Sind die homöopathischen Kügelchen für Sie Segen oder doch eher Placebo?
Geht es Ihnen wie Anke Willers? Sind Sie der Meinung, dass auch Abstinenz machmal ganz heilsam ist? Oder denken Sie wie Ulrike Blieffert, die auf die erfolgreiche Wirkung von Globuli schwört! Machen Sie mit bei unserer Umfrage - wir sind gespannt!
| Sagen Sie uns Ihre Meinung: | Die Antworten: |
|---|---|
| Glauben Sie an die Wirkung von Globuli? |
|
Hier können Sie lesen, wie die ELTERN-Redakteurinnen Anke Willers und Ulrike Blieffert über das Thema denken:
Auch Abstinenz ist manchmal ganz heilsam
Lange hat sie mich begleitet, und stets war sie hübsch anzusehen – meine homöopathische Hausapotheke: gehüllt in rotes Leder, gefüllt mit Kügelchen, die in transparenten Röhrchen
auf ihren Einsatz warteten: Ich holte Arnika, wenn Jette nach einem Sturz in die Rosen Dornen
in der Nase hatte. Ich holte Ledum, wenn Clara von Mücken zerstochen worden war. Und wenn mein Gatte nach einem feuchtfröhlichen Abend über Magengrimmen klagte, verklepperte ich fix etwas Nux vomica. Am liebsten aber war mir, wenn einer von uns Kopfweh hatte. Denn dann kam Belladonna zum Einsatz und – oh! – wie poetisch das klang: Belladonna! Das konnte nur heilsam sein. Egal, was Doppelblindstudien behaupteten.
Doch dann, im vorletzten Sommerurlaub, habe ich sie verloren: Euphrasia, Belladonna, Arnika – und die anderen. Ich vergaß sie auf der Fensterbank eines Hotels in Siena.
Danach wagte ich ein Experiment. Statt ein neues teures rotes Mäppchen zu kaufen, blieb ich "mittellos": Ich ließ ihn einfach kommen, den Herbst und den Winter: Clara hatte Schnupfen, Bauchweh, eingerissene Mundwinkel und Angst vor Hunden. Jette hatte blaue Flecke nach dem Schlittenfahren und Ohrenweh. Und ich? Nein, ich guckte nicht in die Röhrchen. Und gab niemandem die Kugel – stattdessen füllte ich Wärmflaschen, wickelte
Zwiebeln, las Bullerbü vor – und wartete ab: bis die blauen Flecke weggingen. Und der Schnupfen. Und der Schnee. Und der Hund. Es war eine interessante Erfahrung. Denn Abwarten ist heutzutage aus der Mode gekommen. Ich jedenfalls hatte es verlernt. Und meine
Kinder auch. Schließlich waren unsere Helfer aus der Globuli-Gruppe früher mindestens zweimal die Woche vorbeigekommen: Sie hatten ein einnehmendes Wesen. Und das konnte ja nicht schaden!
Heute denke ich: Doch, es kann schaden! Weil mir mein gesunder Menschenverstand sagt, dass eine wirksame Medizin nicht ohne Nebenwirkung sein kann! Und sollten Belladonna und ihre Freundinnen es tatsächlich so in sich haben, wie du, Uli, meinst, dann tun wir ihnen
Unrecht mit unserer Trial-anderror-Herumdokterei. Denn wir behandeln sie wie harmlose Schnuckiputzis, die bei jedem Wehwehchen antanzen müssen – und die jeder richtig zu nehmen weiß.
Außerdem: Selbst wenn glaubhaft belegt sein sollte, dass etwas Chamomilla die kindliche Reizbarkeit vor der Hausaufgabenstunde mildert: Müssen wir immer was einwerfen, wenn das Leben gerade hart ist? Nein! Müssen wir nicht. Macht schlechte Zähne. Und, wer weiß,
vielleicht auch: süchtig! Deshalb dürfen sich Euphrasia und Co bei uns ruhig noch etwas rar machen. Sollte der Doktor sie irgendwann ausdrücklich vorbeischicken, lass ich sie gern rein. Bis dahin aber werde ich bei Beulen und Stimmungstiefs statt ins homöopathische
Handbuch öfter mal ins italienische Wörterbuch schauen: "pusten? heißt dort "soffiare",
und "Komm in meine Arme": "Vieni nelle mie braccia"...
Ist zwar kein Homöopathen-Latein. Wirkt aber auch. Und klingt fast so poetisch wie Belladonna.
Auf der folgenden Seite lesen Sie, wie ELTERN-Redakteurin Ulrike Blieffert über homöopathische Kügelchen denkt!



Google
Facebook
Mister Wong
del.icio.us 


Hallo, ich glaube hier geht es der Autorin des ersten Artikels nicht um Globoli ja oder nein, hier geht es um die Art und Weise wie sie von Müttern eingesetzt werden. Wenn ein Kind tatsächlich ernsthaft krank ist, ist es jedem selbst überlassen wie er behandelt (ob mit Globoli oder Chemie, Glaubenssache), hier geht es meiner Meinung nach um die Mentalität, das heute häufig Kindern bei jedem Problemchen oder Wehwehchen Kügelchen in den Mund geschoben werden und die Kinder dabei nur lernen, wenn ich ein Problem habe, muss ich nur Medikamente nehmen und schon gehts mir besser, Durchalten, Zeit mit viel Zuwendung und Motivation zur Lösung sind häufig nicht mehr gefragt. Und wie wir alle wissen, was wir in der Kindheit lernen, begleitet uns ins Erwachsenenalter. Auch hier gilt meiner Meinung nach wie in fast allen Bereichen unseres Lebens, ein gesundes Mittelmaß ist die beste Lösung, diese Schwarz Weiß Malerei ist lächerlich.
Placebo halt, wenn man dran glaubt wirkt alles !
"ich bin da schon eher skeptisch"?????
Das Gegenteil von "Ja auf jeden Fall" wäre "Nein auf keinen Fall!"
Akzeptabel wäre auch "Nur über meine Leiche! Es ist unverantwortlich wenn Menschen ohne jegliche medizinische Grundkenntnisse Diagnosen stellen und Doktor spielen mit Mitteln die nachgewiesenermaßen nicht helfen"
Da mein Blog ohnehin schon verlinkt wurde, erlaube ich mir noch einen weiteren Hinweis: Der einzige Weg zur Beseitigung der "Eisernen Vorhänge" im Kopf ist Wissen - als Gegenentwurf zur Ideologie.
Vielleicht, Frau Blieffert, lesen Sie mal mein Homöopathie-Essay (auch wenn es noch nicht ganz fertig gestellt ist).
http://excanwahn.wordpress.com/homoopathie-essay/homoopathie-essay-teil-i-2/
http://excanwahn.wordpress.com/homoopathie-essay/homoopathie-essay-teil-ii-3/
Liebe Kerstin, vielen Dank. Ich finde es schade, dass weil etwas mal wieder mit Studien (wer hat die nochmal bezahlt?) nicht bewiesen werden konnte, als Scharlatanerie abgetan wird. Dass ist bestimmt auch der Grund, warum Pharmafirmen international nach noch unbekannten (!?) Heilpflanzen suchen lassen (tun die wirklich). Tatsache ist, Homoöpathie hilft, wenn sie, was leider die meisten Kassen nicht zahlen, richtig angewandt wird. Manche Therapeuten machen damit auch einen ordentlichen Reibach und achten nicht auf Ihre Patienten, sondern mehr auf ihren Geldbeutel - aber das gibt es ja auch bei niedergelassenen Ärzten.
- 1
- 2
- >
- »
(9 Kommentare)