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  1. #1
    Leni79 ist offline Das Leben ist das Leben
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    Standard Umgang mit neuer Schwangerschaft nach FG / (Spät-)Abort

    Hallo,

    ich bin ganz neu hier im Forum. Ich würde mich sehr über den Austausch mit gleichgesinnten Mamis freuen und mal hören wie ihr mit den Herausforderungen einer erneuten Schwangerschaft nach einem vorherigen Verlust (FG - egal wie früh oder spät) umgeht.

    Ich habe zwei Kinder im Alter von 6 und 4 Jahren. Zwischen beiden hatte ich eine frühe Fehlgeburt. Beide SS waren nicht ganz einfach, aber am Ende war immer alles gut. Nachdem ich mir lange ziemlich sicher war, dass mein KiWU abgeschlossen ist, kamen irgendwann letztes Jahr diese leisen Stimmen...und immer mehr Familien in unserem Umfeld bekamen das 3. Kind. Und irgendwann haben mein Mann und ich dann gesagt "Warum eigentlich nicht?" :-)

    Es hat dann auch sofort geklappt und alles schien wunderbar. Die ersten 12 Wochen vergingen, Ersttrimesterscreening unauffällig, ich entspannte...Dann Routineuntersuchung in der 17. SSW - kein Herzschlag, das Baby war seit 2 Wochen nicht gewachsen :-( Und ich hatte rein gar nichts bemerkt. Es war wie in einem schlechten Traum! Dann folgte die stille Geburt, bei der mich GsD meine wundervolle Hebamme begleitet hat und in der wir Abschied von unserem kleinen Sohn nehmen konnten. Es sollte sich später rausstellen, dass der Kleine wegen des sog. Amnionbandsyndroms verstarb. Es hat sich eine Schicht der Eihaut gelöst, die dann als Amnionband im Fruchtwasser schwamm und sich um seinen Hals gelegt hat. Äußerst selten und Ursache unbekannt.
    Das alles ist nun etwas mehr als ein halbes Jahr her und hier sitze ich nun - in der 10. Woche schwanger (9+1).
    Ich bin ganz bewusst erst letzte Woche zum Frauenarzt gegangen und es sieht alles gut aus. Herzschlag ist da, Größe passt, alles gut. Ich konnte es kaum glauben, denn ich habe null SS-Symptome! Also wirklich gar nichts! Keinerlei Veränderung der Brüste, ich muss nicht öfter aufs Klo, keine Übelkeit...und dennoch ist bis jetzt alles so verlaufen wie es soll.
    Aber ich habe eben solches Misstrauen in meinen Körper!! Damals habe ich ja auch nicht bemerkt, dass etwas nicht stimmt. Gibt es hier Mamis, die ähnliches erlebt haben und denen es ähnlich geht? Die einfach nicht mehr so richtig an den eigenen Körper glauben können? Wie geht ihr mit euren Folgeschwangerschaften um? Habt ihr Tipps? Ich versuche jeden Tag zu nehmen wie er kommt, aber die Sicherheit, die ich mal hatte, nämlich dass nach der 12. SSW eigentlich alles gut ist, die habe ich verloren. Ich horche in mich rein und kann doch nichts hören - weder gut noch schlecht. Mein Frauenarzt hat mir gesagt ich darf immer kommen und die Abstände meiner Untersuchungen sind nun auch im 2-Wochen Rhythmus geplant, aber ob das wirklich das Richtige ist? Viele Untersuchungen bedeuten ja auch ggf. mehr Unsicherheiten...

    Ich freue mich auf den Austausch mit euch!

  2. #2
    Avatar von Sveid
    Sveid ist offline hofft auf ein neues Glück
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    Standard Re: Umgang mit neuer Schwangerschaft nach FG / (Spät-)Abort

    Hallo.

    Der Kinderwunsch nach Fehlgeburt Bereich des Forums ist etwas stärker frequentiert, als dieser Bereich. Vielleicht würden dort auch noch mehr Antworten kommen, aber du hast ja auch erst geschrieben und ich es durch Zufall entdeckt.

    In meiner Signatur kannst Du grob meine "Geschichte" erkennen.
    Bei mir endete die erste vollkommen unauffällig verlaufende (wenn man von einer leichten Wachstumsverzögerung, die jedoch nie wirklich auffällig war absieht) Schwangerschaft in einem MA in der rechnerisch 19. (nach Größe entspr. erstem Ultraschall 18. Woche) SSW. Wann das Kind gestorben ist, kann nicht mehr genau nachvollzogen werden. Ursache bei uns war eine Trisomie 18, die beim ETS bei meiner Ärztin nicht aufgefallen war (in den Folgeschwangerschaften schickte sie mich daher zu ihrem Degum II Kollegen).
    Die zweite Schwangerschaft endete nach einem Nervenkrimi mit zig Frauenarztbesuchen bevor es wirklich los ging. Es entwickelte sich in der Fruchthülle keine kindliche Anlage.

