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  1. #1
    2fachmama ist offline enthusiast
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    Standard Mit 4 noch in der Trotzphase? (lang)

    Sollte diese Phase nicht endlich mal vorübergehen? Also dieser sehr kindliche Trotz?

    Wir hatten heute Mittag mal wieder eine beschauliche Situation:
    Mein Mann, ich und unser Kleiner sind den ganzen Vormittag zu Hause. Mein Mann hat Spätschicht und muss um 13:00 Uhr zur Arbeit. Ich koche und hole unseren Großen um 12:00 Uhr vom Kiga ab. Soweit so gut. Der Große ist immer etwas müde und gestresst nach dem Kiga, aber Mittagsschlaf mag er auch nicht mehr. Wir sitzen also bei Tisch, ich frage den Großen was er essen will. Keine Antwort. Frage ihn dann dreimal ob er etwas Reis haben will, und bekomme erst beim Dritten Mal ein "Ja". (Ich hätte jetzt kein Problem damit, wenn er nichts essen wollte, aber ich erwarte halt einfach eine Antwort auf meine Frage. Ist das schon zu viel verlangt?) Er fasst sich den Reis selber auf seinen Teller. Ich frage ihn, ob er den Reis mit Soße oder lieber ohne Soße möchte und er sagt "Mit Soße". Mein Mann gibt ihm Soße auf den Teller (Topf war sehr heiß, deshalb durfte er es nicht selber machen.) In dem Augenblick explodiert der junge Herr, er wolle keine Soße, er isst das nicht mehr usw. Darauf meinte mein Mann, dann esse er eben nichts mehr, aber was anderes gibt es auch nicht, schließlich habe er eben genau das verlangt. Das Ganze geht ein bisschen so hin und her. Als Sohn versucht mit dem Servierlöffel aus dem Topf zu essen, befördert ihn mein Mann vor die Tür. Draußen brüllt er sich erst richtig in Rage und verlangt unentwegt nach mir. Ich kann/darf/soll ihn in diesem Moment aber nicht trösten, da ich ja sonst meinem Mann in den Rücken falle (laut seiner Meinung), und schließlich er die Situation "übernommen" hat. Mir hat mittlerweile das Herz geblutet, schließlich ist das die einzige Stunde in der wir als Familie zusammen sind. Zudem die Vorstellung wie sich der Große vorkommen muss, wenn er weiß, wir drei haben den Vormittag miteinander verbracht und kaum ist er 15 Min. zu Hause, wird er auch schon wieder vom Essen ausgeschlossen. Andrerseits soll er ja auch lernen, dass seine Entscheidungen auch Folgen haben.
    Nach insgesamt ca. 20 Min. hat unser Großer ruhig gesagt, er hätte nicht richtig nachgedacht und würde Reis ohne Soße wollen. Mein Mann leert seinen Teller und füllt ihn mit Reis pur und alle Essen zufrieden weiter.

    Sind das nun Situationen aus der Kinder lernen oder war das Theater komplett umsonst und wir hätten uns viel erspart, wenn wir ihm gleich nachgegeben hätten. Ich meine, wahrscheinlich hätten wir ihm auch gleich nachgegeben, wenn er das ganze gleich vernünftig formuliert hätte, aber dieser Wutausbruch von 0 auf 180 wegen etwas das er selber so entschieden hat.
    Wie handelt ihr in solchen Situationen? Nachgeben oder "hart" bleiben?

    LG
    2fachmama

  2. #2
    Maxie Musterfrau ist offline 100% Originalnick
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    Standard Re: Mit 4 noch in der Trotzphase? (lang)

    In der Situation hätte ich ihm einfach Reis ohne Sauce gegeben, ganz ohne irgendwelche Diskussionen.

    Er ist doch gerade mal erst 4 Jahre alt, hatte einen anstrengenden Tag im Kindergarten, bräuchte eigentlich noch einen Mittagsschlaf. Für ihn war ja schon die Entscheidung "Was willst du essen" zu viel in dem Moment.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass er einfach erstmal eine halbe Stunde Ruhe bräuchte, bevor er entspannt essen kann.

