Nabelbruch
 
Wie gefährlich ist er?

Fünf bis zehn Prozent aller Säuglinge kommen mit einem Nabelbruch zur Welt. Kein Grund zur Sorge: Er ist meist ungefährlich. Trotzdem solltest Du ein Auge darauf haben. Wir erklären Dir alles rund um das Thema Nabelbruch und sagen Dir, ab wann man zum Arzt muss.

Inhalt: 
Was ist ein Nabelbruch?Wie erkenne ich einen Nabelbruch?Ist ein Nabelbruch gefährlich?Gib es einen Nabelbruch auch bei Erwachsenen?Wie wird ein Nabelbruch behandelt?Wie kann man einem Nabelbruch vorbeugen?Wie pflege ich den Nabel meines Kindes?

Was ist ein Nabelbruch?

Nabelbruch: Wie gefährlich ist er?

Fünf bis zehn Prozent aller Säuglinge kommen mit einem Nabelbruch (lateinisch Hernia umbilicalis) zur Welt. Bei ihnen ist die Muskelhaut im Nabelbereich noch nicht vollständig zugewachsen und nur Bindegewebe und Bauchhaut verschließen den Nabel. Beim Nabelbruch stülpt sich das noch nicht verfestigte Bindegewebe, manchmal auch Dünndarmgewebe, durch eine kleine Lücke im Bauchnabel nach außen. Oft tritt dieses Phänomen bei Frühgeborenen auf.

Wie erkenne ich einen Nabelbruch?

Wie erkenne ich einen Nabelbruch?

Erkennen kannst Du einen Nabelbruch, wenn Dein Kind die Bauchmuskeln dehnt. Das ist zum Beispiel beim Lachen, Schreien, Husten oder Weinen der Fall. Durch den Druck wird eine ein bis fünf Zentimeter große Beule sichtbar; sie ist ungefähr so groß wie ein Kirschkern oder ein großer Knopf. In der Regel bildet sich der Nabelbruch in den ersten drei Lebensjahren von selbst zurück, wenn die Bauchmuskeln die Lücke nach und nach schließen.
Der Arzt stellt die Diagnose des Nabelbruchs durch Abtasten des Bruchsacks beim Kind. Gelegentlich macht man zusätzlich eine Ultraschall-Untersuchung.
Aber Vorsicht: Wenn Dein Baby schon mit einer sichtbaren Vorwölbung auf die Welt kommt und sie auch nicht im entspannten Zustand verschwindet, kann es sich um einen Nabelschnurbruch (Omphalozele) handeln. Dies ist eine angeborene Fehlbildung der Bauchdecke, bei der Dünn- und Dickdarm sowie Teile der Leber dauerhaft ausgelagert sind. Der Arzt muss meist in einer Operation eine künstliche Bauchhöhlenerweiterung schaffen, damit die außen liegenden Organe wieder im Bauch Platz finden.

Ist ein Nabelbruch gefährlich?

Meistens ist ein Nabelbruch harmlos. In seltenen Fällen kann er jedoch gefährlich werden. Der Grund: Durch die Öffnung der Bauchdecke können Fettgewebe und Darm herausgedrückt werden. Du solltest den Bruch daher ständig beobachtet. Geht die Wölbung bei leichtem Druck nicht zurück, fühlt sie sich hart an oder schmerzt, muss unbedingt der Arzt aufgesucht werden.
Eine mögliche Komplikation, die sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern vorkommen kann, ist, wenn sich Organe im Bruchsack einklemmen. Es besteht die Gefahr, dass die Organe ungenügend oder gar nicht mehr mit Sauerstoff versorgt werden und versagen. In diesem Fall ist eine sofortige Operation erforderlich. Um einen nochmaligen Bruch nach einer Operation zu vermeiden, ist es wichtig, sich mindestens sechs Wochen nach dem Eingriff keinen körperlichen Belastungen auszusetzen.

Gib es einen Nabelbruch auch bei Erwachsenen?

Ja, bei Erwachsenen gibt es verschiedene Umstände für den Nabelbruch. Häufige Ursachen sind Übergewicht, Schwangerschaften, schwere körperliche Belastungen oder Bauchwassersucht. Auch starke Druckausübung wie sie etwa bei ständigem Pressen beim Stuhlgang ausgeübt wird, kann die Ursache für einen Nabelbruch sein.

Wie wird ein Nabelbruch behandelt?

Nabel- oder Heftpflaster zum Abbinden verwendet man heute nicht mehr. Sie bringen nichts und machen die Haut im Bereich des Verbandes überempfindlich.
Meistens hilft abwarten. Nur selten muss ein Nabelbruch bei Säuglingen operiert werden. Eine Operation wird nur dann empfohlen, wenn der Bruch sehr groß ist (Durchmesser über zwei Zentimeter) oder wenn er sich nach dem zweiten Lebensjahr nicht zurückbildet. Auch aus kosmetischen Gründen kann operiert werden, wenn bei älteren Kindern ein sichtbar vorgewölbter Nabel vorliegt. Die Operation unter Vollnarkose dauert ca. 15 Minuten.
In den Tagen nach der Operation sollte Wasserkontakt der Wunde möglichst vermieden werden. Zudem solltest Du darauf achten, dass sich Dein Kind noch etwas schont. Klagt Dein Kind über starke Schmerzen oder hat es Fieber, solltest Du erneut Kontakt mit dem Arzt aufnehmen.
Übrigens: Bei Mädchen wird der Eingriff oft empfohlen. Der Bruch kann bei erwachsenen Frauen nämlich später während ihrer eigenen Schwangerschaft durch den dicken und gedehnten Bauch Probleme bereiten.

Wie kann man einem Nabelbruch vorbeugen?

Da der Nabelbruch bei Säuglingen in den meisten Fällen angeboren ist, lässt sich ihm auch nicht vorbeugen. Erwachsene hingegen können einem Nabelbruch vorbeugen, indem sie ihr Übergewicht loswerden. Vermeide zusätzlich erhöhten Druck durch körperliche Belastung.

Wie pflege ich den Nabel meines Kindes?

Auch wenn kein Bruch vorliegt, sollte der Nabel eines Säuglings in den ersten Wochen gut gepflegt werden. Achte darauf, dass der Nabelstumpf trocken ist, bis der Nabel abfällt. So lange sollte auch der Oberrand der Windel unterhalb des Nabels verlaufen, damit Urin und Kot nicht so leicht mit dem Nabel in Berührung kommen. Wenn dies doch passiert, reinige den Nabelstumpf vorsichtig mit lauwarmem Wasser und lass ihn trocknen. Wenn der Stumpf abgefallen ist, reicht es, den Nabel mit warmem Wasser und einem sauberen Waschlappen zu reinigen; Seife ist hierfür nicht notwendig.