Kinderkrankheiten
 
Windpocken oder Röteln?

Masern, Scharlach, Röteln Windpocken - wie man die wichtigsten Kinderkrankheiten erkennt. Und was dagegen hilft.

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Röteln

Kinderkrankheiten: Windpocken oder Röteln?
Elena Schweitzer - Fotolia.com

Anzeichen: Leichtes Fieber, Kopfschmerzen und Erkältungssymptome wie Husten und Schnupfen kündigen Röteln an. Die Halslymphknoten, besonders am Nacken und hinter den Ohren, sind geschwollen. Eine Bindehautentzündung kann hinzukommen. Nach einer Inkubationszeit von 14 bis 21 Tagen ist ein kleinfleckiger Ausschlag zu erkennen, der meist schnell wieder verschwindet.

Ansteckungsgefahr: Röteln sind eine Virusinfektion. Sie werden durch Tröpfchen übertragen. Ansteckungsgefahr besteht eine Woche vor bis eine Woche nach Ausbruch des Ausschlages. Eine Schutzimpfung gegen Röteln wird empfohlen.

Was Ihrem Kind hilft: Wenn erforderlich, machen Sie Wadenwickel oder geben Sie Ihrem Kind ein Zäpfchen, um das Fieber zu senken. Achten Sie darauf, dass es viel trinkt.

Mögliche Komplikationen: Bei Kindern verlaufen Röteln meist harmlos. Sehr selten kommt es zu einer Gelenk- oder Herzmuskelentzündung. Für ungeborene Kinder jedoch kann eine Rötelninfektion ihrer Mutter schwer wiegende Folgen haben. Bei einer Ansteckung in den ersten Schwangerschaftsmonaten drohen Missbildungen. Deswegen sollte jedes Mädchen, das die Krankheit noch nicht hinter sich hat, vor der Pubertät geimpft werden.

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Masern

Anzeichen: Ihr Kind klagt über Kopfschmerzen, fühlt sich matt und müde. Vielleicht läuft die Nase, oder es hustet. Die Bindehaut der Augen ist gereizt, es kann Licht nicht ertragen. An der Wangenschleimhaut entdecken Sie plötzlich eigenartige weißliche, kalkspritzerähnliche Beläge. Am zweiten, dritten Tag steigt das Fieber an. Zwei Tage später, nachdem die Temperatur zwischenzeitlich abgefallen war, erreicht das Fieber einen zweiten Gipfel, gleichzeitig erscheint der typische Ausschlag.

Ansteckungsgefahr: Masern wird durch Viren ausgelöst, die sich durch Tröpfchen (über Husten, Niesen, Küssen) ausbreiten. Unmittelbar bevor die Hautrötung eintritt, ist die Krankheit am ansteckendsten. Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen Infektion und Auftreten der ersten Symptome, beträgt acht bis zwölf Tage. Schutz bietet nur eine Impfung, die von der Ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Instituts dringend empfohlen wird.

Was Ihrem Kind hilft: Wie bei vielen Viruserkrankungen gibt es kein Mittel, das die Krankheit stoppen kann. Bestehen Sie trotzdem auf einen Hausbesuch Ihres Kinderarztes - nicht nur, weil Masern ansteckend sind, sondern auch, weil Ihr Kind sehr schwach ist. Sorgen Sie dafür, dass es im Bett bleibt. Falls notwendig, geben Sie ihm ein fiebersenkendes Mittel. Auch kühlende Wadenwickel helfen. Achten Sie darauf, dass Ihr Kleines viel Flüssigkeit zu sich nimmt. Und dunkeln Sie den Raum ab, das tut seinen Augen gut.

Mögliche Komplikationen: Bei fünf bis zehn Prozent der erkrankten Kinder kommt es zu Komplikationen, beispielsweise zu einer Lungen- oder Mittelohrentzündung. Manchmal sind auch die Bauchorgane betroffen, was mit starken Bauchschmerzen einhergeht. Bei etwa einem von 1.000 Patienten tritt eine Hirnentzündung auf. Schlimmstenfalls können Masern sogar tödlich sein.

Windpocken

Anzeichen: Ihr Kind fühlt sich matt, hat Kopfschmerzen und leichtes Fieber. Bald darauf erscheint der typische Ausschlag, der von Medizinern wegen des unruhigen Bildes auch mit einem "Sternenhimmel" verglichen wird.
Ansteckungsgefahr: Die Viren sind hoch ansteckend und ein bis zwei Tage vor bis mindestens fünf Tage nach Ausbruch des Ausschlages aktiv. Schon winzigste Tröpfchen genügen, um sich zu infizieren. Die Inkubationszeit beträgt sieben bis 21 Tage. Fast drei Viertel aller Kinder erkranken an Windpocken. Seit August 2004 gibt es eine Impfempfehlung.
Was Ihrem Kind hilft: Lotionen, die das Eintrocknen der Bläschen beschleunigen (zum Beispiel Zinkoxid). Bei starkem Juckreiz helfen Tinkturen mit Eichenrindenextrakt. Ziehen Sie Ihrem Kind Handschuhe an, damit es die Bläschen nicht aufkratzen kann; häufig bleiben unschöne Narben zurück.
Mögliche Komplikationen: Normalerweise verlaufen Windpocken harmlos. Sehr selten kommt es bei Kindern zu einer Lungen- oder Hirnhautentzündung.

Scharlach

Anzeichen: Ihr Kind hat hohes Fieber und klagt über starke Schluckbeschwerden. Der Rachen und Gaumen sind rot entzündet. Die Zunge zeigt anfangs einen weißen Belag, der sich bald auflöst; danach erscheint sie gleichmäßig rot, nur die verdickten Geschmacksknospen ragen hervor. Man spricht nun von einer Himbeerzunge. Der Ausschlag ist häufig nur flüchtig oder fehlt ganz.
Ansteckungsgefahr: Scharlach wird durch Bakterien, so genannte Streptokokken der Gruppe A, hervorgerufen. Sie übertragen sich per Tröpfcheninfektion. Ihr Kind ist ansteckend bis einen Tag nach Beginn der antibiotischen Therapie. Die Inkubationszeit beträgt zwei bis vier Tage. Gegen Scharlach gibt es keine Impfung.
Was Ihrem Kind hilft: Über zehn Tage muss der Patient Penizillin einnehmen und sollte, solange er fiebert, das Bett hüten. Auch hier gilt: viel trinken! Gegen die Halsschmerzen helfen Lutschpastillen.
Mögliche Komplikationen: Wird die Krankheit nicht behandelt, können die Giftstoffe eine Schädigung des Herzmuskels oder der Nieren hervorrufen.

Ausführliche Infos zu Scharlach-Symptomen, Ansteckung und Therapie finden Sie hier!