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  1. #1
    platypussy ist offline Lactivist
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    Standard schwiegervater will gerne eine taufe...

    hallo alle,

    hier erstmal die rahmenbedingungen:
    meine schwiegis sind oekumenisch (ev/kath) getraut, kinder beide katholisch (mein mann mit 18 ausgetreten). meine eltern waren "christliche atheisten", ich bin durch meine oma eher dem katholischen ritus vetraut (allerdings in italienisch), aber ev. getauft.
    als mein vater wieder nach italien gegangen ist, haben wir laut darueber nachgedacht, unseren sohn evtl dort taufen zu lassen.
    eher als "verwurzelung" in der community dort und auch, damit meine oma, die damals noch gelebt hat, sich freut...
    nun sind inzwischen vater und oma verstorben.
    eine taufe dort waere natuerlich moeglich, haette fuer mich aber nicht dieselbe bedeutung.
    mein schwiegervater faende es aber toll und fragt nun staendig nach.
    ich moechte ihn ungern hier taufen lassen, da ich in .de nie in die kirche gehe. meinem mann ist es eh egal.
    ich habe auch keine verwandten und bekannten in deutschland, die als paten in frage kaemen. in italien saehe das anders aus.
    was meint ihr?
    grundsaetzlich stimme ich zu, das man ein kind, das man taufen laesst, auch im christlichen glauben erziehen sollte. in unserem leben spielt das aber eigentlich keine rolle.
    andererseits sind ja viele menschen getauft, haben sich der kirche aber entfremdet.

  2. #2
    hypomaus ist offline Stranger
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    Standard Re: schwiegervater will gerne eine taufe...

    Sorry, ich versteh dich nicht so ganz. Kannst du dich nicht entscheiden, OB du ihn taufen sollst oder WO du ihn tafen sollst?

  3. #3
    Maxie Musterfrau ist gerade online 100% Originalnick
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    Standard Re: schwiegervater will gerne eine taufe...

    Zitat Zitat von platypussy Beitrag anzeigen
    hallo alle,

    hier erstmal die rahmenbedingungen:
    meine schwiegis sind oekumenisch (ev/kath) getraut, kinder beide katholisch (mein mann mit 18 ausgetreten). meine eltern waren "christliche atheisten", ich bin durch meine oma eher dem katholischen ritus vetraut (allerdings in italienisch), aber ev. getauft.
    als mein vater wieder nach italien gegangen ist, haben wir laut darueber nachgedacht, unseren sohn evtl dort taufen zu lassen.
    eher als "verwurzelung" in der community dort und auch, damit meine oma, die damals noch gelebt hat, sich freut...
    nun sind inzwischen vater und oma verstorben.
    eine taufe dort waere natuerlich moeglich, haette fuer mich aber nicht dieselbe bedeutung.
    mein schwiegervater faende es aber toll und fragt nun staendig nach.
    ich moechte ihn ungern hier taufen lassen, da ich in .de nie in die kirche gehe. meinem mann ist es eh egal.
    ich habe auch keine verwandten und bekannten in deutschland, die als paten in frage kaemen. in italien saehe das anders aus.
    was meint ihr?
    grundsaetzlich stimme ich zu, das man ein kind, das man taufen laesst, auch im christlichen glauben erziehen sollte. in unserem leben spielt das aber eigentlich keine rolle.
    andererseits sind ja viele menschen getauft, haben sich der kirche aber entfremdet.
    Nur wegen der Familie zu taufen, kann ich nicht nachvollziehen. Aber davon abgesehen: Was genau ist denn nun dein Problem?

    LG

  4. #4
    maxismama ist offline Pooh-Bah
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    Standard Re: schwiegervater will gerne eine taufe...

