Like Tree3gefällt dies

Thema: Meinung zu Christine Rankl

  1. #21
    Gast

    Standard Re: Meinung zu Christine Rankl

    Zitat Zitat von Mascha1980 Beitrag anzeigen
    Aaaalso...

    Ich gebe Euch in vielem recht. "Tyrann" ist ein schlimmer Begriff im Zusammenhang mit Kindern. Denke auch, dass es hier eher ein Aufmacher war, um zu verkaufen. Winterhoff ist sicher nicht der beste seiner Spezies, aber ob er selber in Behandlung muss - nun ja, so weit sollte man in seinem Urteil nicht gehen, meine ich. Einiges von dem, was er schreibt, macht durchaus Sinn und kann Eltern eine gewisse hilfreiche Stütze sein. Ich selber fand auch den Titel von vornherein furchtbar und hatte damit alles drumherum auch schon abgeschrieben - fand dann aber, dass Winterhoff selber nicht SO furchtbar ist. Aber egal jetzt.
    Ich habe ihn in Interviews gesehen. Die Tipps, die er da gab (z.B., IMMER 3 Sekunden zu warten, bis man auf sein Kind reagiert ) fand ich lächerlich.

    ABER es gibt auch sanftere Möglichkeiten, einem KInd dabei zu helfen, dass es leichter in den Schlaf findet. Niemandem ist damit gedient, wenn die Mutter nach einem Jahr abendlichem Herumtragen und Dauerstillen total fertig ist.
    Hm, okay, da gibt es auch noch Pantley und Gordon. Ey, ich will jetzt nicht NOCH ein Buch lesen müssen, jetzt ist erstmal Rosenberg mit seiner GfK dran :D

    Und ich finde, hier gehts dann darum, auch für die elterlichen Bedürfnisse etwas zu tun. Und wenn wir jetzt schon von den vielzitierten Urzeiten sprechen, in denen auch kein KInd allein schlafen musste: Ja, das stimmt. Aber zu Urzeiten saßen auch noch alle Familienmitglieder zusammen in der Höhle ums Feuer herum. Heute hat sich die Gesellschaft zivilisiert, es gibt getrennte Wohn- und Schlafbereiche und es gibt die Neigung zu etwas mehr Privatsphäre für alle. Klar kann ein Baby/Kind bis zum gemeinsamen Schlafengehen mit im Wohnzimmer sein - wenn es dann trotzdem gemäß seiner Müdigkeit dort schlafen kann. Das können nicht alle Kinder. Was ich sagen will: Der Urzeitvergleich hinkt oft, finde ich. Es ist meiner Meinung nach NICHT grausam, wenn wir unseren Kindern teilweise Dinge beibringen, die zu Urzeiten nicht geschahen. (Und wie ihr hoffentlich verstanden habt, rede ich jetzt NICHT vom Ferbern eines vier Monate alten Säuglings oder so...)
    Mhm, MIR ging es bei dem Thema um die beschworene "natürliche angeborene Intuition". Wenn das von einem User kommt, der sein Kind geferbert hat und das bis auf 20 Minuten ausgedehnt hat, dann paßt das halt nicht zusammen.

    Zum Thema Intuition: Ja, da hast Du durchaus Recht, Tamilein. Ich hatte gestern noch überlegt, selber etwas ähnliches zu schreiben. Dass eben nicht jeder Mensch eine gute Intuition hat. Das ist richtig. (Und hier kann man auch wieder über Winterhoff lästern, wenn man mag.) Ich sprach allerdings gestern von mir - und da bin ich sehr der Meinung, dass MIR ein bisschen mehr Vertrauen in meine Intuition oft gut täte.
    Mhm, aber es ist doch auch nicht verkehrt, sich da "Hilfe" zu holen. Super finde ich in dem Zusammenhang die Bücher von Juul und Naomi Aldort.
    Oder auch, was ich als Standardwerk bezeichnen würde - "In Liebe wachsen" von Gonzalez.
    Es ist doch ohnehin so, dass Dich Bücher nur ansprechen, wenn sie was in Dir wecken, was schon da ist (meine Laienmeinung). Sie kitzeln also Deine Intuition hervor

