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Thema: Vater wider Willen sucht Rat …

  1. #1
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    Standard Vater wider Willen sucht Rat …

    Hallo zusammen,

    ich habe gerade ein, wie es mir erscheint, unlösbares Problem und hoffe hier Rat oder auch nur ein paar aufmunternde Worte zu finden.

    Vorher noch eine kurze Info zu meiner Person: Ich bin im 34, meine Freundin ist ein Jahr älter. Wir sind seit 6 Jahren zusammen und wohnen seit etwas über einem Jahr in unserer gemeinsamen Wohnung.

    Nun zu meinem Problem…

    Ich habe vor einer Woche erfahren, dass ich Vater werde. Allerdings habe ich es nicht direkt von meiner Freundin erfahren, sondern es gewissermaßen selbst herausgefunden. Aufgrund diverser Indizien ging mir plötzlich ein Licht auf und ich habe sie damit konfrontiert. Sie hat mir meinen Verdacht bestätigt und gestanden, dass die bereits in der 13 SSW ist.

    Der Grund warum sie mir nichts gesagt hat, war das sie aufgrund meines nicht vorhandenen Kinderwunsches Angst davor hatte sich mir mitzuteilen. Aufgrund des Umstandes, dass Sie es mir verheimlicht hat und diverser anderer Umstände, kam bei mir zu allem Überfluss der Verdacht auf, dass es möglicherweise kein Unfall war.

    An diesem Punkt muss ich etwas ausholen um die Vorgeschichte zu erläutern damit verständlich wird worum es hier im Kern geht…

    Ich wollte in meinem Leben noch nie Kinder. Der Gedanke war mir schon immer befremdlich. Als ich meine Freundin kennenlernte waren Kinder nie wirklich ein Thema. Meine Freundin hat mir gegenüber nie direkt einen Kinderwunsch geäußert und sie konnte sich aufgrund meiner Äußerungen denken, dass ich keine Kinder will. Eines Tages kam das Thema dann doch auf die Tagesordnung. Das führte dazu, dass wir kurz davor standen uns zu trennen. Da ich das aber nicht wollte, erbat ich mir von ihr etwas Bedenkzeit. Ich wollte mich ihr zu liebe noch einmal wirklich mit dem Thema auseinandersetzen. Ich habe mir einige Dokumentation über Kinder, Schwangerschaft, usw. bei Youtube angeschaut. Ich habe unzählige Forenbeiträge rund um das Thema Vaterschaft durchgelesen. Und ich habe ich mich auch mit Vätern in meinem Umfeld über das Thema unterhalten. Am Ende meiner Bedenkzeit hatte sich jedoch nichts geändert. Im Gegenteil – Meine Einstellung keine Kinder haben zu wollen, hatte sich noch weiter gefestigt. Und seitdem hat sich daran nichts geändert. Ich komme mit der Vorstellung Vater zu werden und ein eignes Kind zu haben nicht klar.

    An diesem Punkt war unsere Beziehung quasi erledigt. Meine Freundin entschied sich ihrerseits ebenfalls dazu noch einmal ihre Position zu überdenken bevor wir den finalen Schlussstrich ziehen. Letzten Endes hat sie sich dann für unsere Beziehung und gegen ihren Kinderwunsch entschieden. Ich war damals zwar sehr froh, dass unsere Beziehung daran nicht zerbrochen ist. Wirklich wohl gefühlt, habe ich mich mit ihrer Entscheidung jedoch nie. Ich wollte nicht, dass sie ihren Kinderwunsch wegen mir aufgibt. Wäre es damals zur Trennung gekommen, hätte es mir zwar das Herz gebrochen, aber ich hätte sie in jedem Fall ziehen lassen damit sie ihr Glück woanders findet.

