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Abpumpen und Pumpstillen
Saugverwirrung Das Kind kann sich ungewollt und unbemerkt an die einfache Flaschenfütterung gewöhnen und es kommt zu einer Saugverwirrung. Eine Saugverwirrung kommt meist schleichend, so dass sie nicht rechtzeitig erkannt wird, bevor es zu spät ist. Es erfordert eine ganz andere Technik für ein Kind an der Brust zu trinken als an der Flasche – die Flaschenfütterung bedeutet immer ein Risiko für eine (intakte) Stillbeziehung. Daher kommen bei Stillkindern eher stillfreundliche Fütterungsmethoden in Frage. Zufütterungstechniken für gestillte Säuglinge.pdf Alternative Füttermethoden Pumpe und Zubehör Es gibt manuelle Handpumpen und elektrische ein- oder doppelseitige Pumpen. Für die gelegentliche Anwendung genügt eine einfache Handpumpe wie die ISIS Avent. Für den dauerhaften Gebraucht ist eine elektrische Pumpe sinnvoll. zB. Medela Swing, Medela Mini Electric, Medela freestyle, Medela Symphony etc. Um Zeit zu sparen ist eine doppelseitige Pumpe hilfreich. Hier ein hilfreicher Link: AFS-Stillen: Stillhilfsmittel-Kriterien Das Pumpen Vorbereitung: - Brust wärmen (Kirschkernkissen, duschen, baden...) - Brust leicht massieren - Schultern und Nacken warm halten zB. Decke oder Pullover - Kind oder Foto des Kindes betrachten - entspannen Hier ein hilfreicher Link: AFS-Stillen: Muttermilch gewinnen und lagern Gelegentliches Pumpen Da die Milchproduktion auf den Bedarf des Kindes abgestimmt ist, kann schlecht zwischendurch eine komplette Mahlzeit abpumpt werden. Hier empfiehlt es sich während des Stillens auf einer Seite, die andere Seite abzupumpen oder nach dem Stillen einige Milliliter abzupumpen. So wird der durchs Kind angeregte Milchspendereflex (MSR) direkt genutzt. Meist sind es nur wenige Milliliter pro Pumpvorgang, die gewonnen werden können. Die Milch kann über 24h gesammelt werden und dann im Ganzen eingefroren werden. Muttermilch ausstreichen Nicht jede Frau kann Muttermilch mit einer Pumpe abpumpen. Bei manchen funktioniert diese Technik einfach nicht. Hier empfiehlt es sich andere Techniken wie zB. das Ausstreichen anzuwenden um Muttermilch zu gewinnen. Hierzu wird die Brust zB. durch ein Kirschkernkissen oder duschen gewärmt. Dabei beginnt die Brust manchmal schon von alleine zu tropfen. Jetzt braucht frau nur noch manuell vorsichtig mit der Hand Richtung Brustwarze zu streichen und die Milch in einem geeigneten Gefäß aufzufangen. Dauerhaftes Pumpen/Pumpstillen Im Krankenhaus wird oft die Methode „7, 5, 3“ gezeigt. Hier wird wechselseitig jeweils 7 Min., dann 5 Min., dann 3 Min. gepumpt. Somit ergibt sich eine Gesamtpumpzeit von 30Min. Dies ist nicht unbedingt nötig, wenn man eine Doppelpumpe zur Verfügung hat. Es genügt dann beidseitig für kürzere Zeit oder ohne Wechsel der Seite zu pumpen. Die Pumpzeiten richten sich stark nach der möglichen Milchmenge der Frau. Einer Frau mit viel Milch genügt es unter Umständen doppelseitig alle 5 Std. für 15-20Min zu pumpen. Einer Frau mit weniger Milch muss für die gleiche Menge öfters und länger pumpen. Die ersten Monate oder Wachstumsschübe können u.U. die härtesten Zeiten sein, da die Milchproduktion mit einer Pumpe nicht so effektiv gesteigert werden kann, als durch ein Kind. Ist aber eine Menge von ca. 800ml-1000ml auf 24h erreicht, kann man die Pumpzeiten i.d.R. etwas gelassener angehen. -20-30 Min Pumpzeit fördert die Milchbildung. - zur Milchsteigerung sollte alle 2-3 Std. gepumpt werden. - die Pumpzeit richtet sich nach dem Einsetzen der MSR nicht nach der Uhr - nächtliches Abpumpen kann die Milchbildung positiv beeinflussen Interessante Seite rund ums Pumpstillen: http://www.pumpstillen.de Pumpe auf Rezept Mögliche Diagnosen sind Saugschwäche des Kindes, Milchstau etc. Gesetzliche Krankenkassen: Eine Milchpumpe auf Rezept wird meist nicht mehr wie früher bis zur Vollendung des 6. Lebensmonats