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    Standard Tagebuch, vorsicht lang!

    1. Vorstellung der Familie und der Kinderwunsch


    Kennen gelernt haben wir uns im Jahr 1991 durch unser gemeinsames Hobby, die Deutsche-Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Beide verbrachten wir einen Teil des Sommers in Grömitz beim Wasserrettungsdienst, obwohl wir beide aus Dortmund stammen.

    Wieder zu Hause trafen wir uns weiterhin regelmäßig, aus der Hobby-Bekanntschaft wurde Liebe und 1997 beschlossen wir zu heiraten.

    Während dieser Zeit reifte auch in uns der Kinderwunsch und so wurde im Jahr 2002 unser ältester Sohn Räuber geboren. Für uns war schnell klar, das er kein Einzelkind bleiben sollte. An seinem ersten Geburtstag beschlossen wir daher, auf die Verhütung zu verzichten. Ein Erfolg stellte sich schnell ein, kurz vor Weihnachten 2003 hielt ich einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand.

    2. Die Diagnose

    Da es ja nicht die erste Schwangerschaft war und ich mich daher für routiniert hielt, beschloss ich erst im nächsten Jahr, also nach dem ganzen Weihnachtstrubel, zum Frauenarzt zu gehen. Unseren Familien erzählten wir noch nichts, dafür war uns die Schwangerschaft noch zu frisch. Eine Magenverstimmung musste als Ausrede für den Alkoholverzicht während der Weihnachts- und Silvesterfeiern herhalten. Verdacht schöpfte niemand.

    Nach den Weihnachtsferien stand dann der erste Frauenarzttermin an. Ich wollte vorfahren, mein Mann mit Räuber nachkommen und mich abholen. Direkt mitnehmen wollte ich die beiden nicht, da ich kein Termin hatte und daher mit längerer Wartezeit rechnete. Zu diesem Zeitpunkt war ich in der 7. SSW.

    Die Frauenärztin gratulierte mir zunächst zu der Schwangerschaft und machte dann ein Ultraschall zur genaueren Kontrolle. Sie sagte zunächst nichts, aber da mir die Ultraschallbilder unseres Großen ja noch bekannt waren, viel mir schon auf, das da mehr als ein Kind zu erkennen war und ich sprach sie direkt darauf an. Sie sagte mir dann, dass es drei Kinder wären, alle drei zeitgerecht entwickelt. Bei allen dreien war bereits die Herztätigkeit zu erkennen.

    Ich war im ersten Moment ziemlich sprachlos. Die Ärztin bat mich dann zunächst, mich anzuziehen und führte mich dann zu einem Gespräch ins Nebenzimmer. Dort erklärte sie mir genaueres und wie auch darauf hin, das sich oft ein oder zwei der Kinder nicht weiter entwickeln würden, es also nicht unbedingt bei Drillingen bleiben müsste. Vor der 14. SSW könne man da nichts genaueres sagen. Anschließend vereinbarten wir einen neuen Termin in einer Woche.

    Als mein Mann mich abholte, zeigte ich ihm zunächst kommentarlos das Ultraschallbild. Er sagte direkt: Wie, Drillinge? Dann nahm er mich in den Arm und sagte nur, das schaffen wir schon. Ich brauchte aber doch mehrere Tage, um diese Nachricht zu verdauen.

    3. Die Schwangerschaft

    Nachdem der erste Schock zunächst abgeklungen war, gingen wir mit positivem Schwung die Schwangerschaft an. Wir beschlossen, dass wir das, was andere schaffen, auch schaffen können!

    Zum Glück verlief die Schwangerschaft zunächst völlig problemlos. Selbst von stärkerer Übelkeit blieb ich verschont, ich musste nur darauf achten, regelmäßig zu essen. Mit dem Hungergefühl kam auch immer gleich die Übelkeit.

    Da unser Sohn Räuber bei der Diagnose gerade erst 15 Monate alt war, war es natürlich utopisch, das Tragen schwerer Gegenstände ganz zu vermeiden. Er war erst kurz zuvor angefangen zu laufen und daher noch nicht in der Lage, längere Strecken zu bewältigen. Einkäufe und ähnliches machte ich natürlich mit dem Kinderwagen, trotzdem wollte er natürlich oft auf den Arm. Aus seinem Bett machten wir aber bereits jetzt die Schlupfsprossen raus, so das er mit meiner Hilfe selbst raus und reinklettern konnte. Außerdem setzte ich mich mit ihm zum Essen an seinen Kindertisch, damit ich ihn nicht in den Hochstuhl heben musste. Auf diese Art konnte ich zumindest manche typischen Hebesituationen vermeiden.

    Unsere Familien informierten wir erst in der 12. SSW von unserem dreifachen Zuwachs, da wir zunächst etwas sicherer sein wollten, das auch alle drei bei uns bleiben. Als sich dann zwei Familienfeiern, ein Geburtstag und ein Hochzeitstag, am selben Tag zur gleichzeitigen Information anboten, schlugen wir zu! Als Geschenke überreichten wir jeweils einen Gutschein gegen Langeweile sowie drei Schnuller. Es dauerte eine Weile, bis alle darauf kamen, was denn wohl die drei Schnuller bedeuten sollten. Danach wurde der Gutschein aber gleich als Bitte um zukünftige Hilfe verstanden. Lustig waren einige spontane Reaktionen. Die Großmutter meines Mannes fragte nur ganz entgeistert, warum wir das den gemacht hätten. Auf unsere Frage, wie wir es denn hätten verhindern können, fand sie dann aber auch keine Antwort. Meine Schwester meinte nur ganz spontan, das sie auf keinen Fall mehr schwanger werden würde, das sei ihr mit ihren zwei Kindern doch zu riskant. Insgesamt wurde die Nachricht aber sehr positiv aufgenommen.

    Die Schwangerschaft verlief weiterhin unproblematisch. Alle weiteren Untersuchungen wie z.B. Nackenfaltenmessung und Missbildungsultraschall ergaben keine Probleme. Beim Missbildungsultraschall in der 20. SSW outeten sich unsere Drillinge, es waren zwei Mädchen und ein Junge. Das war unsere Wunschkombination, da wir ja bereits einen Jungen hatten. Wir hätten es für ihn sehr schade und vielleicht zukünftig auch schwierig gefunden, wenn er drei Schwestern bekommen hätte. Bei zwei Jungen und einem Mädchen wäre es vielleicht für das Mädchen nicht so schön gewesen. So aber herrschte ein gutes Gleichgewicht.

    Während dieser Zeit begannen wir auch mit den ersten Umbauten in unserem Haus. Zum Glück war es eigentlich groß genug. Drei Kinderzimmer waren problemlos möglich, dafür musste nur der Dachboden ausgebaut werden, was mein Mann mit Unterstützung der Familie dann in Angriff nahm. In dem dabei entstehenden Raum kam dann unser Schlafzimmer.

    Ein Kinderzimmer war ja bereits von Räuber bewohnt, die beiden anderen Räume wollten wir für unsere Drillinge nutzen. Eines davon sahen wir als Schlafraum vor, den anderen wollten wir zunächst für nächtliche Fütter- und Wickelaktionen sowie als Wasch- und Anziehraum nutzen. Außerdem war es zur Zeit noch unser Arbeitszimmer, was sich ja nicht gegenseitig störte.

    Nachdem die Umbauarbeiten soweit fertig waren und der Schlafraum bis auf die Einrichtung bezugsfertig, wollten wir noch einmal nur zu dritt in Urlaub fahren um uns für den kommenden Stress zu erholen. Aus ärztlicher Sicht sprach nichts dagegen, so das wir in der 22. SSW zur Nordsee aufbrachen. Dort unternahmen wir viel mit Räuber, vielleicht auch zuviel, so dass ich eines Abends bemerkte, das mein Bauch immer wieder hart wurde. Zu diesem Zeitpunkt war ich in der 24. SSW. Ich dachte mir zunächst nichts dabei, brachte abends Räuber ins Bett und legte mich dann auf die Couch, weil ich dachte, das mein Bauch dann auch wieder ruhiger würde. Leider war das aber nicht der Fall, so dass mein Mann und ich beschlossen, doch lieber vorsorglich einen Arzt aufzusuchen. Dafür mussten wir zunächst einmal herumtelefonieren, da wir zwar wussten, wo die nächsten Krankenhäuser sind, nicht jedoch, welches davon über eine Gynäkologie verfügt. Anschließend mussten wir Räuber leider wecken und brachen dann gegen 22.00 Uhr Richtung Krankenhaus auf.

    Die dort diensthabende Hebamme schloss mich an das CTG an und stellte regelmäßige Wehen fest. Zum Glück waren diese aber bisher nicht muttermundswirksam, was wohl auch an dem in der 17. SSW vorsorglich gelegten Cerclage-Pessar lag, der den Druck vom Muttermund abfederte.

    Nach Rücksprache mit den Ärzten bekam ich zunächst Magnesium intravenös, da dies leider keine Auswirkung auf die Wehen hatte, folgte ein Tropf mit Wehenhemmern, Partusisten. Dieser wirkte zum Glück sofort, auf dem CTG waren keine Wehen mehr erkennbar. Andernfalls hätte man mich per Hubschrauber nach Oldenburg verlegen müssen, da man dort nicht auf drei Frühchen vorbereitet war. Mittlerweile war es 1.00 Uhr morgens.

    Es war klar, das ich zunächst im Krankenhaus bleiben musste. Mein Mann fuhr mit Räuber zurück ins Ferienhaus und telefonierte mit seinen Eltern, die am nächsten Tag kamen. Da der Urlaub meines Mannes zu Ende war, blieben seine Eltern mit Räuber in meiner Nähe und mein Mann fuhr nach Hause.

    Nach einer Woche durfte ich das Krankenhaus zunächst verlassen, sollte mich aber direkt am nächsten Tag bei meiner Frauenärztin melden. Gleichzeitig musste ich weiterhin Wehenhemmer als Tabletten einnehmen.

