Für einen Moment Zeit und Raum vergessen, diese Fähigkeit bringen Kinder mit auf die Welt. Doch der gesellschaftliche Trend "Immer schneller, immer höher, immer weiter" hinterlässt auch bei ihnen Spuren. Schon in der Grundschule gilt: Wer schnell rechnet, bekommt eine gute Note. Wer die Aufgabe als Erster fertig hat, wird gelobt. Gehetzte Eltern verschärfen das Tempo zusätzlich. Ein Regenbogen? "Den schauen wir uns ein andermal an." Da, ein Marienkäfer? "Komm, wir müssen weiter!"
Die Schweizer Religionspädagogin Vreni Merz hat ein Programm gegen Hektik und Stress entwickelt. Fünf Übungen, die Ihrem Kind den Schulalltag leichter machen, stellen wir Ihnen hier vor.
1. Übung: Nur das eine tun
Eine Elfjährige sitzt in der Straßenbahn. Stöpselt sich die Kopfhörer ihres MP3-Players ins Ohr, kaut an einem Stück Schokoriegel, blättert in einer Illustrierten, kramt nebenher in der Tasche. Sitzen, hören, schmecken, lesen, tasten - fünf Dinge gleichzeitig zu tun ist für Kinder heute normal. Die Folgen sind: Konzentrationsschwäche, innere Unruhe und schlechte Noten.
Dagegen hilft: Lernen, nur das eine zu tun und sich ganz auf das zu besinnen, was im Moment geschieht. Das schult das Konzentrationsvermögen. So lässt sich jede Sinneswahrnehmung in eine Übung verwandeln. "Nur hören" beispielsweise. Achten Sie mit Ihrem Kind einmal nur auf das, was die Ohren wahrnehmen, aus der Nähe, der Ferne, laut und leise. Die Überraschung ist groß: Da tickt eine Uhr, jemand bewegt sich auf dem Stuhl, draußen hört man Schritte, ein Flugzeug - so viele Dinge geschehen, von denen man sonst nichts mitbekommt. Und jede Hektik verschwindet.





