Hallo ins Forum,
auch wenn meine Maus schon 9 Monate ist, möchte ich ein bisschen über die Geburt schreiben.

Der ET war der 18.11.09 und da die Versorgung der Maus im Bauch nicht so gut war, bin ich vorsichtshalber schon ins Krankenhaus gekommen. Die üblichen "milden" Mittel zur Einleitung haben allerdings nichts genützt, so dass ich am Folgetag mit dem Wehentropf eingeleitet wurde.

Das hat geholfen
Zwar hatte ich den ganzen tag immer mal Wehen, aber in dem Moment, wo der Tropf dran war, gings richtig los....

Die Wehen kamen in recht schnellen Abständen und schon nach 30 Minuten war mein MuMu 8 cm geöffnet. Nach weiteren 30 Minuten war er komplett auf! Also eine richtig flotte Sache.
Zu diesem Zeitpunkt dachte ich immer noch, dass eine Geburt ja mindestens 8 Stunden dauert und ich war wirklich verzweifelt, wie ich diese Wehen noch 7 Stunden (so ungefähr zumindest hatte ich gedacht) aushalten soll - es ging wirklich Schlag auf Schlag! Und es tat auch wirklich richtig doll weh - wobei ich es noch ertragen konnte. An PDA oder Schmerzmittel habe ich nicht gedacht.
Es war so, wie ich es mir auch vorgestellt hatte, extrem, aber machbar!

Nun,
auf meine Nachfrage, ob das jetzt wirklich noch Stunden dauert, meinte die Oberärztin :Nein, keine Stunde mehr (es war eine Ausländerin, die dachte, ich hätte gefragt, ob es noch EINE Stunde dauert )) )
Da war ich dann erleichtert und das hat mir Mut und Kraft gegeben.

Leider ging es nicht so super weiter, wie es angefangen hat. Die Maus ist irgendwann stecken geblieben, es ging nicht mehr weiter. Positionswechsel - hocken, knien, was auch immer - haben nichts gebracht, sie steckte fest!!
Und dann kamen die Presswehen - mit einem Schlag, wie eine Lawine.
Das Gefühl war einfach da - ich musste schieben - wie ein Drang (wie wenn man erbrechen muss - das kann man auch nicht stoppen).
Mein Körper wollte jetzt, dass ich mitschiebe und das hab ich gemacht.. immer und immer wieder.
Die Presswehen waren auch schmerzhaft, aber trotzdem besser zu ertragen, da ich jetzt mitarbeiten konnte. Das war besser, als die Wehen einfach so über wsich ergehen zu lassen.

Naja, auch die Presswehen brachten nichts, die Maus steckte weiter fest. Ich sah dann die Ärztin mit der Schere kommen und hab voll Panik bekommen. Sie wollten bei der nächsten Wehe schneiden.
Da hatte ich echt mal Angst - vor allem, dass die Wehe vielleicht nicht stark genug ist und ich alles merke.
Aber, die Angst war umsonst. Ich habe nichts gemerkt. NICHTS. Ich habe ernsthaft geglaubt, dass die doch nicht geschnitten haben!

Tja, ab dann war´s dann vorbei mit lustig. Die Herztöne wurden schlechter und Maus musste jetzt schnell raus. Also, Saugglocke herbei :(

Leider war das Einführen sehr schmerzhaft (ich hatte immer noch keine PDA oder sonst irgendwas). Diese blöde Saugglocke ist beim Einführversuch immer wieder weggerutscht und jeder neue Versuch war echt schlimm. Mein Mann hat mir echt zur Seite gestanden, obwohl er zu dem zeitpunkt auch schon mitgenommen war; ich hatte da schon ziemlich Blut verloren..

Naja, irgendwann hatten sie das blöde Teil dann angesetzt, meine Hebamme hat auf meinen Bauch gedrückt, ich habe gepresst wie irre und die Ärtzin mit der Saugglocke gezogen..

...und sie kam rausgeschossen!!

Direkt in einem Schwall und war verschwunden - in den Schoß der Ärztin!
Ich dachte allerdings auf den Boden, wusste ja nicht, dass die ein Tuch auf den Schoß hat für solche Fälle!
Da war ich echt geschockt! Mein Baby ist auf den Boden gefallen!!

Naja, war ja dann doch nicht so, aber das hab ich gar nicht richtig begriffen, war da ziemlich neben der Spur.
Die Nabelschnur wurde schnell durchgeschnitten und sie wurde abgesaugt und kam dann zu mir. Nach einigen Minuten haben wir dann gemerkt, dass wir noch gar nicht wissen, was es denn jetzt ist!!!

Das war uns gar nicht wichtig und wir haben auch nicht dran gedacht. Nun ja, wir haben dann das Handtuch wieder entwickelt und unsere Tochter auf der Welt begrüßt!!

Leider war das unangenehme noch nicht zu Ende. Die Maus hat beim rasanten Rausrutschen einmal komplett den Geburtskanal zerrissen - und das musste genäht werden.

Naja, schön ist echt was anderes.
Das Nähen des Dammschnitts ging flott und tat auch weniger weh. Der Scheideriss war allerdings echt hart. Zumal die Maus ja schon auf der Welt war und ich die Schnauze voll hatte von den Schmerzen und meine Ruhe wollte....
und dann nähen die da nochmal 45 Minuten an mir rum. Es kam mir vor wie 3 Stunden.
Ich hatte die Maus im Arm und konnte sie nicht halten, so Schmerzen hatte ich.. Ich wollte nur noch, dass sie jemand wegnimmt und lag heulend in den Armen meines Mannes...

Dieses dumme Nähen ist auch wirklich das schlimmste gewesen, zumal ich meiner Tochter da nicht gerecht werden konnte. Ich konnte nicht schmusen und kuscheln, konnte sie nicht anlegen - ich war nicht dazu in der Lage.
Das tut mir im Nachhinein auch echt leid -ä aber es ist nicht zu ändern.

Alles in allem war gerade das Ende der Geburt sehr schlimm und ich habe auch jetzt noch Tage, in denen mich das ziemlich fertig macht. Der Gedanke an ein 2. Kind ist ziemlich weit weggeschoben...
Ich lag eine Woche im Krankenhaus, meine Innenoberschenkel waren komplett grün und blau,
die Narbe tat weh und tut es bis heute und ich habe massive Probleme mit der Beckenbodenmuskulatur; kann teilweise den Urin nicht halten!!

Tja,
ich will niemandem Angst machen, im Gegenteil. Ich bin stolz auf mich, dass ich das alles geschafft habe, und bis zum Zeitpunkit der Geburt würde ich alles wieder mitmachen - nur das Nähen nurnoch mit Betäubung!!!

Es ist recht viel geworden,
ich danke euch für´s Lesen und freue mich über Kommentare!