Ich lese gerade von Britta Hahn „Ich will anders, als Du willst, Mama“, bin etwas enttäuscht und auch verunsichert und wollte nach Euren Meinungen fragen.

Das Buch gibt – jedenfalls für mich – an vielen Stellen selbstverständliches wieder. Insbesondere in der Frage der Wortwahl. Gut, da habe ich vielleicht schon von Aldort gelernt.

Mich stört ein bisschen der ideologische Hintergrund: Flugreisen sind schlecht, gerecht hergestellte Kleidung gut und Berufssoldaten sind arme Wesen.

Womit ich aber gar nicht klar komme, ist die stellvertretende Kraft. Beispiel: ich trage das sich sträubende Kind zum Tisch. Das sei keine äußere Kraft, kein Zwang, denn das Kind darf ja nicht essen wollen.
Ich finde das etwas schwierig. Natürlich entscheidet die Haltung zum Kind. Aber wenn ich jedes Mal mit stellvertretender Kraft oder dem stellvertretenden Willen komme und es innerlich noch so sehr „gut meine“ oder eben dem Kind seinen Willen lasse, dann sehe ich nicht so recht den Unterschied zu dem, was die GfK eben nicht will: Zwang.

Zudem finde ich die Formulierungen zum teil fast dümmlich, auf jeden Fall aber sehr umständlich, gestelzt und zum Teil – am schlimmsten – zynisch klingend. das liegt natürlich an mir und meiner Vergangenheit. Aber dieser Dialog, "Kind, ich weiß, Du willst…., das darfst Du auch wollen, ich entscheide aber….", den finde ich sehr schwierig.

Was meint Ihr?