Hallo, MKK-Mamis und die, die es noch werden wollen!

Anbei mein WIDERSPRUCH => "Ablehnung meiner Mutter-Kind-Kur". Wie versprochen werde ich das Schreiben hier veröffentlichen. Ich möchte damit jeder Mutter Mut machen jeder Ablehnung zu widersprechen. Und vielleicht kann ich Euch damit auch weiterhelfen.
Ich hoffe nun, dass meine Kur doch noch genehmigt wird.

Gruß, Moni.

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WIDERSPRUCH
„Ablehnung meines Antrages auf eine Mutter-Kind-Kur“
Ihr Zeichen:
Versicherten-Nummer:
Mitaufnahme der Tochter

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ihren Standardbrief vom 12.06.2007 habe ich erhalten.

Gegen Ihre Entscheidung lege ich fristgerecht Widerspruch gem. §§ 78 ff. des Sozialgesetzbuches ein.

Desweiteren fordere ich Sie umgehend auf, mir das Gutachten des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) schriftlich zukommen zu lassen.

Aus Ihrem Standardbrief geht nicht hervor, in welcher Form Sie meine Vorrausetzungen für eine Kur geprüft haben und welche Punkte meines Antrages auf eine Mutter-Kind-Kur nicht den Vorrausetzungen für eine stationäre Reha-Maßnahme entsprechen. Sie nennen lediglich ein Beispiel mit der Abkürzung „u.a.“ in Ihrem Textbaustein. Dieses Beispiel trifft allerdings in meinem Fall nicht zu. Dies werden Sie sicherlich bei einer genauen Prüfung meines Kurantrages feststellen. Auch ist dieses Kriterium gem. Gesundheitsreform 2007 seit dem 01.04.2007 für Mutter-Kind-Kuren nicht mehr zutreffend.

Ferner musste ich feststellen, dass die zeitliche Bearbeitung sehr schnell erfolgte,
eine gründliche Prüfung jedoch zweifelhaft erscheint, da Sie unter anderem weder aussagekräftige Patientenakten eingesehen haben noch Kontakt mit den im Antrag genannten Fachärzten aufnahmen. Auch kam es im Rahmen Ihrer Prüfung zu keiner persönlichen Begegnung zwischen Patientin und MDK.

Wie Sie bei einer genauen Durchsicht meiner Antragsunterlagen feststellen können, habe ich schon zahlreiche ärztlich verordnete Maßnahmen in Anspruch genommen. Darüber hinaus habe ich auch zahlreiche Maßnahmen in Eigeninitiative unternommen. Sicherlich können Sie nachvollziehen, dass man diesen Zeit- (Therapiezeiten, Wartezeiten, Sprechstunde beim Arzt, Fahrtzeiten, usw.) und Kostenaufwand (u.a. Zuzahlungen und komplette Bezahlung aus eigener Tasche – z.B. kostet eine Stunde Dorntherapie ca. 100 € - dies als Mutter in Elternzeit) sowie ständige Organisation der Kinderbetreuung für die Zeit der Termine über einen Zeitraum von 21 Monaten nur auf sich nimmt, wenn man unter den entsprechenden Beschwerden leidet.

Sicherlich können Sie auch nachvollziehen, dass diese ständigen ambulanten Arzt- und Therapietermine (wo es noch nicht sicher ist, wie lange das noch gehen wird bzw. ob es irgendwann doch noch einen erfolgreichen Abschluß geben wird) sowie ständige Organisation der Kinderbetreuung in den ersten Lebensmonaten/-jahren eines Kindes sicherlich nicht gerade förderliche für eine gute Mutter-Kind-Beziehung sind. In erster Linie war die Elternzeit dafür gedacht, dass ich für meine Tochter da sein kann. Die Kinderbetreuung wird zur Zeit vorrangig noch von Familienmitgliedern übernommen. Allerdings kam es hier schon zu Problemen, da die Termine dann auch mit Kollegen und Vorgesetzten abgestimmt werden müssen. Mein Ehemann bspw. hat kürzlich erst diesbezüglich Ärger mit seinem Arbeitgeber bekommen. Hierdurch entstehen existenzielle Ängste. Dies sorgt auch für Spannungen innerhalb der Familie – das ist für mich nicht gut, für meinen Mann nicht gut – und erst recht nicht gut für unsere gemeinsame Tochter.