    So viel zur Vorgeschichte…

    Für mich fühlt es sich gerade so an als ob mein gesamtes Leben in sich zusammenbricht. Ich habe eine beschissene Angst und weiß gerade nicht mehr wie ich mein Leben wieder auf die Reihe bekommen soll. Der immense Stress fing dann sogar an sich körperlich auf mich auszuwirken (Schwindel, Kopfschmerzen, extrem hoher Puls und Blutdruck, Tinnitus, usw.). Am Mittwoch war ich beim Arzt. Dort wurde eine akute Belastungsreaktion diagnostiziert. Meine Ärztin sagte ich müsse mir dringend Hilfe von einem Psychiater oder Psychotherapeuten holen. Leider musste ich jedoch feststellen, dass es nahezu unmöglich ist kurzfristig einen Termin zu bekommen. Die Wartezeit beträgt zum Teil mehrere Monate. Die Dame von der Kassenärztlichen Vereinigung teilte mir dann ironischerweise noch mit, dass Wartezeiten bis zu 9 Monaten für einen Therapieplatz keine Seltenheit sind. Ich habe auch schon mein Glück bei diversen anderen sozialen bzw. caritativen Einrichtungen versucht, leider alles ohne Erfolg. Im Moment meiner größten Verzweiflung wollte ich dann bei der Telefonseelsorge anrufen. Insgesamt habe ich es sicherlich 20-mal probiert, hab aber jedes Mal nur die Bandansage zu hören bekommen. Zum Glück habe ich noch meine Eltern zum Reden, das hat mich vor dem Schlimmsten bewahrt.

    Jetzt sitze ich hier und weiß einfach nicht weiter. Meine Gefühle fahren permanent Achterbahn. Auf der einen Seite fühle ich mich total verzweifelt und ersaufe komplett in Selbstmitleid. Auf der anderen Seite bin ich total von Schuldgefühlen zerfressen weil ich nicht richtig für meine Freundin da sein und sie unterstützen kann. Und es tut mir leid, dass sie das Gefühl hatte nicht mit mir reden zu können und ihre Schwangerschaft so lange geheim halten musste. Dann bin ich aber auch zeitweise einfach nur fürchterlich wütend weil ich das Gefühl habe, dass sie mir mein Leben zerstört hat. Darüber hinaus fühle ich mich so unglaublich machtlos, weil es einfach nichts gibt was ich tun kann. Ich kann mich entweder für ein Leben mit Kind entscheiden, dass ich so nicht will oder ich könnte meine Freundin sitzen lassen. Gegenüber ersterem verspüre ich eine unglaublich starke Abneigung, die sich ja sogar in physischen Symptomen manifestiert. Täte ich letzteres könnte ich vor Schuldgefühlen nie wieder in den Spiegel schauen. Das schlimmste Gefühl, dass ich momentan habe ist aber die Angst davor Vater eines Kindes zu werden demgegenüber ich nicht das geringste Maß an Zuneigung empfinde. Gerade diese Vorstellung macht mir eine unglaubliche Angst und ich schäme mich zu tiefst dafür, dass ich so empfinde.

    Anfangs hatte ich noch gehofft, dass meine heftige Reaktion nur der erste Schock wäre und das ich mich schon irgendwie damit abfinden könne. Leider ist dem nicht so. Ich habe auch zwischenzeitlich mein Möglichstes versucht um das Positive in der Situation zu sehen bzw. mich darauf vorzubereiten. Unter anderem habe ich nach Büchern für werdende Väter geschaut, ich habe mich in diversen Foren bzw. Internetseiten für (werdende) Väter umgeschaut und so weiter. Leider war aber auch all das nicht hilfreich. Umso konkreter meine Vorstellung von dem wurde, was da vor mir liegt, desto stärker wurde meine Aversion.

    Das war jetzt so weit meine Geschichte. Es tut mir leid, dass der Text so ellenlang geworden ist aber ich habe es nicht kürzer hinbekommen.

    Um ehrlich zu sein, weiß ich nicht einmal auf welche Art von Reaktion ich hier hoffen soll. Ich glaube am meisten würde es mir helfen, wenn ich mich mit anderen Menschen austauschen könnte, die eine solche oder ähnliche Situation bereits gemeistert haben.

    Ich möchte abschließend noch erwähnen, dass ich mir darüber voll und ganz im Klaren bin, dass das was ich als für mich unlösbares Problem beschreibe für andere Menschen ein sehr freudiges Ereignis ist. Immerhin freuen sich ja auch alle Menschen in meinem Umfeld, dass ich Vater werde. Nur ich eben leider nicht…

  2. #2
    cosima ist offline Urgestein
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    Standard Re: Vater wider Willen sucht Rat …

    du wolltest nicht Vater werden, hast die Sache aber laufen lassen
    Du hättest dich ganz einfach sterilisieren lassen können. Hast du aber nicht. Warum ?