    Zu Hause liefen die Vorsorgeuntersuchungen dann im Wechsel, eine Woche bei meiner Frauenärztin, eine Woche in der Entbindungsklinik. Während dieser Zeit fiel den Ärzten auf, dass meine Drei für ihre Schwangerschaftswoche recht groß und schwer seien und auch recht viel Fruchtwasser hätten. Da dies Indizien für eine Schwangerschaftsdiabetes sein können, bekam ich für 10 Tage ein Blutzuckermessgerät und sollte morgens nüchtern und jeweils eine Stunde nach den Mahlzeiten den Blutzuckerwert messen. Dabei ergaben sich jedoch zum Glück keine Auffälligkeiten. In der 28. SSW blieb ich dann eine Nacht in der Entbindungsklinik, während dort die Lungenreife gespritzt wurde. Gleichzeitig wurde die vorsorgliche stationäre Aufnahme für den 15.06.2002 vereinbart, mit Beginn der 30.SSW.

    4. Die Zeit im Krankenhaus vor der Entbindung

    Am vereinbarten Tag brachte mich mein Schwiegervater mit der gepackten Tasche morgens in Krankenhaus. Zunächst wurde im Kreissaal noch ein CTG gemacht, dann brachte mich eine Hebamme in mein Zimmer. In dem Krankenhaus gab es eine Station nur für Schwangere, so dass man nicht befürchten musste, mit einem neugeborenen Kind oder eine schwerkranken Frau zusammenzuliegen. Außerdem wurden dort zur Betreuung ausschließlich Hebammen eingesetzt, keine Krankenschwestern, so dass man jederzeit bei Fragen einen Ansprechpartner hatte. Das fand ich sehr gut, weil es einem Sicherheit gab.

    Bei der Visite begrüßte mich dann der Chefarzt und fragte nach, wie es mir ging. Zu dem Zeitpunkt nahm ich zwar immer noch Wehenhemmer, aber nur als Tabletten und fühlte mich sehr wohl. Das sagte ich ihm auch und teilte ihm dann mehr oder weniger scherzhaft mit, das mein Mann und ich uns für den 15.07.2004 als Geburtstermin entschieden hätten, also in knapp 4,5 Wochen. Er meinte dann nur unverbindlich, mal sehen, wie weit wir kommen.

    Die ersten zwei Tage hatte ich noch wechselnde Zimmernachbarinnen, ab dann blieb meine Nachbarin bis zu meinem Kaiserschnitt gleich. Wir verstanden uns super und hatten viel Spaß zusammen. Unsere Männer besuchten uns regelmäßig, mal brachte mein Mann ihr etwas mit, mal umgekehrt. Abends ließen wir uns auch oft etwas aus der Pizzeria, vom Chinesen oder Griechen mitbringen, um mal eine Abwechslung von der Krankenhauskost zu haben.

    Zur Routine im Krankenhaus gehörte zweimal täglich ein CTG, um zu sehen, wie es meinen drei Zwergen geht. Leider wurden die Wehen bereits am zweiten Tag mehr, so dass ich zunächst zusätzlich zu den Tabletten einen Magnesiumtropf bekam, nach weiteren drei Tagen war jedoch auch der Wehenhemmer als Tropf notwendig. Ab da blieb der Tropf dann bis zum Kaiserschnitt mein ständiger Begleiter.

    Alle 10 Tage wurde ein Ultraschall gemacht, dabei wurde immer genau kontrolliert, wie die Versorgung der Kinder war. Da sie sich gleichmäßig entwickelten und gut zunahmen, wurde immer kein Termin für den Kaiserschnitt festgelegt, sondern immer weiter abgewartet. Während dieser Zeit kam dann schon der Anästhesist, um bereits vorher die Aufklärung über die Narkose zu besprechen. Ich entschied mich auf sein Anraten für eine Spinal-Anästhesie, weil ich die Geburt unbedingt miterleben wollte. Auch ein Neo-Natologe kam schon vorbei, um mich über die Probleme mit frühgeborenen Kindern zu informieren und zu schildern, wie der Ablauf im OP und die erste Zeit danach wohl sein würde.

    Die erste Zeit im KH war ich noch recht beweglich, mit der Zeit war ich aber froh, das ich mit meinem Bauch nur im Bett liegen musste. Ich ging zwar jeden Morgen duschen, aber ich war froh, wenn ich anschließend wieder im Bett lag. Der Tag verging dann mit Lesen, fernsehen und zum Glück recht häufigen Besuchen. Auch Räuber, der während dieser Zeit bei meinen Schwiegereltern blieb, kam mit ihnen regelmäßig vorbei. Zum Glück ging er immer ohne Tränen mit ihnen wieder mit, so dass ich mir um ihn keine großen Sorgen machte.

    Ich nutzte die Zeit im Krankenhaus auch, um mich um eine Hilfe für die Zeit nach der Entbindung zu Hause zu kümmern. Unsere private Krankenversicherung hatte eine Haushaltshilfe komplett abgelehnt mit dem Hinweis, das hätte ich vor der Schwangerschaft extra versichern müssen. Da ich leider nicht hellsehen kann, war das aber nicht möglich. Wir haben uns dann statt dessen an das Jugendamt gewandt. Der Sozialarbeiter dort wusste zunächst auch nicht weiter, war aber sehr hilfsbereit und versprach, sich genau zu erkundigen und mich dann zurückzurufen. Das tat er dann auch knapp eine Stunde später und sagte uns Hilfe in Form einer vom Jugendamt bezuschussten Tagesmutter zu, die mich zu Hause bei der Betreuung der Kinder unterstützen solle, sobald diese aus dem Krankenhaus entlassen würden. Als ich nach der genauen Stundenzahl fragte, kam nur als Antwort: natürlich für die Zeit, die ihr Mann arbeiten geht! Da war ich erst einmal völlig überwältigt, dadurch waren viele Sorgen von meinen Schultern genommen. Unser Eigenanteil war einkommensabhängig, so dass wir zwar viel Papierkram zu erledigen hatten, weil wir alles genau nachweisen mussten, aber dadurch hielt sich die finanzielle Belastung für uns im Rahmen. Die Auswahl der Tagesmutter sollte nach meiner Entlassung mit mir gemeinsam getroffen werden, da wir ja doch eng zusammen arbeiten würden.

    Nach und nach wurden die CTGs immer mühsamer, weil die Kinder sich leider nur in Rückenlage genau kontrollieren ließen, die für mich aber durch den Bauch entsprechend unangenehm war. Außerdem müsste ich meist einen oder auch zwei der Sensoren festhalten, weil sie durch die Gurte (und die Bauchform) nicht richtig hielten. Trotzdem waren die CTGs aber auch immer eine Beruhigung, weil ich sehen konnte, das die drei im Bauch putzmunter waren.

    Am Montag vor dem von uns ins Auge gefassten 15.07. kam der Chefarzt dann zu mir, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Zu seinem Erstaunen waren wir tatsächlich so weit gekommen. Laut Ultraschall wogen die Kinder mittlerweile alle über 2.000 g. Der Arzt riet mir dazu, den Termin tatsächlich zu nehmen und nicht noch länger zu warten. Die Wehenhemmer liefen mittlerweile recht hoch dosiert, meine Leberwerte waren nicht mehr optimal und ich hatte immer wieder mal Atemprobleme, weil die Kinder im Bauch zu viel Platz wegnahmen. Dem Arzt war es zu riskant, noch das nächste Wochenende abzuwarten, weil er befürchtete, das dann am Wochenende möglicherweise ein Notkaiserschnitt notwendig würde. Da jedoch bei Drillingen ein recht hoher Personalbedarf besteht, riet er zu einem geplanten Kaiserschnitt. Dem stimmte ich nach Rücksprache mit meinem Mann zu, weil es mir auch langsam zu mühsam wurde. Ab jetzt lief also der Countdown.

    5. Der Tag der Geburt und der Tag danach

    Nach Auskunft am Abend vor dem Kaiserschnitt sollte ich morgens um 8.00 Uhr in meinem Zimmer abgeholt werden. Ich bat daher darum, morgens um 7.00 Uhr geweckt zu werden, damit ich noch in Ruhe duschen gehen kann. Mein Mann wollte dann auch um 8.00 Uhr da sein.

    Erstaunlicherweise schlief ich in der Nacht sehr gut, damit hatte ich zuvor nicht gerechnet. Morgens um 7.00 Uhr kam dann auch die diensthabende Hebamme herein, ich dachte zu wecken.. Statt dessen legt sie mir den OP-Kittel, Thrombose-Strümpfe und Haube auf das Bett und sagt zur mir, ich solle das jetzt anziehen, man nähme mich dann jetzt mit. Das jetzt musste dann etwas verschoben werden, weil ich zumindest erst noch einmal auf die Toilette musste und meinen Mann anrief, das es jetzt doch eher losginge. Danach half mir die Hebamme in die Thrombose-Strümpfe und brachte mich zur OP-Vorbereitung runter in den Kreißsaal. Dort stieß dann auch mein Mann zu uns.

    Im Kreißsaal wurde ich dann zunächst rasiert und musste dann doch noch wieder einen Moment warten. Dann ging es ab zur OP-Schleuse, wo ich mich kurz von meinem Mann trennen musste, der sich zunächst umziehen musste. Im OP traf ich ihn dann ganz in grün, mit Haube und Mundschutz wieder.

    Im OP traf ich dann auch einen sehr netten Anästhesisten. Dieser legte sehr geschickt die Spinal-Anästhesie, traf direkt beim ersten Versuch und er war auch bis auf etwas Druck kaum etwas zu spüren. Anschließend legte ich mich wieder auf den Tisch, ein Arm wurde festgeschnallt, der andere blieb frei. Mein Mann saß auf der einen Seite neben meinem Kopf, der Anästhesist auf der anderen. Der Anästhesist erklärte uns dann die ganze Zeit, was auf der anderen Seite des Vorhangs so passierte. Dachten wir zumindest... Er beschrieb die ganze Zeit, wie jetzt desinfiziert würde, dann wurde es etwas kalt, angeblich ein Test, ob alles gefühllos wäre, dann ruckelte etwas, angeblich eine Überprüfung, wie die Kinder liegen... dann meinte er nur, jetzt ginge es los und keine zwei Sekunden später hörte ich das erste Kind meckern. Der Anästhesist hatte die ganze Zeit erzählt um mich abzulenken, während schon längst operiert wurde. Die Ablenkung hat super geholfen, Nervosität kam gar nicht erst auf und ich konnte den ersten Schrei von Mäuserich richtig genießen! Die erste Hebamme kam dann mit Mäuserich auf dem Arm zu mir, ich durfte ihn kurz streicheln und dann ging sie anscheinend mit ihm raus.

