Klumpfuß, Plattfuß und Sichelfuß

Wenn die Füßchen nicht perfekt sind

Weiterleiten Drucken

Ein Problem: die Enge der Gebärmutter


Füße sind komplizierte Gebilde. Muskeln, Sehnen und Bänder halten in den Füßen fast ein Viertel aller Knochen des menschlichen Körpers zusammen! Kein Wunder also, dass die Füße nicht immer lehrbuchmäßig perfekt aussehen. Besonders die Enge der Gebärmutter gegen Ende der Schwangerschaft kann ihnen zusetzen.

Unterschied zwischen Fehlhaltung und Fehlstellung

Bei Babyfüßchen, die sich aus Platzmangel verbiegen, spricht man von einer Fehlhaltung. Sie muss nur behandelt werden, wenn sie stärker ausgeprägt ist. Eine sogenannte Fehlstellung dagegen ist immer ein Fall für den Arzt. Denn davon betroffene Füßchen sehen deshalb verbogen aus, weil ihre Gelenke, Knochen, Muskeln und Sehnen nicht so zusammenpassen, wie die Natur das vorgesehen hat.

Klumpfuß: Eine Operation muss nicht immer sein

Der Klumpfuß ist nicht nur die häufigste, sondern auch die komplexeste Fußanomalie. Denn im Grunde handelt es sich um eine Kombination aus mehreren Fehlbildungen, die, jede für sich, korrigiert werden müssen, soll das Kind später unbehindert gehen, laufen, springen. Allerdings gibt es keine einheitliche Therapie für den Klumpfuß.

Seit einigen Jahren setzt sich die sogenannte Ponseti-Methode immer mehr durch. Eine kombinierte Gips-Schienen-Behandlung, die bei manchen Kindern um eine Mini-OP zur Verlängerung der Achillessehne ergänzt wird. Die Gips- Phase dauert etwa neun Wochen, die Schienen-Phase (anfangs rund um die Uhr, später ausschließlich nachts) zwei bis drei Jahre. Vorteil gegenüber anderen Methoden: Dem Kind bleibt eine aufwendige Fußoperation erspart.

Weitere Fehlstellungen

Die nach dem Klumpfuß häufigsten, objektiv aber trotzdem seltenen angeborenen Fehlstellungen sind der Plattfuß und der Sichelfuß. Beim Plattfuß ist das Fußgewölbe nicht ausgebildet, beim Sichelfuß zeigen Mittelfuß und Zehen nach innen, wobei sich die Großzehe so stark zur Seite beugt, dass sie sich von den anderen Zehen abspreizt. Beides tritt familiär gehäuft auf und sollte korrigiert werden, bevor sich das Kind aufrichtet und zu laufen beginnt. Beim angeborenen Sichelfuß reicht es, das Füßchen immer wieder zu redressieren und dann per Gips zu fixieren. Der angeborene Plattfuß muss operiert werden. (Übrigens: Alle Babyfüße sehen anfangs platt aus! Das ist völlig normal und liegt an dem üppigen Fettpolster zwischen Ferse und Ballen, das sich mit der Zeit von selbst abbaut.)

Fehlhaltungen kommen häufig vor

Viel weniger Aufwand erfordert die Behandlung der Fehlhaltungen, wenn sie denn überhaupt nötig ist. Die Sichelfuß- Haltung zum Beispiel, die sich meist erst nach der Geburt bildet und rund 70 Prozent der Babys betrifft, wächst sich in den allermeisten Fällen aus. Wichtig: die Bauchlage meiden, weil sich dabei die Füßchen automatisch nach innen drehen. Oder dem auf dem Bauch liegenden Baby Schaumstoffringe um die Knöchel legen, damit die Füßchen nicht seitlich aufliegen können. Bitte außerdem regelmäßig den Fußaußenrand sanft massieren. Nur in sehr hartnäckigen Fällen muss man auch bei der Sichelfuß-Haltung redressieren und gipsen bzw. sogar operieren.

Kletterfüßchen drehen sich von selbst in Normalposition

Auch der Hackenfuß, bei dem der Fußrücken manchmal so steil nach oben steht, dass er beinahe das Schienbein berührt, verschwindet innerhalb weniger Tage von selbst. Noch häufiger als die Sichelfuß-Haltung ist der Kletterfuß. Weil sich dabei die beiden Fußsohlen "anschauen", ist auch von Klumpfuß-Haltung die Rede. In aller Regel drehen sich Kletterfüßchen von selbst in Normalposition. Falls nicht, hilft es, wenn man sie ein paar Tage lang in der gewünschten Haltung bandagiert.

von Sabine Lotz


Weiterleiten Drucken

Eltern.de User, die sich für Schwangerschaft, Geburt, Babys und alle weiteren Familien-Themen interessieren, treffen sich im Eltern.de Forum.

Fruchtbarkeitskalender, mobile Website und ganz neu die Eltern.de-App: Eltern.de für unterwegs.