    Zitat Zitat von platypussy Beitrag anzeigen
    hallo alle,

    hier erstmal die rahmenbedingungen:
    meine schwiegis sind oekumenisch (ev/kath) getraut, kinder beide katholisch (mein mann mit 18 ausgetreten). meine eltern waren "christliche atheisten", ich bin durch meine oma eher dem katholischen ritus vetraut (allerdings in italienisch), aber ev. getauft.
    als mein vater wieder nach italien gegangen ist, haben wir laut darueber nachgedacht, unseren sohn evtl dort taufen zu lassen.
    eher als "verwurzelung" in der community dort und auch, damit meine oma, die damals noch gelebt hat, sich freut...
    nun sind inzwischen vater und oma verstorben.
    eine taufe dort waere natuerlich moeglich, haette fuer mich aber nicht dieselbe bedeutung.
    mein schwiegervater faende es aber toll und fragt nun staendig nach.
    ich moechte ihn ungern hier taufen lassen, da ich in .de nie in die kirche gehe. meinem mann ist es eh egal.
    ich habe auch keine verwandten und bekannten in deutschland, die als paten in frage kaemen. in italien saehe das anders aus.
    was meint ihr?
    grundsaetzlich stimme ich zu, das man ein kind, das man taufen laesst, auch im christlichen glauben erziehen sollte. in unserem leben spielt das aber eigentlich keine rolle.
    andererseits sind ja viele menschen getauft, haben sich der kirche aber entfremdet.
    Den tieferen Sinn einer Taufe und die damit folgenden (eigentlich logischen) Konsequenzen kennst Du aber schon?
    Mit einer Taufe wird der Täufling in die christliche Gemeinde aufgenommen. Das bedeutet, er sollte eigentlich in der Pfarrei getauft werden, wo er auch aufwächst. Das zum Anfang.... Wenn Du unbedingt eine Taufe in einer anderen Pfarrei möchtest, brauchst Du die Erlaubnis Eures Pfarrers - nennt sich Entlassschein. Den musst Du im Pfarrbüro anfordern (gilt jetzt für Katholiken, wie es bei den Evangelen ist, weiß ich nicht).
    Zum Zweiten versprechen die Eltern - und das ist jetzt wirklich wichtig - bei der Taufe, das Kind im christlichen Glauben zu erziehen. Sieht man sich dazu schon von vornherein nicht in der Lage, ist es wohl besser, das Ganze bleiben zu lassen. Jeder gute Pfarrer rät in so einem Fall beim Taufgespräch eh davon ab.

    Ihr solltet Euch schon darüber im Klaren sein, dass eine Taufe auch langfristige Konsequenzen hat. Sowohl für Euch, als auch für Euer Kind. Wollt ihr das? Könnt ihr das?

    Mal anders herum gefragt: was für einen plausiblen Grund hast Du, Dein Kind taufen lassen zu wollen? Ich würde mich freuen, wenn Du mir darauf eine Antwort geben würdest, das interessiert mich nämlich wirklich.

    Ansonsten, so aufs erste und von aussen betrachtet, würde ich in Eurem Fall sagen: lasst es bleiben oder vertagt es. Das Kind kann auch später ohne weiters getauft werden, sogar dann noch, wenn es sich selbst dafür entscheiden kann und darf (mit 14 Jahren)...
    Viele Grüße

    maxismama



    Gib der Seele einen Sonntag und dem Sonntag eine Seele
    Peter Rosegger (1843 - 1918)

  5. #5
    platypussy ist offline Lactivist
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    Standard Re: schwiegervater will gerne eine taufe...

    Zitat Zitat von maxismama Beitrag anzeigen
    Mal anders herum gefragt: was für einen plausiblen Grund hast Du, Dein Kind taufen lassen zu wollen? Ich würde mich freuen, wenn Du mir darauf eine Antwort geben würdest, das interessiert mich nämlich wirklich.
    naja, ich habe dazu eher eine pragmatische sichtweise und gehe davon aus (was ich so von anderen leuten hoere), das nicht jedes kind aufgrund einer tiefempfundenen religioesitaet getauft wird.
    sondern eben auch um familie und "community" zufriedenzustellen.
    es ging mir auch eher um ein lautes denken, als um eine tatsaechliche entscheidungshilfe, denn letzlich sind fuer mich ja die rahmenbedingungen jetzt eh nicht mehr so, als das ich da wirklich hinter stehen koennte.
    wir haben auch eher ein humanistisches weltbild als ein religioes gepraegtes.