bezahlt, sondern so lange, wie es im Ermessen des behandelnden Arztes für nötig erachtet wird. D.h. es gibt keine Deadline mehr, bis zu der die Pumpe bezahlt wird, sondern das Ende ist offen. Weiterhin wird die Pumpe oft nicht mehr im 4-Wochen Rythmus verschrieben, sondern nach Ermessen des behandelnden Arztes. Er entscheidet, ob das Rezept 4 Wochen, 8 Wochen, 3 Monate, 6 Monate etc. gültig ist. Fütterung von Muttermilch bei Pumpstillerinnen - Kind immer im Arm, nahe an der Brust füttern, wenn möglich mit Hautkontakt - Kind die Flasche nicht selber halten lassen - Loch am Sauger so klein wie möglich wählen, damit das Kind sein Saugbedürfnis befriedigen kann - Fütterzeit als Kuschelzeit nutzen Muttermilch kann zudem bei Raumtemperatur verfüttert werden. Dies ist besonders hilfreich, wenn man nur eine begrenzte Menge zur Verfügung hat und nichts unnötig weg schütten möchte. Tip: Die Menge vorbereiten, die das Kind erwartungsgemäß trinkt und einen weiteren Behälter mit Zimmer warmer Milch bereit halten. So kann nach Bedarf zusätzlich Milch nach gegeben werden - denn sobald Speichel an die Milch gerät muss sie verworfen werden. Folgende Seite ist sehr informativ, wenn das Stillen trotz aller Bemühungen nicht geklappt hat: Stillkinder | Wenn es mit dem Stillen nicht klappt Unterwegs abpumpen Es gibt spezielle Pumpen mit Akku zB. Medela freestyle, die ohne Probleme unterwegs verwendet werden können. Für die Medela Symphony gibt es zB. Ein KFZ-Kabel zum Anschließen an den Zigarettenanzünder. Aufbewahrung von Muttermilch - bei Raumtemperatur 6-8 Std. - im Kühlschrank bis zu 72 Std. - im integrierten Kühlfach innerhalb des Kühlschranks 3 Monate - im separatern Kühlfach außerhalb des Kühlschranks 6 Monate - tief gefrorene Milch über 24h im Kühlschrank auftauen lassen. Ungeöffnet ist sie 12h verwendbar. Nach Öffnung des Gefäßes muss die Milch umgehend verfüttert werden. Bei der Sammlung von Muttermilch sollte die frische Milch im Kühlschrank abkühlen, bevor man sie mit der älteren, bereits abgekühlten Milch mischt. Die ältere Milch wird sonst ungewollt erwärmt, wodurch sich Bakterien ungewünscht vermehren können. Muttermilch sollte wenn möglich nicht in einem Glasbehälter aufbewahrt, erwärmt und verfüttert werden. An der Oberfläche des Glases bleiben Lebendbestandteile wie Makrophagen haften und gehen dadurch verloren. Dabei sind Makrophagen besonders wichtig für das Immunsystem. Hierzu folgende Links: Aufbewahrung_und_Umgang_mit_abgepumpter_Muttermilc h.pdf AFS-Stillen: Muttermilch gewinnen und lagern Reinigung der Pumpe & Zubehör - nach jeder Benutzung muss die Pumpe gründlich gereinigt werden. - alle 24h sterilisieren genügt i.d.R. Ich habe jedoch nach jeder Benutzung sterilisiert Erwärmung von Muttermilch Je schonender, desto besser. Fläschchenwärmer erhitzen meist zu einseitig und zu schnell, so dass die Milch bei der Erwärmung stark an Qualität verliert. Besser ist hier handwarmes Wasser max. 50°C in einem Messbecher. Milch darin schwenken und zwischenzeitlich die Temperatur der Milch am Handgelenk prüfen. Muttermilch unterwegs Fürs Auto gibt es spezielle Kühlboxen, die an den Zigarettenanzünder angeschlossen werden können. Es geht aber auch eine normale Kühltasche mit Kühlelement Heißes Wasser in einer Thermoskanne und einen Messbecher kann man mit sich führen. Als Abschluß für alle Pumpstillerinnen: Lasst euch nicht entmutigen durch eure Umgebung. Ihr seid bereit den anstrengenden Weg des Abpumpens zu gehen, um eurem Kind Muttermilch zu ermöglichen. Es ist wichtig, dass ihr euch dabei wohl fühlt, nicht was euch eure Umgebung versucht weis zu machen. Also Ohre auf Durchzug wenn Kommentare kommen, die euch entmutigen sollen.
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Frau Sandmann mit Kind 2012 im TT und Kind 2008 an der Hand Geändert von camino (06.03.2009 um 12:20 Uhr) |
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