonst noch unterstützen?
Und wie lang guckt man sich das an?

Ich freue mich auf eure Einschätzungen und Erfahrungsberichte.