    Und nochwas allgemeines: Was mir hier im Forum auffällt, ist so ein gewisser aggressiver Unterton von einigen. Immer dann, wenn ein User nicht zu 100 Prozent das schreibt, mit dem konform gegangen wird. Das finde ich irgendwie schade und auch nicht sehr hilfreich. Natürlich kann und soll es bestimmte Prinzipien geben (Etwa "Ich tue meinem Kind niemals weh, weder psychisch noch körperlich" oder so ähnlich). Aber darüber hinaus gibt es nicht wirklich die eine einzige Wahrheit, was das Richtige in der Kindererziehung ist. Sicher darf jeder seine Meinung zu allen Themen äußern - dazu ist das Forum ja da. Aber ich habe hier manchmal das Gefühl, dass etwas vorschnell ge- bzw. verurteilt wird, was gewisse Haltungen und/oder Handlungen angeht.
    Ach, die Geschichte hat 'ne Vorgeschichte :D
    Davon abgesehen finde ich das Urteilsargument immer ein wenig an den Haaren herbeigezogen. Das hier ist virtuell. Nicht real. Ich schreibe über das, was ich lese. Ich beurteile nicht die Person dahinter, kann ich gar nicht, will ich gar nicht. Und selbst WENN - wen interessiert es? Ich lasse das nicht an mich heran, dazu ist es zu unwichtig.

  2. #22
    schallijr ist offline enthusiast
    Registriert seit
    10.06.2008
    Beiträge
    289

    Standard Re: Meinung zu Christine Rankl

    @Mascha,

    den letzten Absatz mit dem aggressiven Unterton ziehe ich mir mal mit an. Denn habe ich aber nicht generell, sonder nur bei Tamilein, weil die mich kolosal nervt. Also wohl was persönliches.

    Resultiert genau aus dem was du sagst. es fehlt an Akzeptanz anders Denkender, es wird persönlich angegriffen und aus einer Einzelaussage zu einem Erziehungsaspekt wird gleich pauschaliert ein Rückschluß auf das gesamte Wesen gezogen.

    Mag ich nicht, werd ich auch mal aggressiv (verbal), wenn man mich auf dem falschen Fuss erwischt.

  3. #23
    Gast

    Standard Re: Meinung zu Christine Rankl

    Zitat Zitat von schallijr Beitrag anzeigen
    Resultiert genau aus dem was du sagst. es fehlt an Akzeptanz anders Denkender, es wird persönlich angegriffen und aus einer Einzelaussage zu einem Erziehungsaspekt wird gleich pauschaliert ein Rückschluß auf das gesamte Wesen gezogen.
    Wo habe ich Dich jemals persönlich angegriffen? Red doch nicht ständg drumrum, pack's auf den Tisch.
    Die Beispiele Deiner persönlichen Angriffe hingegen könnte ich sofort präsentieren.
    Du mußt jetzt auch nicht wieder lammfromm tun, Du bist durchschaut.

  4. #24
    Maxie Musterfrau ist gerade online 100% Originalnick
    Registriert seit
    13.06.2002
    Beiträge
    44.385

    Standard Re: Meinung zu Christine Rankl

    Zitat Zitat von Mascha1980 Beitrag anzeigen
    Aaaalso...

