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So habe ich die Geburt erlebt Wie haben Sie es erlebt, als Ihr Kind zur Welt kam?

 
 
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Alt 17.12.2011, 00:51
Benutzerbild von LaSelly
Pooh-Bah
 
Registriert seit: 07.10.2010
Ort: Peking
Beiträge: 1.906
Standard Achtung: Sehr lang und ungeschminkt!

Bemerkung vorweg: Ich entband in einer amerikanisch-chinesischen Klinik in Peking.

Am 26.07.2011, eine Woche vor dem errechneten Termin, ging ich erst gegen 00:45 Eine Woche vorm ET ging ich spät ins Bett und las dann noch bis ca. 1:15. Um 1:50 wurde ich aber schon wieder wach und wollte zur Toilette. Auf einmal fühlte ich etwas nasses und dachte im ersten Moment, dass ich jetzt auf die letzten Tage der Schwangerschaft auch noch inkontinent wurde. Aber kaum hatte ich das gedacht, merkte ich, dass das nicht nur ein paar Tropfen waren und stürzte aufs Klo. Mein Slip war klitschnass und es hörte gar nicht mehr auf. Ich rief nach meinem Mann (T.), der sich gerade bettfertig machte und sagte, dass ich glaube, dass meine Fruchtblase geplatzt sei. Er war total perplex. Ich bat ihn, mir einen neuen Slip und die von mir vorsorglich gekauften Binden für mittlere Inkontinenz zu bringen. Als ich den nassen Slip ins große Bad bringen wollte, um ihn auszuspülen, war aber schon auf halber Strecke schon wieder alles klitschnass- ich spurtete zum Klo. Und da saß ich fest, denn es wollte gar nicht mehr aufhören. Immer wenn ich einen neuen Slip mit frischer Binde angezogen hatte und drei Schritte gelaufen bin, war wieder alles durchnässt. Wie sollte ich so überhaupt in die Klinik kommen?? Ich bat Thierno schließlich, mir den 4. neuen Slip zu bringen sowie meinen weiten roten Rock, ein Oberteil und eine Plastiktüte. Während mein Mann das Auto aus der Garage holte und oben vorm Eingang parkte, zog ich mich, auf dem Klo sitzend, an und stieg zum Schluss mit je einem Bein durch einen Henkel der Tüte, sodass eine Art weites Überhöschen aus Plastik entstand, dass ich unter meinem Rock tragen konnte.

Meine Tasche war schon gepackt gewesen und so konnte es los gehen. So schnell ich das mit dickem Bauch und der Tüte zwischen den Beinen konnte, hastete ich zum Auto und legte mich auf der Rückbank lang, so wie es uns die Hebamme bei einem Blasensprung gesagt hatte. Zum Glück war es Nacht – mein Mann fuhr in einem Tempo zur Klinik, als würde das Baby jeden Moment kommen. Ich musste ihn mehrmals daran erinnern, dass ich nicht angeschnallt auf der Rückbank lag und mich nirgends festhalten konnte.
Es dürfte wohl nicht mal 3 Minuten gedauert haben, bis wir beim „Emergency“-Eingang der Klinik vorfuhren. Ich blieb im Auto liegen und T. gab bei der Notaufnahme bescheid. Sofort kamen einige Schwestern mit einem kleinen Rollstuhl. Ich wurde in die 2. Etage auf die Entbindungstation gebracht, wo ich das letzte noch freie Zimmer bezog. Man half mir aus meiner Kleidung und gab mir einen Krankenhauskittel. Die Schwester interessierte sich für die Farbe des Fruchtwassers, aber alles schien normal zu sein. Mir wurden Wegwerfslips und riesige Binden gegeben. Die brauchte ich auch dringend, den noch immer waren auch die Riesenbinden nach wenigen Minuten völlig durchtränkt, sodass ich noch eine ganze Weile damit beschäftigt war, immer wieder zum Bad zu gehen und meine Binden zu tauschen. Jedes Mal sollte ich eine Schwester rufen eh ich die Binde entsorgte, damit sie einen Blick auf die Farbe des Fruchtwassers werfen konnte. Es ist wirklich erstaunlich, wieviel Fruchtwasser frau so mit sich rumschleppt.
Es wurde ein CTG geschrieben, dass leichte aber unregelmäßige Wehen zeigte. Ich spürte davon aber noch nichts außer einem leichten Stechen am Muttermund. Der Herzschlag des Babys war in Ordnung und als um 2:30 eine Ärztin den Cervix abtastete war er gerade einmal einen Zentimeter auf. Als das CTG gegen 3:15 beendet wurde, konnte T gehen. Er wollte sich noch ein paar Stunden zu hause hinlegen, da auch er noch kein Auge diese Nacht zugemacht hatte.
Die Schwester meinte zu mir, dass ich versuchen solle etwas zu schlafen, aber ich war hellwach und das Zimmer was außerdem unangenehm warm.

