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  1. #1
    Avatar von 0Agnes0
    0Agnes0 ist offline Schon lange da :)
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    Frage "Besuchs-Dienst"

    Hallo
    vor einiger Zeit habe ich das schon mal gefragt. Aber ich möchte noch einmal Meinungen dazu hören:
    Eine Hebamme hier in der Stadt plant eine Kooperation mit ihr selbst und einem Bestattungsunternehmen und so weiter, so dass man Menschen, die ihr Kind verlieren, eine Art Komplettpaket anbieten kann. Eine Selbsthilfegruppe ist auch noch halb angeschlossen. Ich finde das eine gute Sache.

    Nun ist die Überlegung, eine Art "Besuchsdienst" einzurichten. Das wären Betroffene, die frisch Betroffene besuchen (oder anrufen oder sich anrufen lassen) und mit den Menschen sprechen. Sie beraten, aber vor allem auch einfach da sind. Als jemand, der keine Berührungsängste mehr mit dem Thema hat. Als jemand, der weiß, dass fragen und zuhören mehr wert ist als alle Ratschläge der Welt. Jemand, der aber als jemand mit eigener Geschichte auch Hoffnung vermitteln kann. Ich z.B. habe 2 Folgekinder. Ich erlebe immer wieder in Gesprächen, dass das Leuten Mut macht, wenn sie z.B. eine FG hatten.

    Findet ihr einen solchen Besuchsdienst eine gute Idee? Wir würden eine kleine Gruppe von "Besuchern" bilden und immer je nach Zeit und Kraft eine von uns entsenden. Die Frauen würden über diese Koordination über uns informiert.

    Was würdet ihr euch dabei wünschen? Wie soll man an die Leute herantreten? In welcher Phase hättet ihr so jemanden brauchen können? (Man könnte sich ja z.B. vorstellen, dass man bereits hilft, die Beerdigung vorzubereiten o.ä.)

    Berichtet einfach mal, was euch dazu einfällt. Unsere Ideen sind noch nicht konkret, aber wir wissen schon, dass wir sowas in der Richtung aufziehen möchten.

    Danke
    Agnes
    mit Mädelshaushalt (03, 05, 07, 10, 13)
    .. und einem, der fehlt (05)

  2. #2
    Avatar von Sunday
    Sunday ist offline Poweruser
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    Standard Re: "Besuchs-Dienst"

    Ich habe mich ja von allen Selbsthilfegruppen ferngehalten nach dem Tod unseres Sohnes; allerdings hat mir der Austausch mit Dir und anderen hier schon geholfen letztes Jahr.

    Für mich wäre ein Flyer in der Klinik (wenn das denn die Situation ist) oder bei Kinderärzten oder beim Beerdigungsinstitut etc. mit dem Hinweis sicher schön gewesen, wenn mir den wer in die Hand gedrückt hätte - aber mit der Möglichkeit, selbst an die Leute heranzutreten, nicht noch so jemand, der anruft und mich überfordert.

    Gebraucht hätt' ich's in den ersten zwei, drei Wochen - und dann nach drei, vier Monaten, als alle im Bekanntenkreis längst wieder zur Normalität übergegangen waren.

    Sunday (seit neuestem auch mit einem Folgekind :))

    Im Zuge der neuen AGB auf Eltern.de erkläre ich hiermit, dass jedwede Texte, die über meinen Account oder in meinem Namen verfasst und innerhalb der Eltern.de-Webseiten veröffentlich wurden, keinesfalls ohne mein ausdrückliches Einverständnis vervielfältigt, in anderen Medien veröffentlich oder an Dritte weitergeben werden dürfen!

  3. #3
    Dineee ist offline überglückliche mama
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    Standard Re: "Besuchs-Dienst"

    herzlichen Glückwunsch zu deinem Folgekind...alles gute und ganz viel Glück und strahlen...