    Ich gebe Euch in vielem recht. "Tyrann" ist ein schlimmer Begriff im Zusammenhang mit Kindern. Denke auch, dass es hier eher ein Aufmacher war, um zu verkaufen. Winterhoff ist sicher nicht der beste seiner Spezies, aber ob er selber in Behandlung muss - nun ja, so weit sollte man in seinem Urteil nicht gehen, meine ich. Einiges von dem, was er schreibt, macht durchaus Sinn und kann Eltern eine gewisse hilfreiche Stütze sein. Ich selber fand auch den Titel von vornherein furchtbar und hatte damit alles drumherum auch schon abgeschrieben - fand dann aber, dass Winterhoff selber nicht SO furchtbar ist. Aber egal jetzt.
    Ich kann den auch nicht ab, hab ihn auch nur in Auszügen verfolgt, wobei ich ihm in manchen Dingen Recht gebe: Eine absolut gleichberechtigte Partnerschaft zwischen Eltern und Kind kann's nicht geben. Das ist auch ungesund. Eltern, die ihr Kind als Partnerersatz sehen, haben natürlich ein Problem. Aber Winterhoff stellt das ja so dar, als würde der Großteil der Familien darunter leiden.
    Dieses bewusste Ignorieren des Kindes, damit es quasi merkt, wo sein Platz in der Hierarchie ist, finde ich furchtbar.

    Zum Thema Zahn-Kast, die auch Psychologin ist: Ja, das stimmt. Aber sie ist Verhaltenstherapeutin, was ein himmelweiter Unterschied zur Tiefenpsychologie bedeutet. In letzterer spielt die Bindungstheorie eine enorm wichtige Rolle, und DAS ist es auch, was Rankl für mich sehr nachvollziehbar macht. Sie weiß einfach um die Hintergründe der kindlichen Psyche und ihrer Bedürfnisse. Was nicht heißt, dass ein Baby oder Kleinkind IMMER in Watte gepackt werden muss. Ferbern = grausam, da sind wir uns wohl alle einig.
    Richtig. Manches in dem Buch ist ja auch ok. ABER: Die darstellung, dass quasi das Kind das "Problem" ist und der Störfaktor (=Tyrann = Terrortist usw.), die find ich bedenklich.

    ABER es gibt auch sanftere Möglichkeiten, einem KInd dabei zu helfen, dass es leichter in den Schlaf findet. Niemandem ist damit gedient, wenn die Mutter nach einem Jahr abendlichem Herumtragen und Dauerstillen total fertig ist.
    Und ich finde, hier gehts dann darum, auch für die elterlichen Bedürfnisse etwas zu tun.
    Richtig. Und bei den meisten Müttern wär's schon damit getan, wenn es tagsüber mehr Freiräume und Gelegenheiten zur Erholung gäbe. Würde auch dem ein oder anderen Kind vielleicht ganz gut tun. Aber gerade da meint man ja, man müsse sich fürs Kind aufopfern.

    Und wenn wir jetzt schon von den vielzitierten Urzeiten sprechen, in denen auch kein KInd allein schlafen musste: Ja, das stimmt. Aber zu Urzeiten saßen auch noch alle Familienmitglieder zusammen in der Höhle ums Feuer herum. Heute hat sich die Gesellschaft zivilisiert, es gibt getrennte Wohn- und Schlafbereiche und es gibt die Neigung zu etwas mehr Privatsphäre für alle.
    Ist es wirklich so zivilisert, Kinder aus gewissen Bereichen auszuklammern? Genauso wie's nicht gut ist, sie in allzu viele Dinge einzubeziehen (weil sie z.. damit überfordert wären oder es sich um nciht altersgrechte Dinge handelt), muss man sie im Umkehrschluss nicht unbedingt "aussperren".

    Klar kann ein Baby/Kind bis zum gemeinsamen Schlafengehen mit im Wohnzimmer sein - wenn es dann trotzdem gemäß seiner Müdigkeit dort schlafen kann. Das können nicht alle Kinder.
    Genau, dann mus sich eine Schlafumgebung schaffen, wo das Kind Nähe und Ruhe hat. Das ist meien Aufgabe als Elternteil.

    Was ich sagen will: Der Urzeitvergleich hinkt oft, finde ich. Es ist meiner Meinung nach NICHT grausam, wenn wir unseren Kindern teilweise Dinge beibringen, die zu Urzeiten nicht geschahen. (Und wie ihr hoffentlich verstanden habt, rede ich jetzt NICHT vom Ferbern eines vier Monate alten Säuglings oder so...)
    Da geb ich dir Recht. Aber bitte altersgerecht und immer im Sinne des Kindes.