Als ich gegen 4:15 endlich fast wegdämmerte, spürte ich auf einmal einen neuen Schwall Furchtwasser – meine Binde und Slip waren total durchnässt. Ich klingelte wieder nach einer Schwester, wechselte alles und die Schwester überprüfte kurz den Herzschlag von unserem Kleinen. Da alles ok war, versuchte ich wieder zu schlafen- ohne echten Erfolgt. Gegen 5:50 war ich immer noch wach. Ich hatte inzwischen ca. alle 8 - 6 Minuten leichte Wehen und außerdem riesigen Hunger. Ich fragte die Schwester, wann es denn Frühstück gebe. Da müsse ich mich noch bis min. 7 Uhr gedulden aber sie könne dafür sorgen, dass mir 2 kleine Scheiben Toastbrot mit Butter und Erdbeermarmelade gebracht wurden. Besser als nichts und mit den Toasts im Bauch ging es schon etwas besser. Und noch immer musste ich meine Binden regelmäßig wechseln.

Um 7:10 kam eine junge Dame mit einem Zettel, auf dem ich ankreuzen sollte, was ich zum Frühstück essen möchte. Eine Stunde später wurde endlich das Frühstück gebracht. Es gab ein Omlette, einen Muffin, Cornflakes und eine Tasse heiße Schokolade. Während ich aß wurde ich ans CTG gelegt. Außerdem fand der Schichtwechsel statt. Um 8:50 war das CTG beendet – alle 3 – 4 Minuten Wehen allerdings nicht sehr stark (unter 50).
Um 9:15 durfte ich nach einigem Bitten duschen, Zähne putzen usw. Obwohl ich weiterhin Wehen hatte, gelang es mir dann doch endlich von 9:45 bis 10:45 ein bisschen zu dösen.
Das Mittag wurde um 11:50 serviert aber schmeckt mir nicht. Ich esse nur drei Happen und den Brownie zum Nachtisch.

Um 12:20 kam endlich T wieder. Er hatte sich wohl den Wecker des Handys gestellt aber vergessen sein Handy aufzuladen, sodass das Handy in der Nacht ausging. Da hatte ich ja noch mal Glück gehabt, dass sich die Geburt so zog. Ich war ehrlich sauer, hatte aber inzwischen besseres zu tun, als mich darauf zu konzentrieren. Seit ca. 11 Uhr musste ich die Wehen immer öfter veratmen und lief im Zimmer auf und ab. Immer 5 Schritte in die eine, dann 5 Schritte in die andere Richtung. Das CTG um 12:30 zeigte nun auch deutlich kräftigere Wehen ca. alle 2 Minuten an. Während der Wehen konnte ich nicht sprechen aber ich dachte „Das ist auszuhalten, wenn es so bleibt“. Nur ein wirklich bequeme Position für die Wehen fand ich nicht.
Mir würde eine Kanüle am Handrücken gelegt.