  6. #6
    maxismama ist offline Pooh-Bah
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    Standard Re: schwiegervater will gerne eine taufe...

    Zitat Zitat von platypussy Beitrag anzeigen
    naja, ich habe dazu eher eine pragmatische sichtweise und gehe davon aus (was ich so von anderen leuten hoere), das nicht jedes kind aufgrund einer tiefempfundenen religioesitaet getauft wird.
    sondern eben auch um familie und "community" zufriedenzustellen.
    Das ist sicher richtig. Nicht zuletzt deshalb, weil viele Eltern sich a) zu wenig Gedanken über die Taufe machen, über den Sinn einer Taufe und die eigentliche Bedeutung sowie die Verantwortung, die sie als Eltern damit übernehmen. Und b) - das hängt irgendwie auch mit a) zusammen - den Glauben, dieser christlichen Gemeinschaft, in die sie ihr Kind aufnehmen lassen möchten, nicht ernst nehmen (und damit auch die Religion bzw. die Menschen, denen ihr Glaube wichtig ist, nicht ernst genug nehmen). Das ist auch eine Sache des Respekts der Gläubigen und deren Religion gegenüber. Lasse ich mein Kind taufen, ohne mich wirklich ernsthaft mit Sinn und Bedeutung der Taufe bzw. ganz im Allgemeinen mit der Religion auseinanderzusetzen, setze ich damit (vlt. auch unbewusst) ein Zeichen. Die Taufe hat für Christen eine sehr tiefe Bedeutung. Das ist nicht nur ein Ritual, das man einfach mal so macht.... Mit der Taufe vertraue ich mein Kind Gott an, stelle es unter seinen Schutz. Es gehört damit zu Gott. Die Taufe ist auch nicht mehr rückgängig zu machen. Das Kind kann zwar von der Religionsgemeinschaft austreten, das ändert aber nichts daran, dass es weiterhin "zu Gott gehört". Hört sich vlt. banal an. Ist aber kirchenrechtlich so zu verstehen und für gläubige Christen auch nachvollziehbar. Vielleicht kannst Du verstehen, dass gläubige Menschen sich von Eltern, die "einfach mal so" ihr Kind taufen lassen möchten, verletzt oder sogar - bildlich gesehen - mit Füßen getreten fühlen. Krass ausgedrückt, ich weiss. Aber vielleicht gerade dadurch etwas verständlich? Hoffe ich zumindest.

    Somit ist die Entscheidung für oder gegen Taufe eine sehr schwerwiegende, die gut überlegt sein will. Sowohl im Sinne des Kindes als auch aus Toleranz, Akzeptanz oder Respekt den gläubigen Menschen gegenüber.
    Zitat Zitat von platypussy Beitrag anzeigen
    es ging mir auch eher um ein lautes denken, als um eine tatsaechliche entscheidungshilfe, denn letzlich sind fuer mich ja die rahmenbedingungen jetzt eh nicht mehr so, als das ich da wirklich hinter stehen koennte.
    wir haben auch eher ein humanistisches weltbild als ein religioes gepraegtes.
    Und aus eben diesen Tatsachen heraus wäre es besser, das Ganze zu vertagen. Ein Kind kann später immer noch getauft werden, das schrieb ich ja schon. Rückgängig machen lässt sie sich dagegen nicht mehr.
    Dein Kind kann muss ja deswegen auf (fast) nichts verzichten. Sicher, es kann später nicht zur Kommunion gehen, wenn es nicht getauft ist. Es kann aber durchaus den Religionsunterricht besuchen, Du kannst genauso mit ihm zum Kindergottesdienst gehen, wenn Du das möchtest. Es kann in einen kirchlichen Kindergarten gehen, die Spielgruppe mit kirchlicher Trägerschaft etc. pp..... Es wird nirgends nach einem Mitgliedsnachweis gefragt. Somit läuft Euch wirklich nichts davon.