    LG

  5. #25
    azalea71 ist offline addict
    Registriert seit
    13.11.2009
    Beiträge
    618

    Standard Re: Meinung zu Christine Rankl

    Hat sich für dich vielleicht schon erledigt. Was mir zu diesem Thema einfällt: Es war doch ein Buch von Frau Rankl, nach dem Du diese "harte Tour" bei deinem Kind durchgezogen hast. Nach der Du Dich ja einigermaßen mieß gefühlt hast. Oder? Weil ich nach der Erfahrung nicht verstehe, dass Du immer noch so angetan bist von der Autorin. Denn hat Dich das Buch doch zu einem Versuch gebracht, den Du erstens mit andere Lektüre gelassen hättest und den Du zweitens bereust.

    Zitat Zitat von Mascha1980 Beitrag anzeigen
    Hallo,

    aus gegebenem Anlass würde ich gerne wissen, wer von Euch die Bücher von Christine Rankl kennt und wie ihr sie findet. In meinem anderen Thread hatte ich sie erwähnt und eine Userin meinte, sie finde sie furchtbar. Deshalb wollte ich jetzt hier mal rumfragen, ob ich da irgendwie "betriebsblind" bin bzw. was ihr so denkt.

    Ich habe "So beruhige ich mein Baby" gelesen. Es gibt von ihr noch "Einschlafen - (k)ein Kinderspiel" und ein ganz neues, "Endlich durchschlafen", bei dem ich überlegt hatte, es mir zu bestellen.

    Mir sagt die Autorin nämlich bislang sehr zu. Sie ist tiefenpsychpologisch fundierte Psychotherapeutin und hat eine Säuglingspsychosomatik begründet. In ihren Büchern erscheint sie mir sehr auf die Bedürfnisse der Babies/Kinder einzugehen, ohne dabei aber Entwicklungsschritte wie das Erlernen von Frustrationstoleranz und Selbstregulationsfähigkeiten außen vor zu lassen. Auch die Bedürfnisse der Eltern bekommen einen gewissen Stellenwert, was ich ebenfalls gut finde.

    Unter anderem beschreibt sie eben, dass es durchaus gut und sinnvoll sei, wenn Babies jenseits des 6. Lebensmonats lernen, alleine einzuschlafen. (Ihr kennt diese Theorie sicher.) Sie ist dabei trotzdem nicht dogmatisch und betont immer wieder, wie wichtig es ist, dass die Bedürfnisse aller (natürlich insbesondere der Babies) gewahrt werden. Sie beschreibt außerdem mögliche Beziehungsprobleme zwischen Eltern und Kind usw.

    Kurzum: Ich mag ihre Betrachtungsweise sehr, sie erscheint mir plausibel. Auch vor diesem Hintergrund hatte ich eben überlegt, ob es nicht sinnvoll sein könnte, meinem Purzel (acht Monate) irgendwann sanft dabei zu helfen, dass er allein in den Schlaf findet. Aber das nur nebenbei.

    So, bin gespannt auf Eure Meinungen. ;-)

  6. #26
    Mascha1980 ist offline Stranger
    Registriert seit
    26.02.2010
    Beiträge
    14

    Standard Re: Meinung zu Christine Rankl

    Huhu,
    nee, das war kein "Programm" nach Rankl, sondern nach Mascha. Rankl hat in dem Buch, das ich kenne, nichts Derartiges geschrieben. Höchstens angedeutet, dass man versuchen könnte, nachts abzustillen, indem der Papa das Beruhigen übernimmt. Wenn man das möchte.
    Nun, mein "Versuch" war einfach meiner eigenen Dämlichkeit geschuldet. ;-)

  7. #27
    azalea71 ist offline addict
    Registriert seit
    13.11.2009
    Beiträge
    618