    Hinterher jammern und in Selbstmitleid ertrinken ist, vor allem in deinem Alter, ziemlich lächerlich.
    Es ist halt jetzt wie es ist. Deine Freundin bekommt ein Kind von dir, und ob das jetzt aus Versehen, als Verhütungsversagen oder mit Absicht passiert ist, spielt keine Rolle mehr.

    Du bist halt als Mann in der Position dass du jetzt nur noch entscheiden kannst ob du mit deiner Freundin zusammen bleibst, oder dich trennst und Kontakt zum Kind hast oder ob du nur zahlst. Mehr ist jetzt nicht mehr drin.
    Manchmal hilft es ja auch, sich den relativ simplen Realitäten zu stellen

  3. #3
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    Standard Re: Vater wider Willen sucht Rat …

    Hallo und danke für Deine Antwort.

    Ich hatte vor eine Vasektomie machen zu lassen. Dummerweise habe ich es auf die lange Bank geschoben. Zum Teil sicherlich weil ich Angst vor möglichen Komplikationen hatte. Nach den jetzigen Ereignissen werde ich es aber definitiv nicht mehr aufschieben.

    Ich bin mir im Klaren darüber, dass meine Jammerei nichts bringt. Und ich bin mir auch im Klaren, dass ich an den Tatsachen nichts ändern kann und ich irgendwie mit der Sache klar kommen muss.

    Auf emotionaler Ebene überlastet mich das ganze aber nun mal leider völlig und ich bin gerade nicht fähig rational zu sein. Wenn dem so wäre hätte ich hier nicht so einen Seelenstriptesae veranstaltet.

  4. #4
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    Standard Re: Vater wider Willen sucht Rat …

    Nachtrag meinerseits:

    Ich habe mir meinen gesamten Beitrag gerade nochmal durchgelesen. Was ich geschrieben habe klingt doch um einiges weinerlicher und nach Selbstmitleid als ich es beabsichtigt hatte. Ich bitte dies zu entschuldigen.

    Ich versuche einfach gerade die ganze Sache irgendwie emotional zu verarbeiten und hatte mir erhofft, dass ich auf diesem Wege damit weiterkomme.

    Sollte ich dafür den falschen Ort gewählt haben, bitte ich auch dies entschuldigen. In diesem Falle würde ich mich über einen sachdienlichen Hinweis freuen wo ich mit meinen Problemen besser aufgehoben bin.

  5. #5
    esme_wetterwachs ist offline Stranger
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    Standard Re: Vater wider Willen sucht Rat …

    Hallo,

    also mein Mitgefühl hast Du. Das ist für alle Beteiligten, auch das ungeborene Kind, eine wirklich bescheidene Situation, und ich finde es nur zu menschlich und verständlich, dass es Dir im Moment so schlecht geht. Ich finde Vorhaltungen da auch nicht angebracht, Verhütung ist nun einmal normalerweise sehr sicher, wenn sie korrekt angewendet wird, also verlässt man sich darauf. Kann aber schiefgehen. Solche Dinge passieren, das ist das Leben. Hast Du Deine Freundin denn gefragt, ob es tatsächlich eine Panne war - und, vor allem wichtig, glaubst Du Ihr die Antwort?

    Für Euch als Paar finde ich es einen Unterschied, ob Ihr gemeinsam in eine Situation geraten seid, die keiner provozieren wollte, oder ob Deine Freundin Fakten geschaffen hat (was ich ihr in keinster Weise unterstellen möchte). Und, ja, es gibt Kinder, die trotz absolut korrekter Verhütung mit sicherer Methode durchrutschen, meine kleine Nichte ist so eines. Ich finde es gut, dass Du es nicht als primäre Option siehst, Deine Freundin zu verlassen und sehe das auch anders als Cosima: Wenn es ein ehrlicher Verhütungsunfall war und die Frau es nicht darauf angelegt hat - warum sollte der werdende Vater dann die "Exit"-Option haben, die Mutter aber nicht?

    Am Ende muss natürlich trotzdem eine praktische Lösung gefunden werden, die zu Eurer Lebenssituation passt. Von Euch beiden ist nun einmal Deine Freundin diejenige, die immer Kinder wollte. Von daher ist es natürlich denkbar, dass am Ende sie alleinerziehend ist - und da würde sich sicher eine lebbare Lösung finden lassen.