Gerne können Sie mir (weitere bzw. alle) kassenpflichtige Behandlungen, die meinen Indikationen entsprechen und an meinem Wohnort durchführbar sind, nennen. Bitte beachten Sie in diesem Fall auch die Kontraindikationen bei von-Willebrand-Patienten sowie bei Patienten mit Neigungen zu Medikamentenunverträglichkeitsreaktionen. Für eventuelle Rückfragen stehen Ihnen hierzu sicherlich die Gerinnungsspezialisten der Uniklinik Frankfurt am Main bzw. jedes Hämophilienzentrum zur Verfügung.
Aber bitte nennen Sie mir auch für die Zeit der ambulanten Behandlungen Möglichkeiten der weiteren Kinderbetreuung (am Wohnort) für ein Kleinkind.

Aufgrund der Indikationen und familiären Situation käme für mich und meine Tochter soweit ich mich informiert habe (u.a. Internet und Prospekte) evtl. als Kurklinik das Gesundheitszentrum „An der Höhle“ Eberstadt, Höhlenweg 8, 74722 Buchen im Odenwald in Frage. Die angebotenen Therapien entsprechen meinen Indikationen. Die Klinik bietet eine optimale Kinderbetreuung auch für Kleinkinder (bis zu 62 Stunden in der Woche) an. Die Klinik empfiehlt Familien mit Kleinkindern ausserhalb der Ferien (z.B. September) in Kur zu gehen. In der Klinik werden u.a. auch Patientinnen behandelt, die bei der GEK versichert sind. Ferner ist es empfehlenswert, dass für den Notfall, der hoffentlich nicht eintritt, ein Krankenhaus mit Hämophilienambulanz (hier: Heidelberg) in erreichbarer Nähe ist, da Mutter und Tochter an einem mittelschweren von-Willebrand-Syndrom (genetische Blutgerinnungsstörung mit Neigungen zu verstärkten Blutungen) leiden.
Für die Nennungen weiterer Alternativen einer Kurklinik Ihrerseits, die genau diesen Anforderungen entsprechen, wäre ich dankbar.
Einen stressfreien Aufenthalt in einer Kurklinik sowie ein kompetentes, kooperatives und kinderfreundliches Personal zur optimalen Genesung setze ich verständlicherweise voraus.

Der Kurantrag liegt Ihnen bereits vor. Sicherlich können Sie weitere Auskünfte von meinen behandelten Ärzten erhalten und auch Einsicht in die entsprechenden Patientenakten nehmen. Selbstverständlich können Sie mich zur weiteren Prüfung zu einem Termin beim MDK laden. Bitte schlagen Sie mir in diesem Fall einen Termin schriftlich vor und stimmen diesen dann mit mir (wegen einer evtl. benötigten Kinderbetreuung, evtl. anderen Arztterminen bzw. evtl. Schlafens- und Essenszeiten meiner Tochter) ab.

Im Übrigen steht in der letzten GEK - Elterninfo zur Vorsorgeuntersuchung U7 (Ende Mai 2007) ein Bericht über Müttergenesungskuren. Zitat: „… um eine Krankheit zu erkennen, ihre Verschlimmerung zu verhindern oder sie zu heilen ...“ Ferner schreiben Sie in fetter und roter Schrift: „Ihre GEK unterstützt eine Mutter-Kind-Kur.“.

Der Kurantrag vom 30.05.2007 bleibt im vollen Umfang bestehen.


Mit freundlichen Grüßen