    Von mir und meinem Mann unbemerkt ging sie jedoch um den Tisch herum und eine andere Hebamme zeigte ihn mir ein zweites Mal als das zweite Kind. Dieses war jedoch schon längst draußen beim Kinderarzt und wurde dort behandelt, weil sie leider nicht spontan anfing zu atmen und kurz bebeutelt werden musste. Um mich nicht zu beunruhigen, wurde uns daher Mäuserich ein zweites Mal gezeigt. Das dritte Kind und zweite Mädel kam direkt hinterher, die Mädels wurden in der selben Minute geboren

    Das „ausgelassene“ Kind wurde uns dann vor Abschluss der OP auch noch gezeigt, da war sie dann auch fit und atmete selbstständig.

    Nur erst mal die offiziellen Maße:
    Mäuserich 48 cm 2.330 g
    Maus 47 cm 2.120 g
    Mäuschen 46 cm 2.280 g

    Vom OP aus wurden Mäuserich und Maus direkt auf die Intensivstation der nebenliegenden Kinderklinik gebracht, Mäuschen verbrachte die erste Nacht auf der Frühchenintensiv in der Frauenklinik.

    Mein Mann blieb zunächst erst noch etwas bei mir, während ich zur Beobachtung im Kreißsaal blieb. Als man mich dann auf mein Zimmer brachte, ging er erst einmal unsere Kinder besuchen.

    Beim Zurückbringen auf das Zimmer kam dann leider eine nicht ganz so schöne Überraschung. Vor dem Kaiserschnitt hieß es, das ich nach der OP wieder in mein altes Zimmer käme, da ich ja nicht auf die Wöchnerinnenstation müsste, da die Kinder ja nicht bei mir wären. Da ich mich mit meiner Zimmernachbarin so gut verstand, wollte man uns nicht auseinanderreißen. Aufgrund dieser Aussage hatte ich keine Sachen zusammengepackt, alles lag mehr oder weniger ordentlich im Nachtisch und im Kleiderschrank. Leider wurde das Bett dann wohl doch für eine Schwangere benötigt, ich kam doch auf die Wöchnerinnenstation, der Inhalt meines Schrankes lag komplett einfach auf dem zweite Bett, der Nachtisch war komplett runtergebracht worden. Statt abschalten zu können lag ich also in einem ziemlich unaufgeräumten Zimmer und konnte mich selbst verständlicherweise nicht darum kümmern. Das hat dann später mein Mann erledigt, nachdem er bei den Kindern war.

    Nachdem nachmittags die Anästhesie nachließ, fing es doch langsam aber sicher immer mehr an zu schmerzen. Das habe ich aber zunächst noch ignoriert, gegen Abend dann aber doch nach einem Schmerzmittel gefragt. Da man erst genauer mit dem Anästhesisten Rücksprache halten wollte, bekam ich zunächst nur eine Paracetamol, die aber nicht sehr lange half.

    Nachdem ich abends das erste Mal aufgestanden und selbst zur Toilette gegangen war, ging mein Mann dann nach Hause. Am nächsten Morgen wollte er früh wieder da sein.. Im Laufe des Abends wurden die Schmerzen immer schlimmer und waren nach einiger Zeit kaum noch auszuhalten. Ein stärkeres Schmerzmittel wurde mir gegeben, half aber kaum. Daraufhin riefen die Schwestern dann eine Ärztin zur Kontrolle herbei, die eine Verdickung im Bereich der OP-Wunde feststellte und eine US-Untersuchung veranlasste. Dabei wurde eine starke Nachblutung festgestellt, die eine Nachoperation erforderlich machte. Die Gebärmutter hatte sich durch die Überdehnung nicht ausreichend zusammengezogen, so das es immer weiter in den Bauchraum blutete.

    Von der US-Untersuchung sollte ich direkt in den OP gebracht werden, statt dessen bogen die Schwestern zwischendurch ab und brachten mich in den Kreißsaal, wo ich von einer Hebamme beobachtet wurde. Ein Not-Kaiserschnitt war dazwischengekommen, der in diesem Moment natürlich absolut Vorrang hatte. Ich wurde solange mit einer Flüssigkeits-Infusion wegen des Blutverlustes und einem starken intravenösen Schmerzmittel stabilisiert. Gleichzeitig fragte man mich, ob man meinen Mann anrufen solle. Das verneinte ich, das es mittlerweile fast Mitternacht war und er ja auch einen langen Tag gehabt hatte. Ich dachte mir, das es reicht, wenn er am nächsten Morgen davon erfährt. Rechtzeitig zur OP wäre er sowieso nicht dagewesen.

    Im OP traf ich dann den selben Anästhesisten wie vormittags, der tatsächlich immer noch im Dienst war. Er fragte mich, ob ich wieder eine Spinal-Anästhesie wolle oder lieber eine Vollnarkose. Da ich nur noch schlafen wollte, bat ich um eine Vollnarkose.

    Am nächsten Morgen kam ich im Aufwachzimmer zu mir und fror schrecklich. Ein Pfleger kam dann und baute über mir eine Decke mit einem Heizgebläse auf, das ich super angenehm fand. Danach bekam ich auch etwas zu trinken, wurde ihm Bett gewaschen und eine Zahnbürste brachte man mir auch. Gleichzeitig bekam ich eine Blutkonserve und Kochsalzlösung. Bis gegen Mittag schlief ich immer wieder ein, während die Infusionen liefen.

    Mittags kam dann auch mein Mann. Er war zunächst bei den Kindern gewesen. Mäuserich lag noch auf der Intensiv-Station, die beiden Mädchen schon zusammen auf der normalen Neugeborenen-Station, allerdings auch noch im Brutkasten. Leider war niemand auf die Idee gekommen, meinem Mann zu sagen, wo ich bin, so das er freudig morgens in mein Zimmer kam und sich ziemlich erschrak, als ich nicht da war. Erst nach einigem Rückfragen erfuhr er, das man mich nachts noch einmal operiert hatte und ich im Aufwachzimmer war.

    Erst nach zwei Blutkonserven und diverser anderer Flüssigkeit kam ich gegen Abend wieder zurück auf mein Zimmer, immer noch ziemlich schlapp. Bisher hatte ich meine Kinder abgesehen von dem kurzen Moment im OP nur auf Polaroid-Fotos gesehen, die mein Mann mir mitgebracht hatte. Auf meine Nachfrage erklärte man mir auch, das ich frühestens am nächsten Tag zu meinen Kindern dürfe, da ich durch den Blutverlust ziemlich geschwächt sei. Mein Mann war währenddessen nachmittags schon mit den Omas und Opas, meiner Schwester und seiner Tante bei den Kindern gewesen, nur ich kannte sie noch nicht! Statt dessen fing ich dann abends an, Milch abzupumpen und ließ mich auch nachts alle drei Stunden von den Schwestern wecken. Anfangs lief es nur spärlich, doch beim vierten Mal abpumpen kamen immerhin schon 50 ml zusammen.


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    6. Die Zeit im Krankenhaus nach der Entbindung

    Auch am zweiten Tag nach dem Kaiserschnitt konnte ich leider noch nicht zu meinen Kindern. Statt dessen verbrachte ich den Tag damit Milch abzupumpen, die Glückwünsche der Verwandtschaft entgegenzunehmen, die Fotos der Kinder anzugucken, wieder Milch abzupumpen, weitere Glückwünsche entgegenzunehmen u.s.w.

    Am nächsten Vormittag durfte ich endlich zu meinen Kindern. Mein Mann fuhr mich im Rollstuhl über die Straße in die benachbarte Kinderklinik. Jetzt wusste ich auch, warum man mich nicht eher gelassen hatte! Jede kleine Unebenheit zog schmerzhaft im Bereich der OP-Wunde, so das ich die Zähne zusammenbeißen musste. Aber das war mir ziemlich egal.

    In der Kinderklinik gingen wir zunächst zu den beiden Mädels. Um auf die Station zu kommen, musste man klingeln und wurde dann von einer Schwester reingelassen. Am Eingang der Station hing ein Waschbecken, dort mussten Hände gewaschen und desinfiziert werden, anschließend musste man einen Kittel über die eigene Kleidung ziehen. Erst dann durfte man zu den Kindern.

    Die beiden Mädels schliefen friedlich in ihren Brutkästen. Beide hatten Zugänge für Infusionen am Kopf, außerdem den Schlauch für die Magensonde in der Nase und einen Sensor für die Sauerstoffsättigung und den Herzschlag am Fuß. Etwas ungewohnt der Anblick, aber nicht weiter schlimm. Wir durften die Brutkästen auch öffnen und die beiden Mädels streicheln, was wir natürlich ausgiebig taten. Ich war sehr erstaunt, wie wenig ähnlich sich die beiden Mädels sahen. Mäuschens Kopf sah ein wenig zusammengeschoben aus, außerdem hatte sie rotblonde Haare auf dem Kopf und im Gesicht noch etwas zarten Flaum, der zum streicheln geradezu einlud. Maus hatte nur ein paar fast schwarze Fuseln auf dem Kopf und ein ganz schmales Gesicht.