    Ich kann verstehen, dass für Dich gerade die Welt aus den Fugen gerät. Aber vielleicht hilft es Dir, Dir klarzumachen, dass Du nun am Gang der Dinge tatsächlich nichts mehr ändern kannst. Das Kind wird aller Voraussicht und natürlich Hoffnung nach gesund und munter auf die Welt kommen. Und vielleicht, ganz vielleicht, ist es dann eben doch anders, als Du es Dir vorstellst. Vielleicht wirst Du doch ganz anders empfinden, wenn sich ein winziges Händchen um Deinen Finger krallt und ein kleines Windelbündel auf Deinem Arm schläft.

    Damit will ich nicht behaupten, dass man nicht wohlüberlegt und souverän sicher sein kann, keine Kinder zu wollen. Aber die Situation ist ja nun einmal, wie sie ist. Und vielleicht gibt es eben doch die Chance, dass sie sich zum Guten wendet.

    Mein eigenes Kind ist zwar ein Wunschkind, aber trotzdem hätte ich mir im Leben nicht vorstellen können, welch starke Liebe man für sein eigenes Kind empfindet. Ich war in den ersten Monaten geradezu überwältigt, weil ich mit der Wucht dieser positiven Gefühle nicht klarkam. Einen Menschen so sehr zu lieben will auch erstmal verdaut sein. Soll heißen: Kein Kinderloser kann sich vorstellen, wie sich die Liebe zum eigenen Kind anfühlt. Man kann sich vorher vorstellen, was Schlaflosigkeit, schmutzige Windeln, Lärm usw. bedeuten. Aber man kann sich nicht vorstellen, wie groß die Liebe ist, die dem entgegen steht. Und deshalb kann man vorher auch nicht wissen, ob die Rechnung nicht am Ende doch aufgeht. Vielleicht hat das Leben eine Überraschung für Dich parat. Ich wünsche es Dir von Herzen.
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  6. #6
    Elaolm ist offline addict
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    Standard Re: Vater wider Willen sucht Rat …

    Ich kann Esme nur zustimmen. Fakt ist erst einmal: Egal warum es passiert ist, es ist passiert.

    Persönlich würde ich dir raten, die Sache erst einmal entspannt anzugehen. Wenn deine Freundin einen so großen Kinderwunsch hatte, deine Reaktion aber auch sie sicher unter Druck setzt, ist es für sie vielleicht auch nicht die schlimmste Sache der Welt, alleinerziehend zu werden. Ja, das ist unschön für Mutter und Kind, aber ich finde das immer noch besser, als wenn der Vater sich zum Zusammenleben zwingt und das Ganze nur in Aggressionen zwischen den Eltern und sogar gegenüber dem Kind endet. Dann besser gehen.

    Das ist eine Option, aber bis dahin hast du noch viel Zeit. Du solltest deinem Kind zumindest die Chance geben, dein Herz zu erobern. Natürlich solltest du deiner Freundin gegenüber mit offenen Karten spielen. Ihr sagen, dass du eigentlich nicht willst, aber dass du abwartest, wie es sich entwickelt. Und dass du sie auch dann noch unterstützt, wenn du dich entscheidest, zu gehen. Du musst ja nicht zwangsläufig im Sorgerecht mitmischen oder zum Geburtstag kommen. Ja, das wäre schön, aber man kann Gefühle auch nicht erzwingen. Entweder du willst, oder du willst nicht. Das wird sich dann schon zeigen. Aber du kannst deiner Freundin finanziell zur Seite stehen, damit sie nicht so früh und viel arbeiten gehen muss, um über die Runden zu kommen. Das klingt jetzt vielleicht ausbeuterisch, aber ich bin selber Scheidungskind und ich weiß, wie schlimm es für meine Mutter oft war, genug Geld zum Essen zusammen zu kratzen. Es hilft einfach, wenn der Kindsvater wenigstens in dem Punkt seine Verantwortung übernimmt.

    Deshalb. Aussteigen kannst du immer noch, du solltest deiner Freundin gegenüber nur fairerweise mit offenen Karten spielen. Auch wenns am Ende trotzdem in Tränen enden kann. Aber begleite sie wenigstens, bis das Würmchen da ist. Sei ihr eine Hilfe und versuche dein Herz wenigstens so weit zu öffnen, dass dein Kind eine reelle Chance hat, zu dir durchzudringen. Und auch wenn kleine Kinder laut sind und stressig und dreckig: Als Papa kannst du für ein sehr kleines Lebewesen die Welt sein. Und das ist schon ein verdammt tolles Gefühl.

