Herbstgrasmilben
 
Grasmilben: Juckendes Souvenir von der Wiese

Euer Kleines hat kleine rote Punkte, die offensichtlich sehr stark jucken und brennen? Und Ihr könnt Euch weder daran erinnern, dass es gestochen wurde, noch ist irgendwo ein Übeltäter zu sehen? Dann ist es vielleicht Opfer der Grasmilbe geworden. Denn wenn die Haut erst juckt, sind die Schuldigen längst wieder im Gras verschwunden.

Herbstgrasmilben
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Inhalt: 
Wann stechen die Grasmilben?Wo muss ich mit Grasmilben rechnen?Wie erkenne ich, wo Grasmilben lauern?Wie kann ich mein Kind und mich schützen?Was tun, wenn ich gestochen wurde?

Meist beginnt der Spuk in der Nacht. Es juckt und brennt auf der Haut, so dass an Weiterschlafen nicht zu denken ist. Ein Blick auf die juckenden Stellen zeigt zahlreiche rote Pünktchen und Pusteln, zu klein und zu zahlreich für Mückenstiche.  Der Verdacht fällt oft erst auf Flöhe oder Bettwanzen. Wenn Ihr dies nach einer Untersuchung des Bettes ausschließen könnt, seid Ihr (oder Euer Kind) vielleicht Opfer des Herbstbeiß geworden.
Nie gehört? Die kleinen Plagegeister, die für den Juckreiz verantwortlich sind, haben regional unterschiedliche Namen. Die Herbstmilbe, Grasmilbe, Heumilbe oder Herbstgrasmilbe gehört zur Familie der Laufmilben. Sie durchlaufen in ihrer Entwicklung mehrere Stadien, lästig für den Menschen sind nur die winzigen blassroten, 6-beinigen Larven. Wenn diese zustechen, dann habt Ihr den Herbstbeiß, Erntebeiß oder die Erntekrätze (wie die Grasmilbe auch heißt).

Wann stechen die Grasmilben?

Normalerweise suchen sich die Milbenlarven einen Kleinsäuger als Wirt, da die menschliche Haut zu dick ist. Verirren sie sich auf einen Menschen, laufen sie auf der Suche nach warmen Körperregionen mit dünner Haut (Achseln, Kniekehlen, Schambereich) meist eine Zeitlang auf dem Körper herum, bevor sie zustechen. Werden die Milben durch Kleidung gestoppt, stechen sie auch an diesen Stellen zu, was oft zu ganzen Gruppen von Einstichen (und entsprechendem Juckreiz) an diesen Stellen führt. Die Stiche sind in der Regel sehr klein, können aber auch pustelig aussehen.
Wenn sie zustechen, verletzen die Milbenlarven mit ihren Mundwerkzeugen die oberste Schicht der Haut und spritzen Speichel in die Wunde, so dass sie das sich auflösende Gewebe einsaugen können. Das klingt fies, aber der Mensch merkt noch nichts davon. Das große Jucken setzt meist erst zeitverzögert ein, zum Teil erst am nächsten Tag.  Die Milbenlarven verlassen den menschlichen Körper nach wenigen Stunden, wenn sie nicht vorher durch Kratzen zerstört wurden. Die Mundwerkzeuge bleiben beim Kratzen meist in der Haut zurück, das kann die Haut zusätzlich reizen. Mit der Erneuerung der obersten Hautschicht werden die Milbenreste dann abgestoßen. Eine satte Milbe, die nicht durch Kratzen zerstört wurde, lässt sich fallen und belästigt Menschen in den weiteren Entwicklungsstadien nicht mehr.

Wo muss ich mit Grasmilben rechnen?

Grasmilben sind an sich harmlos, da sie, zumindest in unseren Breiten, keine Krankheiten übertragen. Die Verbreitung von Grasmilben ist regional sehr unterschiedlich, während es in einigen Gegenden kaum welche gibt, treten sie an anderen Orten massenhaft auf. Das für die Menschen lästige Larvenstadium durchleben die Heumilben in der Zeit von Juli bis Oktober. Die Milbenlarven warten in dieser Zeit auf Gräsern und Sträuchern auf ihren neuen Wirt. Besonders aktiv sind sie am späten Nachmittag warmer Sommertage, einer Zeit, in der sich auch Familien gerne draußen aufhalten. Trifft sich leider nicht so gut.

Wie erkenne ich, wo Grasmilben lauern?

Herbstgarsmilben
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Mit bloßem Auge erkennt man die kleinen Milbenlarven sehr schlecht. Wer wissen möchte, ob der eigene Garten befallen ist, kann einen weißen Teller oder ein weißes Stück Papier auslegen und etwas warten. Nach ein paar Stunden kann man die Larven auf dem weißen Untergrund sehr gut erkennen.

Wie kann ich mein Kind und mich schützen?

Theoretisch wäre der beste Schutz vor Heumilbenlarven, Gras und Wiesen generell zu meiden oder aber grundsätzlich geschlossene Kleidung und feste Schuhe zu tragen. Praktisch wird dies an warmen Sommernachmittagen kaum jemand gerne tun. Und es wäre in Anbetracht der zwar lästigen, aber an sich harmlosen Folgen des Herbstbeiß vielleicht doch übertrieben.
Sollte der Rasen im eigenen Garten befallen sein, dann ist es das Beste, ihn möglichst kurz und feucht zu halten und den Grasschnitt zu entsorgen.
Wer den Verdacht hat, mit Heumilben in Kontakt gekommen zu sein, der kann es auch mit folgendem Tipp von wikihow versuchen: "Wenn du draußen bist, wische alle 30 Minuten kurz über deine freiliegende Haut. Grasmilben verbeißen sich gerne in freiliegender Haut, aber normalerweise nicht sofort. Wenn du über die freiliegenden Stellen an deinen Armen und Beinen streichst, kannst du Milben vielleicht noch loswerden, bevor sie zustechen."

Was tun, wenn ich gestochen wurde?

Wer den Verdacht hat, dass sich das Kind (oder man selbst) beim Spielen oder Sitzen im Gras Grasmilben eingefangen hat, dem rät die Stiftung Kindergesundheit (laut IDW), bei der Rückkehr nach Hause umgehend zu duschen und die Kleider zu wechseln. Haben die Heumilben schon zugestochen, so wird empfohlen, die Stichstellen sofort mit 70-prozentigem Alkohol oder speziellen, den Juckreiz stillenden Mitteln aus der Apotheke einzureiben.
Quelle: idw