    Nachdem Besuch bei den Mädels gingen wir hinunter zur Intensiv, um Mäuserich zu sehen. Er brauchte noch Sauerstoffunterstützung und durfte daher noch nicht zu seinen Schwestern. Sein Gesicht im Brutkasten konnte man kaum erkennen, weil er eine Maske (CPAP) für die Sauerstoffversorgung trug, und eine Mütze, damit die Maske nicht verrutschte. Ansonsten war er ähnlich verkabelt wie die Mädels. Auch seinen Anblick fand ich nicht erschreckend, ich konnte mich ja während der Schwangerschaft innerlich darauf vorbereiten, das sie Frühchen sein würden und noch Hilfe brauchen könnten. Viel schlimmer fand ich da auf der Intensiv-Station die älteren Kinder, die krankheitsbedingt dort mit Beatmung bewusstlos lagen. Da musste ich dann immer an Räuber denken und war froh, das er gesund und munter bei den Großeltern gut versorgt war.

    Die nächsten paar Tage, die ich noch im Krankenhaus bleiben mussten, vergingen mit Milch abpumpen und Besuchen bei den Kindern, bei denen ich mich anfangs noch von meinem Mann oder meinem Vater begleiten ließ. Sobald ich durfte, übernahm ich auch das füttern und wickeln der Kleinen selbst. Das füttern selbst war recht mühsam, da sie beim saugen immer wieder einschliefen und zum Weitertrinken ermuntert werden mussten.

    Fünf Tage nach der Geburt durfte Mäuserich dann endlich hoch zu seinen Schwestern und war dann der erste, der nicht mehr im Brutkasten sondern im Wärmebettchen lag.

    Am nächsten Tag durfte ich dann auch endlich nach Hause. Ab jetzt begann für die nächste Zeit eine immer gleiche Routine. Den Vormittag verbrachte ich mit Räuber zu Hause, damit er sich wieder daran gewöhnen konnte, bevor seine Geschwister entlassen würden. Mittags brachte ich ihn zum Mittagsschlaf ins Bett und fuhr dann zu den drei Kleinen in die Kinderklinik, während meine Schwiegermutter wieder auf Räuber aufpasste. Ich kam dann rechtzeitig zurück, um Räuber abends wieder ins Bett zu bringen. Außerdem pumpte ich weiterhin im 4-Stunden-Takt Milch ab und brachte jeden Tag ca. 1,5 l Milch mit in die Kinderklinik. Räuber fand die Milchpumpe total spannend und schaute jedes Mal aufmerksam zu. Mit absoluter Begeisterung spielte er auch an dem Stärkeregler und drehte in immer hoch und runter. Keine Ahnung, ob das besonders milchfördernd war, ich war mit der abgepumpten Menge jedenfalls sehr zufrieden.

    Einige Male nahmen wir auch Räuber mit in die Klinik, damit er seine Geschwister kennen lernen konnte. Er fand die Babys im Glaskasten zwar sehr interessant, viel spannender war es aber wohl, die Schränke in deren Zimmer leer zu räumen. Die Schwestern schenkten im auch verschiedene Spritzen, mit denen er dann zufrieden spielte.

    In der Klinik mussten Mäuserich, Maus und Mäuschen verschiedenen Untersuchungen über sich ergehen lassen. Durch das Organ-Screening während der Schwangerschaft wussten wir, das bei einem der Mädels eine Nieren-Vergrößerung vorlag. Die Untersache sollte jetzt geklärt werden. Durch eine Kontrastmitteluntersuchung wurde festgestellt, das bei Mäuschen eine Doppel-Niere mit zwei Harnleitern vorlag, von denen eine verkrümmt war, so das sich der Urin zurückstaute. Im zarten Alter von 10 Tagen musste Mäuschen daher das erste Mal operiert werden, der verkrümmte Harnleiter wurde durch die Bauchdecke nach außen geleitet, so das es nicht mehr zum Rückstau kam. Weitere Untersuchungen und auch OPs sollten dann folgen, wenn Mäuschen ca. 10 kg wiegen würde.

    Die Besuche bei den Drillingen gestalteten sich nach der OP schwieriger, da Mäuschen jetzt in einem Nebengebäude in der Kinderchirurgie lag. Meist besuchte ich erst Mäuserich und Maus, fütterte die beiden und ging dann weiter zu Mäuschen. Leider war sie dann meist schon gefüttert und gesättigt, weil die Kinder dort im selben Rhythmus gefüttert wurden.

    Für Maus war die Zeit in der Klinik am unproblematischsten, nachdem sie ja den schwierigsten Start hatte. Danach war sie nur noch etwas trinkfaul und musste deswegen teilweise sondiert werden, gesundheitlich war sie aber topfit.

    Mäuserich hatte leider in dieser Zeit eine Infektion. Mitten in der Nacht erreichte uns ein Anruf, das er hoch fiebern würde und ganz schlapp wäre. Dank intravenöser Antibiotika ging es ihm am nächsten Tag aber bereits besser. Bei dem routinemäßigen Ultraschall des Gehirns ein paar Tage später wurde dann aber festgestellt, das er eine Hirnblutung ersten Grades gehabt hatte. Ob dies Auswirkungen haben könnte, konnte uns keiner genau sagen. Dies würde man im Laufe der Zeit feststellen. Netterweise wurde uns das alles im Vorbeigehen im Flur an den Kopf geworfen mit dem Hinweis, der Oberarzt würde später noch einmal ausführlich mit uns sprechen. Dieser beruhigte uns dann und meinte, die Hirnblutung wäre so klein, das er eigentlich nicht von Problemen ausgehen würde, man sollte es jedoch weiter beobachten.

    Nach drei Wochen hätten wir Maus mit nach Hause nehmen können, sie trank nun ausreichend, hatte keine Sättigungsabfälle und hielt gut ihre Temperatur. Bei Mäuserich mussten wir noch warten, weil er noch Antibiotika intravenös bekam, auch Mäuschen musste wegen der OP noch bleiben. Wir entschieden uns, Maus noch solange in der Klinik zu lassen, wie Mäuserich auch noch dableiben musste und dann beide gleichzeitig mitzunehmen. Am Tag der Entlassung wurde uns dann gesagt, das wir auch Mäuschen schon mitnehmen dürften.

    Bevor wir nachmittags die drei abholten, ging ich vormittags mit Räuber zum Kinderarzt um mögliche Infekte auszuschließen. Dieser gab mir dann netterweise noch seine Handy-Nummer mit, da es Freitag war. Bei Problemen hätte ich ihn auch ruhig am Wochenende anrufen dürfen.

    Am 13.08.2004 konnten wir dann alle drei Mäuse mit nach Hause nehmen. Das Abenteuer Drillinge konnte endgültig beginnen.

    7. Die erste Zeit zu Hause

    Voller Optimismus starteten wir in unser erstes gemeinsames Wochenende als Großfamilie. Mein Mann hatte für die erste vier Wochen Urlaub genommen, damit wir uns an den Alltag gewöhnen können, ab dann sollte täglich die Tagesmutter zu uns kommen.

    Der erste Abend verlief noch recht ruhig, Räuber ging zu seiner gewohnten Zeit ins Bett, danach bekamen die drei Kleinen jedoch noch ein Fläschchen und wurden ebenfalls ins Bett gelegt. Nach Aufräumen und Milchabpumpen ging ich dann ebenfalls früh schlafen, wer weiß, wie die Nacht werden soll. Abgesehen von zwei gemeinsamen nächtlichen Fütterrunden war es jedoch recht ruhig. Wir hatten uns für den Anfang vorgenommen, nachts immer alle gleichzeitig zu füttern, sobald sich einer meldete, in der Hoffnung, so insgesamt etwas mehr Schlaf zu bekommen. Dadurch, das wir sie zu zweit füttern, ging es auch „relativ“ schnell, nach jeweils einer halben Stunde waren alle Kinder wieder in ihren Betten.

    Am Samstag brach jedoch so langsam das Chaos aus. Die drei Kleinen waren ziemlich knatschig und wollten hauptsächlich auf den Arm. Das wollte Räuber dann natürlich auch, der durch das Geknatsche seiner Geschwister sehr unruhig wurde. Nebenbei wollte das Essen gekocht, die Kinder gewickelt, diverse Kleidung wegen Spuckens gewechselt, Milch abgepumpt und alle Kinder mehr oder weniger beschäftigt werden. Teilweise wussten wir nicht, wo uns der Kopf stand. Als abends gegen 22.00 Uhr tatsächlich alle Kinder im Bett waren, waren wir doch sehr erleichtert, doch es war nur die Ruhe vor dem Sturm. Mitten in der Nacht brach endgültig das Chaos aus. Die drei Kleinen fingen nachts an zu brüllen, wollten aber nichts trinken und natürlich auch nicht wieder einschlafen. Durch die Brüllerei wurde Räuber wach, da nicht sofort jemand Zeit für ihn hatte, bekam er einen heftigen Trotzanfall. Nach anfänglichem Meckern unserseits versuchten wir etwas Ordnung in das Chaos zu bekommen. Mein Mann zog sich mit Räuber in unser Bett zurück, was den Trotzanfall abrupt beendete. Ganz offensichtlich war da eine Menge Eifersucht im Spiel, nachdem wir ja tagsüber schon nicht viel Zeit für ihn gehabt hatten. Ich habe dann zunächst allen drei Kindern eine frische Windel spendiert und anschließend zwei Kindern gleichzeitig die Flasche gegeben, die links und rechts neben meinen Beinen lagen, während das dritte auf meinem Schoß lag und auf die Flasche warten musste. Da fehlte einfach die dritte Hand. Nachdem die ersten zwei gesättigt waren, bekam das dritte die Flasche, anschließend konnte ich dann doch wieder alle ins Bett legen, wo sie zum Glück einschliefen. Danach kuschelte ich mich oben im Bett an meinen Mann und meinen ältesten Sohn, die mittlerweile friedlich schliefen.

    Am nächsten morgen organisierten wir uns dann etwas mehr Hilfe. Mit dem Jugendamt wurde vereinbart, das die Tagesmutter nicht erst ab dem Urlaubende meines Mann anfangen sollte, sondern bereits am 01.09., also in zwei Wochen. Bis dahin sagten uns meine Schwiegereltern wieder ihre Hilfe zu. Sie würden bis dahin jeden Tag vorbeikommen, bei allem mit anfassen und auch gleich das Mittagessen mitbringen.