  7. #7
    Registriert seit
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    Standard Re: Vater wider Willen sucht Rat …

    Hallo zusammen...

    Zitat Zitat von esme_wetterwachs Beitrag anzeigen
    Hast Du Deine Freundin denn gefragt, ob es tatsächlich eine Panne war - und, vor allem wichtig, glaubst Du Ihr die Antwort?
    Ich habe sie selbstverständlich gefragt wie das passieren konnte. Sie sagte, dass Sie beim Einnehmen der Pille etwas verkehrt gemacht hat. Unter normalen Umständen hätte ich ihr das sicher geglaubt.

    Allerdings war ich mir sicher, dass Sie mir so etwas niemals verheimlichen würde bzw. das ich an ihrem Verhalten irgendetwas Verräterisches feststellen müsste. Dem war aber nicht so. Ich bin ihr nur auf die Schliche gekommen weil mir auffiel, dass sie die Pille nicht mehr genommen hat bzw. sie keine Tampons mehr zu benutzen schien. Es gab auch andere Verdachtsmomente, aber ich war mir eben hundertprozentig sicher, dass sie mir so etwas niemals verheimlichen würde bzw. könnte.

    Eine weitere Sache, die mich skeptisch macht, ist der Zeitpunkt für die Schwangerschaft. Wir haben uns in unserer Wohnung jetzt so langsam eingelebt, ihre beiden besten Freundinnen sind gerade Schwanger bzw. haben ein Kind bekommen und sie ist schon seit längerem mit ihrer Arbeitsstelle unzufrieden.

    Trotz all dem bleibt mir aber wohl nichts anderes übrig als ihr zu glauben. Wenn ich den Gedanken, dass es möglicherweise ein kein Unfall war, weiter führe, würde ich nur noch mehr negative Gefühle entwickeln. Das hilft aber niemandem.

    Zitat Zitat von esme_wetterwachs Beitrag anzeigen
    Und vielleicht, ganz vielleicht, ist es dann eben doch anders, als Du es Dir vorstellst. Vielleicht wirst Du doch ganz anders empfinden, wenn sich ein winziges Händchen um Deinen Finger krallt und ein kleines Windelbündel auf Deinem Arm schläft.
    Ich würde mich freuen wenn Du damit Recht behalten würdest. Leider verspüre ich momentan nicht den leisesten Anflug von Vaterschaftsvorfreude. Da hilft wohl nur abwarten…

    Zitat Zitat von Elaolm Beitrag anzeigen
    Natürlich solltest du deiner Freundin gegenüber mit offenen Karten spielen. Ihr sagen, dass du eigentlich nicht willst, aber dass du abwartest, wie es sich entwickelt. Und dass du sie auch dann noch unterstützt, wenn du dich entscheidest, zu gehen.
    Ich bin mir nicht sicher ob es wirklich eine gute Idee wäre ihr zu eröffnen, dass ich mir die Option offen halten will sie evtl. doch noch zu verlassen. Grundsätzlich gebe ich Dir Recht, man sollte immer mit offenen Karten spielen. Ihr (bzw. uns) steht aber ohnehin schon eine sehr emotionale und stressige Zeit bevor. Von der vergangenen Woche ganz zu schweigen. Meinem Gefühl nach wäre das nur eine zusätzliche Belastung für Sie, wenn sie sich zu allem Überfluss noch Gedanken machen muss evtl. bald alleinerziehend dazustehen.

    Ich möchte mich auch nochmal in aller Form dafür bedanken, dass ihr euch die Mühe macht mir hier zu antworten.

  8. #8
    Gast

    Standard Re: Vater wider Willen sucht Rat …

    wer keine kInder will muß selbst vorsorgen, du hättest selbst verhüten können oder dich steriliesieren können. Doch stattdessen hast du deine Verantwortng abgegeben, ist ja viel einfacher als sich selbst zu kümmern.

    Es gibt natürlich immer eine Lösung, in deinem Fall sehe ich zwei .
    Stehe zu deinem Fehler und übernimm Verantwortung entweder als volles Mitglied der werdenden Familie oder trenne dich und zahle Unterhalt ohne ein Vater zu sein.

    Wie das Kind entstanden ist ist sowieso jetzt egal, den deinen teil hast du ja beigetragen anstatt ihn aktiv zu verhindern.