Um 13:30 tastete die diensthabende Ärztin nach dem Muttermund. Das enttäuschende Ergebnis: Cervix weich und nur 3 Zentimeter. Das konnte doch wohl nicht sein! Seit über 8 Stunden hatte ich Wehen und es hatte sich fast nichts getan!
Nach einer halbe Stunde hatte ich genug: die Wehen wurden immer stärker und ich wusste einfach nicht, wie ich mich während der Wehen halten sollte, damit ich entspannen konnte. Liegen wollte ich auf gar keinen Fall. Die wenigen Schritte, die ich im Zimmer gehen konnte, reichten nicht. Auf dem Flug wollte ich auch nicht rumlaufen. Die Station war voll und es war ein ständiges Kommen und Gehen. Vor allem störten mich die Angehörigen einer chinesischen Frau, die scheinbar in voller Sippenstärke zur moralischen Unterstützung angereist waren und im Flur und im Vorraum der Station rumstanden. Ich wäre gern spazieren gegangen. Aber wo? Die Klinik hatte keinen Park oder etwas Vergleichbares und ich wusste, dass mein Mann mit mir nicht durch die Klinikflure promeniert wäre. Er hasste so schon die neugierigen Blicke der Chinesen, die sicher nicht weniger wurden, wenn eine weiße Schwangere im Krankenhauskittel, die offensichtlich kurz vor der Geburt stand, spazieren ging. Also saß ich meistens auf dem Bett und stützte mich auf meinen Mann, aber optimal war das nicht.
Ich ließ mir einen Gymnastikball bringen, hatte aber schon im Vorbereitungskurs gehört, dass die für eine Europäerin viel zu klein waren und so war es dann auch – meine Knie reichten mir bis zum Kinn und ich klemmte mir meinen Bauch mit den Oberschenkeln ein.
Letzte Möglichkeit: die Wanne. Eigentlich hatte ich diese nicht nutzen wollen, da sie nicht in meinem Entbindungsraum war, sondern in einer Art fensterlosen, bis unter die Decke gefliesten Abstellkammer. Aber nun bat ich darum mir die Wanne einzulassen.

Eine Dreiviertelstunde später, um 14:45 konnte ich in die Wanne steigen und es war wirklich angenehm. Die Wanne war sehr groß und ich konnte mich gut bewegen, verschiedene Positionen ausprobieren und mir mit dem warmen Wasser aus der Brause während der Wehen den unteren Bauch massieren, sodass die Wehen weniger schmerzhaft waren. T setzte sich neben die Wanne und massierte mich ab und zu mit dem warmen Wasser aus der Brause oder mit den Händen.

Gern wäre ich länger in der Wanne geblieben, aber schon eine halbe Stunde später spürte ich ganz dringend das Bedürfnis, auf die Toilette zu gehen. Also raus aus der Wanne und über den Flur zurück in mein Zimmer. Dort entleerte sich mein Darm wahren Massen – klar, der Darm musste komplett leer werden.
Kaum war das geschehen, wurden die Wehen sprunghaft extrem schmerzhaft. Ursprünglich wollte ich zurück in die Wanne gehen, aber daran war nicht mehr zu denken. Ich lag auf dem Bett, wand mich vor Schmerzen und hatte meinen Körper nicht mehr unter Kontrolle.
Ich fragte die Hebamme nach einem Schmerzmittel, wollte aber keine PDA. Das einzige, was mir die Hebamme anbot, war Lachgas. Beim Geburtsvorbereitungskurs hatten wir ein Video gesehen, wo eine Frau mit Lachgas gebar. Sie hatte eine Atemmaske in der Hand und immer wenn die Wehe kam, atmete sie in dieser ein. Das Lachgags benebelt wohl kurzfristig, sodass man den Schmerz nicht mehr so stark wahrnimmt. Schon bei dem Video dachte ich, dass ich es mir absolut nicht vorstellen kann, unter Schmerzen ein Gas einzuatmen. Aber was blieb mir anderes übrig? Ich brauchte auf jeden Fall etwas gegen die Schmerzen.
Also brachte die Hebamme die Gasflasche. Bei der nächsten Wehe sollte ich tief einatmen. Die Wehe rollte heran, ich atmete ein, hustete und übergab mich. Das mit dem Lachgas konnte ich also vergessen. Aber etwas anderes außer der PDA konnten sie mir nun nicht mehr anbieten.
Nach vier weiteren extrem schmerzhaften Wehen gab ich auf: um ca. 16 Uhr bat ich um eine PDA. Ich war seit ca. 30 Stunden wach, seit 13 Stunden in der Klinik und mein Muttermund war immer noch unter 5 cm geöffnet. Noch nicht mal die Hälfte geschafft! Während der Wehen zitterte ich am ganzen Körper, weinte und merkte, wie mein Kreislauf absackte.