    Und, ganz ehrlich: Mein Schwiegervater wäre einer der letzten, die bei dieser Entscheidung mitzureden hätten. Das ist und bleibt Sache der Eltern. Und das ist gut so.
    Viele Grüße

    maxismama



    Gib der Seele einen Sonntag und dem Sonntag eine Seele
    Peter Rosegger (1843 - 1918)

  7. #7
    Mimi5 ist offline Veteran
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    Standard Re: schwiegervater will gerne eine taufe...

    Hallo maxismama,

    ich verstehe schon,w as du meinst - aber viele Kinder werden getauft, obwohl ihre Eltern nicht mehr viel mit Kirche am Hut haben. Daas ist nicht einmal nur schlecht.

    Und vor allem: Mit der Taufe nimmst du keine Entscheidung für das Kind vorweg. Jede großkirchliche Taufe wird von jeder Großkirche anerkannt. Jede Glaubensgemeinschaft. die Kindertaufen ablehnt ignoriert die Kindertaufe einfach. Ein Austritt ist jederzeit möglich.

    Zitat Zitat von maxismama Beitrag anzeigen
    den Glauben, dieser christlichen Gemeinschaft, in die sie ihr Kind aufnehmen lassen möchten, nicht ernst nehmen (und damit auch die Religion bzw. die Menschen, denen ihr Glaube wichtig ist, nicht ernst genug nehmen). Das ist auch eine Sache des Respekts der Gläubigen und deren Religion gegenüber.

    Wer sein Kind taufen lässt, zeigt zumindest, dass er noch irgendeine Verbindung zur Kirche hat. Dazu braucht man nicht in allen Punkten überzeugter Christ zu sein. Als Respektlosigkeit würde ich das nicht ansehen.

    Die Taufe hat für Christen eine sehr tiefe Bedeutung. Das ist nicht nur ein Ritual, das man einfach mal so macht.... Mit der Taufe vertraue ich mein Kind Gott an, stelle es unter seinen Schutz. Es gehört damit zu Gott. Die Taufe ist auch nicht mehr rückgängig zu machen. Das Kind kann zwar von der Religionsgemeinschaft austreten, das ändert aber nichts daran, dass es weiterhin "zu Gott gehört".

    Das vertritt so meines Wissen keine Kirche. Ein ungetauftes Kind steht nicht weniger unter dem Schutz Gottes als ein getauftes. Ich wüsste auch nicht, inwiefern nur ein getauftes Kind zu Gott gehört.

    Vielleicht kannst Du verstehen, dass gläubige Menschen sich von Eltern, die "einfach mal so" ihr Kind taufen lassen möchten, verletzt oder sogar - bildlich gesehen - mit Füßen getreten fühlen.

    Wieso? Es sit doch nicht vereltzend, wenn jemand möchte, dass ein Kind in eine Kirche aufgenommen wird, hinter der er nicht hundertprozentig steht.

    Somit ist die Entscheidung für oder gegen Taufe eine sehr schwerwiegende, die gut überlegt sein will. Sowohl im Sinne des Kindes als auch aus Toleranz, Akzeptanz oder Respekt den gläubigen Menschen gegenüber.

    Die Kirchen freuen sich über jeden Täufling. Deine Meinung, dass nur streng gläubige Eltern ihre Kinder taufen lassen sollten, vertritt keine große Kirche. Für das Kind hat die Taufe faktsich keine Konsequenzen. Es gehört eben einer Kirche an - aus der es auch wieder austreten kann, wenn es das möchte.

    Und aus eben diesen Tatsachen heraus wäre es besser, das Ganze zu vertagen. Ein Kind kann später immer noch getauft werden, das schrieb ich ja schon. Rückgängig machen lässt sie sich dagegen nicht mehr.

