Kopfschmerzen

Wie Sie kindliches Kopfweh lindern

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Kind zu sein ist heute extrem anstrengend: Leistungsdruck in der Schule und in der Freizeit, zu wenig Bewegung, zu viel Bildschirm-Geflimmer und generell eine Flut von Impulsen und Möglichkeiten. Kein Wunder, dass Kopfschmerzen zu den modernen Kinderkrankheiten gehören. Jedes fünfte Vorschulkind hatte sie schon, bis zum zwölften Lebensjahr haben rund 90 Prozent der Kinder Kopfschmerzerfahrung. Mehr als zehn Prozent der 14-Jährigen leiden mindestens einmal in der Woche unter Kopfweh.

Die meisten Kinder haben Spannungskopfschmerz

In den meisten Fällen handelt es sich um Spannungskopfschmerz: Stress führt zu Muskelverspannungen, die wehtun. Dieser Mechanismus bekommt eine unheilvolle Eigendynamik, wenn bestimmte Nervenzellen überaktiv werden und bei immer geringeren Reizen Alarm schlagen. Dann machen Schmerzen Stress, und der Stress macht noch mehr Schmerzen.

Kopfschmerzkinder sind oft sensibel - Entspannung ist für sie besonders wichtig

Experten sehen daher auch eine enge Verbindung zwischen Kopfschmerz und anderen Schmerzarten wie Bauch- und Rückenschmerzen. Auffallend ist auch, dass empfindsame Kinder mehr zu Kopfschmerzen neigen. Leider ist es nicht ganz einfach herauszufinden, was die Kopfschmerzen letztlich auslöst. Bewährt hat sich ein "Kopfschmerztagebuch". Eine Vorlage zum Ausdrucken finden Sie hier: www.forum-schmerz.de .

Schmerzmittel sind keine Lösung

Kinder mit häufigen Kopfschmerzen kommen mindestens einmal im Monat nicht zum Unterricht. Damit diese Fehltage nicht noch mehr werden, geben viele Eltern ihren Kindern Schmerzmittel. Damit gehen die Schmerzen zwar erst mal weg, aber das Problem wird nicht gelöst. Wiederkehrende Kopfschmerzen im Kindesalter müssen frühzeitig und fachgerecht behandelt werden. Darin sind sich Experten wie Dr. Raymund Pothmann vom Zentrum für integrative Kinderschmerztherapie am Hamburger Klinikum Nord einig. Schmerzmittel dürfen nicht über einen längeren Zeitraum ohne ärztliches Schema eingenommen werden, sonst drohen auch schon bei Kindern medikamentenbedingter Dauerkopfschmerz und andere Folgeschäden.

Viele Kopfschmerzspezialisten raten dazu, es zumindest bei leichten Kopfschmerz-Attacken erst einmal mit Hausmitteln zu versuchen. Oft hilft es, wenn sich das Kind in einem abgedunkelten, ruhigen Raum hinlegt und man ihm einen kalten Lappen auf die Stirn gibt. Auch Pfefferminzöl, das an Schläfe, Scheitel und Nacken sanft eingerieben wird, kann lindernd wirken. Immer aber raten Schmerztherapeuten dazu, die Kompetenz des Kindes zur Selbsthilfe zu stärken.

Behandlungstipp Eins: Lernen, was den Schmerz auslöst

Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe verhaltenstherapeutischer Trainingsprogramme, in denen Kinder auf spielerische Weise lernen, was ihre Beschwerden auslöst und wie sie damit besser umgehen können. So üben sie beispielsweise die Umwandlung von düsteren in zuversichtliche Gedanken, die Ablenkung von Schmerz und Stress und den selbstsicheren Umgang mit anderen, denn auch Schüchternheit kann stressig sein und damit schmerzverstärkend wirken.

Eigentlich bieten solche Programme also eine Schule fürs Leben, denn Kinder werden hier zu "Stressmanagern, Gefühls-Checkern oder Gedankenspezialisten" gemacht, so die Techniker Krankenkasse (TK), die die Kosten für entsprechende Kurse erstattet. Voraussetzung für die Teilnahme ist eine ärztliche Bescheinigung, wonach das Kind seit über sechs Monaten an Spannungskopfschmerz oder Migräne leidet. Infos finden Sie hier: www.tk-online.de.

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