KOMPAKT-THEMA:

Sonnenschutz
Lichtblicke für die Kinder-Haut

Wieso braucht der Körper Sonne?

Die Wärme und das Licht der Sonne bringen die Produktion der Glückshormone und der Endorphine auf Touren und bescheren uns ein Stimmungshoch. Die UV-Strahlen regen den Körper zur Produktion von Vitamin D an, das für das Knochenwachstum wichtig ist. Die Strahlen sind aber auch verantwortlich für die Bräunung die Haut. Um die positiven Seiten der Sonne auszukosten, reicht eigentlich schon ein 15-minütiger Aufenthalt an der frischen Luft aus. Längere Sonnenbäder können dem Immunsystem schaden, weil die UV-Strahlung freie Radikale mobilisiert, die das Hautgewebe zerstören können.

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Warum ist Sonnenschutz gerade für Kinder so wichtig?

Bis zu einem gewissen Grad kann sich die Haut selbst gegen die gefährliche Wirkung der Sonnenstrahlen schützen: Eigenschutzzeit nennt man die Zeitspanne, die man ungeschützt in der Sonne verbringen kann, ohne mit Hautrötungen zu reagieren. Doch dieser Schutz ist bei jedem Menschen anders, Babys besitzen diesen Selbstschutz noch überhaupt nicht - er entwickelt sich erst mit den Jahren. Deshalb gilt: Vor allem Babys unter einem Jahr sollten der direkten Sonneneinstrahlung überhaupt nicht ausgesetzt werden. Gehen Sie mit Ihrem Baby besser in den Schatten!

Denn das alte Sprichwort "Die Haut vergisst" nicht, stimmt: Untersuchungen zeigen, dass bereits drei schwere Sonnenbrände während der Kindheit ausreichen, um das Hautkrebsrisiko um das Drei- bis Fünffache zu erhöhen. Außerdem werden laut Angaben der American Academy of Dermatology 80 Prozent der Sonnenschäden vor dem 18. Lebensjahr gebildet. Auch an bewölkten Tagen sollten Sie auf die Haut Ihres Kindes achten, die UV-Strahlen werden nämlich nicht von den Wolken abgehalten. Außerdem unterschätzen Eltern oft die Kraft, die die Sonne schon im Frühjahr und noch im Herbst hat.

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Welches Sonnenschutzmittel ist das Richtige für mein Kind?

Sonnenschutzmittel reduzieren den in die Haut eindringenden Teil der UV-Strahlung. So kann man auch über die Eigenschutzzeit hinaus in der Sonne bleiben, ohne einen Sonnenbrand zu riskieren. Dabei gibt der Schutzfaktor der Sonnencreme (LSF = Lichtschutzfaktor oder SPF = Sun Protection Factor) an, um welchen Faktor der Eigenschutz der Haut maximal verlängert wird.
Als grobe Faustformel gilt: Eigenschutzzeit x LSF = geschützte Zeit ohne Sonnenbrand. Wer demnach ohne Sonnenschutz nach zehn Minuten eine Hautrötung bekommt, bekommt sie mit einem LSF 10 nach 100 Minuten. Darüber hinaus empfehlen Dermatologen, davon nochmals ein Drittel abzuziehen.

Bevor Sie ein neues Sonnenschutzmittel ausprobieren, vergewissern Sie sich, dass Ihr Kind dieses auch verträgt. Deshalb testen Sie die Creme zuvor an einem kleinen Hautareal auf ihre Veträglichkeit. Sollte sich die Haut röten oder kleine Pickelchen auftreten, greifen Sie besser zu einem anderen Sonnenschutz-Mittel.

