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  1. #1
    MelbarKasom ist offline Stranger
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    Standard Sohn vergweigert Umgang

    Hallo miteinander,

    ich bin seit 2007 glücklich geschieden.
    Leider blockiert mein Sohn (9) seit Weihnachten den Umgang. Er erfindet immer abstrusere Ausreden wie z.B., dass er Angst habe, dass ein T-Rex zum Fenster reinkommen könnte (ich wohne im 3. Stock) oder er hat Angst, dass das Haus abbrennen könnte usw.
    Desweiteren will er immer seine Wünsche erfüllt sehen und meint dann net zu kommen wenn diese nicht erfüllt werden. Dieses Spiel habe ich ca. 5 Monate lang mitgemacht mit dem Erfolg, dass er weiterhin versucht mich zu "erpressen" (wo er das wohl her hat...?). Also habe ich meine Taktik geändert und lasse ihn nun "gewähren" um ihm den Druck zu nehmen. Ich frage ihn jedesmal ob er mit möchte und, dass ich mich sehr freuen würde. Wenn er verneint sage ich ihm, dass ich darüber sehr traurig bin.
    Leider ist es nun so, dass die Mutter nicht konsequent dahintersteht und ihm alleine die Entscheidung überläßt. Meiner Meinung nach ist es verantwortungslos einen neunjährigen solche Entscheidungen treffen zu lassen.
    Deshalb bin ich seit dem Frühjahr 2008 bei einem Erziehungsberater. Nach den ersten Besuchen konnte ich die Mutter dazu bringen, dass sie mit unserem Sohn dahinkommt. Leider bis jetzt ohne Erfolg.
    Ich habe auch schon mit einem Anwalt darüber gesprochen, doch leider musste ich die Erfahrung machen, dass Anwälte (und erst recht das Jugendamt) sehr männerfeindlich eingestellt sind. Permanent wird man als Vater auf die eigenen Pflichten aufmerksam gemacht aber niemand unterstützt uns dabei so, dass es uns auch möglich ist die Pflichten warhzunehmen.
    Desweiteren habe ich die Mutter auf die Wohlverhaltensklausel (§ 1684 Abs. 2 Satz 1 BGB) aufmerksam gemacht. Was natürlich nichts brachte.

    Meine Tochter (6) kommt sehr gerne zu mir und kann es kaum erwarten bis das nächste "Papa-Wochenende" ansteht.

    Hat jemand ähnliche Erfahrungen und vielleicht noch eine weitere Idee was ich tun könnte?

    viele Grüße
    Tom

  2. #2
    S.Freud ist offline Member
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    Standard Re: Sohn vergweigert Umgang

    Hm, Deinen Sohn scheint die familiäre Situation anscheinend dermassen zu belasten, das er es für besser hält nicht zu Dir zu kommen. Hierbei handelt es sich nicht um eine bosheit von ihm sondern vielmehr um ein Schutzverhalten. Eventuell fällt es ihm schwer sich wieder von Dir verabschieden zu müssen, so das er diese Situation unter allen Umständen vermeiden möchte.

    An Deiner Stelle würde ich mich um proffessionelle Hilfe bemühen. Psychologen mit Schwerpunkt Familie oder so.

  3. #3
    Avatar von IrisS.
    IrisS. ist offline tick tack
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    Standard Re: Sohn vergweigert Umgang

    Zitat Zitat von MelbarKasom Beitrag anzeigen
    Also habe ich meine Taktik geändert und lasse ihn nun "gewähren" um ihm den Druck zu nehmen. Ich frage ihn jedesmal ob er mit möchte und, dass ich mich sehr freuen würde. Wenn er verneint sage ich ihm, dass ich darüber sehr traurig bin.
    Meiner Meinung nach ist es verantwortungslos einen neunjährigen solche Entscheidungen treffen zu lassen.
    D.H. Du tust nur so als ob Du seine Entscheidung respektierst und nimmst ihn dann trotzdem mit? Oder habe ich das jetzt falsch verstanden.
    Besteht denn die Möglichkeit, ihn bei der Mutter zu lassen? Vielleicht würde es ihm schon reichen, zu sehen, dass seine Entscheidung wirklich ernst genommen wird und er käme dann irgendwann auch wieder gerne mit. Aber immer unter dem Zwang, dass er muß obwohl er nicht will?
    Und ich denke nicht, dass er mit 9 Jahren zu jung dafür ist und es ist nicht verantwortungslos, sondern eher ein respektvoller Umgang.