    Zitat Zitat von vater_wider_willen Beitrag anzeigen
    Hallo zusammen,

    ich habe gerade ein, wie es mir erscheint, unlösbares Problem und hoffe hier Rat oder auch nur ein paar aufmunternde Worte zu finden.

    Vorher noch eine kurze Info zu meiner Person: Ich bin im 34, meine Freundin ist ein Jahr älter. Wir sind seit 6 Jahren zusammen und wohnen seit etwas über einem Jahr in unserer gemeinsamen Wohnung.

    Nun zu meinem Problem…

    Ich habe vor einer Woche erfahren, dass ich Vater werde. Allerdings habe ich es nicht direkt von meiner Freundin erfahren, sondern es gewissermaßen selbst herausgefunden. Aufgrund diverser Indizien ging mir plötzlich ein Licht auf und ich habe sie damit konfrontiert. Sie hat mir meinen Verdacht bestätigt und gestanden, dass die bereits in der 13 SSW ist.

    Der Grund warum sie mir nichts gesagt hat, war das sie aufgrund meines nicht vorhandenen Kinderwunsches Angst davor hatte sich mir mitzuteilen. Aufgrund des Umstandes, dass Sie es mir verheimlicht hat und diverser anderer Umstände, kam bei mir zu allem Überfluss der Verdacht auf, dass es möglicherweise kein Unfall war.

    An diesem Punkt muss ich etwas ausholen um die Vorgeschichte zu erläutern damit verständlich wird worum es hier im Kern geht…

    Ich wollte in meinem Leben noch nie Kinder. Der Gedanke war mir schon immer befremdlich. Als ich meine Freundin kennenlernte waren Kinder nie wirklich ein Thema. Meine Freundin hat mir gegenüber nie direkt einen Kinderwunsch geäußert und sie konnte sich aufgrund meiner Äußerungen denken, dass ich keine Kinder will. Eines Tages kam das Thema dann doch auf die Tagesordnung. Das führte dazu, dass wir kurz davor standen uns zu trennen. Da ich das aber nicht wollte, erbat ich mir von ihr etwas Bedenkzeit. Ich wollte mich ihr zu liebe noch einmal wirklich mit dem Thema auseinandersetzen. Ich habe mir einige Dokumentation über Kinder, Schwangerschaft, usw. bei Youtube angeschaut. Ich habe unzählige Forenbeiträge rund um das Thema Vaterschaft durchgelesen. Und ich habe ich mich auch mit Vätern in meinem Umfeld über das Thema unterhalten. Am Ende meiner Bedenkzeit hatte sich jedoch nichts geändert. Im Gegenteil – Meine Einstellung keine Kinder haben zu wollen, hatte sich noch weiter gefestigt. Und seitdem hat sich daran nichts geändert. Ich komme mit der Vorstellung Vater zu werden und ein eignes Kind zu haben nicht klar.

    An diesem Punkt war unsere Beziehung quasi erledigt. Meine Freundin entschied sich ihrerseits ebenfalls dazu noch einmal ihre Position zu überdenken bevor wir den finalen Schlussstrich ziehen. Letzten Endes hat sie sich dann für unsere Beziehung und gegen ihren Kinderwunsch entschieden. Ich war damals zwar sehr froh, dass unsere Beziehung daran nicht zerbrochen ist. Wirklich wohl gefühlt, habe ich mich mit ihrer Entscheidung jedoch nie. Ich wollte nicht, dass sie ihren Kinderwunsch wegen mir aufgibt. Wäre es damals zur Trennung gekommen, hätte es mir zwar das Herz gebrochen, aber ich hätte sie in jedem Fall ziehen lassen damit sie ihr Glück woanders findet.