Was die verschiedenen Sonnencremes angeht, scheiden sich die Geister: Viele Experten empfehlen wegen der besseren Hautverträglichkeit die mineralischen Sonnencremes - allerdings gibt es auch die Meinung, dass diese gegenüber den Sonnenschutzmitteln mit chemischen Filtern nicht so wirksam sind. Hier erfahren Sie, was der Unterschied zwischen den mineralischen bzw. physikalischen und den organischen bzw. chemischen Sonnencremes ist:

Die mineralischen Produkte enthalten nur unbedenkliche Wirkstoffe und naturreine Öle, die von Kleinkindern wesentlich besser vertagen werden. Die meisten bestehen aus zwei Verbindungen: Zinkoxid wehrt die UVA-Strahlen ab und Titanoxid die UVB-Strahlen. Der Film, den diese beiden Stoffe auf der Hautoberfläche hinterlassen, spiegelt das Licht und lässt es von der Haut abprallen. Das ist auch das große Plus der mineralischen Sonnencremes: Die Stoffe dringen nicht in die Haut ein sondern wirken von außen. Deshalb wird vor allem bei Kindern mit Hautproblemen und Neurodermitis zur Verwendung von mineralischen Sonnenschutzmitteln geraten.

Bei organischen Sonnenschutzmitteln wird die Strahlung durch chemische Substanzen wie Oxybenzonen und Benzophenonen absorbiert und in der Haut in ungefährliche Wärmestrahlung umgewandelt. Fast alle haben eine Kombination aus einem UVA- und einem UVB-Filter, manche besitzen auch einen Breitbandfilter. Bei chemischen Sonnenschutzmitteln sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass sie mindestens 30 Minuten, bevor das Kind an die Sonne geht, aufgetragen werden. Denn so lange brauchen die Filter, um in die Haut einzudringen. Die synthetischen Sonnencremes gelten als sehr wirksam gegen Sonnenbrand, allerdings sind sie durch Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe oft allergieauslösend. Als besonders negativ bewerten Dermatologen, dass die Filter zum Teil hormonaktiv sind.

Von "Sunblockern" spricht man bei Sonnenschutzmitteln ab einem Lichtschutzfaktor 40: Diese sind vor allem für Nasen, Schultern und Füße, also die so genannten "Sonnenterassen" geeignet. Der Begriff steht allerdings in der Kritik: Denn bei diesen Sonnencremes ist lediglich der Lichtschutzfaktor höher, einen unbegrenzten Schutz gewährleisten auch "Sunblocker" nicht.

Lassen Sie auf jeden Fall die Finger von Sonnen-Öl: Der Lichtschutzfaktor dieser Produkte ist quasi bei null, durch das schimmernde Öl wird die Sonne außerdem reflektiert und strahlt dadurch nochmals stärker.

Wir zeigen Ihnen hier eine Auswahl von Produkten, die verträglich sind und die Haut Ihres Kindes schützen:

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Die richtige Kleidung schützt

Da Babys und Kleinkinder auf Sonnencremes zum Teil empfindlich reagieren, sollten Sie diese nur sparsam verwenden und viel Wert auf die richtige Kleidung legen. Hier gilt: Je lichtdurchlässiger die Kleidung ist, desto besser finden auch die UV-Strahlen ihren Weg. Künstliche, dunkle Gewebe aus Polyester haben zum Beispiel einen höheren UV-Schutz als ein helles, leichtes T-Shirt aus Baumwolle. Allerdings sollten Sie Ihr Kind bei viel Sonne und Hitze auf keinen Fall in seine wärmsten Klamotten stecken, denn da droht Hitzestau.
Besser sind UV-Klamotten: Die haben alle einen hohen Lichtschutzfaktor, sind angenehm zu tragen, trocknen schnell - und sehen auch noch cool aus.
Wir zeigen Ihnen hier eine Auswahl:

Ebenso sollten Sie Ihrem Kind bei jedem Aufenthalt in der Sonne einen Sonnenhut aufsetzen, um die Kopfhaut vor einem Sonnenbrand zu bewahren. Wichtig ist hier, dass das Material möglichst luftdurchlässig und leicht ist, damit Ihr Kind keinen Sonnenstich bekommt.