Gegen 16:20 kam ein sehr netter Anästhesist. Er erklärte mir allerhand, lies mich Etliches unterschreiben, aber ich bekam kaum etwas mit. Bei jeder Wehe jammerte ich und klammerte mich an Ts Hand, der mich streichelte und beruhigend auf mich einredete. Ich hätte alles unterschrieben, wenn nur endlich diese Schmerzen erträglicher werden würden.
Um 16:30 Uhr wurde die PDA gelegt. Ein bisschen Bammel hatte ich schon, denn während der Wehen konnte ich nicht stillhalten und so kündigte ich immer laut an „Wehe, Wehe, Wehe“, damit nicht während einer Wehe zugestochen wurde. Ich lag auf der Seite, vergrub mein Gesicht am Bauch meines Mannes, der mir den Kopf streichelte, und klammerte mich an seine Hand. Der Stich war kaum zu spüren zwischen den Wehen. Es wurde ein dünner Schlauch an meinem Rücken hoch gelegt bis zu einem Tropf neben meinem Bett. Der Anästhesist zeigte mit einen Knopf an einem Kabel, über den ich mir selber Dosen des Schmerzmittels verabreichen konnte, wenn die Wirkung nachließ. Davon wollte ich aber möglichst wenig Gebrauch machen, da ich sicher gehen wollte, dass ich in der Austreibungsphase wieder genügend spürte, um gut mitarbeiten zu können.

Gegen 16:45 wirkte endlich die PDA. Wie wunderbar! Ich spürte wirklich nichts mehr! Keine Schmerzen! Die Schwester schrieb ein langes CTG und ich konnte mich einfach ausruhen, döste vor mich hin. Und auch T machte ein Nickerchen auf der Couch, die im Zimmer stand. Da ich entspannt war, drehte sich der Kleine richtig ins Becken und laut CTG wurden auch die Wehen noch mal um einiges stärker (ich fragte mich, wie die denn NOCH stärker sein konnten und wie ich das ohne PDA hätte überstehen sollen). Ich war froh, die PDA zu haben, denn endlich tat sich etwas. Ab ca. 18:30 kehrte langsam das Gefühl zurück. Als erstes taten die Pobacken weh, dann spürte ich zunehmend Druck nach unten und musste wieder leicht veratmen, aber es war eher unangenehm als schmerzhaft.

Um 18:45 ertastete die diensthabene Ärztin noch mal den Muttermund: 8 cm. Sie gibt Anweisung, einen Blasenkatheter zu legen und ist auch schon wieder weg. Ich frage die Schwester, warum das nötig ist, aber sie sagt nur, dass die Ärztin das will und sie das bei einer PDA immer machen. So ein Mist! Das hatte mir vorher keiner gesagt. Nun bin ich also an drei Stellen verkabelt: am rechten Handrücken, am Rücken und im Intimbereich. Ich empfinde das als sehr unangenehm, wohl auch, weil ich dadurch ans Bett gefesselt bin.
Ab 20:30 spürte ich wieder zunehmend Schmerzen und bin an einem Punkt, wo ich einfach nicht mehr will. Eine halbe Stunde später war da zwar noch nicht dieser unwiderstehliche Drang zu pressen, von dem man immer liest, aber ich wollte das endlich zu Ende bringen.