    Gruß
    Iris
    Also hier hast Du aber nicht sehr gründlich geputzt!


    www.k2it.de

  4. #4
    Gast

    Standard Re: Sohn vergweigert Umgang

    Dein Sohn hat vielleicht Angst davor, sich zwischen die Stühle zu setzen. Vielleicht denkt er, dass er seine Mutter verrät, wenn er mit dir Zeit verbringt und die dann auch genießt.

    Wie sieht denn eure neue Partnersituation aus? Hast du oder hat sie einen neuen Partner? Kann man Weihnachten auch zeitlich evtl. mit einer veränderten Partnersituation in Verbindung bringen?

    Ich denke, dass ein Neunjähriger durchaus die Entscheidung treffen kann, ob er nun mit seinem Vater die Zeit verbringt, oder nicht. Ihm zu sagen, dass du seehr traurig bist, erhöht vielleicht noch den Druck auf ihn. Klar kann man sagen, dass man es schade findet, aber mehr würde ich nicht dazu sagen.

    Allerdings ist es da an seiner Mutter, ihm zu versichern, dass es ok ist, mit dem Papa Zeit zu verbringen und Spaß zu haben.

    Zum Thema Wünsche erfüllen:

    Die Kleinen haben sehr schnell raus, wie sie einen drankriegen. (Das ist nicht bösartig gemeint!) Er versucht neue Grenzen auszutesten. Auf einige Wünsche, wie bspw. Kino gehen, kann man auch mal eingehen, aber wenn es dann heißt "Wenn du mir das und das kaufst, dann komme ich mit" ist schluß!!

    Lass dich ja nicht erpressen!!

    Ich glaube aber, dass das zwei verschiedene Probleme sind.

    Bei deiner Tochter würde ich sagen, dass sie das mit sechs Jahren einfach noch nicht versteht und auch darum nicht so empfindet.

  5. #5
    StefanSch ist offline enthusiast
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    Standard Re: Sohn vergweigert Umgang

    Wenn man mal ehrlich ist, keine "funktionierende" Familie würde tatenlos zusehen, wenn sich ein 9-jähriges Kind von einem Elternteil derart distanziert.
    Da würde doch jeder nach den Ursachen forschen und versuchen vorhandene Problem zu lösen.
    "Nichts tun" als respektvollen Umgang mit der Meinung des Kindes zu deklarieren, halte ich schon für etwas eigenartig.

    Da Du aus der Entfernung wenig tun kann, müsste hier m.E. die Mutter aktiv werden.

    Hier mal meine laienhaften Überlegungen.

    Aufschlußreich finde ich die Begründungen: "Das Haus könnte abbrennen." Für mich klingt das sehr danach, als würde dein Sohn die eigentlichen Gründe nicht nennen wollen.
    Das könnte zum Beispiel daran liegen, dass die Besuche dir in seinem Umfeld als "schlecht" angesehen werden, und er deshalb versucht Besuche zu vermeiden.
    Es könnte aber auch sein, dass er nicht zu Dir fährt, weil er glaubt, seine Mutter ist traurig darüber.
    Die Tatsache, dass deine Tochter weiterhin gerne zu Dir fährt, könnte dazu passen und eine "Ich lasse Mama nicht allein."-Reaktion hevorrufen.
    Die abstrusen Begründungen bedeuten m.E. im Umkehrschluß, dass Dein Sohn eigentlich keine "vernünftigen" Gründe hat. Wenn er es bei Dir blöd finden würde, würde er das wahrscheinlich auch sagen.

    Die "übertriebenen Forderungen" muss man vielleicht nicht überbewerten. Es kann sein, dass Dein Sohn damit nur Gründe konstruieren will, warum er nicht mitfährt.

    Für sehr wahrscheinlich halte ich es, dass die Mutter hier eine wichtige Rolle spielt. Das könnte heißen, dass sie den Sohn aktiv beeinflußt (dazu passt aber nicht so ganz, dass es bei der Tochter diese Schwierigkeiten nicht gibt). Logischer erscheint mir, dass Dein Sohn _glaubt_, die Mutter würde sich freuen / sich besser fühlen, wenn er nicht zum Vater fährt.