    Standard Re: Meinung zu Christine Rankl

    Zitat Zitat von Mascha1980 Beitrag anzeigen
    Huhu,
    nee, das war kein "Programm" nach Rankl, sondern nach Mascha. Rankl hat in dem Buch, das ich kenne, nichts Derartiges geschrieben. Höchstens angedeutet, dass man versuchen könnte, nachts abzustillen, indem der Papa das Beruhigen übernimmt. Wenn man das möchte.
    Nun, mein "Versuch" war einfach meiner eigenen Dämlichkeit geschuldet. ;-)
    Okay, hatte ich dann anders verstanden. Denn Ferbern light wurde ihr in dem Thread ja vorgeworfen und das ist ungefähr das, was ich mir drunter vorstelle. Wobei (und jetzt bin ich ketzerisch und böse) Gordon ja auch davon ausgeht, dass die Kinder weinen, schreien etc. dürfen, dabei aber getröstet werden (haste ja gemacht) und sie halt deutlich älter sind. Ach ja, und er sagt explizit an tausenden Stellen "wenn Du Dich unwohl fühlst, hör auf".
    Ich hab so eine Episode mit 1 3/4 hinter mir. Nachdem es eine Woche mit dem Nachtsabstillen immer besser wurde, ist Tochterkind richtig ausgetickt und ich gleich mit (zwei heulende Elende in einem Bett) ... Ich habe es dann gelassen (und ihr das auch gesagt) und ihr auch gesagt, dass wir uns Hilfe holen. Die Dame, bei der wir wegen der 24-Stunden-Kind-Thematik waren. Haben wir auch gemacht... Aber das hilft Dir auch nicht wirklich, weil meine doch deutlich älter war.
    Anyway, alles was ich sagen will ist: bei uns war auch Gordon nicht der Weisheit letzter Schluss...
    Ihr werdet also Euren Weg finden...

  8. #28
    Gast

    Standard Re: Meinung zu Christine Rankl

    Zitat Zitat von Mascha1980 Beitrag anzeigen
    Hallo,

    aus gegebenem Anlass würde ich gerne wissen, wer von Euch die Bücher von Christine Rankl kennt und wie ihr sie findet. In meinem anderen Thread hatte ich sie erwähnt und eine Userin meinte, sie finde sie furchtbar. Deshalb wollte ich jetzt hier mal rumfragen, ob ich da irgendwie "betriebsblind" bin bzw. was ihr so denkt.

    Ich habe "So beruhige ich mein Baby" gelesen. Es gibt von ihr noch "Einschlafen - (k)ein Kinderspiel" und ein ganz neues, "Endlich durchschlafen", bei dem ich überlegt hatte, es mir zu bestellen.

    Mir sagt die Autorin nämlich bislang sehr zu. Sie ist tiefenpsychpologisch fundierte Psychotherapeutin und hat eine Säuglingspsychosomatik begründet. In ihren Büchern erscheint sie mir sehr auf die Bedürfnisse der Babies/Kinder einzugehen, ohne dabei aber Entwicklungsschritte wie das Erlernen von Frustrationstoleranz und Selbstregulationsfähigkeiten außen vor zu lassen. Auch die Bedürfnisse der Eltern bekommen einen gewissen Stellenwert, was ich ebenfalls gut finde.

    Unter anderem beschreibt sie eben, dass es durchaus gut und sinnvoll sei, wenn Babies jenseits des 6. Lebensmonats lernen, alleine einzuschlafen. (Ihr kennt diese Theorie sicher.) Sie ist dabei trotzdem nicht dogmatisch und betont immer wieder, wie wichtig es ist, dass die Bedürfnisse aller (natürlich insbesondere der Babies) gewahrt werden. Sie beschreibt außerdem mögliche Beziehungsprobleme zwischen Eltern und Kind usw.