Da ich das OK der Ärztin bekam, presste ich, was ich konnte. An das, was nun folgte, kann ich mich nur verschwommen erinnern.
Zwischenzeitlich stehen bis zu 3 Hebammen und die diensthabende Ärztin in meinem Zimmer, ohne mir irgendeine Hilfe zu sein (mal von den nutzlosen Anweisungen „weiter. Weiter, weiter“ abgesehen). Selbst als ich darum bitte, dass jemand meine Beine hält, da ich dazu selber nicht mehr die Kraft aufzubringen glaube und am ganzen Leib zitter, hält einmal eine Hebamme kurz ohne jeglichen Gegendruck ein Bein. Bei der nächsten Wehe führt sie wieder meine Hände zu meine Oberschenkeln, damit ich gefälligst meine Beine selber halte. Ich kann's kaum glauben: da stehen tatsächlich 3 Hebammen und eine Ärztin im Zimmer, schauen zu und bekommen es nicht auf die Reihe sich meine Füße auf ihre Hüften zu stellen und so einen Gegendruck herzustellen.
Auch musste ich für T erst Platz an meiner Seite schaffen, damit er mir beim Pressen den Kopf halten konnte. T bat darum, dass man über meine Knie ein Tuch ausbreitete, damit er nicht mitansehen musste, was „da unten“ passiert. Dieses rutschte aber häufig von meinen Knien. Auch da war nicht die Hebamme an meiner Seite, die sonst nichts tat, in der Lage, das Tuch an Ort und Stelle zu halten, sondern ich musste es selber immer wieder zurecht ziehen. Schließlich bat ich noch darum den spiegelnden Fernseher gegenüber meinem Fußende abzudecken, denn auch ich wollte nicht genau sehen, was da passierte.
In dieser letzten Phase zitterte ich am ganzen Körper unkontrolliert. Meine Haut prickelt und ich hatte das Gefühl, dass mir der Kreislauf jeden Moment abschmiert. Ich sagte das auch, aber es kam keine Reaktion von den Hebammen. Während zweier Wehen presse ich so sehr, dass auch mein Magen komprimiert wird und ich mich in zwei hohen Fontänen mit sämtlichem Wasser, dass sich in meinem Magen befand, selber begieße. Mein Oberkörper war nun auch noch pitschnass. Die Hebamme und mein Mann wischten mir das Gesicht ab – alles andere musste warten. Nun kam auch die diensthabende Gynäkologin sowie ein Kinderarzt und ein oder zwei Kinderschwestern samt nötiger Gerätschaft dazu. Das Zimmer war rappelvoll mit Menschen.

Um 21:20 war es so weit. Ein letztes Mal mit aller Kraft pressen und er war endlich da! Ich konnte mein Glück kaum fassen, zitterte immer noch am ganzen Körper und stammelte „Endlich! Er ist da! Es ist vorbei!“ Da sie ihn wegen des Blasensprungs absaugen mussten, kam er zunächst zum Kinderarzt. T war ganz aus dem Häuschen, reckte sich, um ihn sehen zu können, kommentierte die kräftigen Schreie. Mir liefen die Tränen über das Gesicht. Und ich bemerkte, dass die Floskel von den Schmerzen, die sofort alle vergessen sind, Blödsinn ist. Mir tat immer noch alles weh. Ich fragte die Hebamme, ob ich gerissen sein und sie sagt ja, jedoch sei es nur ein kleiner Riss. Sie wollte sich auch gleich ans Werk machen, drückte einmal auf den Knopf für das PDA-Schmerzmittel und legte los mit Nähen. Ich merkte natürlich alles und sagte ihr, dass das weh tut. Sie reagierte nicht und machte weiter. Ich sagte noch einmal deutlich, dass ich Schmerzen habe, aber sie drückte nur noch einmal auf den Knopf und machte weiter. Und da reichte es mir endgültig. Ich trat ihr mit dem Fuß in die Seite und sagte laut, „Ich habe Schmerzen! Geben Sie mir eine lokale Betäubung!“. Sie verdrehte die Augen, schickte aber tatsächlich eine Schwester los, um eine Spritze zu holen. Nachdem sie diese gesetzt hatte, wurde es besser und ich konnte mich wieder auf meinen Kleinen konzentrieren. Wie mir schien nach einer halben Ewigkeit wurde mir unser Kleiner endlich in die Arme gelegt und wir konnten uns begutachten. Er schaute ganz aufmerksam. Er hatte ganz lange schwarze Haare und eine ganz weiße Haut. Er war auf der Stirn, den Ohren, den Schultern und dem Rücken mit einem weichen, dunklen Flaum bedeckt und hatte schon richtige „Waschfrauenhände“ mit langen, harten Fingernägeln.

Nach einiger Zeit versuchte eine Schwester ihn anzulegen, aber es wollte nicht richtig gelingen. Allerdings war es auch noch sehr unruhig, mit vielen Menschen um uns rum und das Anlegen erfolgte auf die plumpe Art: meine Brustwarze wurde zusammengedrückt und er gerade zu darauf gestoßen. Es klappte nicht. Aber das machte mir keine Sorgen. Er würde es schon noch schaffen. Leider sollte ich nicht Recht behalten, aber das ist eine andere Geschichte.
__________________
Liebe Grüße aus Peking
von LaSelly

Seit 26.07.11 mit "le petit" im Arm



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