Gestern hat mein Sohn Halbjahreszeugnis bekommen.
Er wiederholt die 9. Klasse einer Realschule.
Das Zeugnis ist soweit ganz gut, bis auf die Deutschnote.
Da hat er eine 5.
Er hat einen Lehrer, der ihn ganz offensichtlich überhaupt nicht mag, was auf gegenseitigkeit beruht.
In den vergangenen Schuljahren hatte mein Sohn ebenfalls bei ihm, aber nicht Deutsch, sondern Erdkunde und auch da hatte er immer eine 5.

Ich hatte bereits einige Gespräche mit diesem Lehrer.
Er hat den Standpunkt,mein Sohn ist alt genug, er muss wissen, was er will oder nicht will und wenn er sich entscheidet, im Unterricht nix zu tun,ist das für den Lehrer in Ordnung, das wird dann eben mit entsprechenden Noten bewertet.
Ist ja eigentlich auch okay.
Aber - was ich nicht nachvollziehen kann: Wieso hat der Lehrer nicht die geringste Motivation,meinen Sohn mal ein bißchen zu fordern??
In meinem letzten Gespräch mit dem Lehrer erzählte mir dieser nun, dass mein Sohn nach wie vor nur körperlich anwesend ist, er hat nur selten alle Arbeitsmaterialien dabei, er macht unregelmäßig Hausaufgaben usw.
"Ja,Frau L., dann bekommt ihr Sohn eine Sechs für nicht gemachte HA und gut ist! Mir ist das doch egal!"
Alles gut zureden hier zu Hause mit Sohn fruchtet nicht, er merkt, dass der Lehrer keinerlei Hoffnung und Energie in ihn setzt und mein Sohn verhält sich dann eben auch entsprechend.

Nun ist aber etwas geschehen, dass ich nicht einordnen kann und gerne mal eure Meinung zu hätte:

Mein Sohn hat in Deutsch zwei Arbeiten geschieben, die erste war eine Fünf, die zweite bekam er gar nicht zurück.
Er ging daraufhin mehrmals zu dem Lehrer um ihn nach der Note zu fragen, doch er antwortet: "Die gebe ich dir nicht zurück,weil du nicht in ein Arbeitsheft geschrieben hast!"
Er hatte sein Heft vergessen und hat die Arbeit auf Doppelblätter geschrieben.
Eine Woche später fragte mein Sohn den Lehrer noch einmal nach der Note in seiner Arbeit.Die Antwort: " Das brauchst du nichtzu wissen, bald gibt es Zeugnisse, dann kannst du dir ja ausrechnen, was du in der Arbeit hattest,wenn du die Note siehst!" Und dann noch hinterher: "Falls du in der Lage bist, den Durchschnitt auszurechnen!" ( Solche "Spitzen" seitens des Lehrers kommen übrigens sehr häufig, was vielleicht erklärt,warum mein Sohn den Lehrer absolut unsympathisch findet -das habe ich in einigen Gesprächen mit Sohn und Lehrer auch schon versucht anzusprechen,der Lehrer zeigt sich da aber sehr uneinsichtig).
So,jetzt wissen Sohn und ich nicht, welche Note er in der letzten Arbeit hatte.
War es wieder eine Fünf? Oder sogar eine Sechs und er hat mit der Fünf im Zeugnis "Glück" gehabt?
Oder war es eine Vier und weil er im Unterricht nicht genügend mitmacht,hat er ihm die Fünf im Zeugnis gegeben?

Ich frage mich ernsthaft, was der Lehrer damit bezwecken will??!
Sollte das ein Ratespielchen werden?
Oder eher (mal wieder) so ein Wink: " Hey, Junge, wenn du meinst,mich zu ärgern,indem du dein Heft vergisst,zeige ich dir, wer hier am längeren Hebel sitzt!"
So kommt es mir er vor.

Nächste Woche muss ich mit Sohn mal wieder zu einem Gespräch,wo der Lehrer seine Litanei runterrasselt ( wobei er weder Sohn noch mich anschaut, das kenne ich schon, auf Einwände und/ oder Vorschläge von mir wird er wohl auch wieder nicht eingehen), Sohn wird gar nicht hinhören, was Lehrer sagt....

Naja, aber ich möchte den Lehrer doch irgendwie fragen, was seine Motivation war,die Arbeit nicht rauszurücken,und am liebsten würde ich dem Lehrer auch mal sagen, was ich von seiner "Professionalität als pädagogische Fachkraft" halte, aber das wäre wohl nicht dafür geeignet, dass Sohn da doch noch mal eine bessere Note bekommen wird.

Habt ihr vielleicht Ideen oder Tipps, was ich Sohn sagen kann, damit er es irgendwie hinkriegt, seine absolute Antipathie dem Lehrer gegenüber zu unterdrücken??