    Kurzum: Ich mag ihre Betrachtungsweise sehr, sie erscheint mir plausibel. Auch vor diesem Hintergrund hatte ich eben überlegt, ob es nicht sinnvoll sein könnte, meinem Purzel (acht Monate) irgendwann sanft dabei zu helfen, dass er allein in den Schlaf findet. Aber das nur nebenbei.

    So, bin gespannt auf Eure Meinungen. ;-)
    Ich habe "So beruhige ich mein Baby" und danach "Einschlafen - (k)ein Kinderspiel" gelesen.

    Das erste fand ich hilfreich. Denn unsere Kleine hat zwischen der 4 und 10. Lebenswoche viel geschrien und war und ist ein 24-Stunden-Baby. Durch das erstgenannte Buch habe ich erst einmal verstanden, daß es ein Schlafproblem ist.

    Aber auch nur mit dieser einen Botschaft. Die auch nicht ganz uneindeutig kam. Ich bin nämlich mit unserer Kleinen im KiWa um die Häuser gewetzt. Und sie schrie. Nichts war mit im KiWa kann man nichts falsch machen.

    Voller Hoffnung habe ich dann das "Einschlafen - (k)ein Kinderspiel" gekauft und war entsetzt. Im Ergebnis schlägt sie Ferbern vor. Nur besser verpackt. Ich halte die Grundthesen aber für schlicht falsch. Das „Erlernen von Frustrationstoleranz und Selbstregulationsfähigkeiten“ hat aus meiner Sicht nichts im Babyalter zu suchen und erst recht nichts, aber auch gar nichts im Zusammenhang mit Schlaf.

    Rankl sieht meines Erachtens wie so viele das Kind als halbfertiges Wesen. Das ist es aber nicht. Es ist in seinem jeweiligen Alterszustand perfekt auf seine Erhaltung ausgerichtet. Zum Problem werden bestimmte Dinge erst durch die Eltern. Aber die sind erwachsen und es ist ihr Job, auf das Kind einzugehen.
    Ein Kind wird gewiß auch im Rahmen liebevoller Zuwendung und Bedürfnisbefriedigung lernen, was Frustration ist und wie ich sie bewältige. Von ganz allein.

  9. #29
    Bachstelze1981 ist offline Stranger
    Registriert seit
    24.07.2010
    Beiträge
    3

    Standard Re: Meinung zu Christine Rankl

    Liebe Mascha, liebe übrigen Leser,

    ich möchte mich eindeutig positiv zu Frau Rankl und ihrem Buch "Einschlafen - (k)ein Kinderspiel äußern.

    Warum?
    Sie geht das Problem meiner Ansicht nach auf wissenschaftlicher Basis an, thematisiert es aus vielen Blickwinkeln und dreht sich nicht nur im Kreis - indem sie ausschließlich das Schlafen an sich thematisiert, sondern das ganze Familienleben TAG und Nacht betrachtet. Sie ermöglicht dem Leser, diese Perspektiven einzunehmen und vom Schlaffokus wegzukommen.

    Mir war das Buch ein wertvoller Gegenüber, weil man in seinem eigenen Handeln und seiner Situation mit Kind manchmal sehr beschränkt ist. Und tatsächlich passen manche Einschlafhilfen vielleicht zu einem bestimmtem Zeitpunkt einfach nicht mehr. Das Kind wird größer, aktiver, schläft weniger tagsüber, zu anderen Zeiten und da muss man auch als Elternteil die Entwicklung sehen und mitgehen können und nicht nach altem Rezept kochen wollen. In meinem Falle war es das in den Schlaf Stillen, was nicht mehr funktionierte und wo der Entwicklungsschritt Essen=Essen und Schlafen =Schlafen und das kann "ich" (das Baby) selber, kommen musste.

    In diesem Zusammenhang finde ich Frustrationsfähigkeit und Selbstregulation zwei wichtige Kompetenzen, die Frau Rankl keinesfalls von null auf hundert vom Leser umgesetzt haben möchte. Vielmehr zeichnet sie Entwicklungsschritte, Möglichkeiten des Kindes auf und hilft Eltern, bei diesen das Kind zu unterstützen.