    Mit dieser Gewissheit im Hinterkopf versuchten wir unseren ersten Spaziergang mit dem Drillingswagen. Das es sehr warm war, deckten wir die Kleinen nur leicht zu und brachen auf, Räuber ging an der Hand mit. Wir wollten nur eine kleine Runde rund um das Feld drehen, zu Fuß so ca. 10 min. Wir mussten jedoch feststellen, das man mit einem Drillingswagen nicht so wirklich schnell von der Stelle kommt. Das lag jedoch nicht am Wagen, sondern an den vielen anderen Spaziergängern, wir hätten vielleicht nicht gerade einen Sonntag für den ersten Ausflug wählen sollen. Alle paar Meter wurden wir angesprochen und mussten anhalten und dann ging die Fragerei los. Standardfrage war: sind das Drillinge? Nein, sie sind nur zufällig gleich alt... danach wurden die Fragen immer privater, wie die Schwangerschaft war, ob es ein Kaiserschnitt war, ob sie „natürlich“ sind oder ob es eine Hormonbehandlung war und so weiter. Meist endete es dann mit einer mehr oder weniger freundlichen oder auch mal dummen Bemerkung. Viele wünschten uns viel Glück und alles Gute, manche sprachen gar von einem Geschenk Gottes, andere meinten aber auch, an unserer Stelle würden sie sich lieber erschießen. Die meisten Leute waren jedoch sehr freundlich und es gab ein sehr positives Echo. Solche Bemerkungen begleiteten uns aber die gesamte Kinderwagenzeit

    In den nächsten Tagen stellte sich dann Mithilfe meiner Schwiegereltern eine gewisse Routine ein, gleichzeitig trafen die erste Pakete von unserer „Bettelbriefaktion“ ein. Schon während der Schwangerschaft hatten wir verschiedenen Firmen angeschrieben und sie um Unterstützung für unsere Drillinge gebeten. Nach der Geburt haben wir dann die Geburtsurkunden und ein paar Fotos hinterhergeschickt. Diese Aktion hatte ein riesiges Echo. Viele Firmen schickten einen Einkaufsgutschein oder Produktproben, von einem Windelhersteller bekamen wir 18 Pakte Windeln in verschiedenen Größen. Ein Babynahrungshersteller übernahm sogar eine Ernährungspatenschaft, so dass uns der Paketbote eines Morgens 50 Pakete Milchpulver, 180 Gläschen und 8 Flaschen mit Pflegeprodukten wie Shampoo, Bodylotion und Co. übergab. Die gewünschte Milchnahrung hatten wir vorher mit auswählen dürfen und hatten uns für die entschieden, mit der unsere Drillinge auch in der Klinik schon zugefüttert worden waren.

    Während der ersten zwei Wochen, bevor unsere Tagesmutter zu uns stieß, waren wir oft sehr müde. Die Nächte waren sehr unruhig, da auch Räuber leider aufgehört hatte durchzuschlafen. Auch er wollte jetzt nachts gerne wieder ein Fläschchen Milch, was ich ihm dann auch gab. Die Drillinge hatten nachts noch zwei Fütterzeiten, außerdem musste ich nachts ja auch noch Milch abpumpen, was ich immer nach dem füttern machte. Damit hörte ich jedoch nach kurzer Zeit auf und pumpte nur noch tagsüber ab und zuletzt vor dem Schlafen gehen. Die Milchmenge änderte sich dadurch nicht, morgens lief ich stattdessen fast über, so dass unser Gefrierschrank hauptsächlich mit Milch gefüllt war. Die Hälfte der Mahlzeiten, vor allem tagsüber, bekamen die drei Mäuse Muttermilch, der Rest wurde mit Pulvermilch zugefüttert.

    Nach zwei Wochen zu Hause hatte sich manches eingespielt, viel wurde aber auch noch improvisiert. Jetzt sollte noch die Tagesmutter dazukommen, bevor mein Mann dann wieder anfangen würde zu arbeiten. Wir hatten die Tagesmutter, Eva, vorher nur einmal gesehen, als sie sich bei uns vorgestellt hatte. An dem Abend hatten wir uns zwar bereits sehr nett unterhalten, trotzdem war ich jetzt etwas nervös. Schließlich würden wir in den nächsten Jahren sehr viel Zeit miteinander verbringen.

    8. Der „Alltag“ im ersten halben Jahr

    Der Umgang mit Eva war anfangs vielleicht noch etwas befangen, spielte sich aber schnell ein. Sie kam morgens immer um 8.00 Uhr, ungefähr zu der Zeit, in der die drei Kleinen morgens wach wurden. Gemeinsam fütterten wir dann die Kinder, danach frühstückte ich mit Räuber, während Eva die Drillinge wickelte, wusch und anzog. Oft ging ich dann gemeinsam mit Räuber zusammen einkaufen oder auch zu seiner Krabbelgruppe, während die drei Mäuse von Eva betreut wurden. Ihr Vormittagsschläfchen nach ihrer zweiten Mahlzeit machten sie dann gemeinsam im Laufstall im Wohnzimmer, ihr spielender Bruder störte sie dabei nicht.
    Während Räubers Mittagsschlaf spielte ich dann oft mit den Drillingen, während Eva mir im Haushalt half. Wenn die Drillinge dann wieder müde wurden, bekamen sie erneut ein Fläschchen, danach legten wir sie zum Schlafen in ihren Kinderwagen. Eva ging dann mit ihrem Hund und dem Kinderwagen spazieren und einige Zeit zu sich nach Hause, so dass sie anwesend war, wenn ihre eigenen Kinder aus der Schule kamen.
    Wenn Eva zurück war, spielten wir noch gemeinsam mit allen Kindern und sie bekamen ihre vierte Mahlzeit, meistens begann dann aber auch kurz darauf die abendliche Müdigkeits-Knatschphase. Leider kam mein Mann meistens genau zu dieser Zeit nach Hause, so dass er anfangs unter der Woche fast nur müde und knatschige Kinder kannte. Sobald mein Mann nach Hause kam, hatte Eva Feierabend. Zum Glück hatte sie Verständnis dafür, das die Arbeitszeiten meines Mannes schwankten und er oft zu unterschiedlichen, teilweise auch späten Zeiten nach Hause kam. Je nach Wetter ging mein Mann dann noch für eine Stunde mit Räuber auf den Spielplatz oder las ihm etwas vor, während ich mich um die drei Kleinen kümmerte. Während der Knatschphase wollten sie gerne bespielt werden. Hilfreich waren da die Fingerspiele, die ich aus Räubers Krabbelgruppe kannte. Die Drei mochten es sehr, wenn man ihnen vorsang und sie dabei gleichzeitig die Bewegung der Hände verfolgen konnten. Oft machte auch Räuber bei den Fingerspielen mit.
    Gegen 18.00 Uhr ging mein Mann dann mit den Drillingen für eine Stunde spazieren. Oft schliefen sie dabei schon etwas oder genossen die Schaukelei des Kinderwagens. Während dieser Stunde bekam Räuber sein Abendbrot und ich brachte ihn mit Geschichte vorlesen und etwas singen ins Bett, wo er meistens auch direkt einschlief. Nach der Spazierfahrt wurden dann die drei Kleinen gemeinsam gewickelt und umgezogen und bekamen dann ihr Abendfläschchen, nachdem sie schlafen sollten. Die ersten drei Monate klappte das auch noch problemlos. Während sämtlicher Schlafenszeiten der Drillinge nutzte ich dann auch die Zeit, um weiterhin Milch für die drei abzupumpen. Räuber liebte die Pumpe und spielte während des Pumpens immer gerne an dem Stärkeregler und lachte sich dabei halb schlapp. Anfangs war das etwas unangenehm, aber mit der Zeit gewöhnte ich mich daran, die Milchmenge wurde davon nicht verringert, eher im Gegenteil. Ein schwankender Saugrhythmus ist ja auch bei Kindern nicht ungewöhnlich.
    Nach einiger Zeit gingen wir dazu über, das unsere Nachbarstochter dreimal die Woche abends den Kinderwagen schob. So konnte mein Mann auch weiterhin mit Räuber abends zum schwimmen gehen und wir hatten etwas mehr Zeit für uns.

    Während der Krabbelgruppe wurde ich von der Leiterin der Babymassage, die dort ebenfalls angeboten wurde angesprochen, ob ich mit den drei Mäusen nicht auch zur Babymassage kommen wolle. Dies scheute ich anfangs, weil ich mir nur schlecht vorstellen konnte, dort alleine mit drei Kinder klar zu kommen. Sie bot mir jedoch ihre Hilfe an, so dass ich es zumindest probieren wollte. Erstaunlicherweise und auch dank der Hilfe der anderen Mütter klappte es erstaunlich gut. Mir wurde oft beim an- und ausziehen der Kinder geholfen, sonst wären wir wohl nie fertig geworden. Mir tat der Kontakt zu den anderen Müttern sehr gut, wir haben dort viel miteinander gequatscht, während die Kinder massiert wurden. Die Leiterin massierte eins von meinen drei Kindern, während ich die beiden anderen mit jeweils einer Hand mehr streichelte als massierte. Der intensive Kontakt war trotzdem sehr schön.
    Während der Krabbelgruppe wurde Räuber alleine von Eva betreut, gemeinsam holten sie uns dann dort ab, Eva ging dann anschließend mit dem Kinderwagen spazieren, so dass die drei sich im Kinderwagen schlafen wieder erholen konnten. Mit der Zeit wurde aus der Babymassage eine Pekip-Gruppe, die über das gesamte erste Lebensjahr lief.

    Als Mäuschen 4 Monate alt wurde, standen die nächsten Untersuchungen wegen ihrer Nieren-Fehlbildung an. Dafür musste sie leider für drei Tage in die Kinderklinik. Wegen der anderen Kinder konnte ich leider nicht die ganze Zeit dabei bleiben. Wir haben es dann so organisiert, das Räuber für diese Zeit bei Oma und Opa blieb. Eva kam morgens extra früh, sobald sie da war, fuhr ich dann in die Klinik. Dort blieb ich dann bis abends, während Eva sich um die beiden anderen Mäuse kümmerte. Abends brachte sie die Beiden gemeinsam mit meinem Mann ins Bett, ich fuhr nach Hause, wenn Mäuschen abends schlief. Zum Glück schlief Mäuschen zu diesem Zeitpunkt nachts problemlos, sie wurde zwar zweimal wach, trank dann aber ihre Milch und schlief direkt weiter. So konnte ich sie ohne größere Bedenken nachts den sehr netten Schwestern in der Kinderklinik anvertrauen. Endgültige Hinweise auf die nötige Operation ergaben sich jedoch leider noch nicht, es wurde jedoch ein Termin für die nächsten Untersuchungen mit anschließender OP für den Mai des nächsten Jahres vereinbart.