    LG

  3. #3
    Trinity0815 ist offline Legende
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    Standard Re: Mit 4 noch in der Trotzphase? (lang)

    Zitat Zitat von 2fachmama Beitrag anzeigen
    Sollte diese Phase nicht endlich mal vorübergehen? Also dieser sehr kindliche Trotz?

    Wir hatten heute Mittag mal wieder eine beschauliche Situation:
    Mein Mann, ich und unser Kleiner sind den ganzen Vormittag zu Hause. Mein Mann hat Spätschicht und muss um 13:00 Uhr zur Arbeit. Ich koche und hole unseren Großen um 12:00 Uhr vom Kiga ab. Soweit so gut. Der Große ist immer etwas müde und gestresst nach dem Kiga, aber Mittagsschlaf mag er auch nicht mehr. Wir sitzen also bei Tisch, ich frage den Großen was er essen will. Keine Antwort. Frage ihn dann dreimal ob er etwas Reis haben will, und bekomme erst beim Dritten Mal ein "Ja". (Ich hätte jetzt kein Problem damit, wenn er nichts essen wollte, aber ich erwarte halt einfach eine Antwort auf meine Frage. Ist das schon zu viel verlangt?) Er fasst sich den Reis selber auf seinen Teller. Ich frage ihn, ob er den Reis mit Soße oder lieber ohne Soße möchte und er sagt "Mit Soße". Mein Mann gibt ihm Soße auf den Teller (Topf war sehr heiß, deshalb durfte er es nicht selber machen.) In dem Augenblick explodiert der junge Herr, er wolle keine Soße, er isst das nicht mehr usw. Darauf meinte mein Mann, dann esse er eben nichts mehr, aber was anderes gibt es auch nicht, schließlich habe er eben genau das verlangt. Das Ganze geht ein bisschen so hin und her. Als Sohn versucht mit dem Servierlöffel aus dem Topf zu essen, befördert ihn mein Mann vor die Tür. Draußen brüllt er sich erst richtig in Rage und verlangt unentwegt nach mir. Ich kann/darf/soll ihn in diesem Moment aber nicht trösten, da ich ja sonst meinem Mann in den Rücken falle (laut seiner Meinung), und schließlich er die Situation "übernommen" hat. Mir hat mittlerweile das Herz geblutet, schließlich ist das die einzige Stunde in der wir als Familie zusammen sind. Zudem die Vorstellung wie sich der Große vorkommen muss, wenn er weiß, wir drei haben den Vormittag miteinander verbracht und kaum ist er 15 Min. zu Hause, wird er auch schon wieder vom Essen ausgeschlossen. Andrerseits soll er ja auch lernen, dass seine Entscheidungen auch Folgen haben.
    Nach insgesamt ca. 20 Min. hat unser Großer ruhig gesagt, er hätte nicht richtig nachgedacht und würde Reis ohne Soße wollen. Mein Mann leert seinen Teller und füllt ihn mit Reis pur und alle Essen zufrieden weiter.

    Sind das nun Situationen aus der Kinder lernen oder war das Theater komplett umsonst und wir hätten uns viel erspart, wenn wir ihm gleich nachgegeben hätten. Ich meine, wahrscheinlich hätten wir ihm auch gleich nachgegeben, wenn er das ganze gleich vernünftig formuliert hätte, aber dieser Wutausbruch von 0 auf 180 wegen etwas das er selber so entschieden hat.
    Wie handelt ihr in solchen Situationen? Nachgeben oder "hart" bleiben?

    LG
    2fachmama
    Sorry, aber... Bekommt er halt Reis OHNE Sosse.

    Ich hätte ihm halt nur gesagt, dass er deswegen ja nicht ausflippen muß, solche "Probleme" lassen sich doch ganz leicht lösen. *g*

    Neuer Teller und gut isses. Kann gut sein, dass ich dann den Reis mit Soße aufgegessen hätte. Oder auch nicht. Ist doch vollkommen egal.