    Mimi

    Man muss eine Taufe nicht rückgängi machen, weil sie gar keine konkreten Konsequenzen hat. Wenn man das will, kann man sie einfach ignorieren.

  8. #8
    maxismama ist offline Pooh-Bah
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    Standard Re: schwiegervater will gerne eine taufe...

    Zitat Zitat von Mimi5 Beitrag anzeigen
    Hallo maxismama,

    ich verstehe schon,w as du meinst - aber viele Kinder werden getauft, obwohl ihre Eltern nicht mehr viel mit Kirche am Hut haben. Daas ist nicht einmal nur schlecht.
    Ich weiß das. Manche Eltern finden sogar über ihre Kinder wieder zur Kirche. Das sind aber nicht viele.

    Zitat Zitat von Mimi5 Beitrag anzeigen
    Und vor allem: Mit der Taufe nimmst du keine Entscheidung für das Kind vorweg. Jede großkirchliche Taufe wird von jeder Großkirche anerkannt. Jede Glaubensgemeinschaft. die Kindertaufen ablehnt ignoriert die Kindertaufe einfach. Ein Austritt ist jederzeit möglich.
    Du, es ist doch eh so, dass Eltern, egal wie sie für ihr Kind entscheiden, dem Kind die Entscheidung vorwegnehmen. Das ist im alltäglichen Leben so wie auch in wichtigen Fragen. Und das ist gut so. Eltern werden immer so entscheiden, wie sie glauben, dass es für ihr Kind das Beste ist. Wie sie für sich auch entscheiden würden.
    Was aber nicht sein sollte: dass Eltern, wie im Fall der TE, für ihr Kind eine Entscheidung, die so wichtig ist, treffen, hinter der sie nicht ansatzweise stehen.

    Zitat Zitat von Mimi5 Beitrag anzeigen
    Wer sein Kind taufen lässt, zeigt zumindest, dass er noch irgendeine Verbindung zur Kirche hat. Dazu braucht man nicht in allen Punkten überzeugter Christ zu sein.

    Nicht in allen, aber doch in einigen zumindest. Wenn ich aber erlebe, dass Eltern ihr Kind taufen lassen möchten, nur damit es in der Schule nicht von seinen Freunden mal für eine halbe Stunde getrennt ist, und die Mutter sagt, ihr wäre es sch***egal, ob das Kind nun getauft ist oder nicht, sie glaubt das eh alles nicht, aber dann soll das Kind halt getauft werden,... mache ich mir so meine Gedanken.

    Zitat Zitat von Mimi5 Beitrag anzeigen
    Als Respektlosigkeit würde ich das nicht ansehen.

    Das kommt widerum auf den Einzelfall an. In dem gerade beschriebenen sehe ich das durchaus als Respektlosigkeit an.

    Zitat Zitat von Mimi5 Beitrag anzeigen
    Das vertritt so meines Wissen keine Kirche. Ein ungetauftes Kind steht nicht weniger unter dem Schutz Gottes als ein getauftes. Ich wüsste auch nicht, inwiefern nur ein getauftes Kind zu Gott gehört.

    Du bringst da was durcheinander. Natürlich stellt Gott jeden Menschen unter seinen Schutz, unabhängig von der Taufe. Das ist Gottes Entscheidung.
    Mit der Taufe vertrauen Eltern ihr Kind Gott an. Das ist die Entscheidung der Eltern, und die ist nicht mehr rückgängig zu machen - kirchenrechtlich gesehen.
    Was Kirchen nach aussen hin vertreten, kommt lange nicht bei jedem an. Da müsste man sich mal intensiver mit Kirche beschäftigen. Das heißt aber nicht, dass es deshalb keine Gültigkeit hat.

    Zitat Zitat von Mimi5 Beitrag anzeigen
    Wieso? Es sit doch nicht vereltzend, wenn jemand möchte, dass ein Kind in eine Kirche aufgenommen wird, hinter der er nicht hundertprozentig steht.
    Zitat Zitat von Mimi5 Beitrag anzeigen
    Ich sagte es schon weiter oben. Huntertprozentig verlangt kein Mensch. Aber...