    Abgesehen von den Kontrollen im Krankenhaus für Mäuschen hatten wir anfangs zu den üblichen Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt noch einige Termine in der Frühchenambulanz der Kinderklinik. Dabei wurde natürlich auch Mäuserich immer genauestens neurologisch wegen der Hirnblutung kontrolliert und auch die anderen auf ihren Entwicklungsstand hin kontrolliert. Dabei ergaben sich jedoch nie Auffälligkeiten, so dass uns die Ärzte nach einem halben Jahr erklärten, das wir nicht mehr wiederkommen bräuchten, den Rückstand durch die Frühgeburt hätten sie mittlerweile aufgeholt. Zusätzliche Untersuchungen abgesehen von den normalen Vorsorgeuntersuchungen brauchten wir nicht mehr.


  3. #3
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    Standard Re: Tagebuch, vorsicht lang!

    9. Das 2. Halbjahr


    Im zweiten Jahr fing es leider an, das die Kinder sich abends nicht mehr so problemlos ins Bett legen ließen. Mäuserich fing immer häufiger an, abends rumzuknatschen, wenn man in hinlegen wollte. Anfangs ließ er sich dann beruhigen, wenn man ihn zum schlafen in die Tragetasche von Räubers alten Kinderwagen legte, obwohl er durch den Schlafsack ziemlich gequetscht darin lag. Später mussten wir dann dazu übergehen, ihn in der Tragetasche zu schaukeln, bis er eingeschlafen war und die Tasche dann vorsichtig in das Bett abstellen. Dafür schlief er im Gegensatz zu den beiden Mädchen schon recht häufig durch. Damit sich Mäuserich und die Mädels jetzt abends und nachts nicht gegenseitig störten, stellten wir Mäuserich Bett in das Zimmer, das eigentlich das nächtliche Fütter- und Wickelzimmer war. So konnte er abends durch sein Einschlafverhalten die beiden Mädchen nicht stören, wurde nachts aber auch nicht durch sie geweckt.

    Tagsüber wurden die drei etwas pflegeleichter und die Knatschphasen wurden weniger. Ihre Flaschen tranken sie jetzt schneller, so das wir nicht mehr soviel Zeit mit füttern beschäftigt waren. Statt dessen begann ein neues Abenteuer: der erste Brei! Beim ersten Mal setze ich die drei in ihre Autositze und deckte sie bis auf das Gesicht mit Spucktüchern ab, das fanden sie sehr lustig. Mit dem Löffel wussten sie aber nicht so wirklich etwas anzufangen, sondern betrachteten das orange Zeug auf dem Löffel eher skeptisch. Mit etwas Geduld schaffte ich es aber doch, ein kleines Gläschen auf alle drei zu verteilen, wobei genauso viel auf den Tüchern wir im Mund landete. Nach und nach steigerte sich die Menge, wobei die Mädels keine begeisterten Esser waren, sondern sich lieber hinterher noch ihre Milch schmecken ließen. Mäuserich vertilgte jedoch innerhalb kurzer Zeit ein ganzes Gläschen und verzichtete dann auf die Milch.

    Räuber fand es toll, das seine Geschwister jetzt schon „richtig“ aßen und wollte bei ihnen mitessen bzw. ebenfalls gefüttert werden. Da wir von der Fa. Nestle 180 Gläschen geschenkt bekommen hatten von denen viele noch nicht für die Drillinge geeignet waren, habe ich Räuber dann während die Kleinen ihr Gläschen aßen eins von den anderen gefüttert.

    Im Februar 2005 stand dann die erste große Familienfeier an, die Drillinge sollten getauft werden. Interessant war bereits die Anmeldung zur Taufe, weil mir die Sekretärin im Pfarrbüro erklärte, das grundsätzlich immer nur zwei Kinder pro Gottesdienst getauft würden, damit es nicht so lange dauert. Ich bat sie dann, sich doch einmal die Geburtsdaten der Kinder anzuschauen und fragte sie, ob sie wirklich der Meinung sei, das bei Geschwistern mehrere Gottesdienste und Familienfeiern nötig wäre. Sie meinte aber, das müsste sie zunächst mit dem Pfarrer klären. Dieser rief mich dann nachmittags an. Selbstverständlich war es kein Problem, alle drei gleichzeitig zu taufen. Der Pfarrer fand es toll, da es seine erste Drillingstaufe sei.


    Der Gottesdienst lief dann auch sehr gut, jedes Kind war bei einem anderen Erwachsenen auf dem Arm und es gab auch keine größeren Schwierigkeiten außer etwas Gemecker, weil sie kein Wasser auf dem Kopf haben wollten. Zwischendurch schlief mal der eine, mal der andere ein, aber nach der Taufe selbst waren natürlich alle wach. Die Kirchengemeinde verfolgte das Geschehen mit großem Interesse, noch Monate später wurde ich von einigen auf die Drillingstaufe angesprochen

    Mittlerweile wurden Mäuserich, Maus und Mäuschen auch mobiler. Sie stützen sich mit den Händen hoch, rollten über den Boden und machten die ersten Versuche zu robben. Dies führte zu den ersten Konflikten mit Räuber, der auf den Boden gerne Türme baute und mit seinem Lego Duplo spielte, was bei den Fortbewegungsversuchen der drei Kleinen natürlich schnell mal umgeworfen wurde. Wir haben dann zunächst eine Ecke des Wohnzimmers mit Stühlen abgetrennt, so dass er diese Ecke für sich hatte. Später haben wir ihm die Küche als Spielbereich „reserviert“, da er das Türgitter öffnen konnte und seine Geschwister nicht. So konnte er in der Küche in Ruhe bauen und war trotzdem mittendrin im Geschehen, denn alleine in seinem Zimmer in der 1. Etage spielen wollte er natürlich auch nicht.

    Zwischenzeitlich hatte sich leider das Einschlafverhalten von Mäuserich weiter verschlimmert. Oft mussten wir ihn jetzt erst mit dem Kinderwagen durch die Gegend schieben bis er eingeschlafen war, dann konnten wir ihn vorsichtig umbetten. Falls dies nicht klappte, ging das ganze Spiel wieder von vorne los. Mittlerweile war es auch Frühjahr geworden und zu der üblichen Schlafenszeit der Kinder noch hell, was das Problem vermutlich auch noch verstärkte. Interessanterweise ließ er sich jedoch tagsüber problemlos zum schlafen hinlegen. Eine Verkürzung der Tagesschlafzeit brachte jedoch keine Veränderung, nur ein total knatschiges Kind. Irgendwann saß ich dann mal heulend und völlig fertig beim Kinderarzt in der Praxis, da ich Mäuserich bis abends um 23.00 Uhr mit dem Kinderwagen durch die Gegend geschoben hatte und dann nachts noch einmal wegen der Mädchen und einmal wegen Räuber aufstehen musste. Der Kinderarzt verschrieb mir dann einen Beruhigungstee, den Mäuserich sich aber strikt weigerte zu trinken, auch nicht mit Milchpulver gemischt. Danach versuchten wir es mit homöopathischen Globulis, die jedoch auch keine Änderung brachten. Da jetzt jedoch zunächst einmal Mäuschens OP anstand und wir uns darum kümmern mussten, schoben wir Mäuserich erst einmal weiter im Kinderwagen in den Schlaf. Darum wollten wir uns später kümmern. Allerdings stellten wir sein Bett in das zweite Zimmer, damit er zumindest seine Geschwister nicht beim einschlafen störte.

    Den zunächst im Mai geplanten OP-Termin mussten wir absagen, da Mäuschen kurz zuvor eine Bronchitis hatte, das war den Anästhesisten zu riskant. Statt dessen wurde die stationäre Aufnahme Anfang Juni geplant. Die Krankenhauszeit hatten wir so geplant, das Räuber die ganze Zeit wieder zu meinen Schwiegereltern geht, mein Mann über Nacht bei Mäuschen bleibt während ich mich um die beiden anderen kümmere. Tagsüber sollte ich ihn dann im Krankenhaus ablösen, damit er zur Arbeit gehen konnte, während Eva auf Mäuserich und Maus aufpasst. Doch schon die erste Nacht brachte uns dazu, die Pläne umzuwerfen. Mein Mann kam mit der Situation im Krankenhaus nachts nicht so gut zurecht, er wurde durch jedes Kindergeschrei wach, das ja recht häufig war. Auch durch die ständig ins Zimmer kommenden Schwestern wurde er immer wieder gestört. Da er ja arbeiten musste, ging das auf Dauer nicht. Sonderurlaub war immer leider verweigert worden, schließlich wäre das Kind ja im Krankenhaus durch das Personal betreut. Wir mussten also eine andere Lösung finden. Hier bot uns zum Glück Eva ihre Hilfe an. Sie nahm während des gesamten KH-Aufenthaltes von Mäuschen Maus und Mäuserich mit zu sich nach Hause, was sich die Großeltern leider noch nicht zutrauten. Durch Evas Hilfe konnte ich die ganze Zeit bei Mäuschen in der Klinik bleiben, während mein Mann uns dort morgens und abends besuchte.