    Ich bezweifle, dass ein Anwalt da wirklich weiterhilft. Ein Rechtsstreit zwischen den Eltern führt i.d.R. nur zur Vertiefung der Spaltung. Das wäre vielleicht sinnvoll, wenn der Sohn von sich aus will, aber die Mutter das verhindert, aber so könnte der Druck auf die Mutter dazu führen, dass der Sohn noch mehr versucht, sie zu schützen.

    Was eine Familien-Beratung bringt, weiß ich nicht, da fehlt mir jegliche Erfahrung, aber ich würde da die meisten Hoffnungen rein setzen.

    Außerdem würde ich versuchen herauszufinden, mit welchen Gefühlen die Mutter die Besuche der Kinder bei Dir verbindet. Sind es eher schlechte Gefühle, kann man da vielleicht ansetzen. Sind es eher gute Gefühle, lassen die sich ja vielleicht auf den Sohn übertragen.

  6. #6
    Avatar von IrisS.
    IrisS. ist offline tick tack
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    Standard Re: Sohn vergweigert Umgang

    Zitat Zitat von StefanSch Beitrag anzeigen
    Wenn man mal ehrlich ist, keine "funktionierende" Familie würde tatenlos zusehen, wenn sich ein 9-jähriges Kind von einem Elternteil derart distanziert.
    Da würde doch jeder nach den Ursachen forschen und versuchen vorhandene Problem zu lösen.

    Von nichtstun habe ich nicht geredet, sondern davon, seine Meinung erstmal zu akzeptieren. Denn Zwang in bezug auf die Besuche empfinde ich nicht als die Lösung, alles wieder zum Guten zu bekommen. Genauso wenig wie den Spruch "Da bin ich aber traurig!".
    Aber manche Dinge regeln sich ohne größere Probleme von selbst, wenn man ihnen dazu Zeit gibt. Und ein- zweimal auf den Besuch zu verzichten, um den Kind das Gefühl zu geben "Ich respektierte Deine Meinung!" und ihm damit evt. auch die Zeit, herauszufinden, was er eigentlich will, halte ich nicht für falsch.

    Gruß
    Iris
    Also hier hast Du aber nicht sehr gründlich geputzt!


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  7. #7
    Gast

    Standard Re: Sohn vergweigert Umgang

    Zitat Zitat von MelbarKasom Beitrag anzeigen
    Hallo Ihr,

    folgende Situation:
    Meine Lebensgefährtin und ich kennen uns seit 2 Jahren. Sie wohnt mit ihrer Mutter in einem gemieteten Reihenhaus. Wir haben vor einigen Tagen beschlossen zusammenzuziehen. Entweder wir suchen uns was eigenes - schwierig mit 5 Kindern (sie 3, ich 2) oder ich ziehe bei ihr mit ein. Das müssen wir nun ihrer Mutter beibringen.
    (aus: Patschworkfamilie, Stiefmütter-, -väter)

    Ok, das erklärt schon mal deine Paarsituation. Wie sieht es mit deiner Exfrau aus? Hat sie denn schon einen neuen Partner? Vielleicht denkt dein Sohn, dass ihr jetzt einen auf neue Familie macht und seine Mutter auf der Strecke bleibt?!

    Du schreibst, ihr seid glücklich geschieden. Heißt dass, dass DU froh bist, geschieden zu sein, oder dass ihr beide euch einvernehmlich getrennt habt?

    Entschuldige bitte meine Nachfragerei, will dich nicht ausquetschen, sondern versuche lediglich zeitliche und/oder logische Zusammenhänge zu dem Verhalten deines Sohnes zu erkennen.

  8. #8
    StefanSch ist offline enthusiast
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    Standard Re: Sohn vergweigert Umgang