Wir zeigen Ihnen hier Sonnenhüte, mit denen der Kopf Ihres Kind geschützt ist - und die noch dazu richtig süß aussehen:

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Was ist bei einem Sonnenbrand zu beachten?

Ein Sonnenbrand ist unangenehm und schmerzhaft, noch schwerwiegender aber sind die möglichen Folgen: Studien belegen, dass häufige Aufenthalte in der Sonne und Sonnenbrand in früher Kindheit das Risiko für Hautkrebs im späteren Lebensverlauf erhöhen. Laut einer australischen Studie sind vier von fünf Hautkrebserkrankungen durch vorsichtigen Umgang mit der Sonne vermeidbar.

Wenn ihr Kind einen leichten Sonnenbrand (ersten Grades) hat, können Sie ein in kaltem Wasser getränktes Kleidungsstück für 10 bis 15 Minuten auf die betroffenen Stellen legen. Dies mehrmals am Tag wiederholen. Angenehm sind auch Quarkeinlagen: Kalten Quark auf ein dünnes Leinentuch streichen und etwa 30 Minuten auf die geröteten Stellen legen. Ein lauwarmes Bad mit einem Teelöffel Backpulver verstärkt die kühlende Wirkung und die Rötung nimmt ab. Danach sollten Sie die Haut mit feuchtigkeitsspendenden Lotionen auf Wasserbasis eincremen.
Ist der Sonnenbrand stärker (zweiten Grades) und es bilden sich Bläschen auf der Haut, sollten Sie unbedingt den Kinderarzt kontaktieren. Er verschreibt meistens eine beruhigende Creme und Paracetamol für Kinder.

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Das Wichtigste in Kürze:

  • Meiden Sie die Mittagssonne von 11:00 bis 16:00 Uhr; da ist die Sonneneinstrahlung im Sommer bis zu 150 Mal intensiver.
  • Setzen Sie Kleinkinder und Babys niemals direkt in die Sonne, weil die Babyhaut noch keinen Eigenschutz hat (erst ab dem 15. Lebensjahr kann die Haut sich selbst schützen).
  • Ziehen Sie Ihrem Kind möglichst strahlenundurchlässige Kleidung an. Am besten schützt Kinderbekleidung nach dem UV-801 Standard. Bekleidung aus dichten Stoffen und mit dunklen Farben bieten besseren Schutz als helle, luftige. Unter sehr leichter Kleidung sollte deshalb die Haut auch unbedingt eingecremt werden.
  • Tragen Sie etwa 30 Minuten vor der Sonnenbestrahlung Sonnenschutzmittel auf. Wiederholen Sie das Auftragen regelmäßig, vor allem, wenn Sie Sonnencremes mit chemischen Filtern verwenden. Allerdings wird durch das "Nachcremen" die maximale Verweildauer in der Sonne nicht verlängert sondern nur der Schutz stabilisiert.
  • Verwenden Sie einen hohen Lichtschutzfaktor (mindestens LSF 30). Beim Eincremen Ohren, Nase, Hände, Knie und Füße nicht vergessen! Als Faustregel gilt: Ein Teelöffel Sonnencreme fürs Gesicht, zwei Esslöffel für den Rest des Körpers.
  • Nutzen sie die maximale Verweildauer in der Sonne nie komplett aus!
  • Bringen Sie am Kinderwagen ein Sonnensegel oder einen Sonnenschirm an. Achten Sie im Sommer auch darauf, dass das Baby im Kinderwagen nicht überhitzt.
  • Rüsten Sie Ihr Kind mit einem Sonnenhut (am besten mit Nackenschild und Krempe) und einer Sonnenbrille (mit CE-Zeichen) aus.
  • Nach jedem Sonnenbaden sollten Sie die Haut gründlich von den Cremerückständen reinigen.


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