    Im Krankenhaus wurde bei Mäuschen zunächst eine Blasenspiegelung unter Vollnarkose durchgeführt, um die weitere Vorgehensweise festlegen zu können. Vor der Vollnarkose bekam sie ein Beruhigungsmittel, was bei ihr wohl auch zu Halluzinationen führte. Ich hatte sie auf dem Arm, weil sie nicht abgelegt werden wollte und sie biss sich gleichzeitig bei mir fest. Trotz der anschließenden blauen Flecke durch die Bisse behielt ich sie auf dem Arm, bis eine Schwester sie abholte. An der OP-Tür musste ich sie dann an die Schwester übergeben. Man hatte mir gesagt, das es ungefähr eine Stunde dauern würde, bis man sie mir zurückbringen würde. Zunächst habe ich versucht spazieren zu gehen, aber dabei war ich zu unruhig, so dass ich mich dann doch wartend vor die Tür zum OP-Trakt setzte. Von dort begleitete ich Mäuschen dann später wieder zurück auf ihr Zimmer, wo sie den Rest des Tages verschlief. Die Narkose hatte sie offenbar gut vertragen, sie schlief aber tatsächlich bis zum nächsten Morgen, mit Ausnahme von zwei Trinkpausen, da sie ja vor der Narkose nüchtern bleiben musste.

    Die Voruntersuchungen ergaben, dass das zusätzliche Stück Niere keine nenneswerte Leistung brachte, so das beschlossen wurde, es gemeinsam mit dem dann überflüssigen dritten Harnleiter zu entfernen. Vor der OP durften wir über das Wochenende nach Hause, Montags sollten wir wiederkommen und Dienstags dann die OP stattfinden. Die OP-Einleitung lief genauso wie bei der Blasenspiegelung. Diesmal dauerte es allerdings gut drei Stunden, bis Mäuschen wieder bei mir im Zimmer war. Sie hatten jetzt zusätzlich noch einen Blasenkatheter liegen, außerdem lief eine Infusion mit Flüssigkeit und einem Schmerzmittel. Der Nachmittag verlief noch recht ruhig, gegen Abend wurde sie aber zunehmend unruhig. Die Schwestern zeigten mir dann, wie ich sie hochnehmen durfte um sie zu beruhigen. Tatsächlich war es dann so, das Mäuschen den Großteil der Nacht schlafend bei mir auf dem Arm verbracht, während ich auf einem doch recht unbequemen Holzstuhl saß.

    Die nächsten Tage im Krankenhaus waren sehr anstrengend. Mäuschen war verständlicherweise unruhig und schlief bevorzugt auf dem Arm ein. Alleine im Bett bleiben wollte sie gar nicht, wenn sie fest eingeschlafen war, konnte ich sie manchmal ablegen. So war ich froh, das mein Mann morgens und abends vorbei kam. Diese Zeit nutzte ich um zu duschen oder in Ruhe zu essen. Die Wunde verheilte anfangs recht gut und Mäuschen versuchte schon bald, sie im Bett hinzustellen. Mit dem aufstehen hatte sie kurz vor dem Krankenhausaufenthalt begonnen. Jetzt war das Ergebnis für sie natürlich sehr frustrierend, weil sie durch den Katheter und den Infusionsschlauch behindert wurde und das Aufstehen wohl auch Schmerzen verursachte. Allerdings blieb sie tagsüber wieder zufriedener in ihrem Bett und spielte dort auch, nur das einschlafen blieb weiter problematisch. Auch die Ernährung war, zumindest für das Pflegepersonal, nicht zufriedenstellend. Mäuschen aß nicht in der gewünschten Menge Gläschen und feste Nahrung, sondern bevorzugte ihre Milchflasche. Da das aber zu Hause genauso war, machte ich mir darüber keine Sorge. Da die Schwestern jedoch meinten, sie dürfe erst bei ausreichender Ernährung nach Hause, fing ich an zu mogeln und gab auf Nachfrage größere Breimengen an.

    Ursprünglich war die Entlassung 10 Tage nach der OP geplant. Allerdings bekam Mäuschen einige Tage nach der OP am ganzen Körper einen roten Ausschlag, bei dem keiner wusste, woher er kam. Außerdem bekam sie Fieber, offenbar hatte sie eine Infektion. Es wurde zunächst ohne weitere Medikation abgewartet, die Schmerzmittel waren mittlerweile abgesetzt, wie sich die Temperatur und der Hautauschlag entwickelte. Die Entlassung wurde zunächst verschoben. Der Hautausschlag bildete sich zurück, woher er kam, blieb unklar. Gegen die Infektion mussten dann doch Antibiotika gegeben werden, zunächst als Infusion. Tatsächlich mussten wir fast eine Woche länger bleiben als ursprünglich geplant, bis wir dann zwar mit weiterer Antibiotikagabe endlich nach Hause durften, knapp eine Woche vor dem 1. Geburtstag der Drillinge. Zuvor waren noch die Fäden gezogen worden und die OP-Wunde sah gut aus, nässte allerdings noch etwas, so dass wir regelmäßig das Pflaster wechseln sollten. Jetzt aber freuten wir uns erst einmal auf die Geburtstagsfeier und den kurz darauf geplanten ersten gemeinsamen Urlaub mit den Drillingen.



    10. Vom 1. Geburtstag bis Weihnachten


    Zu Hause dauerte es zunächst ein paar Tage, bis wir uns wieder richtig eingewöhnt hatten. Mäuschen hatte immer noch Einschlafschwierigkeiten nach der OP, gerade im Halbschlaf beim einschlafen wurde sie immer wieder wach und stieß dann richtig schrille Schreie aus. Offenbar verarbeitete sie das ganze Geschehen im Schlaf. Auch nachts wurde sie oft wach und brauchte dann recht lange um einzuschlafen. Abends störte sie dabei Maus, so das jetzt Mäuschen ins Nebenzimmer zog und Mäuserich wieder zu Maus. Mäuserich hatte allerdings auch immer noch Probleme beim einschlafen. Bei Eva hatte es so funktioniert, das sie ihn zunächst eine zeitlang meckern bis brüllen ließ und ihm dann noch einmal die Flasche gab. Danach ließ er sich dann oft hinlegen. Anscheinend brauchte er diese „Schreiphase“, um den Tagesstress abzubauen. Dies behielten wir zunächst bei, manchmal klappte es, manchmal mussten wir doch wieder auf den Kinderwagen zurückgreifen.

    Allen Problemen zum Trotz freuten wir uns jedoch auf den Urlaub, den wir nach dem 1. Geburtstag geplant hatten. Zunächst aber wurden der Geburtstag mit der ganzen Familie ausgiebig gefeiert. Da das Wetter hervorragend war, fand die Feier im Garten statt, wo die drei gemeinsam ihren ersten Geburtstagskuchen mehr zerkrümelten als aßen und sich anschließend im Planschbecken austobten.

    Nach dem Geburtstag starten wir dann mit den Urlaubsvorbereitungen. Der Urlaub sollte in das Ferienhaus der Großmutter meines Mannes an der Nordsee führen, in dem wir bereits den letzten Urlaub verbracht hatten, der dann durch meinen Krankenhausaufenthalt so abrupt beendet wurde. Vielleicht war das allerdings schon kein gutes Omen.

    Mein Mann fuhr einen Tag vor dem Urlaub schon einmal hoch, um das ganze Gepäck wie drei Reisebetten, Drillingskinderwagen, Hochstühle und Unmengen an Garderobe hochzubringen. Einen Tag später fuhren wir dann gemeinsam so los, das die Kinder gerade gegessen hatten und hoffentlich im Auto schlafen würden. Jedoch weit gefehlt, sie hielten nichts vom schlafen sondern wollten lieber bespielt werden. Ich setzte mich also nach hinten zwischen die Kinder, reichten ihnen die Spielzeuge an und hob sie wieder auf, wenn sie zum hundersten Mal runtergeschmissen wurden. Nach einer Stunde Fahrt machten wir dann eine Pause, bei der die Kinder spielen und durch die Gegend krabbeln und toben konnten, danach ging es weiter. Jetzt schliefen zumindest die beiden Mädchen ein, die Jungen waren zwar wach, aber zufrieden. Kurz vor dem Ziel wurden dann die Mädchen wieder wach und auch die Zufriedenheit war dahin, aber jetzt war die Fahrt ja nicht mehr lang.

    Im Haus hatten wir es so aufgeteilt, das Mäuschen auf dem Dachboden schlafen sollte, Mäuserich und Maus zusammen und Räuber wie gewohnt alleine. Für uns Eltern blieben dann nur noch Matratzen im Wohnzimmer, die aber tagsüber für die Kinder auch schön zum krabbeln und hinfallen waren. Mäuserich und Maus liefen jetzt schon seitlich an den Möbeln lang, frei laufen konnten sie aber noch nicht. Mäuschen war, vermutlich durch den Krankenhausaufenthalt, noch nicht mit dem laufen angefangen.

    In der ersten Nacht klappte das mit dem schlafen noch recht gut, auch wenn es abends etwas gedauert hatte, bis alle Kinder eingeschlafen waren. Danach wurde es jedoch von Abend zu Abend schlimmer, mindestens einer von den Dreien wollte nicht einschlafen, herumtragen half auch nicht. Der einzige, der immer problemlos schlief, war Räuber. Durch das ständige Theater abends konnten wir auch die Tage nicht richtig genießen, trotzdem gingen wir regelmäßig an den Strand und unternahmen auch noch andere Ausflüge. Da es sich abends aber immer mehr zuspitze, bis ich schließlich einen Abend bis 1.00 Uhr morgens zwei Kinder im Kinderwagen durch den Ort schob, fuhren wir nach zwei Wochen wieder nach Hause, anstatt noch eine Woche zu bleiben. Offensichtlich mochten unsere Kinder zu diesem Zeitpunkt noch keine größeren Veränderungen, den nächsten Urlaub planten wir daher erst in weiter Ferne.

    Hinzu kam, das bei Mäuschen die OP-Naht nicht richtig verheilte. Sie nässte immer noch und es bildeten sich immer wieder Krusten. Der Kinderarzt schickte uns bei der ersten Kontrolle nach dem Urlaub noch einmal zur Überprüfung ins Krankenhaus. Dort wurde festgestellt, das sich der Unterhautfaden, der sich normalerweise auflöst, bei Mäuschen nicht aufgelöst hatten und daher in Vollnarkose gezogen werden musste. Zum Glück war dafür kein weiterer Krankenhausaufenthalt nötig, da dies ambulant durchgeführt werden konnte. Ich ging morgens mit einer nüchternen Mäuschen ins Krankenhaus, dort bekam sie dann zunächst ein Beruhigungsmittel. Als dies wirkte, wurde sie abgeholt, das Fädenziehen dauerte nicht lange. Danach mussten wir noch bleiben, bis Mäuschen ausgeschlafen war und etwas gegessen und getrunken hatte. Nachmittags waren wir dann wieder zu Hause. Danach verheilte die Wunde ohne weitere Probleme.