    So viel zur Vorgeschichte…

    Für mich fühlt es sich gerade so an als ob mein gesamtes Leben in sich zusammenbricht. Ich habe eine beschissene Angst und weiß gerade nicht mehr wie ich mein Leben wieder auf die Reihe bekommen soll. Der immense Stress fing dann sogar an sich körperlich auf mich auszuwirken (Schwindel, Kopfschmerzen, extrem hoher Puls und Blutdruck, Tinnitus, usw.). Am Mittwoch war ich beim Arzt. Dort wurde eine akute Belastungsreaktion diagnostiziert. Meine Ärztin sagte ich müsse mir dringend Hilfe von einem Psychiater oder Psychotherapeuten holen. Leider musste ich jedoch feststellen, dass es nahezu unmöglich ist kurzfristig einen Termin zu bekommen. Die Wartezeit beträgt zum Teil mehrere Monate. Die Dame von der Kassenärztlichen Vereinigung teilte mir dann ironischerweise noch mit, dass Wartezeiten bis zu 9 Monaten für einen Therapieplatz keine Seltenheit sind. Ich habe auch schon mein Glück bei diversen anderen sozialen bzw. caritativen Einrichtungen versucht, leider alles ohne Erfolg. Im Moment meiner größten Verzweiflung wollte ich dann bei der Telefonseelsorge anrufen. Insgesamt habe ich es sicherlich 20-mal probiert, hab aber jedes Mal nur die Bandansage zu hören bekommen. Zum Glück habe ich noch meine Eltern zum Reden, das hat mich vor dem Schlimmsten bewahrt.

    Jetzt sitze ich hier und weiß einfach nicht weiter. Meine Gefühle fahren permanent Achterbahn. Auf der einen Seite fühle ich mich total verzweifelt und ersaufe komplett in Selbstmitleid. Auf der anderen Seite bin ich total von Schuldgefühlen zerfressen weil ich nicht richtig für meine Freundin da sein und sie unterstützen kann. Und es tut mir leid, dass sie das Gefühl hatte nicht mit mir reden zu können und ihre Schwangerschaft so lange geheim halten musste. Dann bin ich aber auch zeitweise einfach nur fürchterlich wütend weil ich das Gefühl habe, dass sie mir mein Leben zerstört hat. Darüber hinaus fühle ich mich so unglaublich machtlos, weil es einfach nichts gibt was ich tun kann. Ich kann mich entweder für ein Leben mit Kind entscheiden, dass ich so nicht will oder ich könnte meine Freundin sitzen lassen. Gegenüber ersterem verspüre ich eine unglaublich starke Abneigung, die sich ja sogar in physischen Symptomen manifestiert. Täte ich letzteres könnte ich vor Schuldgefühlen nie wieder in den Spiegel schauen. Das schlimmste Gefühl, dass ich momentan habe ist aber die Angst davor Vater eines Kindes zu werden demgegenüber ich nicht das geringste Maß an Zuneigung empfinde. Gerade diese Vorstellung macht mir eine unglaubliche Angst und ich schäme mich zu tiefst dafür, dass ich so empfinde.

    Anfangs hatte ich noch gehofft, dass meine heftige Reaktion nur der erste Schock wäre und das ich mich schon irgendwie damit abfinden könne. Leider ist dem nicht so. Ich habe auch zwischenzeitlich mein Möglichstes versucht um das Positive in der Situation zu sehen bzw. mich darauf vorzubereiten. Unter anderem habe ich nach Büchern für werdende Väter geschaut, ich habe mich in diversen Foren bzw. Internetseiten für (werdende) Väter umgeschaut und so weiter. Leider war aber auch all das nicht hilfreich. Umso konkreter meine Vorstellung von dem wurde, was da vor mir liegt, desto stärker wurde meine Aversion.

    Das war jetzt so weit meine Geschichte. Es tut mir leid, dass der Text so ellenlang geworden ist aber ich habe es nicht kürzer hinbekommen.

    Um ehrlich zu sein, weiß ich nicht einmal auf welche Art von Reaktion ich hier hoffen soll. Ich glaube am meisten würde es mir helfen, wenn ich mich mit anderen Menschen austauschen könnte, die eine solche oder ähnliche Situation bereits gemeistert haben.

    Ich möchte abschließend noch erwähnen, dass ich mir darüber voll und ganz im Klaren bin, dass das was ich als für mich unlösbares Problem beschreibe für andere Menschen ein sehr freudiges Ereignis ist. Immerhin freuen sich ja auch alle Menschen in meinem Umfeld, dass ich Vater werde. Nur ich eben leider nicht…

  9. #9
    Elaolm ist offline addict
    Registriert seit
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    Standard Re: Vater wider Willen sucht Rat …