 
  • von Allison85 am 10. Februar 2012, 14:17 Uhr

    Unsere Tochter wurde am 20.05.2011 geboren, beidseits starke Klumpffüße! Aber dass war nicht dass einzige!! Hüftdysplasie bds, Verdacht auf Pierre-Roben-Syndrom, Loch im Herzen, Verdacht auf Stickler-Sequenz und eine Hart- und Weichgaumenspalte komplett...deswegen benötigt sie Paukenröhrchen in beiden Ohren.
    Sie hat von Geburt an Gipse nach Ponseti bekommen, bis sie 6 1/2 Monate alt war. Seitdem haben wir Ober- und Unterschenkelorthesen, die sie 22 Std. täglich tragen muss. Die Achillessehnendurchtrennung wurde auch schon gemacht. Ende des Jahres steht dann die vierte und fünfte Op an der Hüfte an, nachder sie dann jeweils 6 Wochen lang Hüft-Bein-Gipse tragen muss. 2013 Kommen dann die (bis jetzt) letzten beiden OP´s; erst die Gaumenspalte und dann die Füße nochmal. Sie hat schon so einiges durchgemacht, muss auch noch einiges über sich ergehen lassen. Sehr langfristig, Zeitaufreibend, Nervenaufreibend und es kostet natürlich, aber wir sind auf einem guten Weg!!!


  • von Pama2 am 23. Januar 2012, 21:11 Uhr

    Kein Klumpfuss , dafür leider geschwollene Fussrücken , und leider kein Beitrag dazu gefunden
    unser Baby Sophia bereits Nr. 4 :-) hat seit Geburt 16.1.2012 sehr stark geschwollene Fussrücken , im Krankenhaus und beim Orthopäden konnte kein Befund festgestellt werden ,
    Unsere Meinung ist bei beiden Füssen folgendes : sie sind um das doppelte bis 3 Fache geschwollen , sind offentsichlicht schmerzfrei , sieht nicht nach Wasserablagerung aus , da keine Dellen beim vorsichtigen drücken zurückbleiben , sie sind warm und von der Farbe her auch ganz normal , Reflexe sind auch ok. die haut ist straff gespannt mit großen Überbogen am Fussrücken , ist ihnen so ein Befund bekannt ?. für eine Antwort wären wir sehr Dankbar.

    Müssen leider so schreiben weil es die Forenregel uns nicht erlauben neue Themen zu verfassen 
    Ansonsten finden wir die Seite echt SUPER


  • von elocin013 am 16. September 2011, 18:35 Uhr

    Hallo,
    vielleicht kann mir jemand helfen. Ich bin in der 22. SSW und bei unserem Baby wurde eine beidseitige Klumpfußhaltung festgestellt. Lt. Fruchtwasseruntersuchung ist der genetische Befund in Ordnung. Nun mache ich mir nach einem kurzen Bericht im Internet Gedanken, dass eine KFH mit einer geistigen Behinderung in Verbindung stehen kann. Vielleicht kann jemand dazu Auskunft geben. Vielen Dank !


  • von Nadine am 11. November 2010, 19:39 Uhr

    Kann mir mal jemand einen Tipp geben, wo man die Schaumstoffringe für die Knöchel bekommt? Finde im Netz nix. :(


  • von Jansen, Anne am 13. Mai 2010, 18:23 Uhr

    Habe mich über euren Bericht (Klumpfüsschen) sehr gefreut. Mein Sohn Lucas ist jetzt 13 Monaze alt und kam mit hochgradigen Klumpfüschen beiderseits zur Welt.
    Doch wie ihr auf diesem Foto seht ist kaum noch was zu sehen. Einmal in der Woche gehen wir zur Kranken gymnastik (die uns sehr viel spass macht) und alle drei Monate ins Krankenhaus.
    Die erste Zeit war hart wir konnten ihn nicht baden wg der Gibse und dann bekam er die schiene und er weinte immer fürchterlich wenn ich ihm die schuhe anzog trotzdem blieb ich Konsequent und die Erfolge sind nicht zu übersehen denn ich kenne Mütter durch die KG die nicht so konsequent waren und es gibt noch Kinder die mit 15 Monaten sehr sehr deformierte Füsschen haben. Und mein Sohn bewegt sich genau im entwicklungsfenster er fängt langsam an zu laufen.
    Ganz liebe Grüsse
    und treue Leserin Anne Jansen


    (5 Kommentare)

    Kommentar schreiben »
    Name
    E-Mail

    Kommentar (max. 1000 Zeichen)

    Bild hochladen (optional)


    * Bitte geben Sie eine gültige E-Mail Adresse ein. Diese wird später nicht auf unserer Seite zu sehen sein. Um Missbrauch zu vermeiden, senden wir Ihnen jedoch eine Mail mit einem Aktivierungslink. Einfach anklicken und schon ist ihr Beitrag online.