    Zitat Zitat von IrisS. Beitrag anzeigen
    Von nichtstun habe ich nicht geredet, sondern davon, seine Meinung erstmal zu akzeptieren. Denn Zwang in bezug auf die Besuche empfinde ich nicht als die Lösung, alles wieder zum Guten zu bekommen. Genauso wenig wie den Spruch "Da bin ich aber traurig!".
    Aber manche Dinge regeln sich ohne größere Probleme von selbst, wenn man ihnen dazu Zeit gibt. Und ein- zweimal auf den Besuch zu verzichten, um den Kind das Gefühl zu geben "Ich respektierte Deine Meinung!" und ihm damit evt. auch die Zeit, herauszufinden, was er eigentlich will, halte ich nicht für falsch.
    Mit "nichts tun" meine ich "das Kind machen lassen und auf die Situation nicht reagieren / nicht nach Gründen suchen".
    Das ist völlig in Ordnung, wenn ein Kind "mal" Abstand von einem Elternteil hält.
    Wenn das über Monate (seit Weihnachten) so geht, sieht das m.E. etwas anders aus. Dann sollte man "etwas tun".
    Das heißt nicht, dass man das Kind jetzt zwingt/überredet/besticht, sondern dass man sich Gedanken über die Gründe macht und Hindernisse abbaut.

    Zu dem "Da bin ich aber traurig.":
    Das ist ein bisschen eine Grat-Wanderung. Zum einen sollte man einem Kind schon sagen, wie man sich selbst in bestimmten Situationen fühlt, weil das Kind die Gefühle anderer nicht immer sicher einschätzen kann (das schaffen ja nichtmal Erwachsene immer). Aber als moralische Keule sollte man sowas auch nicht benutzen, da gebe ich Dir recht.
    Da kommt es wohl auch sehr auf den Ton an.
    Ich würde vielleicht die positive Formulierung bevorzugen ("Ich würde mich sehr freuen, wenn ..."). Formulierungen wie "Ich bin traurig, dass ..." benutze ich auch eher, wenn es Grund zum Tadeln gibt.

  9. #9
    Avatar von IrisS.
    IrisS. ist offline tick tack
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    Standard Re: Sohn vergweigert Umgang

    Huhu!

    Muß er denn nun immer mitkommen oder hast Du ihn auch schonmal zu Hause gelassen?
    Und wenn er bisher immer mitkommen musste: Wurde er gezwungen oder dazu überredet?

    Gruß
    Iris
    Also hier hast Du aber nicht sehr gründlich geputzt!


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  10. #10
    Mamawombie ist gerade online Muttinick
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    Standard Re: Sohn vergweigert Umgang

    Zitat Zitat von MelbarKasom Beitrag anzeigen
    Hallo miteinander,

    ich bin seit 2007 glücklich geschieden.
    Leider blockiert mein Sohn (9) seit Weihnachten den Umgang. Er erfindet immer abstrusere Ausreden wie z.B., dass er Angst habe, dass ein T-Rex zum Fenster reinkommen könnte (ich wohne im 3. Stock) oder er hat Angst, dass das Haus abbrennen könnte usw.
    Desweiteren will er immer seine Wünsche erfüllt sehen und meint dann net zu kommen wenn diese nicht erfüllt werden. Dieses Spiel habe ich ca. 5 Monate lang mitgemacht mit dem Erfolg, dass er weiterhin versucht mich zu "erpressen" (wo er das wohl her hat...?). Also habe ich meine Taktik geändert und lasse ihn nun "gewähren" um ihm den Druck zu nehmen. Ich frage ihn jedesmal ob er mit möchte und, dass ich mich sehr freuen würde. Wenn er verneint sage ich ihm, dass ich darüber sehr traurig bin.
    Leider ist es nun so, dass die Mutter nicht konsequent dahintersteht und ihm alleine die Entscheidung überläßt. Meiner Meinung nach ist es verantwortungslos einen neunjährigen solche Entscheidungen treffen zu lassen.
    Deshalb bin ich seit dem Frühjahr 2008 bei einem Erziehungsberater. Nach den ersten Besuchen konnte ich die Mutter dazu bringen, dass sie mit unserem Sohn dahinkommt. Leider bis jetzt ohne Erfolg.
    Ich habe auch schon mit einem Anwalt darüber gesprochen, doch leider musste ich die Erfahrung machen, dass Anwälte (und erst recht das Jugendamt) sehr männerfeindlich eingestellt sind. Permanent wird man als Vater auf die eigenen Pflichten aufmerksam gemacht aber niemand unterstützt uns dabei so, dass es uns auch möglich ist die Pflichten warhzunehmen.
    Desweiteren habe ich die Mutter auf die Wohlverhaltensklausel (§ 1684 Abs. 2 Satz 1 BGB) aufmerksam gemacht. Was natürlich nichts brachte.

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    viele Grüße
    Tom
    Nein, der Mutter die Schuld in die Schuhe zu schieben, ist zu einfach.

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