Nahrungsergänzungsmittel
Folsäure: Wichtig in der Schwangerschaft und bei Kinderwunsch

Folsäure ist besonders in den ersten Schwangerschaftswochen wichtig für den Embryo. Daher sollten auch Frauen mit Kinderwunsch die ausreichende Versorgung mit diesem Vitamin im Blick haben. Was Folsäure ist, in welchen Lebensmitteln sie sich versteckt und wie hoch der Bedarf ist, haben wir in unseren Folsäure-FAQs für Euch zusammengestellt. Plus: Unser Schnelltest verrät, wie gut Du bereits mit Folsäure versorgt bist.

Folsäure in der Schwangerschaft
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Inhalt: 
Was ist Folsäure eigentlich und wofür braucht der Körper sie?Gibt es noch andere Bezeichnungen für Folsäure?Wie hoch ist mein Bedarf an Folsäure?Welche Lebensmittel enthalten besonders viel Folsäure?Ich bin schwanger. Mein Arzt rät mir, Folsäure-Tabletten einzunehmen. Ist das nötig?Stimmt es, dass in den USA Mehl gezielt mit Folsäure angereichert wird?Brauchen Kinder Folsäure?Wie kann es sein, dass ich zu wenig Folsäure aufnehme?Woran erkenne ich, ob ich an Folsäuremangel leide?

Was ist Folsäure eigentlich und wofür braucht der Körper sie?

Folsäure ist ein wasserlösliches B-Vitamin. Es wurde erst in den 1940er Jahren entdeckt. Das Vitamin kann vom Körper nicht selbst gebildet werden, wird aber vom Organismus für die Blutbildung sowie für zahlreiche Stoffwechselvorgänge benötigt. Folsäure ist an der Synthese von DNS-Bausteinen beteiligt und spielt daher eine wichtige Rolle für alle Wachstumsprozesse im Körper. Für den wachsenden Embryo ist Folsäure lebensnotwendig.
 

Gibt es noch andere Bezeichnungen für Folsäure?

Ja, Folsäure ist auch als Vitamin B9 oder Folat bekannt.
 

Wie hoch ist mein Bedarf an Folsäure?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Jugendlichen und Erwachsenen, täglich 400 Mikrogramm Folsäure zu sich zu nehmen. Frauen mit Kinderwunsch und Schwangeren werden 800 Mikrogramm Folsäure empfohlen. Eine Überdosierung hat keinen positiven gesundheitlichen Effekt. Der Körper kann das überschüssige Vitamin nicht verwerten und scheidet es mit dem Urin aus. Zu viel Folsäure kann bei medizinischen Tests sogar einen Vitamin-B12-Mangel verdecken. Als Nebenwirkung einer regelmäßigen Zufuhr von über 1000 Mikrogramm Folsäure wird eine Schädigung von Gefäßwänden vermutet.
 

Welche Lebensmittel enthalten besonders viel Folsäure?

Die besten Folsäure-Lieferanten sind Hülsenfrüchte (Linsen, Bohnen), Hefe und Getreidekeime (z.B. Weizenkeime). Auch grünes Blattgemüse (z.B. Spinat, Salat), Brokkoli, Grünkohl, Spargel, Avocado, Karotten, Tomaten, Rosenkohl, Radieschen, Vollkornprodukte, Sojabohnen, Orangen, Bananen, Eigelb, Fleisch (besonders Leber), Fisch, Nüsse und Milch enthalten Vitamin B9 und sind wichtig für eine vitaminreiche Ernährung vor und während einer Schwangerschaft.
Achtung: Folsäure ist licht- und wasserempfindlich. Gerade Blattgemüse sollte nicht zu lange gewässert werden. Auch lange Lager- und Kochzeiten reduzieren den Folsäuregehalt in frischen Lebensmitteln.
 

Ich bin schwanger. Mein Arzt rät mir, Folsäure-Tabletten einzunehmen. Ist das nötig?

Unbedingt. Folsäure ist eines der wichtigsten Vitamine in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft. Bei Folsäuremangel kann sich das Zentralnervensystem des Fötus nicht gesund entwickeln. Im Extremfall können ein offener Rücken (Spina bifida), eine Lippen-Gaumen-Spalte oder andere Missbildungen die Folge sein. In einer Studie wurde ein Zusammenhang von Folsäuremangel und Autismus nachgewiesen. Auch Frühgeburten werden unter anderem auf einen Folsäuremangel in der Frühschwangerschaft zurückgeführt.

Da sich in der Schwangerschaft der Bedarf an Folsäure auf 800 Mikrogramm pro Tag verdoppelt, ist es nicht leicht, diesen allein durch gesunde Nahrungsmittel zu decken. Für Frauen mit konkretem Kinderwunsch und für Schwangere bis zur zwölften Schwangerschaftswoche ist die Einnahme eines Folsäurepräparats sinnvoll. Bezüglich der Dosierung sollten Sie Rücksprache mit Ihrem Frauenarzt halten.
Folsäure-Präparate gibt es in Apotheken und Drogeriemärkten als Tabletten, Kapseln, Brausetabletten und Dragees.