    Zitat Zitat von Mimi5 Beitrag anzeigen
    Die Kirchen freuen sich über jeden Täufling.

    Da täuschst Du Dich aber gewaltig. Das kommt natürlich auf den einzelnen Pfarrer an. Da gibte ja auch (sind ja auch nur Menschen) gute, sehr gute, und.... eben andere... Ein guter Pfarrer wird mit den Eltern zusammen die Entscheidung, wenn sie zweifelhaft ist, sehr gut abwägen und unter gegebenen Umständen auch schon mal eine Taufe ablehnen.

    Zitat Zitat von Mimi5 Beitrag anzeigen
    Deine Meinung, dass nur streng gläubige Eltern ihre Kinder taufen lassen sollten, vertritt keine große Kirche.

    Das habe ich doch so gar nicht gesagt. Dass aber Eltern die einmal getroffene Entscheidung auch guten Gewissens vertreten können sollten und ihnen der Glaube zumindest wichtig sein sollte, dürfte hoffentlich klar sein.

    Zitat Zitat von Mimi5 Beitrag anzeigen
    Für das Kind hat die Taufe faktsich keine Konsequenzen. Es gehört eben einer Kirche an - aus der es auch wieder austreten kann, wenn es das möchte.

    Du verwechselst da schon wieder was. ABer ich erkläre es Dir gerne: Das Kind kann aus der Institution Kirche austreten, ja, das stimmt. Aber das Kind bleibt deshalb getaufter Christ. Dieser "Zustand" ist nicht mehr rückgängig zu machen, auch nach einem Austritt nicht.
    Das Kind/Der Erwachsene hat, wenn es Mitglied der kath. Kirche ist, den Status (Konfession) "r.k." (= römisch katholisch).
    Ist das Kind/der Erwachsene ausgetreten, trägt es/er den Status "k.a." (=katholisch ausgetreten). Jetzt klarer?
    Das ist auch so eine Sache, die nach aussen hin viele gar nicht wissen - und für viele auch nicht wichtig ist, weil ihnen halt ganz allgemein der Glaube nicht wichtig ist. Zumindest wenn sie den Schritt des Austritts vor oder schon hinter sich haben. Versuch doch mal, es aus dieser Sicht zu sehen.

    Zitat Zitat von Mimi5 Beitrag anzeigen
    Man muss eine Taufe nicht rückgängi machen, weil sie gar keine konkreten Konsequenzen hat. Wenn man das will, kann man sie einfach ignorieren.

    Man kann fast alles ignorieren. Ob das aber immer so gut ist?
    Viele Grüße

    maxismama



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    Peter Rosegger (1843 - 1918)

  9. #9
    opus ist offline Muddi h.c.
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    Standard Re: schwiegervater will gerne eine taufe...

    Du, in diesem Forum passiert manchmal merkwürdiges. Maxismama (und einige andere hier) und ich stehen so ziemlich auf den gegensätzlichesten Polen des religiösen Meinungsspektrums und dennoch sind wir uns in diesen Fragen immer wieder absolut einig...

    Daher auch von mir ein paar Erläuterungen, wenn ich darf:

    Zitat Zitat von Mimi5 Beitrag anzeigen
    Hallo maxismama,

    ich verstehe schon,w as du meinst - aber viele Kinder werden getauft, obwohl ihre Eltern nicht mehr viel mit Kirche am Hut haben. Daas ist nicht einmal nur schlecht.

    Und vor allem: Mit der Taufe nimmst du keine Entscheidung für das Kind vorweg. Jede großkirchliche Taufe wird von jeder Großkirche anerkannt. Jede Glaubensgemeinschaft. die Kindertaufen ablehnt ignoriert die Kindertaufe einfach. Ein Austritt ist jederzeit möglich.
    Das stimmt schon, aber genauso kann ein nicht getaufter Mensch jederzeit eintreten, sprich, sich taufen lassen. Dieses ist zudem einfacher ( und billiger) als das Austreten.