    Ja ich bin sicher, der Gedanke, dass du dir ein Verlassen offen hältst, wird sie nicht begeistern. Oder sie macht sich Hoffnungen, die du am Ende zerstörst. Ich denke trotzdem es ist das Beste, wenn du ihr offen und ehrlich sagst, dass die Situation dich überfordert und du nicht weißt, ob du damit langfristig klarkommst. Dass du ihr aber trotzdem so weit zur Seite stehen willst, wie es deinen Möglichkeiten entspricht - wenn schon nicht deinen Gefühlen. Ja, das kann schiefgehen weil sie denkt, alles wäre in Butter. Und natürlich darf es auch nicht wirken wie "Ich bin einfach so bequem, das spontan zu entscheiden". Grundsätzlich solltest du wenigstens versuchen, deine gesamte Verantwortung zu übernehmen - auch emotional. Und das solltest du ihr auch sagen.

    Was deine psychosomatischen Probleme angeht: Versuch dir zu vergegenwärtigen, dass du am Kind jetzt nichts mehr ändern kannst. Das ist ein Fakt und es macht schlichtweg keinen Sinn, sich über Dinge aufzuregen, die nicht mehr änderbar sind. Und wenn die Gedanken stattdessen um die Zukunft kreisen: Du hast jetzt mehrere Optionen, wie Yggdrasil schon sagte: Ganz und gar Vater sein oder sich zurückziehen und nur die finanzielle Unterstützung liefern. Es gibt also keinen Grund, in Panik auszubrechen. Auch wenn es sehr schade wäre, musst du im Zweifelsfall nicht mehr mit deinem Kind zu tun haben, als du willst.

    Also atme einmal tief durch, erinnere dich ein paar mal daran, dass du dich mit dem Kind nicht beschäftigen musst, wenn du es wirklich nicht willst und entspann dich. Vielleicht kannst du dich an den Gedanken ja doch noch anfreunden oder dich zumindest mit ihm arrangieren, wenn die Angst vor dem ganzen Thema weg ist. Wenn so ein kleines Wesen sich vertrauensvoll an dich kuschelt, weil es instinktiv weiß, dass es bei dir sicher und geborgen ist, dann wirst du vielleicht froh sein, die Möglichkeit zugelassen zu haben.

  10. #10
    Registriert seit
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    Standard Re: Vater wider Willen sucht Rat …

    Zitat Zitat von Elaolm Beitrag anzeigen
    Ja ich bin sicher, der Gedanke, dass du dir ein Verlassen offen hältst, wird sie nicht begeistern. Oder sie macht sich Hoffnungen, die du am Ende zerstörst. Ich denke trotzdem es ist das Beste, wenn du ihr offen und ehrlich sagst, dass die Situation dich überfordert und du nicht weißt, ob du damit langfristig klarkommst. Dass du ihr aber trotzdem so weit zur Seite stehen willst, wie es deinen Möglichkeiten entspricht - wenn schon nicht deinen Gefühlen. Ja, das kann schiefgehen weil sie denkt, alles wäre in Butter. Und natürlich darf es auch nicht wirken wie "Ich bin einfach so bequem, das spontan zu entscheiden". Grundsätzlich solltest du wenigstens versuchen, deine gesamte Verantwortung zu übernehmen - auch emotional. Und das solltest du ihr auch sagen.
    Okay, ich denke ich verstehe jetzt etwas besser was du meinst. Ich werde deinen Rat in jedem Fall berücksichtigen.

    Zitat Zitat von Elaolm Beitrag anzeigen
    Was deine psychosomatischen Probleme angeht: Versuch dir zu vergegenwärtigen, dass du am Kind jetzt nichts mehr ändern kannst. Das ist ein Fakt und es macht schlichtweg keinen Sinn, sich über Dinge aufzuregen, die nicht mehr änderbar sind. Und wenn die Gedanken stattdessen um die Zukunft kreisen: Du hast jetzt mehrere Optionen, wie Yggdrasil schon sagte: Ganz und gar Vater sein oder sich zurückziehen und nur die finanzielle Unterstützung liefern. Es gibt also keinen Grund, in Panik auszubrechen. Auch wenn es sehr schade wäre, musst du im Zweifelsfall nicht mehr mit deinem Kind zu tun haben, als du willst.
    Auf rationaler Ebene kann ich Dir da nur voll und ganz zustimmen. Nur auf emotionaler Ebene sieht es halt ganz anders aus. Alles in Allem bleibt mir aber wohl nichts anderes übrig als abzuwarten wie sich die Dinge entwickeln.

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