  4. #4
    J-enny ist offline journey (wo)man
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    Standard Re: Mit 4 noch in der Trotzphase? (lang)

    Hallo!
    Ich weiß das ist jetzt gemein, aber:
    bin ich froh, das es nicht nur mir so geht!!!!!
    Ich hab einen 2,5 jährigen Sohn, aber manchmal weiß ich halt auch nicht was ist richtig?? Bleib ich hart oder geb ich nach, nur damit ich/wir unseren "Frieden" haben...????
    Ich denke halt immer das ich hart bleiben muß, damit er uns nicht bei jeder Kleinigkeit auf der Nase rumtanzt, aber mir blutet auch sehr oft das Herz, da ich eigentlich nicht gerne "streng" bin!!!!
    Hab ja auch hier im Forum ein neues Thema gestartet mit dem Thema: morgens & abends = Kampf!!!!
    Vielleicht könntet ihr euch da auch mal dran beteiligen???

  5. #5
    Maxie Musterfrau ist offline 100% Originalnick
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    Standard Re: Mit 4 noch in der Trotzphase? (lang)

    Zitat Zitat von J-enny Beitrag anzeigen
    Hallo!
    Ich weiß das ist jetzt gemein, aber:
    bin ich froh, das es nicht nur mir so geht!!!!!
    Ich hab einen 2,5 jährigen Sohn, aber manchmal weiß ich halt auch nicht was ist richtig?? Bleib ich hart oder geb ich nach, nur damit ich/wir unseren "Frieden" haben...????
    Wieso "seinen Frieden" haben? Du bist doch auch froh, wenn Du im Restaurant noch schnell umbestellen kannst, wenn Du es Dir vorher nicht richtig überlegt hattest.

    Es geht doch nicht um Krieg oder Frieden, sondern darum, ob man nicht einfach mal etwas dem Kind zuliebe tun kann. Also genau das vorlebt, was man vom Kind ja auch verlangt.

    Ich denke halt immer das ich hart bleiben muß, damit er uns nicht bei jeder Kleinigkeit auf der Nase rumtanzt, aber mir blutet auch sehr oft das Herz, da ich eigentlich nicht gerne "streng" bin!!!!
    Warum sollte Dir Dein Kind auf der Nase herumtanzen? Es geht doch bei Erziehung darum, das Kind dort abzuholen, wo es steht. Es also zu fordern, aber nicht zu überfordern. Wenn ein Kind wegen Müdigkeit oder Kindergartenanstrengung oder anderen emotionalen Schieflagen, im Moment eine Entscheidung nicht treffen kann, dann muss es doch auch nicht.

    Hab ja auch hier im Forum ein neues Thema gestartet mit dem Thema: morgens & abends = Kampf!!!!
    Vielleicht könntet ihr euch da auch mal dran beteiligen???
    Schreib ich Dir später im Kleinkindforum was dazu.

    LG

  6. #6
    Avatar von IrisS.
    IrisS. ist offline tick tack
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    Standard Re: Mit 4 noch in der Trotzphase? (lang)

    Zitat Zitat von 2fachmama Beitrag anzeigen
    Ich kann/darf/soll ihn in diesem Moment aber nicht trösten, da ich ja sonst meinem Mann in den Rücken falle (laut seiner Meinung), und schließlich er die Situation "übernommen" hat.
    Das halte ich für falsch. Du kannst Deinen Sohn doch trösten ohne Deinem Mann dabei in den Rücken zu fallen??!!

    Gruß
    Iris
    Also hier hast Du aber nicht sehr gründlich geputzt!


    www.k2it.de

  7. #7
    2fachmama ist offline enthusiast
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    Standard Re: Mit 4 noch in der Trotzphase? (lang)

    Zitat Zitat von Trinity0815 Beitrag anzeigen
    solche "Probleme" lassen sich doch ganz leicht lösen. *g*
    Im Nachhinein sehe ich es genauso. Aber mein Mann hatte mit der Schiene "Wenn du das so nicht essen willst (wie du es bestellt hast), dann gibt´s eben gar nichts" schon angefangen und ich wollte ihm dann auch nicht in den Rücken fallen und musste quasi mitziehen. Ja und dann kommt wieder dieses Gefühl des "Ich muss mein Kind ja auch erziehen" und "Jetzt wo du dich mal für diese Reaktion entschieden hast, musst man auch konsequent sein" und, und, und Manchmal wünschte ich, ich könnte diese Situationen planen, dann wäre ich darauf vorbereitet und würde nicht immer so emotional und stimmungsabhängig und dadurch wahrscheinlich auch oft willkürlich reagieren.