    Jetzt stand das nächste große Ereignis an, Räuber hatte seinen ersten Kindergartentag. Da er bisher immer recht offen gewesen war, machte ich mir keine großen Gedanken, das er Trennungsprobleme haben würde, aber da hatte ich mich getäuscht. Räuber fiel es morgens sehr schwer, ohne mich im Kindergarten zu bleiben und weinte jedes Mal beim Abschied. Hinzu kam, dass er auch noch nicht sauber war, sich im Kindergarten aber auch strikt weigerte sich von den Erzieherinnen wickeln zu lassen. Nach Absprache mit den Kindergärtnerinnen blieb er daher anfangs immer nur zwei Stunden, später haben wir die Zeit dann immer weiter ausgedehnt. Bis er tatsächlich einen ganzen Vormittag blieb, hat es gut 10 Wochen gedauert. Dabei war bestimmt auch ein Teil Eifersucht mit im Spiel, da er ja genau wusste, das seine drei Geschwister in der Zwischenzeit bei mir bleiben durften.

    Leider fing mit dem Kindergartenbeginn auch Räuber an, abends beim einschlafen Theater zu machen. Mäuserich schlief immer noch nur ein, wenn er sich vorher eine zeitlang den Stress von der Seele gemeckert oder sogar gebrüllt hatte und auch Mäuschen hatte immer noch Einschlafschwierigkeiten. Die einzige, die problemlos ins Bett ging, war Maus. Das sie abends oder nachts einmal Theater machte, kam zwar vor, war aber sehr selten. Wir gingen daher dazu über, das Maus im Reisebett in unserem Schlafzimmer einschlief und wir sie später in ihr Bett umbetteten, wenn Mäuschen endlich eingeschlafen war. Mittlerweile waren also alle Kinder abends getrennt. Das war zwar umständlich, klappte aber halbwegs, so das wir tagsüber wenigstens ausgeschlafene Kinder hatten.

    Tagsüber wurden sie immer munterer. Mäuserich und Maus hatten es mit 14,5 Monaten geschafft, frei zu laufen und bekamen jetzt ihre ersten Schuhe. Der Einkauf in der Fußgängerzone mit vier Kindern und Drillingskinderwagen im Schuhkauf war ein amüsantes Abenteuer. Die Kinderschuhe waren in der ersten Etage, unser Kinderwagen passte aber natürlich nicht in den Fahrstuhl. Daher ließen wir ihn unten stehen und fuhren so nach oben. Dort versuchten wir eine Verkäuferin zu finden, was an einem Samstag vormittag nicht so leicht war. Es gab nur zwei, die gerade andere Kunden bedienten, eine davon versprach uns aber, danach zu uns zu kommen. Die Zwischenzeit nutzte ich schon einmal, um anhand unseres eigenen Messgerätes ungefähr passende Schuhe zu finden, damit es später schneller ging. Die Drillinge nutzten die Zwischenzeit, um möglichst viele Schuhe aus den Regalen zu räumen, Räuber testete die Lichtschranke des Fahrstuhls und mein Mann versuchte, möglichst alle im Auge zu behalten. Ob es daran lag, dass die Verkäuferin doch recht schnell den Weg zu uns fand? Der Schuhkauf selbst war recht schwierig, da Maus noch sehr kleine Füße hatte, für sie fanden wir überhaupt nur ein passendes Paar, Mäuserich hatte da schon etwas mehr Auswahl. Danach stolzierten sie dann sehr zufrieden auf ihren neuen Schuhen zur Kasse, ausziehen durften wir die Schuhe nicht mehr!

    Abgesehen von den abendlichen Schwierigkeiten lief es zur Zeit recht ruhig. Mittlerweile ging Räuber morgens ohne zu viele Tränen in den Kindergarten und die drei machten in der Zwischenzeit das Haus unsicher. Eines Morgens jedoch wurde ich durch Räubers Weinen geweckt, weil er starke krampfartige Bauchschmerzen und Durchfall hatte. Das war morgens so gegen 6.00 Uhr. Da der Durchfall immer schlimmer wurde, Räuber sich gleichzeitig durch die Bauchkrämpfe weigerte etwas zu trinken und sehr schlapp war, rief ich meinen Schwiegervater an, damit er mit mir mit dem Auto zum Kinderarzt fahren konnte. Sobald Eva da war, brachen wir auf. Der Kinderarzt schickte uns dann gleich weiter zur Kinderklinik, da Räuber erste Anzeichen einer Austrocknung hatte. Die Ärzte dort legten dann auch gleich eine Flüssigkeitsinfusion an und bestanden darauf, dass wir dort bleiben sollten. Doch wohin mit den drei anderen Kindern? Zum Glück sprangen hier die Großeltern ein, Mäuserich zog für ein paar Tage zu meinen Eltern, Maus und Mäuschen zu meinen Schwiegereltern, mein Mann kümmerte sich zunächst um das Gepäck für die drei und versorgte anschließend Räuber und mich mit Wäsche, Spielzeug und Büchern. Nach drei Tagen war Räuber zum Glück wieder fit und wir durften nach Hause, angesteckt hatte sich zum Glück niemand. Rechtzeitig zum ersten Laternenumzug zu St. Martin im Kindergarten waren wir dann wieder zu Hause.

    Die Zeit bis Weihnachten verlief ruhig, den Baum stellten wir mit einer Lichterkette geschmückt schon eher auf, was die Kinder sehr faszinierte. Geschmückt haben wir den Baum in diesem Jahr fast ausschließlich mit Holzfiguren, nur in den oberen Bereich, wo die Kinder nicht hinkamen, wurden einige Glaskugeln aufgehängt. Mit mittlerweile drei laufenden 1,5jährigen Kinder wollten wir da lieber vorsichtig sein. Tatsächlich hat es sowohl der Baum und auch die Kugeln bruchfrei überstanden.


  4. #4
    Queen-mum ist offline p.o.p.
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    Standard Re: Tagebuch, vorsicht lang!

    Hallo Du,
    Vielen Dank für diese spannende Tagebuch! Ich fühlte mich gleich ein wenig in unsere Babyzeit zurückversetzt, meine Damen sind auch vom Juli 2004, die "große" Schwester war damals auch erst 16 Monate alt....

    Was für ein Kraftakt!! Darf ich Dich fragen, wieso wir in den Genuss dieses Tagebuchs kommen? Die "alten" Geschichten kommen bei mir meistens erst am Geburtstag wieder hoch...

    Ich finde Deinen Bericht toll, und danke nochmals, dass wir ihn lesen dürfen!!
    LG Mrs Queen
    http://www.eltern.de/foren/image.html?type=sigpic&userid=130240&dateline=1244  366591

  5. #5
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    Standard Re: Tagebuch, vorsicht lang!

    Danke, für diesen ergreifenden Einblick ... mir kamen zeitweise echt fast die Tränen. NIEMAND kann eigentlich ermessen, was DAS für ein Kraftakt für euch gewesen sein muss! Hut ab! Und auch wenn ich auch schon schlimme und schwere Zeiten durchgemacht habe, da komme ich mir mit meinen Zweien doch so "klein" vor.
    Ich bewundere dich für deine Stärke! Du/ihr kannst/könnt stolz auf euch sein!

    Liebe Grüße

  6. #6
    Avatar von heiki
    heiki ist offline Pooh-Bah
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    Standard Re: Tagebuch, vorsicht lang!

    Ich kann mich der lieben Madrina nur anschließen.

    Dein Bericht ist so schön geschrieben.

    Viele liebe Grüße
    Heike mit Jonas, Jule, * und Lilli



  7. #7
    Avatar von MeineRasselbande
    MeineRasselbande ist offline Einfach kann doch jeder!
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    Standard Re: Tagebuch, vorsicht lang!

    Zitat Zitat von Queen-mum Beitrag anzeigen
    Darf ich Dich fragen, wieso wir in den Genuss dieses Tagebuchs kommen? Die "alten" Geschichten kommen bei mir meistens erst am Geburtstag wieder hoch...
    Eine Erzieherin im Kindergarten meinte, wenn wir demnächst weg wären, müsste sie mal ein Buch über uns schreiben. Da habe ich ihr erzählt, das ich selbst schon damit angefangen bin und habe ihr den Text mal mitgebracht. Im Original sind dann noch die passenden Fotos eingefügt. Dabei kam mir die Idee, mich hier doch auch einmal ausführlich vorzustellen.


  8. #8
    Gast

    Standard Re: Tagebuch, vorsicht lang!

    vielen dank für diesen schönen bericht. es ist wirklich toll wie ihr alles gemeistert habt.

    lg

  9. #9
    Avatar von palmers
    palmers ist offline Carpal Tunnel
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    Standard Re: Tagebuch, vorsicht lang!

    RESPEKT!!!
    ich kann nur erahnen wie die erste zeit bei euch war. und ich meckere schon wenns hier wieder mal chaotisch ist
    Mädl (12/05) und Zwillingsbuben (06/09):liebe:



    Meine BINO Harley-Braut hat endlich ihren kleinen Schatz im Arm!

    Meine Juli-Bino ist mama.for.2

  10. #10
    Skorpionfrau ist offline Aller guten Dinge sind 3
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    Standard Re: Tagebuch, vorsicht lang!

    Ganz lieben Dank für diesen ausführlichen Bericht. Wirklich Respekt, wie Du das alles gemeistert hat. Da kommt man sich mit zweien ganz klein vor.
    Liebe Grüße
    Skorpionfrau
    ___________________________




    Wir sind jetzt schon Kindergartenkinder!




    * 01/12

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