    Taufen lässt man zudem, wenn man will, dass das Kind in die Gemeinde aufgenommen wird, was bedeutet, dass es religiös werden soll. Man tut das nicht zum unverbindlichen Ausprobieren.

    Zitat Zitat von Mimi5 Beitrag anzeigen
    Wer sein Kind taufen lässt, zeigt zumindest, dass er noch irgendeine Verbindung zur Kirche hat. Dazu braucht man nicht in allen Punkten überzeugter Christ zu sein. Als Respektlosigkeit würde ich das nicht ansehen.
    Warst du mal bei einem Taufgottesdienst? Ich meine, ausser deinem eigenen ?
    Hast du mal zugehört, was die Eltern (!) da öffentlich geloben und versprechen müssen?

    Im Prinzip müssen sie erklären, dass sie in allen Punkten überzeugte Christen sind (der jeweiligen Konfession) und das Kind nur in diesem Glauben zu erziehen gedenken.
    Wenn dies bei den Eltern nicht zutrifft und sie geloben es trotzdem, so bedeutet das, dass sie schlichtweg lügen bzw. Frömmigkeit heucheln.

    Und das findest du nicht respektlos?
    Also, ich würde das niemals tun!

    Zitat Zitat von Mimi5 Beitrag anzeigen
    Das vertritt so meines Wissen keine Kirche. Ein ungetauftes Kind steht nicht weniger unter dem Schutz Gottes als ein getauftes. Ich wüsste auch nicht, inwiefern nur ein getauftes Kind zu Gott gehört. [...]
    Das ist nur bedingt Sache der Kirche, letztlich definierst du dir deinen Gott selber. Aber, es stimmt, auch die katholische Kirche hat letztens freundlicherweise die Vorhölle abgeschafft, die war wohl doch etwas schlecht für's Geschäft.
    Zitat Zitat von Mimi5 Beitrag anzeigen

    Die Kirchen freuen sich über jeden Täufling. Deine Meinung, dass nur streng gläubige Eltern ihre Kinder taufen lassen sollten, vertritt keine große Kirche. Für das Kind hat die Taufe faktsich keine Konsequenzen. Es gehört eben einer Kirche an - aus der es auch wieder austreten kann, wenn es das möchte.
    Da geht der Trend ganz klar weg von, denn damit würde sich die Kirche als Folkloreverein definieren, wo man nach Belieben ein- und austreten kann. Ich glaube, da nehmen sich die Kirchenoberen etwas ernster.
    /Angesichts knapper Kassen ist es auch verständlich, dass die Kirchen ihre Dienstleistungen auf die Menschen konzentriert, die sie wirklich in Anspruch nehmen wollen und die sie auch zu würdigen wissen.
    Zitat Zitat von Mimi5 Beitrag anzeigen
    Man muss eine Taufe nicht rückgängi machen, weil sie gar keine konkreten Konsequenzen hat. Wenn man das will, kann man sie einfach ignorieren.
    Das ist richtig. Die Taufe hat keine Auswirkungen für den Täufling, es juckt nicht. Insofern kann man die Kirche problemlos verlassen. Für die Kirche versiegen aber die Einnahmen, für die hat es somit Konsequenzen und die zählen auch.

  10. #10
    maxismama ist offline Pooh-Bah
    Registriert seit
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    Standard Re: schwiegervater will gerne eine taufe...

    Zitat Zitat von opus Beitrag anzeigen
    Du, in diesem Forum passiert manchmal merkwürdiges. Maxismama (und einige andere hier) und ich stehen so ziemlich auf den gegensätzlichesten Polen des religiösen Meinungsspektrums und dennoch sind wir uns in diesen Fragen immer wieder absolut einig...
    Wie Recht Du hast
    Ich hab ja schon auf Dich gewartet...
    Viele Grüße

    maxismama



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