  4. #4
    Dineee ist offline überglückliche mama
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    Standard Re: "Besuchs-Dienst"

    Hallo,

    das finde ich eine gute sache und das wäre sicher schön wenn jemand da ist den man anrufen kann der einen zuhört und auch einen eventuell nur beim weinen festhält.

    Wie Sunday ja auch schon geschrieben hat, ein Flyer der dirket mit vom Krankenhaus einem in die Hand gedrückt wird. Das man es automatisch mit nimmt. Den später wird man sicher eh das durchsehen, zumindest so habe ich das gemacht.
    Diese Infos kann man ja überall liegen lassen...Kita, Krippe, Arzt, etc.

    Hilfe bei der Beisetzung/Beerdigung wäre gut, den ehrlich gesagt das man alles sofort nach so einen schlimmen schicksal machen muss und dinge entscheiden muss(die man eigentlich nicht möchte und noch nicht mal einen plan, ideen dazu hat) wo man nicht weis wie und was nun gemacht werden muss.
    Das wäre schön da jemand an der seite zu haben und diese Person immer da ist.

    Ich finde das sehr gut!





  5. #5
    maxundjan ist offline addict
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    Standard Re: "Besuchs-Dienst"

    Hallo Agnes,

    eure Idee ist wirklich gut. Man muß nur an die wichtigen Stellen rankommen. :(
    Ein ähnliches Problem hatte ich auch.

    Auch ich hätte gern schon im KKH anderen Eltern geholfen, nur leider ist da kein rankommen bei uns. Das einzige was die Ärzte/Schwestern auf Station machen können, ist von dir bzw. eurer Gruppe zu erzählen und den Eltern dann anbieten eure Telefonnummer weiterzugeben.
    Nach einigen Gesprächen die ich deswegen in unseren KKH hatte, habe ich aber den Eindruck das man dort niemanden von "außen" haben wollen. Eigentlich nicht zu verstehen, denn wir würden ihnen ja ein Stück "Arbeit" (Betreuung der Angehörigen) abnehmen.

    Ich kann nur sagen das ich mich gefreut hätte wenn jemand zu mir gekommen wäre, einfach um zuzuhören, mein weinen zu ertragen und auch mein Schweigen. Aber auf die Idee jemanden anzurufen bin ich in dieser Situation eben auch nicht gekommen. Ich hätte ja auch nicht gewußt wo. :(

    Und wenn ihr ein Beerdigungsinstitut mit in eurem "Boot" habt, dann dürftet ihr erst Recht Schwierigkeiten mit den Kliniken haben, denn das wäre eine Art der Werbung für dieses Institut.
    Da ich wie gesagt auch etwas tun wollte hatte ich mit dem Bestatterverband unseres Bundeslandes ein Gespräch.
    Der hat dazu gesagt das man eben nur in allen Beerdigungsinstituten, Arztpraxen (obwohl sich auch da schon welche sträuben) und so Flyer verteilen kann.

    Ich habe im Sept. diesen Jahres eine Selbsthilfegruppe gegründet und auch überall meine/unsere Karten verteilt. Die haben sie auch im KKH genommen, aber ob die weitergereicht werden? Keine Ahnung.

    Auch die Notfall-Seelsorger haben meine Telefonnummer und auch die Telefonseelsorge.

    Versucht über die Presse bekannt zu werden, auch bei ProFamilia, die Kirchen Stiftungen (Netzwerk Leben), Caritas usw. könnt ihr euch bekannt machen.
    Wichtig ist auch das Gesundheitsamt eurer Stadt,
    Ach, ich könnte noch so viel schreiben, weiß aber nicht ob ich dir damit helfe.

    Nur eins noch, die Frauen die bei mir in der Gruppe sind wären froh gewesen wenn ihnen damals jemand geholfen hätte und jetzt sind sie bereit jeden zweiten Mittwoch etlilche Kilometer weit zu fahren um an unseren Treffen teilzunehmen, auch wenn diese erst am Abend stattfinden.

    So, wenn du noch Fragen dann frag ruhig!

