Tipps für kleine Frühstück-Muffel
So bekommen Kinder Frühstücks-Appetit

Ein Bissen Brot, zwei Schluck Milch und Ihr Kind ist satt? Klarer Fall von Frühstücksmuffel. Wir geben Tipps, wie Sie dem kleinen Kostverächter das Essen doch noch schmackhaft machen.

Tipps für kleine Frühstück-Muffel: So bekommen Kinder Frühstücks-Appetit

„Mein Kind isst zum Frühstück zwei Scheiben Vollkornbrot mit Magerquark, ein kleines Müsli mit frischem Obst und ein Glas Sojamilch“, erzählt die Freundin ganz gelassen. „Nein, mit dem Essen hatten wir nie Probleme. Justus hat einen gesunden Appetit“. Eltern kleiner Kostverächter fühlen sich bei solchen Geschichten wie Versager. Sie wären schon heilfroh, wenn das Kind überhaupt irgendwas frühstücken würde. Und sei es ein Brot mit Nuss-Nougat-Creme.

Aber vielleicht muss es soweit gar nicht kommen. Wir haben einige Tipps zusammengestellt, wie ihr kleiner Frühstücksmuffel mehr Appetit bekommt.

Tipp 1: Das Timing hinterfragen

Viele Essprobleme liegen eher bei den Eltern als bei den Kindern. Sind Mama und Papa gute Frühstücker, kommt Ihnen vielleicht gar nicht in den Sinn, dass der Nachwuchs in dieser Hinsicht anders tickt. Auch die ganz Kleinen haben Ihre Vorlieben und wollen mit ihnen ernst genommen werden. Vielleicht braucht der Dreijährige morgens einfach etwas länger, bis er richtig wach ist und der Hunger kommt erst, wenn der Frühstückstisch schon wieder abgedeckt ist. Testen Sie doch am Wochenende mal, wann das Kind Hunger bekommt. Ab zwei Jahren kann es das durchaus schon mit Worten kundtun. Zeigt sich dabei, dass der Hunger erst um zehn kommt, können Sie sich die Energie künftig sparen, den mäkeligen Esser zum Frühstücken überreden zu wollen. Stattdessen ist dann eben das zweite Frühstück die wichtigste Vormittagsmahlzeit für das Kind. Kita-Kindern packen Sie dann ein besonders reichhaltiges und abwechslungsreiches Frühstück in die Brotdose und bitten die Erzieherin um ein Feedback.

Tipp 2: Das Thema entschärfen

„Jetzt iss doch endlich mal was, Schatz!“, „Schau mal, dein Bruder mag das doch auch!“ Das schmeckt wirklich ganz lecker!“ Bitte mal die Hand heben, wer mit diesen Sätzen bei Frühstücksmuffeln je Erfolg hatte. Bei der Mehrheit richten sie nichts aus. Denn warum sollten die Kinder die Extraportion Aufmerksamkeit freiwillig preisgeben? Es ist doch schön, wenn sich die Mama, die schon auf dem Sprung ins Büro ist, vorher noch besonders intensiv mit einem beschäftigt. Überraschen Sie Ihren Nahrungsverweigerer mal mit der Gegenstrategie. Kommentieren Sie sein Essverhalten überhaupt nicht. Stellen Sie alle Frühstückszutaten in erreichbare Nähe und kümmern Sie sich nur um ihr eigenes Essen oder führen ein Gespräch mit einem der anderen Tischnachbarn. Vermutlich wird Ihr Sorgenkind schon aus Langeweile anfangen, etwas zu probieren.

Tipp 3: Mitmachen lassen

Erinnern Sie sich an Ihr erstes selbstgekochtes Essen? Wissen Sie noch, wie stolz Sie waren, dass alles geklappt hat und es sogar schmeckte? Das geht Kindern genauso. Es schmeckt besser, wenn man selbst an der Entstehung beteiligt war. So liebevoll der Tisch auch gedeckt sein mag, so abwechslungsreich die Zutaten sind: Vielleicht will ihr Kind sein Brötchen selber schmieren und das Müsli alleine mischen. Mit etwas Hilfe oder einem Apfelspalter können Kindergartenkinder auch schon Äpfel schneiden. Do-It-Yourself ist häufig die Geheimwaffe gegen Nahrungsverweigerung. Und das gilt natürlich nicht nur für’s Frühstück.

Tipp 4: Freie Auswahl

Kinder machen täglich die Erfahrung, fremdbestimmt zu sein. Für ein gesundes Selbstbewusstsein ist es wichtig, mitentscheiden zu dürfen. Was sie essen wollen und was nicht, können Kinder schon ganz früh artikulieren. Lassen Sie den dem Kind – wenn möglich - häufiger die Wahl zwischen zwei Brotaufstrichen, Wurst oder Käse. Oder lassen Sie es entscheiden, ob heute Äpfel-Stückchen, Erdbeeren oder Blaubeeren in die Kita-Obstdose sollen. Das Gefühl, selbst verantwortlich zu sein für das was man isst, macht stolz und groß!

Tipp 5: Öfter mal einkaufen

Nehmen Sie das Kind mit in den Super- oder auf den Wochenmarkt und lassen Sie es auch hier entscheiden, was es in den nächsten Tagen morgens frühstücken möchte. Beim Schlendern über den Markt fällt den Eltern oft selbst auf, was Sie dem Kind vielleicht noch nie angeboten haben. Gut möglich, dass ihr Kind plötzlich Nektarinen-Fan wird oder Heißhunger auf Schwarzbrot entwickelt, weil der Verkäufer am Bäckerstand sich so nett mit ihm unterhalten hat.

Tipp 6: Einkaufszettel malen lassen

Ist mal keine Zeit zum gemeinsamen Einkauf, können Sie Ihre Kinder auch den Einkaufzettel schreiben lassen. Und das geht nicht erst im Schulalter. Kindergartenkinder können auch malen, was sie gerne essen würden.

Tipp 7: Frühstücksrituale erfinden

Das Frühstück ist häufig die einzige gemeinsame Mahlzeit des Tages. Wenn irgendwie möglich, sollten alle Familienmitglieder sich morgens diese Viertelstunde freihalten und zusammen in den Tag starten. Tischsprüche zu Beginn und zum Ende des Essen machen den Kindern Spaß und stärken den Zusammenhalt. Und in dieser Atmosphäre bekommen vielleicht auch Frühstücksmuffel eher Appetit.

Der Klassiker: „Piep, piep, piep, wir haben uns alle lieb, piep, piep piep, guten Appetii!“

Für Naturnahe: „Muh, muh, muh. Im Stall da steht die Kuh. Wir geben ihr das Futter, sie gibt uns Milch und Butter. Das Mäuschen sagt piep piep, nun guten Appetit.“

Von: Sandra Hermes
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