    Seitdem weiß ich warum es heißt "Guter Hoffnung" sein, denn mehr als hoffen, dass es gut geht bleibt einem nicht übrig.
    Inzwischen weiß ich, dass ich auch gesunde Kinder bekommen kann, denn das war das was mich am meisten beschäftigt hatte, da die ersten beiden Schwangerschaften nicht gut endeten.

    Ich war zu Beginn auch recht häufig beim Frauenarzt und der erste Weg führte immer zum Ultraschallgerät zur Kontrolle ob das Herz noch schlägt und die Größe passt. Meiner Ärztin war das nach dem erlebten auch lieber...
    Wir (mein Mann und ich) haben auch den Weg mit ETS, Feindiagnostik etc. gewählt und hätten auch bei erhöhtem Risiko den Weg über NIPT oder FWU in Betracht gezogen. Aber das ist eine persönliche Einstellung, denn diese Situation, dass man aus allen Wolken fällt, wollten wir für uns möglichst vermeiden. Dann lieber wissen worauf man sich einstellen muss.
    Und ansonsten weiter von Woche zu Woche hoffen, aber die Kindsbewegungen helfen schon enorm.... und die Ablenkung durch das "große" Geschwisterkind, so dass man sich nicht zu sehr darauf fokussiert....
    Liebe Grüße,
    Sveid
    (Seit 05/2011 hoffen wir auf ein Kind; Nun ging unser Wunsch endlich in Erfüllung )

    ~~ mit 1. Sternchen ganz fest im Herzen! *04.05.2012 (18. SSW) ~~
    ... und einem Traum der endete, bevor es wirklich begann (7. SSW, September 2013)


    Unsere Tochter, unsere große. Liebe!


  3. #3
    Leni79 ist offline Das Leben ist das Leben
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    Standard Re: Umgang mit neuer Schwangerschaft nach FG / (Spät-)Abort

    Hallo Sveid,

    vielen Dank für den Hinweis. Ich habe tatsächlich noch nicht bei den anderen Themen geguckt, hier zu posten schien mir naheliegend :-)
    Ja, die Ablenkung durch die großen Kinder tut wirklich gut und tatsächlich hilft auch die Gewissheit, dass man gesunde Kinder bekommen kann. Aber ich bin nach 4 Schwangerschaften mit so viel Wissen belastet...ich wünschte mir einfach so sehr die Naivität meiner 1. SS zurück! Die "gute Hoffnung" eben :-)
    Mir hilft ein kleines bisschen die Tatsache, dass das Leben eben das Leben ist, also, dass ich erfahren habe, dass egal wie sehr ich mich schone, verzichte, vorsichtig bin, ich keinerlei Kontrolle darüber habe, ob das Baby bei mir bleibt oder nicht. Das entlastet sogar ein Stück weit...aber eben nur an den guten Tagen.
    Mein Mann und ich haben uns - sofern alles hält - auch für das ETS und den Bluttest entschieden. So haben wir einen gründlichen Ultraschall sowie Ausschluss von Tris. 13,18 und 21... ob wir dann ggf. noch für einen invasiven Eingriff entscheiden, kann ich heute noch nicht sagen.
    Ich wünsche dir alles Gute und schaue mich mal weiter im Forum um :-)

  4. #4
    Coco12 ist offline Stranger
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    Standard Re: Umgang mit neuer Schwangerschaft nach FG / (Spät-)Abort

    Hallo leni hallo sveid,
    Kann sehr gut nachvollziehen wie es euch geht. Es ist ganz schwierig, da einen Rat zu geben. Ich selbst habe ein gesundes Kind und hatte vor 8 Wochen eine frühe Fehlgeburt. Auch wenn es 'nur' in der 7. SSW war, so haben wir uns dennoch riesig gefreut und waren umsomehr enttäuscht und traurig, als es plötzlich endete. Habe viele Tränen vergossen, habe viel gezweifelt, und kann deinen Vertrauensverlust so gut nachvollziehen! Dass man dem eigenen Körper, den Anzeichen nicht traut, den Gefühlen, und dass man nicht darüber spricht! Bin jetzt erneut in der 7. SSW und so skeptisch, ängstlich, durcheinander, teile meine Freude an der SS nicht mit anderen, aus Angst, es könnte schon bald wieder vorbei sein. Natürlich ist ein Verlust in der 7.SSW nicht vergleichbar mit dem, was du/ ihr durchgemacht habt. Kann nur bestätigen: weiter machen, weiter leben, jeden Tag genießen, sich bewusst machen dass man nichts in der Hand hat, dass man nichts kontrollieren kann, dass man einfach warten und hoffen muss. Die Freude an den großen Geschwistern hilft sicher am besten. Und: reden! Liebe Grüße

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