    Ich wünsch dir einen schönen Abend,
    Sandra mit Jan, 16.8.00 und Alina 17.6.05 an der Hand und Max, geb. 11.3.95, gest. 13.01.06 und Franziska 17.6.05 im Herzen
    www.verwaiste-eltern-magdeburg.de

  6. #6
    k.B. ist gerade online Poweruser
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    Standard Re: "Besuchs-Dienst"

    Ich habe im KH ein Broschüre bekommen. Die habe ich in der Situation nicht gelesen, aber in genau der stand alles Wichtige. (Habe ich später gelesen und mir gewünscht, jemand hätte genau in der Situation mit mir gesprochen.)

    Wenn im KH Flyer von Hebammen und/oder Ärzten gegeben werden, dann ja. Alle Anrufe von meiner Hebamme/Ärztin später habe ich nur als eine zusätzlich Belastung empfunden.

    Ich glaube, der Moment ist wichtig.
    :) LG Kristina

  7. #7
    Avatar von oasis
    oasis ist offline Member
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    Standard Re: "Besuchs-Dienst"

    die idee an sich ist eine gute sache. ich hätte mir soetwas nach der beerdigung gewünscht. davor war ich noch stark. hab funktioniert. aber danach ging es bergab.
    wichtig fände ich, dass betroffene x immer von besucher y besucht wird. nicht jedes mal jemand anders. das hätte ich nicht haben wollen.
    gut wäre es vielleicht auch, wenn ihr bei eltern von kranken kindern (im mutterleib oder schon geboren) schon vor dem tod helfen könntet. mut machen, zuhören, tipps für die beerdigung geben (evtl. sogar ein wenig erledigen. wir haben das zwar damals selbst durchgezogen, waren aber mit vielem überfordert und im nachhinein würde ich manches anders gestalten).

    I'm just to far from where you are

  8. #8
    Avatar von 0Agnes0
    0Agnes0 ist offline Schon lange da :)
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    Standard Re: "Besuchs-Dienst"

    Hallo#Teil einer SHG war ich ja schon. Die ist sozusagen auch mit dabei.
    Den Kontakt zum KH würde die Hebamme übernehmen.. und die Klinikseelsorgerin des Krankenhauses hängt da auch mit drin. Könnte also klappen. Aber du hast völlig recht, das Bekanntwerden ist das Hauptproblem.
    An die Sache mit dem Bestattungsunternehmen hatte ich nicht gedacht - soweit ich mich erinnnere, hat uns aber damals das KH eine Liste gegeben und angekreuzt, mit wem sie am häufigsten zusammenarbeiten. Der riesige Markt sind ja Kinderbestattungen zum Glück auch nicht. Vielen Dank für den Hinweis!!!
    mit Mädelshaushalt (03, 05, 07, 10, 13)
    .. und einem, der fehlt (05)

  9. #9
    Avatar von 0Agnes0
    0Agnes0 ist offline Schon lange da :)
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    Standard Re: "Besuchs-Dienst"

    Vielen Dank für deine Hinweise.
    mit Mädelshaushalt (03, 05, 07, 10, 13)
    .. und einem, der fehlt (05)

  10. #10
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    Standard Re: "Besuchs-Dienst"

    Also ich fand diejenigen die von sich aus gekommen sind am Besten. Die erste Woche war die schlimmste, da hätte ich jemand der einfach an der Tür schellt und sagt, mir ging es schon genauso wie dir gut brauchen können. Ich habe zwar von meiner Hebamme den Flyer von einer Selbsthilfegruppe bekommen, aber bis man sich da erst einmal aufgerafft hat anzurufen......
    Aber naja, ich hatte in der Stunde der größten Not gleich einen Notfallseelsorger zur Hand und eine Hebamme die die ersten paar Tage auch jeden Tag gekommen ist.
    Die Heinzlfrau mit Mädelshaushalt 2010; 2013 und einem der fehlt 2007

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