    Zitat Zitat von Trinity0815 Beitrag anzeigen
    Kann gut sein, dass ich dann den Reis mit Soße aufgegessen hätte.
    Das kommt bei uns allerdings auch öfter vor. Was der Figur nicht immer zu gute kommt

  8. #8
    2fachmama ist offline enthusiast
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    Standard Re: Mit 4 noch in der Trotzphase? (lang)

    Jetzt antworte ich dir einfach mal!

    Zitat Zitat von Maxie Musterfrau Beitrag anzeigen
    Wieso "seinen Frieden" haben?
    Es ist schon komisch. Genau dieses Gefühl "Ich lass ihm das durchgehen, damit ich meinen Frieden habe" habe ich dann auch immer. Ständig dieses Gefühl, ich muss mich jetzt auch mal durchsetzen, "Erziehungsarbeit" leisten usw. Woher kommt das nur? Sind das die Nachwehen meiner eigenen Erziehung? Ich wär ja gerne so locker drauf, mich darauf zu verlassen, dass sich das alles von alleine regelt und er nicht zu einem egoistischen, selbstüberschätzenden kleinen Zwerg wird. Mir würde das mit der "antiautoritären Erziehung" theoretisch gut gefallen. Aber irgendwie bekomme ich den Schalter dazu nicht umgelegt.

    Zitat Zitat von Maxie Musterfrau Beitrag anzeigen
    Es geht doch nicht um Krieg oder Frieden, sondern darum, ob man nicht einfach mal etwas dem Kind zuliebe tun kann. Also genau das vorlebt, was man vom Kind ja auch verlangt.
    Einfach mal schon. Aber wenn sich einfach mal auf 10x täglich ausweiten lassen würde? Hat das dann nicht irgendwann negative Auswirkungen?

  9. #9
    2fachmama ist offline enthusiast
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    Standard Re: Mit 4 noch in der Trotzphase? (lang)

    Zitat Zitat von IrisS. Beitrag anzeigen
    Das halte ich für falsch. Du kannst Deinen Sohn doch trösten ohne Deinem Mann dabei in den Rücken zu fallen??!!

    Gruß
    Iris
    Na ja, mein Mann ist/war halt der Meinung, wenn er schon, wie in diesem Fall eben, den strengen Part übernimmt, sollte ich nicht schon während der Szene zum "verhätscheln" anfangen. Wenn die Zwistigkeiten beendet sind, ist es ja o.k. ihn in den Arm zu nehmen und nochmal von Mama zu Sohn darüber reden.

    Wir sind uns da eben auch noch oft uneinig. Mein Mann wäre oft strenger, ich oft sehr nachgiebig. Deshalb haben wir uns darauf geeinigt, dass ich ihn zwar trösten kann, aber eben erst, wenn die Situation "ausgestanden" ist.

    LG
    2fachmama

  10. #10
    Avatar von IrisS.
    IrisS. ist offline tick tack
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    Standard Re: Mit 4 noch in der Trotzphase? (lang)

    Huhu!

    Aber gerade wenn er auf dem Flur steht und heult, sollte er doch Trost finden können. Du sagst doch selbst, dass es Dich traurig macht, dass er schon nach 15 Minuten wieder weggeschickt und ausgeschlossen wird. Ich finds dann schon gut, wenn jemand bei ihm ist während er sich beruhigt. Es ist ja auch jemand beim Papa, während der sich wieder einkriegt.

    Gruß
    Iris
    Also hier hast Du aber nicht sehr gründlich geputzt!


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