    Den Fokus vom Schlafproblem an sich wegzunehmen, finde ich extrem positiv. Es ermöglicht über den Tag mit dem Kind, sein Erleben, das Zusammenleben der Familie, die Partnerschaft der Eltern untereinander einmal zu reflektieren und DARAUS eigene Handlungsfelder zu erkennen. Das ist der eigentliche Mehrwert für mich gewesen: Der Dialog mit dem Buch, die Erweiterung des Blickfelds und die eigene Erkenntnis hier und da etwas zu ändern. Frau Rankl schreibt niemanden eine Methode von A-Z vor, sie regt an zur Reflexion und Aktion und das fundiert und praktisch.

    Eindes der wenigen "Ratgeber"-Bücher, die gar nicht als solches geschrieben sind und ich mir deswegen gern da Rat geholt habe.

  10. #30
    Avatar von KatjaM
    KatjaM ist offline Carpal Tunnel
    Registriert seit
    23.06.2004
    Beiträge
    4.371

    Standard Re: Meinung zu Christine Rankl

    Zitat Zitat von Bachstelze1981 Beitrag anzeigen
    Liebe Mascha, liebe übrigen Leser,

    ich möchte mich eindeutig positiv zu Frau Rankl und ihrem Buch "Einschlafen - (k)ein Kinderspiel äußern.

    Warum?
    Sie geht das Problem meiner Ansicht nach auf wissenschaftlicher Basis an, thematisiert es aus vielen Blickwinkeln und dreht sich nicht nur im Kreis - indem sie ausschließlich das Schlafen an sich thematisiert, sondern das ganze Familienleben TAG und Nacht betrachtet. Sie ermöglicht dem Leser, diese Perspektiven einzunehmen und vom Schlaffokus wegzukommen.

    Mir war das Buch ein wertvoller Gegenüber, weil man in seinem eigenen Handeln und seiner Situation mit Kind manchmal sehr beschränkt ist. Und tatsächlich passen manche Einschlafhilfen vielleicht zu einem bestimmtem Zeitpunkt einfach nicht mehr. Das Kind wird größer, aktiver, schläft weniger tagsüber, zu anderen Zeiten und da muss man auch als Elternteil die Entwicklung sehen und mitgehen können und nicht nach altem Rezept kochen wollen. In meinem Falle war es das in den Schlaf Stillen, was nicht mehr funktionierte und wo der Entwicklungsschritt Essen=Essen und Schlafen =Schlafen und das kann "ich" (das Baby) selber, kommen musste.

    In diesem Zusammenhang finde ich Frustrationsfähigkeit und Selbstregulation zwei wichtige Kompetenzen, die Frau Rankl keinesfalls von null auf hundert vom Leser umgesetzt haben möchte. Vielmehr zeichnet sie Entwicklungsschritte, Möglichkeiten des Kindes auf und hilft Eltern, bei diesen das Kind zu unterstützen.

    Den Fokus vom Schlafproblem an sich wegzunehmen, finde ich extrem positiv. Es ermöglicht über den Tag mit dem Kind, sein Erleben, das Zusammenleben der Familie, die Partnerschaft der Eltern untereinander einmal zu reflektieren und DARAUS eigene Handlungsfelder zu erkennen. Das ist der eigentliche Mehrwert für mich gewesen: Der Dialog mit dem Buch, die Erweiterung des Blickfelds und die eigene Erkenntnis hier und da etwas zu ändern. Frau Rankl schreibt niemanden eine Methode von A-Z vor, sie regt an zur Reflexion und Aktion und das fundiert und praktisch.

    Eindes der wenigen "Ratgeber"-Bücher, die gar nicht als solches geschrieben sind und ich mir deswegen gern da Rat geholt habe.
    Bist Du die Autorin, oder warum musst du hier so eine Werbung machen in amazon.de - Deutsch und als erster (!) Post??

    katja

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •